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selbstbestimmung vs bevormundung ::: wie ich bei einer geburt zwei mal mutter wurde

Selbstbestimmung, Kaiserschnitt, Geburt, Geburtstrauma

Heute wird’s persönlich, ein bisschen wütend und auch ein bisschen wehmütig, denn es geht um Selbstbestimmung unter der Geburt – ein Thema, das alle Mütter bewegt. Im Augenblick sammelt eine Hebamme und Autorin auf ihrer Seite selbstgeboren Geburtsberichte von Frauen, die natürliche, kraftvolle und nicht manipulierte Geburten erlebt haben, um sie in einem Buch zu versammeln. Sie tut das aus der besten Absicht heraus, weil sie Frauen zu selbstbestimmten Geburten ermutigen möchte. Tatsächlich aber ist ihre Wortwahl so unglücklich, dass sie damit mich und viele andere Frauen mit ihren Geburtserlebnissen abwertet und ausgrenzt. In meiner Mütter-Timeline bei Twitter ging das Thema unter dem Hashtag #selbstgeboren gestern herum und lässt mich seitdem nicht mehr los.

Vor elf Jahren wurde ich zum ersten Mal Mutter. Ich war glücklich, meine Schwangerschaft war relativ unkompliziert und es ging mir damit sehr gut: ich würde Mutter werden und ich konnte es kaum erwarten. Ich hatte keine Angst vor der Geburt, Respekt ja, aber keine Angst. Mein Körper konnte dieses kleine Menschlein tragen, ich war sicher, er könnte es auch zur Welt bringen. Meine Frauenärztin war wunderbar, fast mütterlich, sie ermutigte mich und ich fühlte mich stark und selbstsicher, als die Geburt kam. Und dann ging alles, alles schief.

Ohne die traurigen Details einer Geburt zu erzählen, die mit einer fragwürdigen Einleitung begann, ab dann zweiundvierzig Stunden dauerte und in einer Schnittentbindung endete, lässt sich sagen, dass ich und mein Kind und mit uns mein Mann einmal durch die Mangel gedreht und wieder ausgespuckt wurden. Wir waren Statisten in der wichtigsten Situation unseres Lebens und es wurde nicht mit uns gesprochen. Ich wurde nicht gehört, es spielte keine Rolle, wie ich mich fühlte, wie es mir ging, was ich mir wünschte oder wovor ich Angst hatte. Dieses Gefühl, so total ausgeliefert zu sein, mich nicht durchsetzen zu können, sondern komplett dominiert zu werden von einem System, in dem die werdende Mutter weniger zu sagen hatte, als jeder andere im Raum, werde ich nie mehr vergessen. Mit dem Moment der Einleitung war meine Selbstbestimmung dahin. So verbrachte ich fast zwei Tage, bis ich nach stundenlangem Geburtsstillstand unter grässlichen künstlichen Wehen (währenddessen niemand mit mir sprach oder mir etwas erklärte, geschweige denn mich ermutigte) wie aus einer Trance erwachte und meinem Gefühl folgte, dass etwas ganz und gar nicht stimmte mit dieser Geburt und mit meinem Kind. Ich bestand auf einem Kaiserschnitt.

Als ich nach einer Vollnarkose wieder zu mir kam, war mein Kind da. Es war mitten in der Nacht und sie war da, meine neugeborene Tochter, nach der ich mich so gesehnt hatte. Aber es war nicht zu Ende. Mein Kind war da, aber niemand gratulierte mir oder freute sich für uns, dass wir es geschafft hatten. Eine Schwester stand an meinem Bett und schob ein kleines gläsernes Bettchen neben mich. Darin lag mein Kind, gewaschen, angezogen, mit einem Mützchen auf dem Kopf. Sie schaute mich aus großen Augen an und lutschte an ihrer Miniaturfaust. Mein Herz schlug laut in meiner Brust, da war sie, meine Tochter, die schon längst zu mir gehörte, seit 40 Wochen. „Hier, sie dürfen ihrer Frau ihre Tochter mal zeigen, aber Sie dürfen sie nicht rausnehmen, das geht nicht. Ihre Frau ist noch so instabil nach der Narkose, die kann das Baby noch nicht halten. Ich nehme es gleich wieder mit ins Kinderzimmer. Und sie gehen mal nach Hause.“ Sprach das herzlose Wesen zu meinem Mann und nahm mein Kind wieder mit. Und wieder wurde ich nicht gefragt, mein Wille blieb ungehört. Ich blieb stumm.

Der Bruch, den ich unter der Geburt erlebt hatte durch die Vollnarkose und den ersten entfremdeten Kontakt mit meiner Tochter, wiederholte sich täglich, solange wir im Krankenhaus waren. Ich musste nach meinem Kind fragen, ich konnte sie nicht über Nacht behalten (Rooming-In gab es nicht für Kaiserschnittmütter). Die Hebamme stand neben mir beim Stillen und während ich ganz fasziniert war, dass das einfach so ging, sagte sie: „Naja, das hätte ich Ihnen gleich sagen können, dass das mit dem Stillen nicht so einfach geht nach einem Kaiserschnitt.“ Auch die Oberärztin gab mir zu verstehen, dass es an mir lag, dass mein Kind nicht normal geboren worden war. Zur U2 (noch im Krankenhaus) sah ich mein Baby während der Untersuchung zum ersten Mal komplett nackt und brach in Tränen aus. Erst da realisierte ich, dass mein starkes, selbstsicheres Gefühl aus der Schwangerschaft komplett überspült worden war mit Schuldgefühlen und Selbstzweifeln. Ich war Mutter geworden.

Drei Jahre später war ich wieder schwanger und das Geburtstrauma brach sich Bahn. Ich wusste nicht, wie ich dieses zweite Kind auf die Welt bringen sollte, ich verzweifelte an der Frage, ob ich es noch einmal wagen würde, mich in diese Situation zu begeben, in der ich mich selbst so verloren hatte: die Geburt meines Kindes. Mir wurde bewusst, dass ich mir selbst, meinem Körper, eine Geburt überhaupt nicht mehr zutraute. Ich hasste den Kaiserschnitt und wollte keinen, weil ich ihn als das äußere Zeichen dafür sah, wie ich Mutter geworden war – als Geburtsversagerin, die es nicht geschafft hatte, ihr Kind normal  und aus eigener Kraft zur Welt zu bringen. Dabei ist das doch das Normalste der Welt, wie jeder um mich herum nicht müde wurde, mir zu sagen. In meiner Verzweiflung hatte ich Glück. Mein Gynäkologe erkannte, was in mir vorging und hatte genug Erfahrung, mich nicht einfach „trösten“ zu wollen, sondern schickte mich zu einer niedergelassenen Hebamme.

