Heute gibt es mal wieder einen Artikel zum Alltag in Zeiten von Covid 19 – den Corona Alltagscheck.

Am Anfang der Lockdownphase habe ich einen Artikel mit Tipps fürs Homeschooling veröffentlicht. Dabei ging es mir weniger um Inhalte oder Onlineangebote für die Kinder, die jetzt zu Hause lernen sollen, sondern vielmehr darum, wie man den Alltag drumherum gut gestalten kann, damit möglichst wenig Durchdrehpotential für alle entsteht. Jetzt ist der Moment, zu all dem mal ein Feedback zu geben.

Das neue „Normal“ – Familienleben in Zeiten von Corona

So wie nämlich „Bleibt gesund!“  die neue Abschiedsformel unter Emails und auch der Abschiedsgruß im Alltagsleben geworden ist, so ist die Frage: „Wie läuft es gerade bei euch?“ aus dem neuen Leben mit Corona in unserer Mitte nicht mehr wegzudenken.

In diesen schrägen Zeiten gleichen sich alle immer wieder neu ab, gefühlt fast täglich. Was sind die neuesten Bestimmungen? Masken, ja oder nein? Ist das alles zumutbar? Übertreiben die Politiker*innen mit ihren Maßnahmen oder ist das alles quasi das Mindeste, was wir tun müssen, um unser (Gesundheits-)System nicht zu überlasten? Die Liste der Fragen ist endlos und eigentlich stellen wir sie uns fast täglich aufs Neue stellen.

Aber was wir uns ebenfalls alle ständig gegenseitig fragen: Wie läuft der Alltag bei euch? Wie macht ihr das mit Homeoffice und Homeschooling und Haushalt? Wie läuft euer Sozialleben? Seht ihr Menschen „in echt“ oder hauptsächlich in Videocalls? Wie erklärt ihr euren Kindern, dass sie noch immer nicht zurück in die Schule können? Seid ihr auch so genervt von der Kocherei im Kreis? Wie verbringt ihr als Familie eure Freizeit? Macht ihr w i r k l i c h mehr Sport mit Onlineangeboten? Undsoweiter.

Und weil viele von euch immer wieder fragen, via Email, in Chats und bei Instagram, gibt es ab heute hier regelmäßig  den Corona Alltagscheck.

Corona Alltagscheck: Wie läuft eigentlich bei euch das mit dem…

…Homeschooling?

Was uns wirklich hilft, sind die festen Zeiten. Wir stehen zwar nicht ganz so früh auf, wie zu Zeiten von Präsenz-Schule, aber spätestens um 7:30h kegele ich die Kinder aus den Betten, so dass wir um 8:15 frühstücken können und alle pünktlich um 9:00h am Tisch sitzen. Bei Instagram habe ich in den Storys in den letzten Wochen immer wieder gezeigt, wie die Kinder am Wohnzimmertisch sitzen und arbeiten und kriegte oft die Frage gestellt, wie wir das schaffen würden, dass die Kinder so „motiviert“ arbeiten würden.

Corona Alltagscheck: Homeschooling | berlinmittemom.com

Der Punkt ist – Motivation kann man auch triggern. Natürlich würden die Kinder lieber zurück in die Schule gehen und wenn das schon nicht geht, im Bett liegen bleiben, statt früh aufzustehen und sich hier dem Homeschooling -Rhythmus zu fügen. Doch die Struktur der immer gleich ablaufenden Wochentage gibt uns auch Halt und das begreifen bzw. spüren auch die Kinder sehr genau. Die Verlässlichkeit der Abläufe gibt also uns allen Orientierung, daher gibt es hier wirklich wenig Proteste beim Aufstehen und Anfangen.

