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geh nicht weg, mama! ::: 5 tipps zum umgang mit trennungsangst bei kindern

Trennungsangst bei Kindern

Verbrieftermaßen bin ich eine erprobte Mutter, habe mein Mütchen bereits an zwei Kindern im Kindergartenalter gekühlt und sie glücklich eingeschult, habe zig Kinderkrankheiten, Erziehungsexperimente und Verzweiflungstaten hinter mich gebracht und sehe mich dennoch gerade zum dritten Mal beim Goldkind mit der klassischen Trennungsangst bei Kindern konfrontiert. Ach ja. All meine Dreifach-Mama-Erfahrung hat mich nicht davor bewahrt, es musste auch bei ihr so kommen, und wie bei der großen Schwester scheint es das klassische Kita-Alter zu sein,  in dem es auch das Kleine erwischt hat.

Sie möchte sich in der Kita nicht verabschieden, obwohl sie offensichtlich sehr gerne dort ist. Sie möchte nicht mit den Geschwistern und den Großeltern alleine Pizza essen gehen, obwohl sie sie alle liebt und ihnen zutiefst vertraut. Sie möchte nicht mit der heißgeliebten Patentante (und den Geschwistern) in den Zirkus gehen, obwohl das zu ihren Lieblingsabenteuern gehört und die Patentante außerdem noch eine Lieblingsperson in ihrer kleinen Welt ist. Jedes Mal bedarf es einer Art ritualisiertem Gespräch, in dem sie sich absichert, ein bisschen weint, sich wieder beruhigt und sich an mich klammert – um dann mitzugehen bzw. in der Kita zu bleiben o.ä. Was ist da los? Ist Trennungsangst bei Kindern selbst für die lässigsten unter ihnen (und die lässigsten Eltern) unumgänglich?

Meinen Recherchen zufolge kennen tatsächlich alle Eltern das. In Variationen haben wir alle schon Trennungsangst bei Kindern erlebt. Und diejenigen, die behaupten, das träfe auf sie und ihre Kinder nie zu, sind dieselben, die sagen, ihre Baby habe mit 6 Wochen durchgeschlafen. Nicht sehr glaubwürdig. In Wirklichkeit erleben wir nämlich folgendes: in Phasen sind unsere Kinder die coolsten kleinen Menschen, die man sich vorstellen kann. Sie kommen und gehen, ganz die eigenständigen kleinen Personen, zu denen man glaubt, sie bereits „gemacht“ zu haben. Und plötzlich, ohne ersichtlichen Anlass, ist das alles schlagartig vorbei. Dieselben kleinen Menschen, die eben noch alleine das Haus verließen, um bei den Nachbarskindern zum Spielen zu gehen, können sich plötzlich keinen Meter mehr vom elterlichen Rockzipfel entfernen.

Das verunsichert. Es strengt an. Es fordert die Eltern permanent heraus. Und seien wir ehrlich: es nervt auch ab und zu gehörig. Denn Hand in Hand mit der Eigenständigkeit der Kinder geht die (erneute) Freiheit der Eltern: Bewegungsfreiheit, der Luxus des Alleinseins, Selbstbestimmung – wenigstens für Augenblicke. Nach drei Kindern kann ich ein Lied davon singen, wie groß die Sehnsucht nach dieser Freiheit wird während der langen Jahre des Attachment Parentings.

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Das gilt für Kinder wie Eltern. Und deshalb habe ich hier meine wichtigsten persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Trennungsangst bei Kindern zusammengestellt, in der Hoffnung, das sie möglicherweise anderen Eltern-Kind-Konstellationen hilfreich sein mögen.

1. Lieben, verstehen, Raum geben.

Wenn ein ängstliches Kind sich nicht trennen will, zerreißt es oft den betroffenen Eltern das Herz. Zu recht! Ein schluchzendes Kind an der Tür zum Gruppenraum der Kita zurück zu lassen, ist kein guter Start in den Tag, für niemanden der Beteiligten. Vorausgesetzt, die Kita ist nicht der Grund für die Tränen, sondern es handelt sich um das, was ich in diesem Artikel grundsätzlicher als Trennungsangst bei Kindern bezeichne, die wohlmöglich sogar regelmäßig und in verschiedenen Zusammenhängen auftritt, gibt es darauf für mich nur eine Antwort: Liebe, Verständnis und Ruhe.

Das sagt sich so leicht, aber ich weiß, wovon ich spreche: ich musste mir drei Kinder lang eine Haltung dazu aneignen und habe nun erst, beim dritten, zu so etwas wie einer Art von Gelassenheit gefunden. Hart erkämpft. Hat jahrelang gedauert. Das hilft mir aber natürlich jetzt, nicht gleich an allem zu zweifeln – an meinem Kind, an den Zusammenhängen, an mir. Und das meine ich auch mit Ruhe: wenn das Kind schon ausflippt, hilft es nicht, selbst auch auszuflippen. Vielmehr braucht mein Kind die Gewissheit, dass es ruhig ausflippen kann, dass es heulen und sich aufregen darf, weil ich, die Mama, das aushalte und dabei ruhig bleiben kann. Das Goldkind, das dritte meiner Kinder mit aktueller Trennungsangstphase, braucht ganz konkret meine offenen Arme zum Reinwerfen und Weinen, mein Verständnis für diese schlimmen Gefühle und die Sicherheit, dennoch geliebt zu werden, egal, wie sie sich auch immer aufführt. Diesen Raum kriegt sie von mir und von ihrem Papa.

Wichtig ist dabei die eigene Authentizität: das Kind ist ok, trotz Ausflippens – aber ich bin auch ok, egal, wie die anderen Eltern (vermeintlich) schauen, während ich da mit meinem Heulmädchen in den Armen an der Erde hocke.