Nach meiner Geburtserfahrung in der Klinik und der Lektüre der mir so verhassten „Hebammensprechstunde“ direkt nach der Entbindung, war ich voller Vorurteile gegenüber einem ganzen Berufsstand. Die Klinikhebammen, denen ich mich anvertraut hatte in der verletzlichsten Situation meines bisherigen Lebens, hatten mich „verraten“. Sie hatten mich und mein Kind einer Klinikroutine geopfert, in der wir einfach untergegangen waren, und als das Ganze im Kaiserschnitt endete, hatten sie mir die Schuld gegeben. Verzweifelt hatte ich das Buch aufgeschlagen, das ich mir vor der Geburt gekauft hatte, weil ich mir Geburt und Wochenbett so schön vorgestellt hatte und vorbereitet sein wollte. Ich erhoffte mir jetzt in irgend einer Form Trost, Zuspruch, eine Art Absolution – jemanden, der mir sagte, dass es okay war, dass ICH okay war, auch wenn unser Geburtserlebnis so schief gegangen war. Ich suchte etwas, das mich ausgesöhnt hätte und mir das Gefühl hätte geben können, dass ich zu jedem Zeitpunkt die Chance hatte, die versaute Geburt an meinem Kind wieder gut zu machen. In dem Buch aber fand ich  genau einen Satz zu Kaiserschnittmüttern, der mich vernichtete und mich in meinem Gefühl, versagt zu haben, bestärkte. Sinngemäß stand da, dass das Buch sich nur an Frauen richtet, die natürlich entbunden hätten und dass alle Frauen mit nicht-natürlichen, sprich assistierten Geburten und Kaiserschnitten in einen ganz anderen Zusammenhang gehörten, aber jedenfalls nicht in dieses schöne, richtige, einzige Buch und seine Botschaft von der guten Mutter und der richtigen Entbindung. (Für mich kam es  zu spät aber vielleicht nicht für euch: das Buchrojekt über Kaiserschnittmütter erschien 2008 unter dem Namen „Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht“. Sehr empfehlenswert.)

Voller Skepsis und Misstrauen fuhr ich also drei Jahre später ins Geburtshaus Treptow und war innerlich auf Abwehr. Ich hatte mir nach der Geburt meiner Tochter mein gutes Gefühl fürs Muttersein hart erkämpft und das hatte ich ganz alleine getan, nur ich mit meinem Kind und ich würde das ganz sicher nicht zur Diskussion stellen. Ich wusste, wie meine Bindung zu meinem Kind war, auch ohne, dass es mir nach der Geburt an die Brust gelegt worden war. Ich hatte um mein Kind gekämpft, jeden Tag nach seiner Geburt, auch ohne, dass eine Hebamme an meiner Seite gewesen wäre und mir geholfen hätte beim ersten Stillen oder Tragen. Alles, was ich in den letzten Jahren mit meiner Tochter erlebt hatte, sagte mir, dass die Geburt nicht alles-entscheidend gewesen war für unsere Bindung und unsere Liebe zueinander. Ich würde keiner Hebamme, keiner Ärztin und keinem Kinderarzt jemals wieder gestatten, sich als Expert*in über mich und mein Kind zu erheben.

Und dann traf ich Katja. Meine Hebamme. Ich habe im Zuge des Kampfes für den Berufsstand der Hebammen ja schon darüber geschrieben, wie mich diese Begegnung geheilt und gerettet hat auf vielen Ebenen. Mit Katja an der Seite wurde es für mich nicht nur möglich, endlich mein Selbstverständnis als Mutter ohne Schuldgefühle und Selbstzweifel im Bezug auf die Geburt zu definieren, sondern ich durfte bei meinem Sohn eine ganz und gar selbstbestimmte Geburt erleben. Und das, obwohl auch dieses Kind wegen Geburtsstillstand mit Kaiserschnitt geholt werden musste. Ich habe aber gelernt, dass das nicht entscheidend ist. Denn Selbstbestimmung ist nicht gleichzusetzen mit der vaginalen Entbindung bei Kerzenschein, um mal zu zitieren, was zu dem Thema gestern in meiner Mütter-Timeline bei Twitter so gesprochen wurde. Unter Katjas schützender Hand war nämlich diese zweite Geburt in allen Aspekten ein Erlebnis, in dem ich immer gehört wurde. Ich war die Entscheiderin, ich war die Autorität für mein Kind, ich konnte sprechen und bekam Antworten: das macht den Unterschied aus zwischen Selbstbestimmung unter der Geburt und Fremdbestimmung durch ein äußeres System oder eine andere Person.

Selbstbestimmung, Kaiserschnitt, Geburt, Geburtstrauma

Ich habe meine drei Kinder #selbstgeboren. Eins davon nicht selbstbestimmt, aber dennoch: selbst geboren. Niemand hat mir etwas abgenommen (danke für diesen Satz, Mama Mia!), keine Medizin der Welt kann das – ich habe sie aus eigener Kraft geboren. Wer denn sonst? Ich wurde nicht immer gehört, ich musste um meine große Tochter kämpfen, unter der Geburt und danach, aber ich war es, die sie geboren hat, ich ganz allein. Katja sagte mir in einem unserer ersten Gespräche die Sätze, die mir als die wichtigsten in meinem persönlichen Heilungsprozess nach meinem Geburtstrauma erscheinen: „Eine Geburt ist es immer, egal, wie das Kind auf die Welt kommt: ein Kind wird geboren, eine Frau wird Mutter. DAS ist Geburt. Es gibt keine richtige und keine falsche Geburt – es sind alles die Wege eines Kindes ins Leben.“

Und genau das ist der springende Punkt. Mein Geburtstrauma hatte zwei Aspekte: einmal war ich durch das Erlebnis an sich traumatisiert. Aber der zweite Aspekt wiegt vielleicht noch schwerer, denn der betrifft die Bewertung der Geburt und meiner Person als Mutter durch die professionelle Umgebung – durch Hebammen, Gynäkolog*innen und andere Geburtsprofis. Und da war ich gnadenlos durchgefallen, sowohl bei Klinikhebammen als auch bei den Verfechterinnen der Haus- oder Geburtshausgeburt. Denn während die einen mir Schuldgefühle machten, weil ich angeblich nicht anständig gebären konnte und nicht bis zum Schluss mitspielte bei der durchchoreographierten Klinikgeburt, war ich bei den anderen gar nicht erst auf dem Zettel. Ich hatte ja eine assistierte Geburt gehabt, also war ich raus. Raus aus den Ratgebern, raus aus dem Mythos von der vaginalen Geburt als einzig gültigem Erlebnis zur Mutterwerdung, raus aus allen gängigen Normen. Wohin ich auch blickte, ich war gelabelt: ich war nicht vollwertig, ich fand keine Bestätigung, keine Ermutigung und keinen Trost für mein traumatisiertes Empfinden.

Erst die Erfahrung der selbstbestimmten (Klinik-)Geburt an der Hand von Katja, das Erlebnis, dass ICH die Choreographin der Geburt meines Kindes sein durfte und die Bestätigung meiner Instinkte unter der Geburt konnten das schließlich auflösen. Vier Jahre nach der ersten Geburt. Ich hielt meinen neugeborenen Sohn in den Armen und weinte vor Glück und Erleichterung, nicht nur, weil er heil bei mir war und wir ein selbstbestimmtes und rundes Geburtserlebnis gehabt hatten, sondern weil auch mein Muttersein während der letzten vier Jahre rückwirkend endlich frei von Schuldgefühlen war. Ich konnte mein dickes Geburtstrauma-Paket im Kreißsaal lassen und mich von meinen Schuldgefühlen freisprechen. Ich war Mutter geworden, zwei Mal an einem Tag.

