In diesem Haus lieben wir Auberginen und fast alle lieben Curry, also liegt es nah, beides zu kombinieren. Heraus kommt ein veganes Erdnusscurry mit gerösteten Auberginen, aromatisch und wärmend.

Vegan – lange Zeit klang das Wort auch in unseren Ohren nach der Farbe Grau, nach pappigen Konsistenzen und wenig Geschmack. „Nur Gemüse“ eben. Jetzt sind wir schlauer. Weit davon entfernt, uns vegan zu ernähren – und das ist auch nicht das erklärte Ziel, aber mit viel mehr vegetarischer und (oft zufällig) eben auch veganer Koch- und Genusserfahrung. Dieses Gericht ist ein wunderbares Beispiel für vegane Geschmacksexplosionen und wunderbare Aromen. Wir lieben es.

Ich muss sagen, dass ich persönlich nach wie vor mit veganen Ersatzprodukten hadere. Bleibt mir bitte weg mit Seitanwurst, Tofugeschnetzeltem und anderen Ersatzprodukten für Fleisch und Wurst. Wer ein Steak oder einen Burger will, möchte Fleisch, keine Soja- und Erbsenproteinprodukte. Das kann aus meiner Sicht niemals genauso schmecken. Deshalb lasse ich entweder ganz oder esse etwas anderes. Denn tolle Gemüsealternativen, die nichts weiter sein wollen, als eben Gemüse sind wunderbar! Ich würde nie behaupten, dass selbstgemachte Sellerieschnitzel nach Fleisch schmecken, aber das sollen sie ja auch gar nicht. Sie schmecken für sich genommen gut und mehr sollen sie auch gar nicht.

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Veganes Erdnusscurry – nur Gemüse, sonst nichts

Ein aromatisches Curry, das ganz ohne Fleisch oder Fisch auskommt und dennoch alle Geschmacksknospen anspricht, ist unser veganes Erdnusscurry allemal. Und da hier zum Glück alle ein breites Spektrum an Gemüse gerne essen, gibt es auch an der Stelle nichts zu meckern.

Das Curry ist mit allen möglichen Gemüsesorten denkbar, ich habe es schon mit blanchiertem Broccoli, mit Blumenkohl und mit kurz gegarten Zuckerschoten gemacht, aber auch cremiger Blattspinat ist denkbar. Diese Gemüsesorten können allerdings erst später zum Curry dazu gegeben werden, da sie sonst zu weich werden. Die Gemüsebasis bilden Möhren und Zwiebeln, im Topf gegart mit der Geschmacksgrundlage für das ganze Gericht: die selbst angerührte Soßenbasis mit Erdnussbutter.

Zutaten und Procedere

Man braucht (für 6 Personen)

  • 500g Basmati
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 6 dicke Möhren, geschält und in Stifte geschnitten
  • 500g grüne Bohnen, geputzt und halbiert
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 kleines Stück Ingwer, fein gehackt
  • 1/2 TL Koriander, gemahlen
  • 4 EL Sesamöl + 1 Schuss zum Anbraten
  • 6 El dunkle Sojasauce
  • 4 EL Austernsauce
  • 1 EL milde, gelbe Currypaste
  • 3 EL cremige Erdnussbutter
  • ca. 1 Dose Kokosmilch
  • 2 große Auberginen, in Scheiben geschnitten
  • Olivenöl zum Einpinseln + 1 EL zum Anrichten
  • grobes Meersalz
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 15og salzige Erdnüsse oder Cashewkerne
  • 2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
  • Saft einer Limette, 1 Limette geachtelt
  • wer mag: eine Handvoll frische Korianderblätter, grob gehackt

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How to…

1. Die Auberginenscheiben auf Küchenpapier ausbreiten und leicht salzen. Ist das Wasser ausgetreten, trockentupfen. Möhren, Bohnen und Zwiebeln putzen und vorbereiten, Knoblauch und Ingwer schälen, Ingwer hacken, 1 1/2 Knoblauchzehen hacken, der Rest wird später durchgepresst. Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Eine Limette auspressen, die andere in Achtel schneiden. Den Koriander waschen und trockenschütteln, die Blätter abzupfen. Die Nüsse einmal grob zerkleinern, z.B. mit einem Wiegemesser oder zerdrücken und in eine Schüssel geben. Alles bereit stellen. Den Backofen auf 180° Umluft vorheizen.