2. Weniger ist mehr.

In solchen Phasen tut es uns gut, die Basis zu stärken und alles andere weitmöglichst zu reduzieren, und mit Basis meine ich die sichere Basis für mein Kind: die Beziehung zu uns, den Eltern, die ihm den Boden gibt, auf dem es stehen und gehen kann. Es hilft nicht, stur bei bestimmten Abläufen zu bleiben, die auf einmal angstbesetzt zu sein scheinen. Was für einen Sinn macht es, ein weinendes Kind im Ballettsaal zurück zu lassen, nur weil die Tanzlehrerin darauf beharrt, es sei nicht schlimm, allein im Saal zu bleiben, die Mama käme ja wieder und es sei nun mal die Regel, das Mütter draußen warten müssen? Ich will gar nicht diese alte Ballettsaal-Regel grundsätzlich in Frage stellen, denn natürlich macht es Sinn, den Unterricht nicht mit 20 Müttern im Raum zu halten. Aber für dieses Kind und seine Mutter/Vater macht es in diesem Augenblick überhaupt keinen Sinn. Weniger ist mehr heißt deshalb für uns weniger Termine, weniger Input, weniger externe Regeln (zumindest eben keine, die nicht unbedingt sein müssen), weniger „fremde“ Erwachsene, vielleicht sogar weniger Kitazeit, wenn sich das einrichten lässt. Dafür mehr Pausen, mehr Zeit in der Familie, mehr Rückbesinnung auf die Basis. Und wenn die Akutphase vorbei ist (ja, sie geht vorbei, ich weiß es!), kann man ja die Aktivitäten und den Radius wieder vergrößern.

3. Angst kommt aus dem Bauch, da hilft kein schlauer Kopf.

Trennungsangst bei Kindern ist vor allem das, was Ängste immer sind: irrational. Es hilft meinem Kind nicht, wenn ich in es hinein rede und an seine Vernunft appelliere, wohlmöglich noch mit dem Hinweis darauf, es sei doch schon groß oder es passiere doch nichts Schlimmes. Die Angst meines Kindes kommt aus dem Bauch, es kann sie nicht erklären und ich kann sie nicht weg reden. Jeder Erwachsene mit Ängsten weiß, dass diese mitunter unbeherrschbar scheinen, aber immerhin wissen wir meistens, dass unsere Ängste irrational sind, auch wenn uns das Wissen nicht viel nützt. Ein vierjähriges Kind hat nicht einmal dieses Wissen. Wie soll es also mit Vernunft an seine Ängste heran gehen können?

Das Goldkind nennt seine Angst vor dem Loslassen, dem Verabschieden „den Schreck“. Sie zeigt auf ihren Bauch, legt beide Hände übereinander auf Höhe des Zwerchfells und sagt: „Ich hab einen Schreck, Mama!“ Und ich kenne dieses Gefühl so gut, ich kann mich daran erinnern, wie es war „den Schreck“ zu haben. Nichts ist Schlimmer, als dem ausgeliefert zu sein, ohne etwas dagegen unternehmen zu können. Alles Erklären bringt und brachte nichts, denn das Köpfchen kommt gegen den Schreck nicht an und so haben ich mir für mein Kind einen klitzekleinen Zauberspruch ausgedacht. Wenn wir uns also verabschieden müssen und sie merkt, dass ihr Schreck kommt, sagt sie mir Bescheid. Dann umarmt sie mich ganz fest und ich flüstere ihr drei Mal ins Ohr „Schreck, geh weg!“ Und so irrational dieser Schreck ist, so gut funktioniert der Zauberspruch. Sie lässt mich dann leichter gehen und hat das Gefühl, wir haben gemeinsam etwas getan, um den Schreck zu verjagen. Das ist morgens beim Bringen in der Kita schon ein kleines Ritual geworden, und seit wir das machen, ist es immer seltener notwendig.

4. Du kannst mir vertrauen; ich vertraue dir auch.

Es kann natürlich nicht darum gehen, das Kind jetzt aus allen Zusammenhängen heraus zu lösen und nur noch zu Hause zu hocken, um eine Trennungssituation zu vermeiden. Stattdessen gilt es, heraus zu finden, welche Situationen für das Kind zumutbar sind und welche nicht bzw. welche Situationen unvermeidbar sind.  Grundsätzlich glaube ich daran, dass meine Kinder sich leichter tun, Herausforderungen zu meistern, wenn sie sicher wissen und spüren, dass wir, die Eltern, ihnen zutrauen, das zu schaffen. Dabei geht es für mich darum, die Grenze zwischen Fordern und Überforderung nie zu überschreiten. Ich muss meinem Kind nicht aus Prinzip meinen Willen aufzwingen, wohlmöglich gegen mein Bauchgefühl (siehe Ballettsaal), aber ich kann und sollte dennoch Dinge „verlangen“. Das Goldkind zum Beispiel muss in die Kita gehen, da gibt es kein Vertun. Was machen wir also mit dem Schreck? Neben dem Zauberspruch treffe ich Abmachungen mit ihr, an die ich mich strikt halte, z.B. einmal in der Woche darf sie Mittagskind sein und ich hole sie schon um 13h ab. Oder ich komme einmal in der Woche schon um 14:15, dann bin ich da, wenn sie von der Mittagsruhe aufsteht und wir können in Ruhe noch zusammen ein Buch anschauen, bevor wir die Großen aus der Schule holen. Oder ich drehe mich ganz bestimmt am Tor noch mal um und winke, weil ich weiß, dass sie da am Fenster steht und darauf wartet. Ich sage ihr, dass ich weiß, dass sie das kann und ich ihr zutraue, das zu schaffen. Im Gegenzug zeige ich ihr, dass sie sich auf mich verlassen kann. Das gibt ihr Boden in einem Augenblick, in dem sie ihn dringend braucht.

Vorraussetzung für diese Beispiele von vertrauensfördernden Ritualen ist natürlich, dass ich sicher weiß, dass sie in der Kita glücklich ist und es lediglich die Trennungssituation ist, die ihr Angst macht. Wenn ich denken würde, in der Kita wäre irgend etwas nicht in Ordnung, würde ich sie nicht wider besseren Wissens dort lassen.