Wenn heute auf der Seite selbstgeboren.de  Geburtsberichte von Frauen gesucht werden, die eine „kraftvolle und selbstbestimmte Geburt erlebt haben“ und „aus eigener Kraft“ ein Kind geboren haben, während im nächsten Satz alle Mütter ausgeschlossen werden deren Geburtserlebnisse nicht „frei von Manipulation oder Eingriffen von Außen. (D.h: Ohne künstlich eingeleitete Wehen, PDA, Kristellern, Dammschnitt, Saugglocke oder Kaiserschnitt.)“ sind, dann passiert genau das wieder, was ich erlebt habe und was vielen Müttern immer wieder und immer noch passiert: Geburt wird bewertet und klassifiziert in „richtig“ und „falsch“, in „natürlich“ und „künstlich“, in „kraftvoll“ und „manipuliert“. Ich unterstelle der Autorin überhaupt keine böse Absicht, aber durch die Sprache, die sie verwendet, wiederholt sie genau die Stereotypen über Geburt, die uns Mütter in Geiselhaft nehmen seit Jahren (vielleicht schon immer?) und die für die Geburtstraumata vieler Frauen von entscheidender Bedeutung sind. Was sind denn die Mütter und ihre Geburtserlebnisse, deren Geburtsberichte hier ausdrücklich NICHT gesucht werden nach der Definition der Autorin? Kraftlos, schwach, manipuliert, falsch, künstlich. Dabei werden die Kraftanstrengungen dieser Mütter, die Schmerzen, die Ängste und die Entscheidungen in ihrer Verantwortung als Mütter ihrer Kinder komplett negiert. Es wird nicht nur quasi gesagt, dass diese Mütter nicht mitreden können, wenn es um die „echte“ Geburt geht, sondern sie werden durch diese Sprache mit einem Satz von dem Müttermythosthron herab gestoßen, auf dem nur diejenigen Mütter Platz nehmen dürfen, deren Geburtserlebnisse „richtig“ sind.

Mütter, wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir diese Klassifizierung von Geburt auf uns beziehen und wechselseitig auf die Geburtserlebnisse anderer Mütter anwenden. Wir sind Mütter geworden, die einen so, die anderen so, das ist auch schon alles. Wenn es hier um irgend was gehen soll, dann bitte darum, dass alle Mütter unter der Geburt vernünftig betreut und unterstützt werden. Wenn die Selbstbestimmung unter der Geburt hier das Thema ist, dann bitte auch die derjenigen Mütter, die aus welchen Gründen auch immer eine assistierte Geburt erlebt haben oder erleben werden. Wenn wir Verantwortliche suchen dafür, dass es traumatische Geburtserlebnisse gibt, dann doch bitte nicht unter uns Müttern. Wir sollten uns davor hüten, auf diese Weise schon von Minute Eins unseres Mutterseins an die Aufteilung in „gute Mutter- schlechte Mutter“ vorzunehmen. Niemand hat das Recht, eine Geburt und damit die an der Geburt beteiligten so zu bewerten. Niemand.

Ich habe drei Kinder geboren. Selbst. Aus eigener Kraft. Ich habe dabei jedes Mal meine Existenz in die Waagschale geworfen und alles gegeben, was ich bin, um meine Kinder gesund zur Welt zu bringen. Ich hatte Angst, ich war verzweifelt und erschöpft, ich hatte Schmerzen. Das war meine eigene Leistung, niemandes sonst, die meine Kinder ins Leben gebracht hat. Ich bin bei diesen Erlebnissen Mutter geworden, drei Mal. Sonst niemand.

So. Dies wird jetzt mal eine Blogparade. Wer von meinen lieben Bloggerkolleginnen sich hier beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen, seinen Senf dazu zu geben, seine Geburtserfahrung zu teilen, seine Meinung zum Thema loszuwerden. Ich bin gespannt, wie ihr darüber denkt! Habt ihr eure Kinder #selbstgeboren? Wie definiert ihr das für euch?

Und ihr, meine lieben Leserinnen, ihr seid selbstverständlich wie immer eingeladen, hier zu kommentieren. Ihr müsst keine Blogs haben, um eure Geburtsgeschichten über Selbstbestimmung oder Bevormundung hier zu teilen, wenn ihr das möchtet: die Kommentarfunktion gehört euch!

Always, always take care of the ones you love.

signatur


100 Kommentare

  1. Liebe Anna
    danke für diesen Post. Mir kommen heute noch die Tränen, wenn ich von meiner Geburt und die drei Tage im KH erzähle oder Erlebnisberichte wie diesen lese, und deshalb werde ich darüber wahrscheinlich nicht schreiben. Vielen Dank, dass Du darüber geschrieben hast. Und was dieses Buch und die dahinter stehende Ideologie angeht, das macht mich sauer. #selbstgeboren #secondclassmom