Im Laufe des Tages geht die Motivation hingegen gerne mal flöten, dann muss ich nachhalten…

Die Schule der Kinder trägt allerdings auch sehr dazu bei, dass es läuft, denn sehr pünktlich um 9:00h kommen jeden Tag die neuen Aufgaben per Mail, sowohl an die Eltern als auch an die Kinder. Sie haben mehrfach in der Woche in kleinen Gruppen Onlineunterricht, den sie konsequent wahrnehmen. Und sie sind beide schon einigermaßen erpicht darauf, alles in der vorgegebenen Zeit zu schaffen.

So wie wir eine feste Startzeit am Morgen haben, so machen wir auch immer gleich Pause: um 10:30h gibt’s Obst und manchmal Bananenmilch, dann scheuche ich die Kinder raus. Entweder kurz aufs Trampolin (Amazon Partnerlink) im Garten, ein bisschen Twistball (Amazon Partnerlink) spielen oder mit dem Waveboard (Amazon Partnerlink) auf der Straße ne Runde drehen. Bewegung, frische Luft, weg vom Bildschirm. Denn: die dauernde Bildschirmzeit strengt auch an bzw. nervt. Die Kinder sind angespannter als sonst und brauchen den Ausgleich. Nach einer halben Stunde geht es weiter.

Corona Alltagscheck: Snacktime | berlinmittemom.com

Zwischen 12:30h und 13:00h machen wir Mittagspause, meistens bis 14:00h. Wir essen zusammen und meistens erlaube ich dann auch ein bisschen „Zockzeit“ auf den Handys. Schluss mit der Schule ist dann ab 15:00h und spätestens um 15:30h, wenn sie schneller fertig sind, natürlich auch früher.

Die Tage laufen verschieden. Oft brauchen sie wenig Hilfe und kommen gut zurecht, aber das schwankt gehörig. Wofür sie mich am meisten brauchen: Motivation, die Erinnerung an Pausen und ans Durchatmen, die Kontrolle, dass nicht doch plötzlich Youtube offen ist auf dem Rechner und für die Organisation der Arbeit.

Tipp: hier hilft es total, dass die Kinder als erstes um 9:00h ihren Tagesplan aufschreiben mit allen Aufgaben, die sie erledigen müssen. Wir benutzen den wunderschönen Planer von Titatoni.

… Homeoffice?

Tja, was soll ich sagen? Es ist kompliziert. Der Mann hat sich einen Arbeitsplatz in der Abstellkammer eingerichtet, weil das Lieblingszimmer, in dem mein kleiner Arbeitstisch steht, auch für die Klavierstunden, fürs Shiatsu, Sport ganz allgemein und für meine Podcastaufnahmen oder Videocalls der Kinder genutzt wird. Meist fängt er spätestens um 8:00h an zu telefonieren. Wir sind dankbar, dass er so viel zu tun hat und eigentlich den ganzen Tag durchkloppt, abgesehen von einer Mittagspause mit uns. Zwischendurch dreht er mit dem Telefon eine Runde an der frischen Luft und baut seinen Sport irgendwann im Laufe des Tages ein.

Q&A Wie arbeitest du | berlinmittemom.com

Meine Auftragslage ist entgegen der seinen allerdings nicht existent. Das nervt mich einerseits, andererseits bin ich dankbar, dass ich gerade so viel Zeit und freie Valenzen für die Kinder habe, denn ich sehe, wie sehr sie das gerade brauchen. Also schreibe, blogge, konzipiere, podcaste etc. ich immer „dazwischen“. Wenn die Kinder Mittagspause machen. Am Nachmittag, bevor ich Abendessen vorbereite. Abends… aber da bin ich oft zu müde.

… Haushalt?

Ehrlicher Corona Alltagscheck? Viel bleibt an mir hängen, das lässt sich mal so sagen. Mehr als zuvor, da unsere Putzperle natürlich auch seit Wochen nicht kommen konnte. Und die Tatsache, dass alle immer zu Hause sind, führt leider zu mehr Dreck, mehr Unordnung und mehr Mahlzeiten für viele, die ich zubereiten muss. Während wir normalerweise eigentlich nur am Wochenende alle hier sind und unter der Woche höchstens abends alle zusammen essen, gibt es jetzt hier drei volle Mahlzeiten am Tag plus einen Snack am Vormittag und am Nachmittag oft auch noch, je nach dem, wie es um den Hunger der Gören bestellt ist.

