Nachdem ich den ganzen Tag nicht auf meinen Blog zugreifen konnte und erst jede Menge technische Schwierigkeiten beseitigt werden mussten, kommen hier endlich doch noch die Freitagslieblinge.

Mein Lieblingsbuch der Woche für die Freitagslieblinge haben wir erst letztes Wochenende als Geschenk bekommen. Die Freundinnen aus Frankfurt haben es mitgebracht, mit denen wir die Liebe zum Darß (und zu noch allerhand anderer Dinge) teilen: das Ostsee-Buch*. Ein großformatiger Bildband, der nicht nur den Darß sondern die ganze Ostsee behandelt, sowohl die Natur, als auch Kultur und Geschichte. Ein wunderschönes Buch, das wir immer wieder zur Hand nehmen, um darin zu blättern. Danke noch mal für dieses wundervolle Geschenk, J., J. & J.!

Buchempfehlung: Das Ostseebuch | berlinmittemom.com

Mein Lieblingsessen der Woche war in den letzten Tagen mein Frühstück. Pünktlich zum kälter werdenden Wetter bin ich wieder auf meinen Herbst- und Winterliebling umgestiegen: warmes Porridge, angerührt mit Pflanzenmilch oder einfach heißem Wasser, dazu frisches Obst und als Topping gehackte Nüsse, Mandeln oder Kokoschips. Köstlich und so wohltuend!

Homemade Porridge | berlinmittemom.com

Mein Lieblingsmoment mit den Kindern waren meine eineinhalb liebste Goldkindstunden. Einmal die Woche gehen wir zum Tanzen und ich kann mich gar nicht genug erfreuen an dieser Lebendigkeit und Freude, die ich da Woche für Woche sehen darf. Das liegt natürlich an den tanz- und bewegungsbegeisterten Kindern, aber auch an der leidenschaftlichen Tänzerin, die den Kurs leitet und von der ich euch hoffentlich hier bald mehr erzählen darf. Sie ist nämlich eine ganz außergewöhnliche junge Frau, die in ihrem bewegten Leben allerhand anstößt und selbst in Bewegung versetzt. Ihre Begeisterungsfähigkeit steckt die Kinder an und die Art und Weise, wie sie die Mädchen mitreißt, ermutigt und dazu animiert, sich in der Bewegung auszudrücken, macht mich jede Woche wieder froh.

Freestyle Kids | berlinmittemom.com

Meine Lieblingsmomente nur für mich waren meine Sporteinheiten diese Woche – mal wieder. Ich weiß, das ist nicht sehr abwechslungsreich zu lesen, aber es ist einfach ganz oft so. Es macht mich froh, wenn ich den Rhythmus beibehalte, in dem ich die Fitnesseinheiten mit Katarina eingetaktet habe und ich bin glücklich, dass ich sie draußen absolvieren kann. Dieses r a u s gehen tut unbeschreiblich gut. Und dazu ist es jetzt im Herbst auch noch unfassbar schön von den Farben und Stimmungen her.

Volkspark Friedrichshain, Ententeich | berlinmittemom.com

Meine Inspiration der Woche ist eigentlich ein Anliegen. Denn heute ist der 9. November. Wir gedenken der Reichspogromnacht vor 80 Jahren und wir denken an den Mauerfall 1989. Zweimal der 9. November, zwei sehr unterschiedliche Kapitel unserer Geschichte in diesem Land. Meine Kinder sind alt genug, mit ihnen habe ich schon oft darüber gesprochen, was diese Daten bedeuten. Sie wissen von der Kristallnacht, sie wissen, was das Dritte Reich ist, und ich habe schon oft mit ihnen über den Holocaust gesprochen. Aber ich stelle immer wieder fest, wie viele Eltern vor dem Thema zurückschrecken – nachvollziehbarer Weise, will doch niemand seine Kinder mit diesem Horror konfrontieren.

Aber es hilft nichts. Mehr denn je ist es entscheidend, dass wir nicht nur an das erinnern, was vor 80 Jahren in diesem Land seinen Anfang nahm, sondern dass wir uns anschauen, was heute hier geschieht. Wieviele Menschen 2018 unter Rassismus und Antisemitismus leiden. Wie oft wir dieser Tage von Zwischenfällen hören, von rassistisch motivierten Übergriffen, von Fremdenfeindlichkeit. Wie häufig Menschen unter dem Deckmäntelchen der Meinungsfreiheit ihren rassistischen Hass und ihre völkischen Fantasien von einem Deutschland ohne „Ausländer“ kundtun. Wie viele Hitlergrüße gezeigt, Hakenkreuze gemalt und der Holocaust verharmlost wird.

Wir müssen mit unseren Kindern darüber reden. Wir müssen benennen, was geschehen ist und was noch geschieht. Wir müssen Zeichen setzen, Stolpersteine putzen, Bücher lesen und demonstrieren. Und weil wir irgendwo anfangen müssen, können wir das zum Beispiel auf der Seite von Logo tun. Hier informiert ein knapper und sachlicher Artikel zum Thema Pogromnacht, den ich kindgerecht und trotzdem nicht beschönigend oder verharmlosend finde.

Mein Lieblingsmensch der Woche ist dann auch die Klassenlehrerin vom Lieblingsbub. Sie hat heute mit den Kindern über das heutige Datum und die deutsche Geschichte gesprochen. Es konnte alles gefragt werden, was an Fragen aufkam und sie hat sich Zeit genommen, alles mit den Kindern zu besprechen. Das war mehr als Geschichtsunterricht, das war eine Unterrichtseinheit in Bewältigung, Empathie und Herzensbildung. Für solche Lehrerinnen bin ich dankbar.

Damit sind die Freitagslieblinge komplett für heute, against all odds, und ich öffne die Linkliste wie immer bis Sonntagnachmittag für die Kollegi*innen und ihre Inspirationen und Tipps der Woche.

Kommt gut ins Wochenende!

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2 Kommentare

  1. Liebe Anna, wie Recht du hast. Wir müssen darüber reden. Und wir haben das auch immer getan. Wir haben mit unserer Tochter immer und immer wieder darüber geredet. Ich fand es nie schwer. Ich wollte es auch nie vermeiden. Denn es ist wichtig, dass unsere Kinder lernen, wie wichtig unsere Geschichte für uns ist. Und dass sie wissen, was Rassismus bedeutet und dass wir das hier nie wieder haben wollen.
    Ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende mit wenig technischen Problemen.
    Herzlichst
    Silke

    • Danke, liebe Silke. Ja, genauso sollte es auch meiner Meinung nach sein: dass wir die nächste Generation in dem Wissen um unsere Vergangenheit erziehen und ihnen damit einen Wegweiser für ihre Zukunft geben. Und für uns selbst heißt das wohl, dass wir in der Gegenwart, in der wir leben, aufmerksam und sehr bewusst bleiben und unseren Kindern vorleben, wie man damit umgeht, wenn solche Themen (wieder) aufkommen. Ganz liebe Grüße!

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