5. Die lange Leine: ich halte dich!

Wir freuen uns als Eltern, wenn unsere Kleinkinder auf dem Spielplatz voller Vertrauen los tapsen, sich ins Abenteuer Buddelkasten stürzen und sich nur ab und zu mal mit einem Blick zurück vergewissern, dass wir noch da sind. Wir sitzen da, am Rand vom Sandkasten, in Rufbereitschaft, aber dennoch unsichtbar für die kurze Phase eines Spiels oder einer kleinen Buddelrunde. Aber wir wissen unsere Kinder in Sicherheit, weil wir sie nicht aus den Augen lassen, auch wenn sie sich mal weiter weg bewegen sollten. Diese lange Leine, an der wir die Kinder sicher wissen, hält aber nicht nur unsere Kinder, sie hält auch uns. Denn in den Phasen ihrer Entwicklung, in denen die Kinder Unsicherheiten herausbilden, weil sie neuen Anfechtungen begegnen, z.B. in der Schule, durch ein neues Umfeld oder neue Kontakte, funktioniert die Leine auch anders herum. Die Kinder brauchen das Gefühl, sicher gehalten zu sein durch eine Bindung, eine „Leine“, bei der am anderen Ende ein verlässlicher Part sitzt, der sie nicht los lässt. Mein Herzensmädchen hat das mit etwa vier Jahren formuliert, ein Alter, in dem bei ihr auch plötzlich Ängste auftraten und sie nicht mehr ohne mich woanders übernachten oder spielen mochte. Wie um sich selbst zu trösten, sagte sie: „Mama, zwischen uns ist ein unsichtbares Band, genau zwischen unseren beiden Herzen. Und auch wenn ich nicht da bin und wir uns gar nicht sehen können, ist das Band noch da. Und es kann nie zerstört werden, stimmt’s Mama?“ Genau dieses Band meine ich. Wir sind gehalten von diesem Band, wir Eltern und unsere Kinder, und wir werden immer wieder in einer Variante der ersten Spielplatzsituation gefordert sein, dieses Band spürbar zu machen und unseren Kindern zu zeigen, dass wir da sind, dass wir nicht losgelassen haben und auch niemals loslassen werden.

Trennungsangst bei Kindern ist sicherlich noch viel komplexer und es gibt über all das, was ich hier beschrieben habe hinaus noch ganz andere Gründe für Kinder, sich nicht trennen oder verabschieden zu wollen. Ich spreche hier lediglich eine Form der Trennungsangst an, die ich als absolut normal im Sinne von entwicklungsbedingt empfinde und die sich zeigt, ohne dass es dramatische Veränderungen im Leben des Kindes gegeben hat, die der Grund dafür sein könnten. Ernst nehmen sollten Eltern allerdings jede Art von Gefühlen ihrer Kinder – nur weil sie klein sind, heißt das nicht, das ihre Gefühle klein sind. In der Regel sind sie genau das Gegenteil von klein, sie sind überwältigend.

Nach dem Herzensmädchen und dem Lieblingsbub deale ich also gerade mit den Trennungsängsten meiner jüngsten Tochter, meinem bisher tapfersten Kind und bin immer wieder überrascht davon, wie sehr sie sich im Umgang mit diesen Gefühlen auf uns, ihre Eltern, richtet. Auf wen auch sonst? Und eins ist mir mal wieder sonnenklar, wie bei so vielen Entwicklungsthemen bei allen meinen Kindern: Entwicklung ist keine gleichmäßige Bewegung, sie verläuft in Schüben und es gibt auch (vermeintliche) Rückschläge. Das ist einfach so. Mit nichts kann ich meine Kinder schneller machen in ihrer Entwicklung und mit keiner Erziehungsmaßnahme kann ich sie pushen, damit sie früher durch irgendwelche Phasen durch sind. Es braucht Geduld, Liebe und tatsächlich auch Toleranz gegenüber den Wirren und Wehen von kindlichem Werden. Und manchmal auch gegenüber dem eigenen (Eltern-)Werden. Dann machen wir das schon, wir und unsere Kinder.

Wie sind eure Erfahrungen mit der Trennungsangst bei Kindern? Was habt ihr gemacht, als ihr in vergleichbaren Situationen wart? Ich bin sehr gespannt zu hören, was ihr von meinen fünf Tipps haltet und was eure eigenen Tipps sind!

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46 Kommentare

  1. LIebe Anna,

    wie immer habe ich das sehr gerne gelesen. Man spürt bei dir immer so schön die Herzenswärme hinter den Buchstaben!

    Ich habe mit Trennungsangst auch bei allen drei Kindern, und unterschiedlich stark, kämpfen bzw. umgehenn müssen. Es war am Schwierigsten bei der Jüngsten, die quasi ohne Vater aufwächst, und wir hatten lange ein Problem beim morgendlichen Abschied vom Kindergarten. Sie liebte die Krippe und den Kindergarten, aber einen Abschied ohne Geheule gab’s nicht. Kein schöner Start in den Tag, weder für Kind noch für Mama, du sagst es.

    Mir hat dann geholfen, das zu thematisieren in meinem Blog. Ich musste intensiv nachdenken über die Situation, habe viele Ideen und Tipps in den Kommentaren bekommen und es war wie ein Wunder: auf einmal hatte ich eine Idee, wie wir das vielleicht hinbekommen, quasi über Nacht. Die Lösung war dann ein Kuscheltier als Übergangsobjekt, das mit am Fenster sitzt und winkt. Seitdem ist alles gut.

    Nun kann ja nicht jeder bloggen – aber drüber reden, oder in Foren schreiben, oder nachdenken, glaube ich, hilft. Dann fühlt man sich nicht so alleine und hilflos.

    Viele herzliche Grüsse, Christine

    P.S.: Deine Idee, den Schreck mit einem Zauberspruch zu vertreiben, mag ich sehr. It’s magic!

  2. Carolin sagt

    Vielen Dank für diesen Post – meine kleinste Tochter hat im Moment große Ängste und Unsicherheiten, die scheinbar völlig aus dem Nichts nach den Weihnachtsferien aufgetreten sind und sich in Bauchschmerzen und Gefühlsausbrüchen äußern. Ich stelle eben auch fest, dass man auch als Dreifach-Mutter kein Patentrezept hat, sondern sich immer wieder neu und individuell auf das jeweilige Kind einstellen muss und ich gebe zu, dass ich bei meiner ersten Tochter noch etwas weniger Verständnis oder Geduld hatte, was diese Ängste angeht (was mir natürlich sehr leid tut), die Toleranz gegenüber dem eigenen (Eltern-) Werden habe ich inzwischen und durch die Dreifach-Erfahrung auch die notwendige Sicherheit, dass es wirklich ok ist, so wie es ist und vor allem so wie sie ist mit all ihren Ängsten und Gefühlen. Es hat mir sehr geholfen, bei Dir darüber zu lesen, denn ich fand mich so sehr wieder in Deinem Bericht! Liebe Grüße!