Ein Vorteil der Homeoffice-Homeschooling-Situation – wir verteilen insgesamt die Aufgaben besser und die Kinder machen definitiv mehr als zuvor: ihre Betten frisch beziehen, ihre Zimmer saugen und wischen, ihr Bad selber putzen, sich um den Müll (Altpapier, Altglas, gelber Sack, Biotonne…) und das Sauberhalten von Katzenklo und Meerschweinchengehege kümmern und auch die Treppe im Haus saugen und wischen. Die Große macht das ohnehin in ihrem Reich selbständig.

Am Wochenende putzen wir alle gemeinsam, was wir unter der Woche nicht geschafft haben, die Wäsche teilen der Mann und ich uns wie immer (er wäscht und hängt auf, ich nehme ab und falte), gebügelt wurde hier seit Wochen nicht. Aber was soll sein? Ein bisschen Schwund ist immer.

Das Herzensmädchen hat im Moment superviel Lust zum Kochen und Backen und übernimmt die Wohlfühlabteilung in der Küche. Nicht nur hat sie „Backen gegen Budenkoller“ vollständig übernommen, sie macht auch zwischendurch Snacks für alle (Grilled Cheese Sandwich! Göttlich!) und bringt neue Rezeptideen ins Spiel, wie das Philly Cheese Steak Sandwich von Montag. Ansonsten habe ich das Gefühl, dass ich permanent Mahlzeiten zubereite.

Prasselkuchen selbstgemacht | berlinmittemom.com

Mir hilft ein Meal Plan, den ich immer sonntags für die ganze Woche erstelle und nach dem wir dann auch einkaufen, und ich versuche, ihn ausgewogen zu gestalten, damit es hier nicht ständig Pasta und Pizza gibt. Meistens koche ich abends und verwerte die Reste, so denn welche da sind, für einen kleinen Lunch am nächsten Tag. Falls es keine Reste gibt, mache ich üppige Sandwiches, zum Beispiel mit Ei und Käse und Salat. Außerdem habe ich tatsächlich für diese Fälle immer einen fertigen Pizza- oder Flammkuchenteig aus der Frischetheke im Kühlschrank, den ich innerhalb kürzester Zeit belegen und in den Ofen werfen kann für die hungrige Meute. Was es immer gibt: Salat in rauen Mengen und ganz viel Obst für zwischendurch und hinterher.

… Social Distancing?

Gar nicht so leicht, ehrlich gesagt. Für die Kinder haben wir in Absprache mit anderen Eltern (alle im Homeoffice, keine Risikopatienten in der Familie) innerhalb der Nachbarschaft die Regeln gelockert, so dass die beiden Jüngeren draußen wieder Kontakte haben. Allerdings versuchen wir, Kontaktspiele und sehr sportliche Spiele zu vermeiden: kein Fußball, kein Fangen/Verstecken mit Abschlag, kein dichtes Zusammengehocke und Gemale mit Kreide oder Picknicks im Garten. Und drinnen spielen ist auch nicht erlaubt. Aber sie fahren Fahrrad oder Skateboard, spielen Tischtennis und erfinden neue Distanzspiele gemeinsam. Das hat alles seeehr erleichtert. Und zum Glück sind sie so groß, dass sie verstehen, worum es geht und sich bemühen, die Abstandsregeln einzuhalten. Ich habe allerdings immer ein Auge darauf und bin gerade die Mama, die dann gegebenenfalls aus dem Fenster brüllt: „Abstand, Leute!“

Wir selbst sehen so gut wie keine Freunde. Am Wochenende haben wir was Neues „erfunden“: distance drinking! Wir haben uns mit Freunden auf ein Cocktailrezept geeinigt und uns einen Frozen Strawberry Margarita zubereitet, dann haben wir einen Videocall gemacht und gequatscht und getrunken. Das war sehr lustig, auch wenn es natürlich kein Vergleich ist zu echtem Treffen, Sehen, Umarmen. Mit Freundinnen habe ich jetzt schon zwei Mal Physical Distance- Spaziergänge gemacht, das war auch sehr schön.