    • rahel sagt

      Offenbar habe ich auch ein Geburtstrauma… Als du den Text verfasst hattest, war ich noch im Mutterschutz mit Sophia, meinem Goldschatz!
      Ich heulte mehrmals, während deinem Text, liebe Anna. Ich hatte eine Hausgeburt im Kopf. Mutig, selbstbewusst und gesundheitsbewusst (ich wollt eicht die ganzen Schmerzmittel und Sachen, die sie einem geben, auch wenn es gar nicht nötig wäre…) wie ich wäre das genau mein Ding. Das Umfeld staunet und unterstützte mich darin. Meine Hebamme suchte ich nach diesem Kriterium aus. Alles kam änderst. Ich eröffnete nicht, das Kind rutschte nicht runter. Nach 28 Stunden leichter Wehen empfahl mir meine Hebamme doch ins Spital zu gehen. Das war mein erster Heulkrampf! Ich weckte meinen Mann, der sich eben schlafen gelegt hatte. Der ärmste war ganz besorgt und fragte, was denn passiert sei. Ich schluchzte, dass wir ins Krankenhaus müssen und es vielleicht doch einen Kaiserschnitt gibt. Und dass er auf jeden Fall dabei sein muss. Im Spital weinte ich wieder. Mein Wunsch zu schlafen wurde erhört und sie gaben wir Wehenhemmer, sodass wir fast in Ruhe einschalten konnten. In einem anderen Zimmer schrie sich eine Frau die Seele – oder besser: das Kind – aus dem Leib.. Wir hielten ihr Geschrei kaum und klammerten uns beschützend aneinander. Eine Hebamme erklärte, dass das von aussen beängstigend sein kann. Wenn man jedoch drin ist, spüre man die Kraft, welche die Gebärende hat und das sei sehr beeindruckend… Als der Spuk zu Ende war, konnten wir schlafen. Bis 9 Uhr. Dann gaben sie mir Wehenmittel, dass entweder zu stark oder zu schwach eingestellt war und somit nichts brachte. Ich eröffnete immer noch im Schneckentempo und als es Abend wurde, und schon die vierte Schicht Hebammen da waren, wurde mir ein Kaiserschnitt nahe gelegt. Kurz zuvor hat die schrecklichste von allen Hebammen die Fruchtblase zerstört. Die Hoffnung war, dadurch den Geburtsprozess ins Rollen zu bringen. De Facto habe ich also NiE geboren… Oder eben doch! Ich schliesse mich sehr gern ANNAs Votum an und sage ab heute, dass ich Sophia am 29.1.2014 geboren habe! Der Kaiserschnitt war schrecklich… die Wehen kurz davor sehr heftig (als ob erst da die Post so richtig abgehen wollte), aber ich war total übermüdet, gereizt und fertig und habe nur noch „Ok, dann machen sie ebenen einen Kaiserschnitt“ gesagt. Nur unter der Bedingung, dass ich eine PDA kriege, weil so mein Mann dabei sein kann. Das war mir sehr wichtig. Wir kannten uns noch nicht so gut, ich wollte ihn so gut es geht involvieren. Das Setzen der PDA war dann der absolute Tiefpunkt. Ich fühlte mich so entwürdigt und nicht beachtet… Ich lag nackt mit gekrümmtem Rücken auf dem Tisch und die Assistentin stach mich 7 mal in den Rücken, bis eine erfahrenere Ärztin kam, die es zack zack machte. Unterdessen hatte ich die schlimmsten Wehen, dann gab es Wehenhemmer, der mich frieren, dann schwitzen liess.. es war alles zu viel. Und das schlimmste – oder einfach etwas schlimmes – war, dass jemand von den OP Leuten auf meine Rippen presste, dass ich laut „Au! Hey, ihr brecht mir die Knochen!“ schrie… DAS war der Akt. Sophia war draussen. Sie atmete nicht. Deshalb wurde sie sofort untersucht und mit Sauerstoff versorgt.(*heulheulheul*) Ich durfte mein Baby nicht halten!!! ES WAR SO SCHLIMM! Alles, was ich gelesen habe über das Bounding mit Papi und Mami, alles für den Arsch… Mein Mann sah die kleine, war aber völlig überfordert und durfte sie auch nicht halten. Ich habe mich so geschämt… ich war sooo traurig. Ich fühlte mich – wie es einige anderen Mütter beschrieben haben – als die grösste Versagerin des Planeten. Sophia wurde mir erst nach einer Stunde oder noch später auf die Brust gelegt. Ich freue mich sehr, hörte sie piepsen und spürte, dass sie an meinem Hals saugte. Die bescheuerte Hebamme nahm sie dann weg, sagte, dass wir schlafen sollen und das Kind ruhe brauche…
      Da fühlte ich mich wie ein Stein, ich wollte sterben. Ich war sprachlos und konnte mich nicht wehren. Dann dachte ich, dass ich das vielleicht nicht verdient habe, dass ich die Kleine vielleicht gar nicht will? Zum Glück beendete die Erschöpfung die negativen Gedanken und mein Mann und ich schliefen gemeinsam im Zimmer. Die Kleine kam auf die Neo, wo ich sie jeden Tag (anfangs im Rollstuhl, weil die Station 15 Gehminuten!!) an anderen Ende des Komplexes lag.

      Ich schämte mich ständig etwas für den Kaiserschnitt, haben doch alle Freundinnen gewusst, dass ich eine Hausgeburt wollte und das KH nicht wirklich als Alternative sah… Und heute lag ich mit der kleinen Sophia, die schon 2 ist im grossen Bett und mir kamen die Tränen. Ich weinte neben ihr und musste dann raus. Es ist das erste Mal, dass diese Geburtsscham und die Trauer darin so richtig hochkommen. Ich habe danach oft geweint und auch meinem Mann schon gesagt, dass ich mich ausgeliefert gefühlt habe und dass er mich zuwenig beschützt hatte (wobei ich weiss, dass er es auch gar nicht anders tun konnte)…

      Ich habe Sophia geboren. Mit viel Kraft und Liebe. Ich bin bei diesem Erlebnis Mutter geworden und sonst niemand! Danke Anna! (und sorry, dass es etwas lang wurde, hab noch nie online was gepostet, sozusagen die Geburt meines ersten Blogbeitrags ;-P Bin ich jetzt Mutter von diesem Text? hihi).

  2. Manu sagt

    Mal wieder ein sehr gefühlvoll geschriebener Text! Das erst mal vorweg. Und was mich selbst betrifft habe ich auch drei Kinder geboren, auch das erste per Kaiserschnitt. Die anderen beiden auf natürliche Weise. Ich war dafür jedesmal im Krankenhaus und muss sagen das auch ich verschiedenste Erfahrungen gemacht habe. Der Kaiserschnitt allerdings war geplant da meine Tochter im Schneidersitz in meinem Bauch saß und man eine Steißgeburt für zu gefährlich hielt. Der Arzt sagte mir das er eine zu kurze Nabelschnur vermutet die bei einer natürlichen Geburt vermutich zu kurz wäre, so dass mein Mädchen sich mit dem eigenen Kopf den Sauerstoff abklemmt. Ihr könnt Euch vorstellen was da für ein Horrorfilm in meinem Kopf ablief. Gleichzeitig der Gedanke das es meine erste OP überhaupt wird und das ich mein Kind lieber natürlich gebären will. Ende vom Lied war ein Kaiserschnitt der mein Mädchen davor bewahrt hat Defizite zu haben denn der Arzt hat nachgemessen (auf meinen Wunsch). Die Nabelschnur wäre tatsächlich zu kurz gewesen. Puh, da war ich schon erleichtert. Meine beiden Jungs kamen dann ganz „normal“ zur Welt und auch das war auf seine eigenen Weise anstrengend aber auch wunderschön. Ich hatte sie beide sofort danach im Arm und es war schön. Die folgende Untersuchungsroutine weniger aber nach 3 Tagen durften wir nach Hause und dann war alles gut.
    Ich kann mich dem Statement nur anschließen, Mädels NIEMAND außer Euch selbst und eurem Körper kann dieses Wunder vollbringen und Euer Kind zur Welt bringen. Egal auf welche Weise, es ist immer ein Wunder. EUER WUNDER!

  3. Ich habe nach Definition dieser Seite gleich dreimal nicht #selbstgeboren. Einleitung, weil das Kind bei 40+5 auf dem trockenen schwamm, nach 10 Stunden Verweigerung von Schmerzmitteln (weil man es ja alleine schaffen will) Gott sei Dank eine PDA verordnet bekommen von der Hebamme (Wehensturm vom feinsten) und dann der abschließende Kaiserschnitt..

    In den Wochen vor der Geburt habe ich meinem Mann mantra-artig eingeimpft: Sofern nicht erforderlich kein Dammschnitt und never, never einen Kaiserschnitt und wenn dann nur unter Vollnarkose, weil ich doch so ein Flatterhemd bin und mir nie vorstellen konnte, das bei Bewußtsein zu erleben. Ausserdem hatte ich Angst, das ich mich hinterher als Versagerin fühlen würde.

    Als dann die Hebamme mit der Ärztin rein kam und mir eröffnete, das sie jetzt schneiden, da habe ich am ganzen Körper gezittert. Das ging solange bis der Mann neben mir stand und der Satz fiel: In ner halben Stunde haben sie sie im Arm. Da wurde ich ganz ruhig und beruhtige dann meinerseits den Mann, der noch schlaftrunken war (er bekam mein Stationsbett in den anderen Kreißsaal gestellt).