  3. Ich konnte jetzt nicht alles lesen, kann aber folgendes beitragen: Trennungsangst ist nicht nur normal sondern ein Stück weit ein Zeichen für eine gute, funktionierende Bindung. Das mag ein schwacher Trost sein, ich finde es jedoch gut zu wissen, dass es so ist. Sorgen würde ich mir machen wenn meine Kinder jederzeit problemlos von mir getrennt werden könnten. Wichtig ist für die Mutter, die Trennung selber durchführen zu wollen, was sicher einfacher fällt wenn man zB arbeiten gehen MUSS. Ich habe die seltsame Erfahrung gemacht mit unserer Spielgruppenleiterin, dass dies tatsächlich funktioniert. Es gab keine Eingewöhnung und keine Mutter durfte je mit in den Spielgruppenraum. Kann die Mutter loslassen, schafft es auch das Kind. Sonst wird es für beide sehr schwierig. Wann immer ich in einer Situation zweifelte ob ich meinen Sohn nicht wieder mitnehmen sollte, entsprach er meinen Gefühlen sofort und weinte bitterlich. Blieb ich hart, ging es. Sehr oft habe ich nach der Trennung ein Feedback eingeholt und IMMER, egal ob Nana, Tagesmutter oder Kita, wurde mir bestätigt, dass er sich nach meinem Weggang sofort beruhigt hatte. Man könnte jetzt also sagen, das Kind spiele nur Theater, das glaube ich aber nicht! Wann möglich, bin ich für eine sanfte Trennung, bleibe und warte bis das Kind bei der Betreuung, dem Ort, ankommt und verabschiede mich wenn es schon im Spiel vertieft hat. Der Abschied ist übrigens wichtig, ein Abschleichen hinter dem Rücken des Kindes nicht förderlich! Ich habe aber bei Kindern schon eine extreme Trennungsangst erlebt, die es der Mutter verunmöglichte, zu gehen. In solchen Situationen, denke ich, sollte man es dann auch für eine Weile nicht mehr versuchen, dem Kind zuliebe…

    • Mutter sagt

      Lorelai, ich war selbst viele Jahre Erzieherin im Kindergarten und auch in der Kinderkrippe.Man wird von der Kindergartenleitung dazu angehalten, es den Eltern immer schön zureden. Die Kinder weinen teilweise den ganzen Morgen und den Eltern muss man dann sagen dass sich das Kind schnell wieder beruhigt hat.Auch die Tagesmütter machen es oft so, oder würdest du dein Kind gerne zu einer Tagesmutter geben bei der es 2 Stunden weint ?
      Klar, es sind nicht alle so. Aber leider viel zu viele

    • Kristina sagt

      Hallo Lorelai,

      also sorry aber ich finde ohne Eingewöhnung geht gar nicht.

      Das würde ich meinen Kindern nicht antun.

      ich finde eine gute und sanfte Eingewöhnung ist das wichtigste.

      wenn die Eingewöhnung gut verläuft wird das Kind in de Regel auch gerne in die Fremdbetreuung 

      gehen.

  4. Sule sagt

    Dein Artikel passt bei uns heute perfekt: heute wäre das erstemal kinderyoga-eigentlich erst ab 5 jahren- das ist unser großer aber bald. das yoga würde ihm riesenspaß machen, aber vor der trennung hat er angst-zumal bei diesem kurs die eltern nicht dabei sein sollen..was tun? ich lass es einfach bleiben-ich will ihm diese situation derzeit nicht antun-es sollte ja was tolles für ihn sein! und nachdem die weiteren kinder alle schon 7 und älter sind, würde er sich wahrscheinlich nicht wohlfühlen. danke für diesen beitrag, der kam genau richtig und hat mir bei der reflexion geholfen.
    lg sule

  5. Ein schöner Beitrag zu einem wichtigen Thema. Allerdings kann ich nicht kommentarlos unterschreiben, dass eine solche Trennungsangst bei JEDEM Kind auftritt und es grundsätzlich Teil einer engen Bindung ist.
    Ich habe selbst noch keine Erfahrungen mit eigenen Kindern, meine eigene Kindheit liegt aber noch nicht allzu lange zurück (Ich bin 20). Und ganz ehrlich, ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so einen Trennungsschmerz empfunden zu haben (Obwohl ich meine Mutter immer sehr lieb hatte!) und auch in Erzählungen wurde immer nur von meinem unkomplizierten Verhalten erzählt. Mein erster Tag im Kindergarten verlief absolut problemlos, genauso wie alle darauffolgenden Tage, wenn mich meine Mutter dorthin brachte. Meine Patin nahm mich für einige Tage mit an den Bodensee und hat sich furchtbar viele Sorgen gemacht, dass ich Heimweh haben könnte oder mich eben gar nicht ohne Heulanfälle von meiner Mutter verabschieden mag. Hinterher war sie vollkommen verblüfft, ich hatte überhaupt keine Probleme. Als wir wieder nach Hause kamen, fragte mich meine Mutter „Und, wie wars?“ Ich antwortete „Ja, war schön“, ging in mein Zimmer und nahm mir ein Bilderbuch. Als wäre ich nie weg gewesen.
    Es gab bestimmt auch mal Momente, in denen ich meine Mama vermisst habe, es war aber nie so schlimm, dass es nach außen bemerkbar gewesen wäre.
    Die andere Seite kenne ich auch, von meiner besten Freundin, die ich damals im Kindergarten kennen lernte. Auch eine süße und irgendwie passende Geschichte: Ihre Mutter war schier am Verzweifeln, weil das Kind jedes Mal bitterlich weinte, wenn sie sich verabschieden wollte, bei ihr war der Trennungsschmerz wirklich schlimm. Jedenfalls hat die Mutter meiner Freundin es mal in einem neuen Kindergarten probiert und meine Freundin fing wieder furchtbar an zu weinen und wollte ihre Mutter nicht gehen lassen. Bis sie mich in der Zimmerecke spielen gesehen hat. Sie hörte auf zu weinen, lief zu mir herüber und wir spielten den ganzen Tag zusammen. Und alle darauffolgenden Tage <3 Von ihr kenne ich eben diesen üblen Trennungsschmerz, der in ihrer Kindheit nie ganz verschwunden ist. Kindergarten, Schule, Pfadfinderlager…immer ein kleiner Kampf gegen das Heimweh. Und ich saß immer daneben und wusste nicht, wie ich ihr helfen kann, da ich diese Probleme einfach nie in dieser Form hatte.
    Jedes Kind ist eine einzigartige Persönlichkeit, natürlich gibt es im Aufwachsen bestimmte Muster, die sich mal mehr, mal weniger auffällig wiederholen, aber letztendlich ist ein starker phasenweise Trennungsschmerz zwar normal – sein Nichtauftreten meiner Meinung nach aber auch.