Soweit von meinem Corona Alltagscheck für heute. Und wie geht es euch so? Was macht ihr, um nicht durchzudrehen? Und kocht ihr auch im Kreis, so wie ich?

7 Kommentare

  1. Das klingt sehr gut mit dem homeschooling. Hier läuft das leider so ganz anders, denn die Arbeitsaufträge komemn irgendwann, nur die Abgabetermine sind fest. Es gibt zwei verschiedene Lernplattformen, anderes kommt per mail an die Eltern. Einige kann man digital bearbeiten und hochladen, andere Lehrer wollen Ergebnisse per mail. Bei manchen weiß man nicht, ob sie Ergebnisse wollen. Viele bleiben unkommentiert. Keiner weiß, was da wie gewertet wird.
    Es gibt das Angebot eines Videochats mit der Mathelehrerin für einzelne, falls man Fragen hat. Nicht für die ganze Klasse.

    Gerade ganz neue Themen sind alleine schwer. Klar, wer sehr motiviert ist, liest nicht nur drei Seiten im Biobuch, sondern sucht sich auch Lernvideos dazu raus. Aber welcher Teenager, der seit 6 Wochen von der Schule weg ist, macht das? Alleine?

    Es ist eine Arbeit im luftleeren Raum, und fühlt sich falsch und sinnlos an. Auch für Eltern. Wenn Lehrer schreiben: „Hier kommen Texte und Noten der Lieder, die wir dann im Unterricht zusammen singen“ sagt mein 14jähriger: „Wir sehen diese Lehrerin nicht wieder. Und wenn, werden wir sicher nicht zusammen singen.“ Er hat Recht. Es wird auch keine Theateraufführung geben, wie die Deutschlehrerin schreibt. Und es werden keine Basteleien im gemeinsamen Klassenraum ausgestellt, weil es gar keinen gemeinsamen Klassenraum mehr geben wird, in dem die 32 Leute zusammen sitzen. Aber basteln sollen sie.

    Hier ist keiner auf digitales Lernen eingestellt. Die Kinder wissen vielleicht, wie ein Computer angeht, aber bislang wurde höchstens mal was im Internet recherchiert. Alles andere ging handschriftlich. Für Aufgaben gab es ein Hausaufgabenheft. Deswegen hat auch kaum jemand aus der Klasse einen eigenen PC. Er wäre für die Schule völlig überflüssig gewesen. Die Schüler sollen jetzt quasi über Nacht ganz alleine völlig umlernen. Das geht nur mit elterlicher Begleitung.

    Ich verbringe also viele Stunden damit, Lehrerin zu spielen und staune über verschüttete Kenntnisse in Chemie, Bio und Geschichte und bin froh über meine Erfahrung als Französich-Nachhilfelehrerin, Wie andere Eltern das hinkriegen, weiß ich nicht. Austausch gibt es kaum. Jede/r kämpft für sich allein. Auf sehr verlorenem Posten.
    Und dann ist da ja auch immer noch der fordernde Chef: „Woran arbeitest Du denn gerade? Das möchte ich jetzt schon mal wissen.“

    Sei froh, dass das bei euch so anders läuft. Das klingt sehr gut.

