So. Folgendes, Meine Kinder machen mich IRRE. No news to me, das machen sie auf die ein oder andere Art ja, seit sie jeweils das Licht der Welt erblickten. Aber im Moment haben sie was Neues gefunden, womit sie mich kollektiv und gemeinsam verrückt machen: die Sache mit dem Kochen. Kochen in Zeiten von Corona ist nämlich durchaus eine andere Nummer als sonst, zumindest wenn es ums Kochen im Lockdown geht.

An anderer Stelle habe ich hier schon berichtet, wie der Corona-Alltag hier so lief seit Homeschooling, Distance Learning und überhaupt diesem virusbedingten „alle sind immer zu Hause“-Zustand. Wovon ich NICHT berichtet habe, ist die neue Obsession meiner Kinder und wie sie mein Kochverhalten verändert hat: Essen. Mealplanning im Lockdown | berlinmittemom.com

Was gibt’s zu essen?!

Ich möchte voranschicken, dass hier schon immer täglich frisch gekocht wird, es sei denn, es gibt Reste, die noch aufgegessen werden können. Die werden dann aufgepeppt und quasi recycelt.

Aber seit wir alle immerzu hier sind, also eigentlich seit November, sind die Kinder wie besessen von der Frage, was es zu essen gibt, wann es was gibt, ob es etwa Nachtisch gibt (Spoiler: nein!) und überhaupt – alles, was mit Essen zu tun haben könnte, interessiert sie brennend. Fünf Personen, die ständig zu Hause sind, essen natürlich auch zu Hause und nicht wie sonst in der Schule oder unterwegs. Wo früher maximal eine gemeinsame Mahlzeit am Tag stattfand, reden wir jetzt von Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie diversen Snacks zwischendurch. Denn diese Kinder sind immerzu hungrig. Es ist, als würde ich eine mehrköpfige Fressraupe den ganzen Tag bei Laune halten wollen!

Kochen im Kreis

Auch bei nur einer gemeinsamen Mahlzeit am Tag und viel Abwechslung beim außer-Haus-essen in den Prä-Corona-Zeiten, hatte ich oft das Gefühl, im Kreis zu kochen. Es war, als ginge es ständig um die Lieblingsgerichte der Kinder, nur am Wochenende habe ich mal was Anderes oder Aufwendigeres gekocht. Ansonsten bewegten wir uns mit Risotto, Pasta mit den üblichen Soßen (Bolo, Pesto, Spinat und Schafskäse, Tomaten) und Kartoffel-Möhrenstampf mit Gurkensalat in einem lustigen Ringelreihen.

Baerlauchpesto mit Cashewkernen | berlinmittemom.com

Jetzt im Lockdown drehen wir uns in diesem Kreis gefühlt noch schneller und kommen noch fixer bei „schon wieder Pilzrisotto?!“ an, als bisher schon. Ich habe bereits bei der ersten Runde im Frühjahr gemerkt, dass ich dagegen was unternehmen muss, wenn ich nicht irre werden will. Kochen in Zeiten von Corona erfordert für meine geistige Gesundheit auf jeden Fall mehr Organisation und auch ein bisschen bessere Nerven. Und übrigens auch mehr Großzügigkeit gegenüber den eigenen Ansprüchen. Ein bisschen mehr Gnade mit Abweichungen von der selbstformulierten Norm, dass es am besten immer gesund, immer vollwertig, immer selbstgemacht, immer saisonal und vegetarisch, immer bio etc. sein muss.

Mental Load: Über geteilte Inspiration und die Magie von Listen

Ich habe tatsächlich zum ersten Mal in meinem Leben begonnen, konsequent Mealpläne zu erstellen, bestimmte Vorräte viel regelmäßiger aufzustocken und überhaupt geplanter einzukaufen. Damit kommen wir dann mit einem großen Wocheneinkauf am Samstag und maximal noch einem kleinen Gang in unseren Kiezsuper- oder Biomarkt für frisches Brot und Salat oder Gemüse pro Woche aus.

Als ich das letzte Woche in meiner Instastory kurz zur Sprache brachte, war die Resonanz enorm. Dass wir natürlich alle mit denselben oder ähnlichen Themen umgehen müssen, war mir schon klar. Dass aber so viele nach Inspiration beim Kochen bzw. für die vielen Mahlzeiten einer Familie im Lockdown quasi lechzten, hat mich schon überrascht. Nachdem ich dann vorgestern den Mealplanning Monday auf Insta ankündigte und den ersten Mealplan für diese Woche dort teilte, schrieb mir eine Leserin, das würde ihr einiges an Mental Load abnehmen. Da dachte ich dann endgültig, dass das Thema auch auf den Blog gehört.