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  7. susi sagt

    Klingt jetzt vielleicht komisch, aber ich glaube, du gibst dir einfach dermaßen viel Mühe mit deinen Kindern, dass sie phasenweise vielleicht einfach am liebsten bei dir zuhause wären, weil’s da am Schönsten ist.
    Diese Trennungsangst könnte man somit auch als Bestätigung der eigenen mütterlichen Qualitäten sehen.
    Ich war nie so eine Übermutter und hatte nie die Zeit/Nerven/Ideen, meine Tochter so zu bespaßen wie man es bei dir und deinen Blogger-Freundinnen täglich lesen kann. Meine Kleine war immer sehr dankbar für außerhäusliche Aktivitäten und neugierig darauf, ob’s woanders vielleicht nicht ganz so langweilig ist wie mit der ollen Mama zuhause. Von daher kenne ich das Phänomen Trennungsangst wirklich nicht, und nein: sie hat NICHT mit 6 Wochen durchgeschlafen! 😉

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  9. Kathrin sagt

    Oh man…..wir befinden uns im Moment in genau so einer Phase und ich glaube wir leiden beide (der Zwerg ist 2 1/2) sehr darunter, wobei ich schon immer überlege etwas falsch gemacht zu haben. Ich glaube im Moment würde er am Liebsten wieder in mich hineinkriechen. Er mag nicht vom Papa ins Bett gebracht werden, nicht bei Oma und Opa bleiben, nicht in die Kita. Am Besten keine drei Schritte von mir weg! Wenn er ältere Kinder alleine sieht, sagt er immer..“.oh die haben keine Mama“ und fängt fast an zu weinen…..Das ist echt furchtbar im Moment. Ich hoffe, dass geht bald vorbei. So kenne ich meinen frechen Kleinen garnicht.

    LG
    Kathrin

  10. Danke für diesen wundervollen Blog und deine Themen. Es berührt.., es hilft.., es zeigt, man ist nicht allein. Ich habe auch ein Mädchen mit einem sehr groooßem “ Mamaherz“ und wir haben nun wieder einmal eine akute Angstphase überstanden. Auch mit Verständnis, Geduld und viel Liebe. Ich denke oft besorgt an den bevorstehenden KiGa Anfang nächsten Sommer…aber euer Ritual mit dem Schreck hat mich sehr berührt und mir auch Hoffnung gemacht! Danke

  11. Kalinowski sagt

    Ich habe auch solch eine kleine Maus,richtig Mama Kind und ich bin keine übermutti,ich finde das hat auch nichts damit zu tun.denn ich kenne ünermuttis und denen ihre Kinder haben keine trennungsangst.ich denke das jedes Kind individuell ist und meine ist viel draußen und nicht nur zu Hause,damit hat es also nichts zu tun.der Artikel ist Super ich werde mal schauen ob ich davon was umsetzen kann.

  12. Vielen Dank für den tollen Text. Es hat mich berührt und gleichzeitig hilft es mir. Mein Sohn ist 5 und ein absolutes Mamakind. Und leider hat er jetzt die vierte (!) Woche die schmerzhafte Trennungsphase, er weint jeden morgen in der Kita beim abgeben. Es ist so hart und schwer aber wir werden auch diese Phase schaffen

  13. Michelle sagt

    Danke für diesen Post! Meine 2jährige geht seit September in den KiGa und innerhalb von kurzer Zeit alles top – Mami winken, rein in den Raum, losspielen. Super! Seit ein paar Tagen aber ist alles „hinfällig“ … nur noch weinen, quengeln, brüllen: „Mama Arm!“, total kuschelbedürftig, will nicht gern zu Oma/Opa, obwohl die sie ja auch schon seit Monaten halbtags betreuen (und das hat immer super geklappt – bisher!), selbst Papa darf/soll nicht trösten, abends nur mit Mama einschlafen, krabbelt mit ihrem Ärmchen in meinen Pulli rein (Hautkontakt) … es ist anstrengend und ich frage mich, warum auf einmal? Danke für Deine Tipps und Vorschläge. Ich übe mich weiterhin in Geduld und Gelassenheit und hoffe, diese Phase geht auch bald wieder vorrüber! 🙂

  14. freshndaily sagt

    Ich sitze hier gerade heulend an meinem PC und hoffe und bete, dass du Recht behätst und es wirklich nur eine Phase ist. Meine fast zweijährigen Zwillinge sind genau in so einer Phase und ich zweifle alles an. Ich ertrag es nicht sie so leiden zu sehen. An Kiga ist gar nicht mehr zu denken. Dabei waren wir jetzt drei Wochen auf einem Mama-Twin Urlaub. Family Time Total. Und trotzdem lassen sie mich nicht mehr los. Ich kann bald nicht mehr. Danke für den ermutigenden Blog…

  15. Sonnenschein sagt

    Hallo ihr lieben

    Ich habe auch einen 2,5 jährigen sohn.
    Er ist ein aufgeweckter ,fröhlicher, kontaktfreudiger kerl. Seit seinem 2.Lebensjahr geht er Vormittags in den kiga. Die ersten paar wochen waren total problemlos … rein ,“tschüss mama“ und spielen.
    Jetzt weint er „mama nicht gehen, mama bleib“.
    Seit 2 Monaten haben wir zuwachs bekommen , ein Geschwisterchen. Ich hatte einen Kaiserschnitt und musste 6 tage im kh sein. Nun mache ich mir Gedanken, ob es mit dieser zeit zusammen hängt , ob er mich da so doll vermisst hat ?
    Momentan kann ich noch nicht mal allein auf Toilette gehen oder in den keller … sofort weint und schreit er.
    Auch sein Papa oder die Grosseltern können ihn nicht trösten -was vorher gut ging.
    Kiga haben wir jetzt seit paar tagen eine auszeit genommen.
    Ich weiss nicht, ob ich bis nächsten sommer warte , um ihn wieder zu schicken -dann wãre er 3 und nicht mehr so klein. Ich bin auch zuhause und könnte das — oder ob ich ihn schon bald wieder schicken soll. Schaffe ich das stark genug zu sein ? Ich glaub nicht.
    Hab angst , dass mein Schatz allein ist , so alleine ohne die anderen Kinder.

