Das Leben 1.0 hat Priorität, immer. Das ist einer meiner Grundsätze, seit ich im Internet unterwegs bin – und das ist schon seit 1999 der Fall. Auch in den letzten Wochen hat das, was das Leben uns hier so geboten hat, dafür gesorgt, dass noch nicht einmal die Freitagslieblinge pünktlich erschienen sind. Einerseits nervt mich das, macht mich ärgerlich und auch ein bisschen traurig; andererseits ist das Leben eben so und es gibt nichts, womit wir die Würfel, die fallen, je wieder umkehren oder an ihren Ausgangspunkt zurückbewegen könnten, um den Lauf der Dinge zu ändern.

Und selbst wenn es keine großen dramatischen Ereignisse sind, die dazu führen, dass wir innehalten müssen, müssen wir genau das tun. Uns dem stellen, was uns vor die Füße gekegelt wird, dem, was die Würfel bestimmen. In unserem Fall geht es um familiäre Dinge, um einen Autounfall des Katers, der zehn Tage in einer Tierklinik um sein kleines Leben kämpfen musste und erst gestern nach Hause zurück durfte und um das Organisieren des Alltags um diese Ereignisse herum. Das alles hatte Vorrang, vor allem anderen. So ist das eben mit dem echten Leben.

Aber heute sind die Freitagslieblinge zurück (und der Mann hat mir eine externe Tastatur für meinen kaputten Laptop organisiert, damit ich sie schreiben kann – juhu!) und ich bin froh, wieder hier zu sein. In meinem online Zuhause. Mit euch. Und mit den Highlights der Woche.

Mein Lieblingsessen der Woche habe ich ein bisschen kurzfristig für den RBB gekocht, der mir am Dienstag ein Kamerateam ins Haus schickte. Für das Verbrauchermagazin „Supermarkt“ wurde ich zum Thema gesund Kochen in Zeiten von Corona interviewt und habe zwei meiner Rezepte zur Verfügung gestellt, die grüne Erbsen-Ingwersuppe, eine Vitaminbombe mit frischem Fisch oder Garnelen und das Ratatouille in der vegetarischen Variante. Beides hatte ich vorbereitet und beides war superlecker. Tadaa – meine Rezepte der Woche!

Freitagslieblinge: Rezept der Woche | berlinmittemom.com

Passend dazu gibt es natürlich auch wieder den Mealplan der Woche. Bis auf die. Zucchinifritters findet ihr die Rezepte hier auf dem Blog. Einfach oben in die Suche eingeben. Bitte sehr:

Mealplan der Woche | berlinmittemom.com

Mein Lieblingsbuch der Woche ist wieder mal von Lily King. Ich bin so begeistert von ihrer Schreibe gerade, dass ich mir noch mehr ihrer Romane gekauft habe, so auch ein frühes Werk von ihr, Ein Hausboot in Paris, das ich mir antiquarisch besorgt habe. Es geht um eine Amerikanerin in Paris, ein Aupair, das zu einer Familie mit drei Kindern kommt, die auf einem Boot auf der Seine leben. Das meiste von der Geschichte wird aus ihrer Sicht beschrieben, welche Art Leben sie hatte, bevor sie nach Frankreich kam, warum sie zunächst versucht, allein zu bleiben und sich nicht zu sehr auf die Familie einzulassen und wie sich dann doch im Zusammenleben mit der Familie ihr Empfinden verändert. Aber es gibt auch viele Rückblenden und kurze Passagen aus der Sicht der anderen Familienmitglieder, die zeigen, was für Menschen sie sind.

Freitagslieblinge: Ein Hausboot in Paris | berlinmittemom.com

Ein langsames Buch mit wunderschönen und intensiven Beschreibungen der verschiedenen Persönlichkeiten, keine rasante Handlung, nicht sehr viele unerwartete Wendungen, viel eher die lakonisch und dann wieder überraschend poetisch erzählte Persönlichkeitsentwicklung eines jungen Mädchens, das erwachsen wird. Habe ich sehr gerne gelesen.