Spaghettisalat mit Bärlauchpesto und Rucola | berlinmittemom.com

Denn natürlich gehört das Planen von Einkäufen und Mahlzeiten, die stete Frage „Was gibt’s zu Essen?“ und das Kramen in den eigenen Gehirnwindungen auf der Suche nach neuen Rezeptideen zu all dem belastenden Familienalltagskram, der uns alle fest im Griff hat. Und zu Coronazeiten eben noch ein bisschen mehr als sonst.

Da mir persönlich immer schon Listen helfen, meinen Alltag zu strukturieren, lag es nahe, das auch bei diesem Thema, dem Kochen in Zeiten von Corona zu tun.

Mealplanning: Analoge und digitale Essenspläne und Einkaufslisten

Seit März führe ich Listen mit Essensplänen und dazugehörige Einkaufszettel. Lediglich im Sommer, als wir auf dem Darß waren, habe ich das Listenschreiben mal kurzzeitig unterbrochen. Ich habe es aber auch schnell wieder angefangen, weil ich merkte, dass ich mir da gerade einen echten Schatz aufgebaut hatte: die große Datei voller Ideen und erprobter Rezepte, auf die ich zurückgreifen kann. Ich kann mich quasi anhand der Liste selbst inspirieren, wenn mir spontan nichts einfällt. Für die Datei mit allen Mealplänen benutze ich übrigens die App „Evernote“ auf dem Handy.

Auch den Wocheneinkauf konnte ich damit optimieren. Ich schreibe freitags den Mealplan für die neue Woche und den entsprechenden Einkaufszettel, samstags wird dann alles besorgt. Und wenn nicht die mehrköpfige Fressraupe unter der Woche plötzlich die Vorräte wegflext, kommen wir meistens mit allem ganz gut über die Woche.

Der Frage „Was essen wir heute?!“ beuge ich übrigens damit vor, dass es neben meiner digitalen Liste auch immer einen handgeschriebenen Mealplan für die jeweilige Woche gibt, den ich in der Küche an den Schrank klebe. Da können ihn all sehen und sich ihre Frage selbst beantworten.

Abwechslung, Convenience und „Gönnung“

Beim Erstellen der Wochenpläne achte ich vor allem darauf, dass wir genug Abwechslung haben. Dabei orientiere ich mich eigentlich immer an der Sättigungsbeilage: starte ich also mit Pasta in die Woche, kommt am nächsten Tag beispielsweise ein Kartoffelgericht, gefolgt von einem Reisgericht und danach vielleicht einer Suppe. Frühestens dann könnte Pasta wieder auf dem Plan auftauchen. Einmal die Woche gibt es Fleisch (und eine Alternative für die Veggies), einmal die Woche gibt es Fisch, beides meistens am Wochenende. Immer gibt es Gemüse, sehr oft noch einen Salat.

Selbstgemachte Pasta mit Pilze | berlinmittemom.com

Seit ich viel mehr Mahlzeiten in der Woche zubereite als früher, greife ich für die kurzen Mittagspausen der Kinder auch auf Convenienceprodukte zurück. Eigentlich hatte ich mir das komplett abgewöhnt. Aber es geht wirklich einfach schneller und macht uns das Leben leichter. Mittags gibt es also beispielsweise Flammkuchen mit frischem Teig aus der Kühlung, Salatmischungen, frische Nudeln wie Tortellini oder fertigen Hummus mit Rohkost. Am Abend gibt es dann ausführlichere und auch sorgfältiger zubereitete Mahlzeiten. Wenn ich mittags richtig gekocht habe, gibt es abends Salat, Brot und Käse.

Ansonsten bin ich im Moment viel eher gewillt, Dinge zu erlauben, die es sonst hier nicht einfach so gibt. Fruchtjoghurts als Snack zwischendurch zum Beispiel, weißes Toastbrot für Sandwiches oder fertiges Schokocrunchy-Müsli als Topping statt des selbstgemachten Granolas. Gönnung – wie die Kinder sagen würden. Auch wenn die Snacks hier nach wie vor hauptsächlich aus Rohkost und Obst bestehen.