  16. Zita sagt

    Hallo,
    vielleicht müsste man mit keinen Trennungsängsten kämpfen, würde man die Kleinen nicht zu früh in die Kita schicken. Meine Tochter ist 5,5 und ist schon immer sehr ängstliches Kind gewesen. Mit 4 ist sie in den Kindergarten gekommen. Sie hat nie geweint, geht wahnsinnig gerne in den Kiga und wenn sie krank ist und daheim bleiben muss oder während der Ferien ist sie traurig und kann es gar nicht erwarten, bis es wieder los geht. Durchgeschlafen hat sie übrigens mit 2,5 JAHREN. Bis dahin wurde sie 3x die Nacht wach und brauchte ihre Milchflasche, damit sie weiterschlafen kann.
    Mein Sohn, fast 3, ist noch mit mir zuhause. Wenn er zu den Großeltern geht, gibt es auch keinen Trennungsschmerz. Auch wenn er mal alleine, ohne seine Schwester dort war. Wie es im Kindergarten sein wird, müssen wir abwarten. Ich hoffe, dass er da auch keine Probleme haben wird. Wir lassen ihm auch noch etwas Zeit. Durchgeschlafen hat er übrigens mit 6 TAGEN.
    Vielleicht hängt das auch mit den Ängsten der Eltern zusammen. Kinder spüren, wenn ihre Eltern Angst haben oder wenn etwas anders ist. Und so ist es nur verständlich, dass sie auch Angst bekommen. Aber es ist natürlich schwer locker zu bleiben, wenn das Kindchen auf einmal in den Kiga soll.
    LG
    Zita

  17. jasmin cappelmann sagt

    Ich finde die 5 Sachen richtig gut. Wir also mein Sohn und ich haben das immer so gemacht das ich eine Stunde noch dabei bin und den zur Arbeit oder einkaufen fahre und ihn den abhole sobald ich durch bin

  18. Silvia Weber sagt

    Ich schreibe hier mal aus einem anderen Blickwinkel, dem der Erzieherin, die ich schon seid über 40 Jahren mit Leib und Seele bin. Wie oft ich schon Tränen getrocknet habe, kann ich nicht mehr zählen, aber ich weiß, welche Gefühle sie auch bei den Eltern auslösen.Nicht nur dem Kind geht es in so einer Situation schlecht und tut mir immer auch persönlich weh und leid.Oftmals ist der Schmerz wirklich so schnell verschwunden, wie die Tür geschlossen wurde u. manchmal dauert er eben auch länger.Diese Rituale,wie oben beschrieben sind für ängstliche Kinder sehr wichtig.Oftmals würde schon helfen, einfach mehr Zeit für den Weg zur Kita und für die Verabschiedung einzuplanen.
    Mein Arbeitsfeld liegt mitten in einem „sozialen Brennpunkt“ u. obwohl viele Eltern durch Arbeitslosigkeit zu Hause sind,werden einige Kinder morgens nicht verabschiedet,sondern abgeschoben.Nach den Betriebsferien hören wir: „Na,Gott sei Dank,es war ja nicht mehr auszuhalten“!Da kann man sich sicher vorstellen, wie dankbar solche Kinder dann für eine liebevolle Umarmung,ein Streicheln oder eine Kuschelrunde sind.Dieses unsichtbare Band, von dem das Kind sprach, versuche ich bei all‘ „meinen“mir anvertrauten 17 Kindern tagtäglich zu knüpfen und es gelingt mir!

    • Danke für deine Sicht, liebe Silvia. Mal eine ganz andere Perspektive auf die Kita-Situation und eine sehr schöne, wie ich finde. Es macht mich aus Mama-Sicht ruhig und froh zu wissen, dass solche Menschen wie du, mit einer solchen Einstellung, diesen wichtigen Beruf ausüben. Lieben Gruß!

  19. Linda sagt

    Sehr schön geschrieben 🙂 ich bin Mama einer 3 jährigen Tochter und ich habe seit mittlerweile 3 Monaten (!) mit dieser Trennungsangst zu tun. Die ersten zwei Wochen im KiGa waren absolut kein Problem und sie liebt es dort! Genau wie oben beschrieben: Tür zu, Mama Weg, alles ist wieder super. Es ist also nur die Trennung.
    Ich versuche nun seit 2,5 Monaten es in den Griff zu bekommen. Ich nehme mir sehr viel Zeit für sie. Spreche viel mit ihr über ihre Ängste, habe deinen Tipp mit dem „Schreck“ versucht, lasse sie weinen und gebe ihr meine vollste Liebe und Aufmerksamkeit. Ich mache kaum nachmittags-Aktivitäten mehr mit ihr. Alleine schon garnicht, solange es vermeidbar ist.
    Der KiGa geht eh schon nur bis 13:00 Uhr…
    Auch Papa, Oma und Opa sind „out“, nur immer Mama, Mama… Sogar abends darf ich zum einschlafen nicht von ihrem Bett weichen. Was vorher auch kein Problem war!

    So langsam verzweifle ich daran und hab das Gefühl es wird nie aufhören.

    Ich bin also für alle tips dankbar 😉

  20. Pingback: Immer wieder Sonntags KW02 | feierSun.de

  21. Wollte nur schreiben, meine große hat mit 5 Wochen angefangen durchzuschlafen. Und das bis zu 15 Stunden am Stück. 😉

  22. Anja sagt

    Mein Sohn ist jetzt 26 Monate und geht seit März 2014 (mit 1 ½ Jahren) in den Kindergarten. Die Eingewöhnung war sehr schwierig und dauerte 6 Wochen. Erst dann konnte ich mit einem besseren Gefühl abgeben. Die Erzieher unserer KITA sind alle sehr nett und gehen gut auf die Bedürfnisse von Ihm ein. Wir haben ein Morgenritual eingeführt und ich habe mich immer fröhlich verabschiedet. Allerdings gab es JEDEN Tag viele Tränen und Geschrei. Nach Aussage der Erzieherin ist nach spätestens 10 Minuten alles vorbei und er frühstückt und spielt ganz fröhlich. Es zeigte sich bis kurz vor Weihnachten eine kleine Besserung und die Tränen wurden wenige.