    Als ich auf dem Tisch lag, haben wir unsere Späßchen gemacht, das ist halt so meine Art. Als ich dann hin und her gewürfelt wurde, als sie die Kleine rauszogen wurde, kam der richtige Lacher, weil mein Mann fragte: Was machen die da? Meine Antwort: Ich sehe genauso viel wie du 🙂

    Da sie so klein war, wurde sie kurz untersucht, dann aber für bestimmt 5 Minuten zu mir gebracht. Als sie dann ins Wärmebettchen musste, habe ich meinen Mann mitgeschickt. Nachdem ich versorgt war, kam ich zurück in den Kreißsaal und die Kleine kam zu mir. Wir wurden dann noch ne Stunde allein gelassen mit ihr zum besseren Kennenlernen und ich kam aufs Zimmer.

    Natürlich fand ich es schade, das ich nicht das erste Mal windeln wechseln konnte, aber ich hatte sie immer bei mir. Auch im Arm. Immer wenn ich Hilfe brauchte, kam jemand. Vielleicht liegt es daran, das mein Stamm-KH zwar die Vorraussetzungen für ein Still-freundliches KH erfüllt, aber bewußt auf die Plakette verzichtet, um keinen Druck auszuüben. Und nie, nie gab mir einer das Gefühl versagt zu haben. Das habe ich bisher nur im WWW erlebt.

    Ich habe bis heute nicht einmal den Gedanken gehabt, das ich es nicht „selbst“ geschafft habe. Zumal mich die Zeit in den Wehen eher traumatisiert hat. Und ich in den letzten Monaten nochmals festgestellt habe, das ich das nicht wieder erleben möchte. Denn ich hatte durch meine Gallenblasengeschichte Schmerzen, die Wehen nicht unähnlich waren und damit kann ich nicht umgehen. Vor allem nicht über die Zeit. Da bin ich gerne die Memme.

    Daher steht mein Entschluß fest, das ich, sollte wir das Glück haben, ein zweites Kind zu bekommen- wieder einen Kaiserschnitt zu machen. Die Schmerzen danach sind auch nicht ohne, keine Frage. Aber damit kann ich eher umgehen, als mit dem Rest.

    Es tut mir leid für jede Frau, der vermittelt wird, das Hilfen bei der Geburt oder ein KS keine richtige Geburt ist.

    Das Mutter werden beginnt ja nicht erst mit der Geburt, das begann für mich mit dem Test, den ich in der Hand hielt und dem ersten Mal, wo ich den Herzschlag sah. Und dem Blick in das Gesicht meines Mannes, als er das Herz das erste Mal schlagen sah. Das macht es doch aus und nicht, wie ich mein Kind auf die Welt gebracht habe.

  4. Einfach schon mal danke an dieser Stelle von einer Kaiserschnittmutter, deren Entscheidung für den geplanten KS absolut richtig war, aber die sich trotz dieses Wissens jahrelang als Versagerin und halbe Mutter gefühlt hat. Die Geschichte mit #selbstgeboren triggert mich grad irrsinnig, ich werde auch darüber schreiben müssen.

  5. Die Geburt meiner Tochter war so eine solche „natürliche“ Geburt. Ohne Saugglocke, Dammschnitt, PDA und ohne alles. Nur mit mir.
    Die anwesende Ärztin fragte mich, bevor sie zu anderen Patientinnen ging, wie es für mich gewesen sei. Ich antwortete: „Ziemlich k.o. nach dieser Anstrengung und der Wehen-Nacht ohne Schlaf. Und es hat einiges mehr weh getan, als ich dachte.“
    Die zuständige Hebamme, warf mir einen verächtlichen Blick zu und machte mich mit einem einzigen Satz stumm: „Jetzt stellen sie sich mal nicht so an! Sie hatten eine Bilderbuch-Geburt und jede andere Frau wäre mehr als froh und glücklich darüber! Sie sind ziemlich undankbar.“
    Dies und der Umstand, dass die erwarteten Mutter-überglücklich-Wellen-Gefühle ausblieben und meine Tochter nur einschlief, wenn ich nicht am Bettchen sass oder in der Bauchtrage nur zufrieden war, wenn sie von mir weg schaute, liessen mich lange daran zweifeln, dass ich eine gute Mutter sei. Ihre reservierte Art hat sie bis heute behalten. Wir haben ein schönes Verhältnis, aber nicht die Art von Bindung, die ich mir zwischen Mutter und Tochter vorstellte und wünschte.
    Bei meinem Sohn, der eineinhalb Jahre später zur Welt kam, ist es genau umgekehrt.

  6. Auch ich möchte danke sagen für diesen Post. Meine Kinder sind, wie man sagt, „spontan“ geboren, auch wenn es sich für nicht wirklich so angefühlt hat. Meine älteste Freundin hat einige Monate vor mir ihren ersten Sohn geboren, per Kaiserschnitt. Ich hätte so gerne unser gemeinsames Müttersein mit ihr gefeiert! Stattdessen stand ich daneben, wie sie sich in ein trauriges Schneckenhaus zurückzog aus Hin-und-her-geschickt-Werden zwischen Kliniken, herzlosen Sätzen vom Krankenhauspersonal, dem Gefühl, als gebärunfähige Frau keiner Ermutigung oder auch nur Erklärung würdig und eigentlich gar keine echte Mutter zu sein. Ich fand nicht die richtigen Worte. Ich war ja auch die Falsche. Ich war ja die #firstclassmom, die gut reden hatte.
    Diese Unterscheidung nach Geburtsmethoden ist mir fremd. Trotzdem wird sie auch auf mich angewendet, und das gefällt mir nicht. Selbstbestimmt Spontangebärende werden instrumentalisiert, gefeiert, so als hätten sie sich aus Überzeugung gegen eine fiese, männerdominierte, manipulative Apparatemedizin entschieden. Das habe ich aber nicht.
    Ich habe keine Lust auf ein Label, das anderen Müttern ein Gefühl der Unterlegenheit gibt und es uns schwer macht unbefangen miteinander über unser Müttersein zu sprechen.

  7. Simone sagt

    danke fuer deinen text (ich schniefe noch etwas)!
    ich hatte bei der geburt meiner ersten luetten auch kein glück mit den hebammen … schön, wenn die 2. schicht den kreisssaal betritt und als erstes ein „ich sehe schon, ohne pda wird das bei ihnen nichts“ von sich gibt … letztlich gab es ohne kaiserschnitt nichts – doch, eben sehr wohl: eine gesunde tochter nämlich!!! bei mir waren die ärzte deutlich
    feinfühliger als eben angesprochene damen, als ich wegen der ks-ankündigung in tränen ausbrach. dass es doch das allerwichtigste sei, dass es der lütten gut ginge usw.
    womit sie recht hatten. ich habe trotzdem noch sehr lange sehr mit mir gehadert, das hätte doch „auch so“
    klappen müssen usw.
    und immer wenn ich denke, ich habs wirklich hinter mir gelassen, ich dann aber (wie gerade) davon erzähle, muss ich doch wieder schlucken … trotzdem gehe ich eigentlich allerbesten mutes in richtung nächste geburt („offiziell“ in 3 wochen): ich gehe in ein anderes krankenhaus, hoffe dort auf herzige hebammen, habe eine tolle hebamme hier zu hause und – erwarte im
    grunde nichts. nicht wirklich, dass es „besser“ wird als letztes mal (auch wenn ich es hoffe). sondern einfach, dass wir alle gesund und glücklich sind, wenn das mädchen wieauchimmerundmitwelcherverdammtenassistenzherrgottnochmal bei uns gelandet ist. und ich weiß, dass es über ein trauma im leben nicht hinweghilft, aber wer auch immer einen solchen stuss wie „kaiserschnittmütter haben nicht selbst/aus eigener kraft geboren“ von sich gibt, bekommt von mir ein dreifaches „be good to those who are good to you and fuck the rest“! an den kopf geknallt! so! auf alle mamas!!!