  2. Vielen Dank für den ausfürhlichen Bericht.
    Ich bin ganz froh zu hören, dass andere auch die Kontaktsperre für Kinder etwas gelockert haben. Meine sind noch recht jung (5 und 7) und vermissen ihre Freunde sehr. Ein Telefonat ersetzt da in keinem Fall das Spielen miteinander.
    Seit einer Woche sind sie nun glücklicherweise tageweise in der Notbetreuung, da ich als Lehrerin am Berufskolleg in der Prüfungsvorbereitung der Abschlussklassen massiv eingesetzt bin. Das ist zwar stressiger als vorher, aber die Kinder sind viel glücklicher und ausgeglichener.
    Von der Grundschule kommt hier bloß freitags ein Wochenplan mit Arbeitsblättern, die wir ausdrucken und bearbeiten müssen. es wird nichts nachgeschaut, es gibt keinen persönlichen Email- oder Telefonkontakt und mein Sohn ist zuhause kaum zu motivieren, sich an die Aufgaben zu setzen. Stattdessen liest er sehr viel und übt hochmotiviert für den einmal pro Woche per Videokonferenz stattfindenden Gesangsunterricht.
    Von Lehrerseite kann ich berichten, dass ich und viele andere Kollegen engeren Kontakt mit unseren Schülern halten. Allerdings kommen unsere Schüler größtenteils aus Elternhäusern, in denen weder Laptop noch Drucker vorhanden sind. Der Kontakt beschränkt sich daher auf WhatsApp und Emails. Ich telefoniere jedoch auch mit meinen Schülern und schicke ihnen Voicemessages. Außerdem korrigiere ich ihre Aufgaben.
    Die Schulen, die ich kenne, sind medientechnisch sehr schlecht ausgestattet und die Lehrer größtenteils höchstens in Eigeninitiative geschult. Meiner Meinung nach ist dies jedoch nicht nur ein Versäumnis, sondern auch der Einstellung geschuldet, dass Lernen immer auch soziales Lernen ist und in der Gruppe besser funktioniert als alleine am PC oder Handy. Daher hoffe ich auf eine baldige Rückkehr aller Schüler in die Schulen.
    Herzliche Grüße, Meike

    • Hallo Meike, Du hast da ziemlich Recht mit dem sozialen Lernen und der Arbeit in der Gruppe. Trotzdem ist so eine Lernplattform – wenn alle gelernt hätten, wie das geht – eine super Sache. Keine verschlampten Arbeitsblätter mehr, kein „hab ich vergessen in mein Heft einzutragen“, kein „ich weiß nicht, wann ich das abgeben muss“, weil auch für Eltern alles nachvollziehbar ist. Wie viel Infos sind mir in der Schulzeit verloren gegangen, weil mein Kind mit diesen vielen Zetteln und Einträgen und Heften und Fristen nicht zurechtgekommen ist. Jetzt: Plattform an, alles auf einen Blick übersichtlich da! Es ersetzt keinen Gruppenunterricht, aber es ist eine super Ergänzung. Komisch, dass es diese Plattformen anscheinend schon längst gab, nur, dass die Schulen die nicht genutzt haben.

  3. Hallo Anna, danke für den Einblick. Was ich mich schon oft gefragt habe: wo ist deine Große, wenn ihre kleinen Geschwister Homeschooling machen? Und noch ein Wort zu eurer KSG Corona Eltern Folge. Ich höre euch prinzipiell gerne zu, die Folge hat mich allerdings etwas sauer gemacht. Klar, ihr hattet mal kleine Kinder, aber nicht zu Corona Zeiten. Nun schreibst du oben selbst, wie viel einfacher es euch die Zeit macht, dass ihr die Regeln zwecks spielen innerhalb der Nachbarschaft gelockert habt. Ich kann meine Kinder, die 3 und 1,5 Jahre sind nicht alleine los schicken und treffen ist ja nun mal nicht. Da kam ich mir größtenteils ehrlich ungerecht verurteilt von euren Reden vor. Ich hoffe, du verstehst was ich meine. Ich weiß, es bringt nichts, gegeneinander aufwiegen, aber dann sollten auch keine Erwartungen gestellt werden, oder? Liebe Grüße, Vanessa