    ABER: Die Kita war vom 22.12.14 bis 4.01.15 geschlossen. Dann ging er am 05.01. einen Tag hin und weinte sooooo bitterlich. Dann wurde er krank und konnten 14 Tag nicht hin. Seit 19.01. geht er wieder in die Kita und was soll ich sagen, ES IST SCHRECKLICH und wird immer SCHLIMMER. Er steht morgens freudig auf gibt mir einen Kuss. ABER ab dem Moment wo er merkt das es in den Kindergarten geht ist er nur am weinen und wimmer! Heute war es so schlimm, dass er sich ganz schwer hat anziehen lassen und in der Kita nicht hat ausziehen lassen. NUR SCHREIEN UND WEINEN! Er hat sich festgeklammert und sein Gesicht an meinen Körper gedrückt. Erst nach 30 Minuten konnte ich in der Erzieherin auf den Arm geben.

    Ich bin völlig fertig.

    Morgen bringt ihn mein Mann mal in die KITA. Vielleicht weint er bei ihm nicht so sehr.

    Er ist schon immer ein Kind gewesen, dass seine Gefühle förmlich herausgeschrien hat und Bedürfnisse mit Nachdruck eingefordert hat.

    Hat jemand damit Erfahrung?

  23. Silvi sagt

    Hallo zusammen,

    auch ich kenne das Problem mit der Trennungsangst. Mein Sohn 16 Monate ist sehr stark auf mich fixiert, seit einem längeren Aufenthalt bei meiner Mutter leidet er sehr unter dieser Trennungsangst ob dies der Auslöser war kann ich nur vermuten. Aber seit ein paar Wochen ist es sehr schlimm geworden, er lässt mich nicht aus den Augen läuft überall nach und schreit fürchterlich wenn er mich aus den Augen verliert. 

    Ich hoffe und denke das diese Phase schnell vorüber geht! 

    Am nervigsten dabei sind die Kommentare von außerhalb, ich würde meinen Sohn zu sehr verwöhnen, ihn zu sehr bemuttern, zu wenig abgeben usw usw 

    Ich kann nur allen Mamis hier wünschen das wir alle souverän mit dem Schmerz umgehen können und unsere Kinder die Phasen schnell durchleben. 

    Herzliche Grüße 

    silvi 

  24. S.C. sagt

    Hallo. Deinen Artikel habe ich jetzt erst gelesen. Er ist aber noch genauso aktuell. Mir hat er einige gute Denkanstösse gegeben. Meine Grosse, 5, ging immer gern in den KiGa. Seit einiger Zeit weint sie jeden Tag beim Abgeben. Für mich ist das sehr schlimm. Ich werde aber das eine oder andere ausprobieren. Die Idee mit dem Spruch find ich sehr schön. Würde mich freuen, wenn es meiner Grossen helfen würde.

  25. Hedi's Papa sagt

    Hallo, ich bin auch täglich mit einem Trennungsschmerz konfrontiert. Allerdings geht es dabei gar nicht um mich sondern um die Mama. Mama verlässt das Haus, wenn unser Zwerg noch schläft. Manchmal weint die kleine schon beim aufwachen oder bei unserem Frühstück zu Hause, manchmal erst wenn wir in der Kita ankommen. Aufgrund unserer beruflichen Situationen ist morgens halt der nur der Papa da. Mama holt sie aus der Kita ab und Papa kommt dann später wieder mit dazu. Sie sagt morgens oft, dass sie Mama vermisst. Meine Tochter und ich sind sehr miteinander verbunden, aber die Mama schwebt über allem. Es ist nicht einfach, nicht an sich selbst zu zweifeln, wenn man ständig damit konfrontiert wird, dass die Mama jetzt so wichtig wäre. Wir drücken uns zum Abschied gaaaanz lang und wenn ich draußen bin, werfen wir uns am Fenster noch Küsse zu und malen große Herzen in die Luft. Die „Geschichte“ mit dem unsichtbaren Band werde ich auf jeden Fall mit „übernehmen“.

    PS: tolle Seite!!!

    Viele Grüße
    Hedi’s Papa

  26. Pingback: abschied von der kitazeit ::: über bittersüße letzte male

  27. Julia sagt

    Ich habe diesen Artikel gerade zum zweiten Mal gelesen und erinnere mich an meine Trennungsangst als Kind. Das schlimmste war, dass ich nichts dagegen tun konnte und mich verfolgt das heute als Erwachsene noch… Früher abholen, Absprachen, Basis stärken gab es nicht wirklich. Und ich glaube, ich hätte das ganz dringend gebraucht.
    Ich finde, du machst das absolut großartig und ich merke all diese Dinge für die Zeit in der ich Kinder habe! 🙂

    Liebe Grüße,

    Julia

  28. Darf ich fragen wie es dir weiter ergangen ist ? Wir haben das Problem auch. Meine Tochter wird nächste Woche 2 Jahre und ist schon 1 Jahr in der Kita. Am Anfang nur bis Mittag und nach 6 Monaten dann bis 15 Uhr.
    8 Monate musste ich mich jeden morgen von einem weinenden Kind verabschieden – dann nach den 3 Wochen Sommerferien klappte alles suuuuper. Die kleine rannte jeden morgen schon allein in Spielecken und ich bin gefahren ohne geheule, das war ein schönes Gefühl.
    Leider hielt das ganze nur 4-5 Wochen, seit dem geht es wieder rund. Aber seit dem darf ich auch zu hause nicht gehen, sei es nur in den Keller zum waschen…..
    Sie will ja in die Kita, erzählt den ganzen Tag von den Kindern und singt mir Lieder vor. Aber seit letzter Woche sagt sie schon wenn es zu Hause los geht mit Jacke anziehen das sie nicht in die Kita will…..dort angekommen fängt sie im Auto schon an zu weinen … klammert sich an mich und beruhigt sich einfach nicht.
    Die Erzieher sagen das wird wohl ein Phase sein und ich vertraue dem Personal dort auch. Aber es ist so schwer und ich glaube schon bald nicht mehr daran. Ich meine sie ist jetzt 12 Monate in der Kita ….