  8. Pingback: Selbstgeboren. – Schon wieder Mommywars. | Harmonie Nest

  9. Yvonne Leisten sagt

    „Ich hasste den Kaiserschnitt und wollte keinen, weil ich ihn als das äußere Zeichen dafür sah, wie ich Mutter geworden war – als Geburtsversagerin, die es nicht geschafft hatte, ihr Kind normal und aus eigener Kraft zur Welt zu bringen.“
    Anna, das spricht mir aus der Seele! Obwohl sie Klinik, in der wir dann nachts noch gelandet sind, eine der besten im Umkreis ist ( Bensberg!), haftet das sehr an mir und ich habe lange nicht sagen können, ich habe das Kind geboren. Um mich herum waren alle super drauf, hurra, das Kind ist da, wir kümmern uns um alles, bleiben Sie mal schön liegen, wir nehmen das Kind grad mal mit zum Wiegen und so… Ich bin auf und habe geübt, damit ich laufen und das Kind selber dorthin tragen könnte. Mit frischer KS-Wunde. Am dritten Tag mit dem Hormonwechsel wollte ich heulend nur noch nach Hause, mich mit meinem Kind in unser Bett legen und Ruhe haben. Realisieren, was wir eigentlich erlebt hatten, mich nachträglich arrangieren mit der Entscheidung, die ich im Zustand der völligen Erschöpfung irgendwie wohl mitgetroffen hatte. Und trotz der sanften Schnittmethode (http://de.m.wikipedia.org/wiki/Misgav-Ladach-Methode) mich bei meinem Kind entschuldigen für all den Unbill beim Eintritt in unsere Welt.
    Und bis heute nagt es an mir, es nicht geschafft zu haben, was soviele vor mir doch konnten. Da leben wir doch in einer so hochintelligenten Welt, aber das Auffangen von solchen Dingen geht verloren.
    Danke Dir für den wichtigen Artikel. Es darf noch viel passieren, meine Hebamme konnte das alles gar nicht fangen.
    Liebe Grüße
    Yvonne ❤️

  10. Danke für diesen Text! Bei mir auch genau vor 11 Jahren Nr. 1 per Kaiserschnitt und nicht nur dadurch, sondern auch durch die gesammte Behandlung im KH ein Totaltrauma, die anderen beiden „normal“, Nr. 2 solala, Nr. 3 ok, wenn ich auch weit entfernt bin die Geburten an sich als das schönste Erlebnis meines Lebens zu sehen – die Ergebnisse aber schon! Dein Text ruft da viele Erinnerungen wach, die nicht gerade schön sind, aber nach all der Zeit habe ich mich ausgesöhnt, denn ich habe mir immer wieder gesagt: ein paar Jahre früher oder in einem anderen Land wären meine Tochter und ich nicht mehr am Leben. Die ganzen Geschichten passen hier nicht in den Kommentar, vielleicht erzähl ich sie auf meinem Blog… bin mir noch nicht sicher.
    Liebe Grüße
    Katharina

  11. Tara sagt

    Hm. Ich kann keine persönlichen Geburtserlebnisse beitragen, da ich selber noch kein Kind geboren habe und dies in meiner Lebensplanung auch keine Rolle spielt (da verlagert sich dann die Bewertungsmaschinerie auf „weiblich“ vs. „nicht-weiblich“, weil frau nicht das Bedürfnis verspürt, ein Kind großzuziehen – soll aber hier keine Rolle spielen).
    Ohne selber betroffen zu sein, finde ich es fürchterlich, was mir durch twitter und diesen Hashtag an normativen Bewertungsschemata über den Frauenkörper und Mutterschaft/Geburt entgegenflattert. Als ob es besser oder schlechter wäre, je nach dem wie die Geburt verläuft und ein Scheitern, weil manche Körper halt diesen „Standardvorgang“ nicht so hinbekommen, wie es vielleicht als Norm gesehen wird. Fürchterlich, das dann auch noch als Versagen der Mutter zu bewerten. Es ist bestimmt schwerer gesagt als getan, aber lasst euch bloß nicht von solcher „natürllichkeits“-Schwurbelei als Mütter abwerten!
    Wenn ich sowas jemals in meinem Umfeld höre, gibt es aber eine dermaßen gesalzene Antwort, wenn jemensch verschiedene Geburtsformen hierarchisiert und einige davon abwertet.

  12. Danke für diesen wunderbaren Text. Das Thema berührt mich seit zwei Tagen sehr. Es macht mich wütend und traurig zugleich. Ich versuche noch, dazu zu bloggen…

  13. Ich falle dann auch raus, meine Erstgeborene war eine Beckenendlage, sprich sie hatte den Kopf zwischen meinen Rippen und den Popo nach unten. Natürlich hätte ich darauf bestehen können mir als Erstgebärende das Erlebnis der Geburt vermutlich gleich zu versauen und eine BEL Entbindung anstreben können. Allerdings wollte ich das gar nicht und hatte zu viel Angst das es so viel schwerer uns Schmerzhafter wird und ich dann keine weiteren Kinder wollen würde.
    Der Kaiserschnitt war dann für mich quasi schmerzlos und ich, der Mann und der Anästhesist hatten unter der Geburt ne Menge Spaß. Das Baby wurde mir sofort gegeben, alles prima.

    Bei den Zwillingen dann, wäre eine natürliche Geburt bei 31+2 zwar möglich gewesen, aufgrund des aber erst kürzlich erfolgten Kaiserschnitts der großen ein sehr hohes Risiko das die alten Narben unkontrolliert reißen und dann hat man den Salat.

    Ja, der zweite Kaiserschnitt innerhalb eines Jahres war kein Spaziergang (wie der erste) und nichts was ich nochmal brauche (innerhalb so kurzer Zeit), aber für mich geht immer die Gesundheit meines Kindes (oder meines Überlebens) vor. Nie würde ich wissentlich einen von uns aufs Spiel setzen nur um eine „selbstgeborene“ Geburt zu haben.

  14. Miss S. sagt

    Danke für den Beitrag – ich finde die Debatte enorm spannend. Aktuell habe ich die Hälfte meiner ersten Schwangerschaft geschafft – und weiß noch nicht, wie mein Kind auf die Welt kommen kann und wird.
    Das finde ich auch den wichtigsten Faktor: abgesehen von der Würde und Selbstbestimmung, die bei deiner ersten Geburt zu kurz kam und die ich wichtig finde, kann man vieles nicht vorhersehen.
    Wenn die Nabelschnur zu kurz ist oder das Kind feststeckt, muss es eben ein Kaiserschnitt sein, denn der rettet am Ende das Leben des Kindes.