2. Für die Sauce das Sesamöl, die Sojasauce, die Austernsauce, den gemahlenen Koriander, die Currypaste, den gehackten Ingwer und die Hälfte des gehackten Knoblauchs miteinander vermengen. Zuletzt die Erdnussbutter dazu geben und mit einem Quirl in die Sauce einrühren.

3. Die Auberginenscheiben dünn mit Olivenöl einpinseln, mit grobem Meersalz bestreuen und auf mit Backpapier belegte Bleche verteilen. In den Ofen schieben und ca.12 Minuten garen. Am Ende der Garzeit für wenige Minuten (3-5) den Grill zuschalten und die Auberginen bei hoher Temperatur (bei mir sind das ca 260°) auf Sicht bräunen lassen. Vorsicht, die Scheiben verbrennen jetzt leicht, das geht blitzschnell. Den Reis aufsetzen und nach Packungsanleitung garen.

4. Währenddessen in einem großen Topf einen guten Schuss Sesamöl kurz erhitzen, dann die Zwiebeln, Bohnen und Möhren darin für einige Minuten bei hoher Temperatur anbraten. Hitze reduzieren und die Sauce anschütten, alles gut verrühren und bei mittlerer bis niedriger Hitze ca. 15-20 Minuten köcheln lassen. Nach der Hälfte der Garzeit die Kokosmilch anschütten. Die jeweilige Menge Kokosmilch entscheidet, wie sämig oder flüssig das Curry wird. Auch mit Erdnuss- oder Currypaste kann noch an Geschmack und Konsistenz gedreht werden. Am Ende der Garzeit abschmecken und den Topf von der heißen Herdplatte nehmen.

5. In einer Schüssel 1 EL Olivenöl mit den restlichen 1 1/2 Knoblauchzehen (gepresst) vermischen. Die heißen Auberginen vom Blech nehmen und in das Knoblauchöl geben, alles gut vermischen und mit ca 1/2 TL Chiliflocken bestreuen.

6. Im Grunde ist jetzt alles fertig und kann angerichtet werden. Ich portioniere gerne alles und benutze für dieses Curry am liebsten nicht zu tiefe Schalen in Müslischüsselgröße. Der Reis kommt zuunterst, dann ein Löffel vom Curry, ein Löffel Auberginen und am Schluss die Toppings: ein Spritzer Limettensaft auf jede Portion, dann die Frühlingszwiebeln, Koriander und zuletzt die Nüsse und ein Limettenschnitz pro Portion. Aber natürlich kann man auch alles auf den Tisch stellen und jede*r nimmt sich alles genauso, wie er/sie es am liebsten mag.

Tipp: werden die grünen Bohnen im Rezept ersetzt, z.B. durch Broccoli, Blattspinat oder Zuckerschoten, müssen die unterschiedlichen Garzeiten beachtet werden. Zuckerschoten können mit ins Curry, aber erst für die letzten ca. 8 Minuten, Spinat würde ich mit einer durchgepressten Knoblauchzehe und Öl in einer Pfanne anbraten, mit Sojasauce löschen und erst ganz am Schluss ins Curry geben. Und auch den Broccoli würde ich separat vorbereiten, z.B. blanchieren und erst am Schluss zum Curry geben, damit er nicht zerkocht wird.

Veganes Erdnusscurry mit Broccoli | berlinmittemom.com

Veganes Erdnusscurry ist ein prima Wochenendgericht, wenn wir hier mehr Zeit für die Vorbereitung und auch zum Genießen haben. Dabei ist es wirklich alles andere als „nur Gemüse“ sondern echtes Veggie Soulfood. Außer für das Golkind. Das liebt zwar Gemüse, mag aber nichts, was im Geschmack auch nur im Entferntesten an Curry erinnert. Daher bekommt sie dann meist den Reis mit den Röstauberginen und Nüssen, ganz ohne Curry.

Wäre das auch was für euch?

2 Kommentare

  1. Liebe Anna,
    Ich habe das Curry samt den Auberginen nachgekocht, ein wunderbares Gericht. Wir waren begeistert. … und es macht richtig schön satt, was bei vegetarischen Gerichten nicht immer der Fall ist. Das Curry wird nun regelmäßig auf unsrem Plan stehen.

    Liebe Grüße, Anja

  2. Hallo,
    bei uns gab es das Curry am Wochenende, es hat fantastisch geschmeckt, vielen Dank für das Rezept.

    Liebe Grüße, Kathrin

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