Kochen in Zeiten von Corona: die Vorteile von Mealplanning auf einen Blick

  • Mealplans geben allen Orientierung – zumindest immer für eine Woche. Weniger Gefrage, weniger Kopfzerbrechen, mehr Platz im Gehirn für andere Themen.
  • Mit dem Mealplanning lassen sich wöchentliche Einkäufe besser planen. Es wird gezielter eingekauft und weniger weggeworfen. Das ist gut für den Geldbeutel, gut für Klima und Umwelt und gut für’s Gewissen.
  • Wenn die Mealpläne abgespeichert werden, entsteht eine wunderbare Rezeptsammlung, auf die man immer zurückgreifen kann. Ich schreibe auch übrigens auf, was gut ankam und was nicht und sammele Ideen für Snacks und schnelle Lunches während der kurzen Homeschoolingpausen.
  • Mir persönlich gibt das Mealplanning in diesen seltsamen Zeiten auch das Gefühl, ein bisschen die Kontrolle zu haben, wenigstens über irgend etwas. Wenn es dann noch „aufgeht“, habe ich ein bisschen Lufthoheit in diesem ganzen „Abwarten, wer weiß, wie lange das noch dauert“ zurück gewonnen.

Spaghetti mit gegrilltem Gemüse und Rucola | berlinmittemom.com

Mealplanning Monday auf Instagram

Ich habe hier ja schon immer Rezepte geteilt, insofern ist das Erstellen und Teilen von Mealplänen die logische Konsequenz. Wer mir auf Instagram folgt, kann ab jetzt immer montags den aktuellen Mealplan dort in der Story abrufen. Alle anderen, die dennoch gerne die Mealpläne hätten, ohne mir auf Insta zu folgen, können ab jetzt in den Freitagslieblingen den Plan der aktuellen Woche abfragen. Ab übermorgen findet ihr also in den Freitagslieblingen mit den Rezept der Woche auch immer den Mealplan der Woche.

Für alle, die es interessiert, wird das auf diese Weise hoffentlich eine kleine Inspiration für die eigene Planung sein. Und ein Mittel gegen das ewige Kochen im Kreis!

9 Kommentare

  1. ….du bist klasse anna, ganz lieben dank für diesen post….herzlich gelacht und gedacht, ja genau so ist es…
    lg
    annette

  2. Finde ich super und freue mich auf Freitag (da kein Insta ;)
    Auch ich habe mir das wöchentliche Planen im Dezember angewöhnt und bin froh über neue Inspirationen (denn ja, hallo Koch-Karussell…)… alle immer bzw öfter Zuhause ist doch echt ne andere Nummer, schwupp ist der Kühlschrank wieder leer und die Spüli läuft und läuft…gut zu wissen, dass das nicht nur hier so ist!
    Grüße ausm Norden, Anika

  3. Danke, danke, danke, liebe Anna, dass du das auch auf den Blog teilst. Ich werde hier schier verrückt von dem durchgehenden Essen zubereiten. Und ich dachte am Anfang: „sie bewegen sich ja viel weniger, dann haben sie bestimmt auch weniger Hunger.“ Weit gefehlt.
    Und da ich kein insta-Mensch bin freue ich mich sehr, dass ich hier auch die Möglichkeit habe, von deinen Plänen zu profitieren!! Danke!

  4. Liebe Anna,
    prima Plan, das mit den Mealplänen! Freu mich schon sehr auf Deine freitägliche Inspiration. :)

    Mealpläne mache ich schon lange, weil mich die tägliche Frage nach dem Essen echt gestresst hat. Aber neue Ideen und Anregungen sind mir immer – und gerade jetzt – seeeeehr willkommen!!! Im ersten Lockdown habe ich meine Pläne sogar für zwei Wochen gemacht und mich insgeheim gefragt: warum? Danke, dass Du mir die Augen geöffnet hast: klar, es ging um Kontrolle.
    Liebe Grüße, Corinna

  5. Danke! Hier gibt es auch seit dem ersten Lockdown Mealpläne, weil wir seltener einkaufen gehen wollten. Und es hat sich so bewährt! Die Woche ist geplant und zumindest dieser Teil des Kopfes wieder frei. Aber dennoch hänge ich auf den immer gleichen Gerichten fest. Insbesondere bei unseren kleinen Kindern kommt dazu, dass ich einerseits etwas kochen möchte, was ihnen schmeckt und andererseits selber keine Lust auf ausschließlich „Kinderessen“ habe. Deine Inspiration kommt also genau richtig!!

  6. Pingback: Was gut war: Januar 2021 • kathastrophal

  7. DANKE! Wir haben auch einen Mealplan und freuen uns auf deine „neuen“ Gerichte

  8. Pingback: Kategorien oder Schlagwörter: Was ist besser beim Bloggen? | Sympatexter

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