    Was mich am meisten überrascht, ist, dass wir Frauen uns gegenseitig so verunsichern und auch verunsichern lassen.
    Gerade bei diesen ganzen Themen rund um die Elternschaft – Stillen, Geburt, Ernährung, Erziehung – werden immer Lager aufgemacht und Fronten gebildet. Da herrscht Krieg.
    Die Durchstillerinnen gegen die Milchpulvermütter und so weiter.
    Und nirgends lassen wir uns davon so verunsichern wie bei der Geburt, vielleicht auch, weil da so viele Wünsche und Vorstellungen im Vorfeld sind und so viele Fragezeichen auf dem Weg dorthin.
    Aber wenn wir im restlichen Leben so emanzipiert sind, dann wird es auch Zeit für die „Emanzipation als Mutter“, egal, wie wir unsere Kinder gebären, ernähren, erziehen.

    Vielleicht hilft da eine große Portion „Leben und leben lassen“, ein respektvoller Umgang mit denen, die alles anders machen – und dem stetigen Wissen, dass es viele Wege gibt, Kinder zu bekommen und zu erziehen, aber keinen „richtigen“.

  15. Susanne sagt

    Ich bin überzeugt, dass ein natürliche Geburt eine ganz besondere Erfahrung sein kann. Hätte ich gerne erlebt. Das hat aber zweimal nicht so geklappt, und so bin ich einfach dankbar für die heutigen medizinischen Möglichkeiten, denn es ist ja noch nicht sooo lange her, dass bei Komplikationen die Frage meistens nur war, ob „nur“ das Kind oder mit ihm auch die Mutter das Ganze nicht überlebt. Aber mit deinem Krankenhaus hattest du offensichtlich Pech. Zwar würde ich nie sagen, dass ich die Kontrolle gehabt hätte – dazu geht alles bei einem Notkaiserschnitt etwas zu schnell. Aber ich war doch immer involviert, und sooft es ging, war mein Kind danach bei mir.

    Dieses Thema geht später aber immer weiter. So habe ich das Stillen sehr positiv erlebt, kenne aber einige Mütter, bei denen das einfach nie funktioniert hat. Und die danach immer wieder unter dem Terror der Gutmeinenden gelitten haben, die ihnen zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit wieder erklärt haben, wie wichtig doch das Stillen ist, vor welchen Krankheiten es schützt und dass es schön, schlank und intelligent macht.

    Mit einem halben Jahr bekam mein ältester Sohn eine obstruktive Bronchitis; erst einmal und danach die nächsten eineinhalb Jahre immer wieder. Das Inhalieren mit den empfohlenen Medikamenten hat immer für eine Weile geholfen. Dafür musste ich mir von allen Seiten anhören, was ich alles falsch mache – vor allem wohl, dass ich überhaupt Medikamente gegeben habe. Und, dass ich nicht täglich bei jedem Wetter mit meinem Kind mindestens drei Stunden im Wald war. Als wir dann in Kur waren, hat der Arzt eine Cortisontherapie empfohlen (die übrigens hervorragend geholfen hat). Was dann um mich herum passierte, war die Offline-Variante eines Shitstorms; wir waren die Rabeneltern, die ihr unschuldiges Kind mit dem bösen Cortison traktieren.

    Und so weiter, und so fort. Wieso machen sich Mütter immer das Leben gegenseitig so schwer? Da keine zwei Kinder genau gleich sind, ist eben auch kein medizinischer und kein pädagogischer Tipp universell.

  16. Schnuppe sagt

    Bei meiner ersten Tochter hatte ich auch das „Vergnügen“ eine Krankenhausgburt zu erleben, die alles andere als das war, was ich mir gewünscht, erhofft und erwartet hatte. So hatte ich natürlich einen ausgefeilten Geburtstplan fein säuberlich ausgedruckt dabei, auf dem natürlich vermerkt war, dass ich so wenigSchmerzmittel und Eingriffe von außen möchte und ein KS nun schon mal gar nicht in Frage käme. Bei mir hatte sich also auch schon in der Schwangerschaft manifestiert, dass ich als Frau und zuküntige Mutter, dieses Ereignis bitte zu wuppen hätte und ein KS ein absoltues NoGo darstellt. Ich weiß gar nicht mehr, wie genau ich zu dieser Erkenntnis gelangt bin, aber ich weiß noch genau, wie ich mir dann nach 30 Stunden unschöner Wehen und im Zustand der totalen Erschöpfung nichts sehnlicher gewünscht hätte, als einen KS. Ich habe meine Tochter letztlich noch spontan entbunden, was an der tollen Hebamme lag, die kurz zuvor ihren Dienst aufgenommen hatte und die mir so unendlich viel Kraft gegeben hat und mich motivierte, während die Kolleginnen vorher weder diese noch die für mich hilfreich gewesene Aufklärung vorgeommen haben. Sätze wie: Nun stellen Sie sich mal nicht so an, schließlich haben Sie die letzten Stunden eine PDA gehabt und nun jammern Sie rum. Andere Frauen halten das stundenlang aus, haben mich lange begleitet und wütend gemacht. Aber durch die tolle Hebamme am Ende meiner Geburt, wusste ich auch, wie wichtig es ist, einen Menschen an seiner Seite zu haben,der an einen glaubt. Deswegen habe ich mich bei Kind 2 für eine Beleghebamme entschieden. Hier stand letztich immer wieder im Raum, dass es ein KS werden könnte, aber nie, wurde mir dies als minderwertig oder irgendwie nicht erstrebenswert vermittelt. Dennoch habe ich auch diesmal das Gefühl gehabt, dass es besser wäre, wenn ich spontan entbinde Gesellschaftliche Zwänge haften einfach unglaublich fest. Kind 2 kam dann fünf Stunden vor der geplanten Einleitung von selbst auf die Welt. Mit einer Frau an meiner Seite, die mir durchweg das Gefühl gab, das alles gut wird, egal wie ich das Kind gebäre und die mir das Gefühl gegeben hat, dass ich hier etwas ganz Besonderes leiste und erlebe. Die Geburt unseres Kindes. Und das ist etwas, was ich in Krankenhäusern aber auch bei Gynäkologen oft vermisse, für uns Frauen (und die werdenen Väter) ist eine Geburt eine unglaublich besondere Situation, für das „Personal“ ist es Alltag, aber ich möchte, dass sie mich und meine Empfindung ernstnhemen und mir dieses Gefühl durch ihre Routine und Alltäglichkeit und die damit oft verbundenen Aussagen nicht mindern.