Meine Lieblingsserie der Woche ist eine alte Liebe, der ich vor Jahren verfallen bin und die ich diese Woche reaktiviert habe. Peaky Blinders ist hier immer noch auf der Liste, aber ich brauchte was Seichteres, etwas, dass mir keine Konzentration abverlangt, sondern mich weich umspült, wenn ich einfach nur mal für 45 Minuten abschalten will. Ich habe also angefangen „Call The Midwife“ wieder von vorne angefangen und mich über das Wiedersehen mit den Charakteren gefreut, den schrulligen Nonnen, den ambitionierten Hebammen, den frisch entbundenen Müttern und ihren Babys. Ich liebe es.Freitagslieblinge: Call The Midwife | berlinmittemom.com

Mein Lieblingsmoment der Woche ist neben den vielen Sonnenstunden ganz klar der Moment, als wir unser Katerchen gestern wieder nach Hause holen konnten. Was für eine Erleichterung, ihn wieder hier zu haben. Endlich durchzuatmen, nachdem wir tagelang nicht wussten, ob er es schafft. Jetzt ist er wieder hier und wir freuen uns so sehr…

Archie is back home | berlinmittemom.com

Meinen Lerneffekt der Woche habe ich eigentlich oben schon beschrieben. Wir müssen uns dem stellen, was uns gegeben wird, den guten wie den herausfordernden Dingen. Wir können uns nicht drücken. Geht es um kleinere Auseinandersetzungen? Klären wir sie. Geht es um Krankheit und Tod? Stellen wir uns dem, sprechen wir darüber, finden wir einen Umgang damit. Geht es um unsere Beziehungen? Schauen wir hin, investieren wir, geben wir uns wirklich Mühe und tun alles dafür, dass wir auch in Beziehung zu unseren Liebsten bleiben? Geht es um unsere Gesundheit? Tun wir, was nötig ist, ohne die Augen davor zu verschließen. Und wenn wir mit all dem überfordert sind – holen wir uns Unterstützung.

Freitagslieblinge | berlinmittemom.com

FRAGESTUNDE…

Jolanda fragt, ob es alle Rezepte aus den Mealplänen auch auf dem Blog gibt. Nicht alle, aber die meisten findet ihr hier auf dem Blog. Entweder geht ihr oben über die Suche und gebt die Namen der Rezepte als Suchbegriff ein, zB Fajitas oder Ratatouille oder wonach ihr gerade sucht, der ihr geht über das Dropdownmenü oben in der Startleiste. Unter Kochen & Genießen findet ihr Unterkategorien für die einzelnen Gerichte, da sind die verwendeten Rezepte verlinkt.

Simone fragt, wie wir es zu Lockdownzeiten mit den Frisuren halten. Also die Große und ich waren kurz vor Schließung der Friseure noch mal, das geht noch. Ich nutze für den grauen Ansatz inzwischen so ein auswaschbares Spray. Tihi. Der Kleinen schneide ich die Spitzen selbst, dank ihrer Locken sind da die Feinheiten für die Optik nicht so entscheidend. Und für die Männer der Familie haben wir das Glück einen Freund zu haben, der es drauf hat und zwischendrin mal die Konturen nachgeschnitten hat. Allerdings ist der Sohn höchste unzufrieden und kurz vor Buzz Cut. Wir werden sehen!

Katja möchte wissen, ob ich Tipps habe, wie man die richtige Schule für sein Kind auswählt. Tja, ich kann nur sagen, jeder Jeck is anders! Soll heißen, ich glaube, man muss sich für jedes Kind genau die Bedürfnisstruktur anschauen und sich fragen, welche Art zu lernen, welche Umgebung und welche äußeren Aspekte für das jeweilige Kind am besten sind. Die Große hat letztes Jahr noch mal gewechselt, weil sich herauskristallisierte, dass der IB, der Abschluss, den die internationale Schule anbietet, die die Kinder alle besuchen, für sie nicht das Richtige ist, sondern dass stattdessen ein Abitur passender ist. Für meine anderen Kinder kann diese Entscheidung wieder anders ausfallen, das wird sich zeigen. Ich denke, es ist wichtig, sich immer wieder anzuschauen, ob eine diesbezüglich einmal getroffene Entscheidung noch passt oder nicht und sie im Zweifelsfall auch revidieren.