  4. Hallo liebe Anna,
    Toll, wie das bei euch so läuft! Bei uns ist es so: die große (morgen 14) ist sehr schwer zu motivieren, nach wie vor. Es widerstrebt ihrer autonomen Natur sich an feste Zeiten zu halten. Es ist ein Kampf. Letztlich macht sie ihre Aufgaben dann schon. Abends oder am nächsten Tag oder am Ende der Woche. *Seufz*. Ich lasse sie, weil es mich zu sehr belastet und auch unserer Beziehung. Bei uns ist es total chaotisch, jeder Lehrer schreibt irgendwann, kaum Abgaben, keinen Videounterricht. Tja so ist es eben.
    Die drei kleinen hingegen vermissen fast nichts. Jedenfalls nicht den Kindergarten. Sie sind total ausgeglichen, versinken ins Spiel. Sie sind viel draussen oder bauen sich Höhlen oder malen oder oder. Ein Kind aus der Nachbarschaft darf mit ihnen draussen herumtoben. Da haben wir auch gelockert. Ich bin inzwischen ziemlich entspannt. Der Mann ist im Homeoffice und ich darf zweimal zur Arbeit ins Jugendzentrum. Ich hab nähen gelernt (Masken). Ja, kochen und Mahlzeiten und Haushalt bleibt auch alles an mir hängen und es ist teilweise echt viel. Ansonsten ist mein Leben nicht so sehr viel anders wie sonst. Wie Ferien ohne Party. Und doch: manchmal erdrückt mich die ganze Corona Sache doch irgendwie. Man fühlt sich so unfrei. Als würde man an einer Fußfessel im Haus herumlaufen. Nur vor die Tür darf man nicht.

  5. Pingback: There'll be days like this | Freitagslieblinge am 01. Mai 2020 | berlinmittemom

  6. Hallo Anna,
    danke für deinen so ausführlichen Einblick in euren Corona-Alltag. Freut euch, dass es mit dem Homeschooling bei euch so gut klappt. Bei uns sieht das leider auch ganz anders aus. Bisher haben wir nun einen riesigen Schwung langweiliger Arbeitsblätter bekommen, die meine Tochter ausfüllen soll. Das Dividieren (sie ist in der zweiten Klasse) sollen wir ihr beibringen. Abgeben musste sie bisher noch nichts. Die Klassenlehrerin hat bisher 2x mal bei uns angerufen: das erste mal nach 4 Wochen um die E-Mail Adressen der Eltern einzusammeln, weil ja demnächst „alles digital laufen soll“ und das zweite Mal nach 6 Wochen, um uns mitzuteilen, wie es demnächst weiter gehen soll (mit unserer Tochter wollte sie nicht sprechen). Die Kinder sollen ab nächste Woche jeweils in 5er-Gruppen für 1-1,5 Stunden in die Schule kommen. Den Ansatz finde ich ja auch ganz gut und ich hoffe, dass wir dann mal wieder etwas Struktur in das Lernen bringen. Wir gehören, denke ich, schon zu den sehr engagierten Eltern. Aber es ist wirklich nicht leicht. Ich gehe weiterhin ins Büro (da es eine kleine Firma ist und alle ein Einzelbüro haben, geht das) und mein Mann ist Solo-Selbstständig, macht Homeoffice, mit der großen Homeschooling, beschäftigt unsere Jüngste und versucht nebenbei noch Essen zu bereiten und den Haushalt zu schmeißen. Und das funktioniert eben an manchen Tagen besser als an anderen. Und das unsere Tochter unter diesen Umständen nicht richtig beschult werden kann und ihre Motivation total langweilige Arbeitsblätter auszufüllen gegen Null geht, ist nur zu verständlich.
    Wir probieren jetzt zusätzlich noch Sofatutor aus. Hat hier schon jemand Erfahrung damit gesammelt und mag mal davon berichten?

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