  29. Pingback: ich bin ein mama-blog ::: aufwertung eines genres

  30. Nicole sagt

    Hallo , 

    Auch ich habe mit meiner Tochter große Probleme in der Kita. Sie ist im Juli 3 geworden und geht seit Mitte August in die Kita.Die kleine ist ein abdolutes Mama Kind.seit ca 2 Wochen mag sie garnicht mehr in die Kita gehen,sie sagt schon beim anziehen das sie Bauchweh hat und in der Kita fängt sie dauernd an zu würgen, um sich zu übergeben,damit die Erzieher mich anrufen,damit ich sie abhole. Im Moment bin ich mit der Situation total überfordert und es zerreißt mir das Herz.

    Wäre über jeden Tipp dankbar

  31. Ich bin gerade auf diesen Artikel gestoßen – wunderschön geschrieben – ich glaube, deinem Blog werde ich ab jetzt folgen!

  32. Andreas sagt

    Danke für diese guten Kommentare und Empfehlungen zum Thema Trennunsangst. Wir machen das gerade wieder sehr intensiv mit unserem fast 5-jährigen Sohn durch, und wie Du schreibst wirkt es wie ein Rückschlag. Aber ich bin auch der Meinung, dass das ernst genommen und nicht einfach etwas erzwungen werden sollte, Danke insbesondere für den Hinweis, dass die Angst aus dem Bauch kommt und das Kind sie in der Regel kaum erklären kann, ich habe schon ab und zu versucht, meinen Sohn zu fragen, wovor er sich denn fürchtet nach dem Motto „ans Licht gebracht ist die Sache gar nicht so schlimm“, aber da kam bisher kaum was oder nur ziemlich offensichtlich erfundene Gründe…

    Viele Grüße!

  33. Christiane sagt

    Danke!

    Es tut gut zu lesen und zu begreifen, dass es einfach normal ist. Das hilft mir gerade sehr in meiner morgendlichen Verzweiflung mit meiner2,5 jährigen Tochter. 

  34. Janette sagt

    Hallo , bin gerade auf deinen Blog gestoßen und muss sagen, hast du sehr schön geschrieben. Wir haben diese Phase seit 5 Monaten muss dazu sagen, das mein Sohn 7 Jahre ist und in die 1 Klasse geht. Seit dem an kann er sich sehr schlecht trennen von uns. Früh wenn wir ihn zur Schule bringen ist es noch ok… sobald die Schul Glocke läutet fängt er an zu Weinen. Mir tut das selber weh ihn weinen zu sehen , ihn in seine ängstlichen Augen zu sehen die rufen bleib hier Mama. Wir werden deine 5 Tips ausprobieren und hoffen das sie helfen 

     

    Lg 

  35. Carola Gutmann sagt

    Vielen Dank für diesen schönen Beitrag. Ich hoffe nur ansatzweise so einfühlsam, gedudlig und stark zu werden wie sie. Mit und für meine kleine Tochter, aber auch für mich. Sie haben da eine ganz wundervolle Verbindung zu Ihren Kindern geschaffen.

  36. N.L. sagt

    Danke für diesen tollen Text! Er beruhigt, hilft und lässt schmunzeln.. Werden heute gleich mal zaubern.

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  38. Pingback: mama, ich hab' bauchweh! ::: verlustängste bei kindern - symptome und tipps

  39. Antje Hobohm sagt

    Ganz wunderbarer, herzlicher Text. Dankeschön dafür. Mein viertes von fünf Kindern hatte und hat noch große Trennungsängste. Er bekam beim Abschied immer zwei Zauberküsse. Für jede Hosentasche einen. Die konnte er bei Bedarf später herausholen. Als der Bedarf nicht mehr so groß war, hat er damit manchmal andere Kinder zu trösten versucht 🙂 

  40. Nadine sagt

    Gerade bin ich auf diesen Artikel, der nun mittlerweile 2 Jahre alt gestoßen und musste ein paar Tränen verdrücken. Nicht, weil ich unbedingt  vom Text her so gerührt bin, sondern eher, weil ich gerade mit meiner Mittleren 4jährigen in so einer vermeintlichen Phase stecke. Wahrscheinlich bin auch ich mit dieser Situation überfordert. Genauso, wie die Kleine Maus. Es ist fast genauso, wie es oben beschrieben ist. Wir waren beim Ballett. Erst war alles gut. Dann begann sie, dass sie nicht mal den Raum mit der Gruppe wechseln konnte ohne bitterlich zu weinen. Sie hat schon oft woanders geschlafen und gespielt. Auch das möchte sie nicht mehr. Auch in der Kita wird morgens wieder geweint. Ein herber Rückschlag für uns alle. Sie sagt selbst, dass sie nicht weiß, warum sie Angst hat, aber sie will bei mir bleiben. 

    Nachdem ich weg bin dauert es etwas, aber dann ist alles gut.

    Jetzt sind wir bei einem Seepferdchen-Crashkurs. Wir haben uns das Bad vorher zusammen angesehen. Sie freute sich tierisch und hat jedem erzählt, dass sie jetzt schwimmen lernen wird. Tja, kaum waren wir da startete der Tränenfluss. 

    Sie weiß, wo die Mamas warten und auf die Schuhe aufpassen und dass die Mamas die letzten 15 Minuten zugucken dürfen. Sie macht tapfer mit und die Lehrerin geht auch ganz lieb mit ihr um. Ich weiß, dass sie dort gut aufgehoben ist. Ein schweres Herz habe ich trotzdem. Sie möchte vieles gern machen, aber die steht sich mit ihren Ängsten selbst im Weg.

    Ich werde mir die Tipps zu Herzen nehmen und versuchen sie auch bei uns umzusetzen. Vielleicht hilft es meiner Süßen wieder ins stressfreie Kindsein zurückzufinden. 

     

    Von meinem Großen kenne ich das nicht und mein Kleinster ist mit 2 (noch) ziemlich cool drauf!

     

    Ich hoffe, dass dies wirklich eine vorübergehende Phase ist und sie wieder das glückliche und selbständige Mädchen wird, dass sie war.

    LG  Nadine 

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