Work | berlinmittemom.com

Christina fragt, wie die Titel meiner Freitagslieblinge zustande kommen und tippt auf Songtexte. Das ist auch schon die Antwort: die meisten sind Zeilen aus verschiedensten Songs, die mir im Kopf herumschwirren oder die jemand im Haus gerade besonders häufig spielt, manche sind auch Zitate aus Gedichten. Heute ist es, zu Ehren von Daft Punk, die diese Woche das Ende ihrer Karriere verkündet haben, eine Zeile aus Get Lucky.

Sie möchte außerdem wissen, wie es kommt, dass ich nicht mehr so häufig über Erziehungsthemen schreibe und ob das etwas mit dem Alter der Kinder zu tun hat. Auch mit dieser Vermutung liegt sie richtig, denn es wird mit zunehmendem Alter der Kinder schwieriger, so öffentlich über ihre aktuelle Entwicklung zu schreiben, ohne sie bloßzustellen. Dieser Blog ist groß, viele Lehrer*innen meiner Kinder oder Eltern ihrer Freund*innen lesen hier mit. Da sind einfach sehr sehr viele Themen nicht möglich. Oft tut mir das leid, denn es gäbe viel zu berichten und auch zu teilen, andererseits ändern sich eben die Zeiten und wir passen uns an. Das gilt auch für Familienblogs.

Damit sind meine Freitagslieblinge endlich mal wieder komplett und überhaupt existent. Ich freue mich darüber und hoffe, ihr auch.

Passt auf euch auf!

 

Last Updated on 28. Februar 2021 by Anna Luz de León

5 Kommentare

  1. Vielen Dank für deine Freitagslieblinge!

    Ich bin so froh, dass es Archie besser geht. Ich bin sehr erschrocken. Wir haben zwei Kater sehr früh verloren und unser jetziger, der eurem so ähnelt, wird auch wieder heiß geliebt. Auch wenn er zurzeit anstrengend ist, weil kein Fressen passt ;-)
    Gute Besserung weiterhin.

    Gerade beim Öffnen des Beitrags dachte ich noch, wo kommen nur die Titel her und schon kenne ich die Antwort.

    Liebe Grüße, Tany

  2. Vielen Dank für den Beitrag, mal wieder die richtigen Worte zur richtigen Zeit ❤️ Alles Gute für Euch und Archie

  3. Liebe Anna,

    so ein Glück, dass Archie seinen Unfall lebend überstanden hat! Wir hatten leider zweimal nicht so viel Glück und zwei Katzen im Abstand von drei Jahren verloren. Da ich nicht dazu bereit war, das jemals wieder zu erleben und gleichzeitig auch nicht auf eine Katze verzichten wollte, haben wir unseren kleinen Garten katzensicher abgezäunt. Dazu zwei eher unsportliche Rassekatzen (Heilige Birma) und so können unsere Miezen frische Luft und ein wenig Natur draußen genießen und gleichzeitig muss ich nicht mehr um ihr Leben fürchten. Das ist super entspannend und wie ich finde eine sehr gute Lösung. Vielleicht wäre das ja auch etwa, was sich bei euch umsetzten lässt…
    Liebe Grüße und alles Gute für Euch!

  4. Wieder Mal hast du die richtigen Worte gefunden..man muss das Leben so nehmen wie es ist..passt gerade gut! Habe mir an meinem Geburtstag einen komplizierten Trümmerbruch am Unterarm zugelegt und den Tag allein 8 Stunden in der Notaufnahme verbracht..incl. CT, Röntgen, ausrenken des Bruchs, Operation mit Lokalanästhesie, Platte und Nägel rein und die Nacht im KH. Ganz besonders toller Tag. Muss man akzeptieren und so nehmen wie es ist. In der Wartezeit hab ich aber erlebt, dass Menschen am Gang lagen, die die Pfleger und Ärzte wüst beschimpften, weil sie nicht gleich behandelt wurden. Geduld ist auch nicht grad meine Stärke. Aber diese Pandemie hat mich genügsamer und geduldiger gemacht offenbar..hab auch den doofsten aller Geburtstage überstanden.

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