  17. Betti sagt

    nibe12 hat das oben so schön geschrieben, dass das Mutter-werden ja schon früher beginnt. Ja, so ist es! 🙂 es gibt doch nichts schöneres, wie die Aufregung, nachdem man aufn Schwangerschaftstest gepinkelt hat und er tatsächlich positiv ist und man ab da weiß, dass da irgendwo in den Tiefen ein Kind entsteht!
    Selbstbestimmt war ein Kind zu wollen. Selbstbestimmt war, es auch mit Down Syndrom freudig zu erwarten. Selbstbestimmt war unser Glück! Selbstbestimmt war, in die Uniklinik zu fahren. Selbstbestimmt war unserem Kind 16 Wochen zu früh die Chance auf ein Leben zu geben. Selbstbestimmt war der Name, den wir gewählt hatten.
    So zentrale Dinge, wie das Mama-sein oder die Bindung zum Kind, dass das Kind bei der Mutter ist, die Mama immer zum Kind kann, das Stillen, Hautkontakt, es anzufassen, es auf den Arm zu nehmen, mit ihm drei Schritte gehen, es zu wickeln, zu baden, zu füttern, die Nase zu stupsen, in kleinen Zeh zwicken, es mit heim zu nehmen, das war alles zeitweise unmöglich. Dass mir da zeitweise das Gefühl der ‚Kompetenz als Mutter‘ verloren geht, ist natürlich bedingt, weil vieles ohne mich entschieden wurde.
    Ich habe oft gelesen, dass Frauen sich nach einem Kaiserschnitt als ‚Versagerin‘ empfinden… empfinden sie sich von ganz allein so? Das ging an mir vorbei 😉 aber ich kann mir vorstellen, dass es nicht aus ihnen allein kommt. Es mag für manch einen Arzt ein Routineeingriff sein, aber für eine Frau ist’s das sicher nicht! Und es bringt mich auf die Palme, wenn sich irgendwer zumutet, über die Fähigkeit einer Mutter zu urteilen, der diese eine Geburt nicht am eigenen Leib durchgestanden hat. Das gilt ebenso für den Spruch der Hebamme, den Schneiderin oben erwähnt hat! Das Thema, das Band, die Beziehung, die Hormone, die Schmerzen, die Trennung, ganz gleich wie die Geburt läuft, das macht uns Frauen so sensibel und anfällig für so blöde Äußerungen! Dabei liegt eine große Leistung hinter uns und wir können stolz auf unser Werk sein!

  18. Maren sagt

    Dein Text ist wirklich gut und wichtig und ich freue mich sehr mit Dir, dass es Dir mit Deinen Geburten jetzt gut geht. ich möchte dennoch auch mal aus meiner Erfahrung erzählen, dass ich das Gefühl habe, dass man von schönen Geburten gar nicht berichten „darf“. Sie scheinen keinen zu interessieren oder man muss aufpassen, keine Gefühle, wie Du es beschrieben hast, zu verletzen. Dadurch haben alle Mütter mit unschönen Geburtserfahrungen überproportional viel „Wort“, was ich im Hinblick auf Schwangere ohne Geburtserfahrungen problematisch finde. DESHALB finde ich das Buchprojekt wichtig, auch wenn der Titel vielleicht unglücklich gewählt ist. Dieses Buch kann Frauen, die noch nicht geboren haben Mut machen, dass es neben den schrecklichen Erlebnissen auch anders geht. Wie, das erfährt man dann im Buch aus diesen Berichten. Denn verletzungsfreie oder -arme Geburten sind kein Zufall. Frauen, wie Du zB. sollten solche Bücher eher nicht lesen, vielleicht sollte man das groß dazu schreiben.

  19. auch mein kind kam mit einem kaiserschnitt zur welt – zum glück, denn wenn die hebamme nicht so schnell gehandelt und die gefahr erkannt hätte, wäre mein sohn nicht lebend oder mit schädigungen auf die welt gekommen. insofern habe ich nie darunter gelitten, ihn nicht auf natürliche weise zur welt gebracht zu haben – mein kind lebt, was will ich mehr? viel schlimmer war die anschliessende verlegung des kleinen in die nächstgrössere stadt, weil er probleme mit der sauerstoffsättigung hatte… ich bin den ärzten un hebammen dennoch bis heute dankbar, dass ich ihn nach dem aufwachen aus der vollnarkose noch fast zwei stunden auf meiner brust liegen haben konnte, bevor er dann abgeholt wurde.

    zum glück bin ich bisher in meinem umfeld auf keine frau gestossen, die den kaiserschnitt abwertend beurteilt hat und diese ganze #selbstgeboren geschichte, die macht mich einfach nur unglaublich sauer.

  20. Liebe Mütter die Kinder geboren haben und sich in durch meinen Aufruf angesprochen oder irritiert fühlen, ich bin seit 7 Jahren Hebamme und Mutter. Schon während meiner Ausbildungszeit hat mich vor allem die Frage beschäftigt, warum ich so verdammt wenige Geburten OHNE jegliche Interventionen sehe. Mit der Zeit erkannte ich, dass oft sehr früh ein Impuls gesetzt wird, der weitere nach sich zieht. Häufig im Zusammenhang, dass in irgendeiner Weise die Geburt forciert wird und die individuelle Situation der Frau nicht in ausreichender Weise berücksichtigt werden kann, weil dafür kein Raum vorgesehen ist. Ich schreibe eine Buchreihe über selbstbestimmte Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft. In diesem Zusammenhang sammle ich die Interviews mit Frauen, die ihre Geburt selbstbestimmt erlebt haben. Ich bitte darum, meinen Aufruf so zu lesen, wie ich ihn geschrieben habe. Die unterschiedlichen Reaktionen machen für mich deutlich, wie sehr sich Frauen durch eine Geburt, bei der alles anders kam als gedacht, tief verletzt fühlen. Auch meine Geburten sind nicht alle so verlaufen, wie ich mir das gewünscht hätte und jede Frau die drei, vier oder mehr Kinder ganz so geboren hat, wie sie es sich gewünscht hat, für die freue ich mich einfach mit. Hauptanliegen meines Buches ist es, Frauenwissen zu bewahren und weiter zu geben. Es haben sich viele Frauen gemeldet, mit einem traumatischen ersten Geburtserlebnis, die dann weitere selbstbestimmte Geburten erlebt haben. Auch diese Geschichten sind Teil des Buches. So wie auch eine Mutter bei der „alles anders als gedacht“ gekommen ist und die sehr viel Trauer nach ihrem Notkaiserschnitt erlebt hat. Ich stelle mir vor, eine Geburt ist wie eine Reise in ein neues und unbekanntes Land. Manche Frauen bereisen des gleiche Land und machen ähnliche Erfahrung. Andere bereisen ein ganz anderes Land oder lernen bei jeder Geburt ein neues kennen. Ich war noch nie auf Hawaii und ich habe noch kein Kind am Strand im Wasser zur Welt gebracht. Ich finde die Vorstellung großartig und würde es wahrscheinlich trotzdem selber nicht machen. Wenn eine Frau so eine Geburt erlebt hat und diese öffentlich teilen möchte, freue ich mich darüber und lasse mich davon gerne berühren. Ich kann JEDE Mutter verstehen, die den Wunsch hat über ihre Geburt zu sprechen und wie sie den Schmerz über Interventionen verarbeitet hat. Doch vielleicht versteht ihr auch mein Anliegen, in dem ich im übrigen niemandem abgesprochen habe, selbst geboren zu haben. Um für die Zukunft, für Mädchen, Frauen und Mütter ein Buch zu schreiben, welches dem Leitsatz meiner Hebammenausbildung entspricht, den Frauen dieses Selbstverständnis mit auf den Weg geben zu können: „Die Kraft sich der Urgewalt des Gebärens hinzugeben ist Bestandteil jedes Frau-Seins.“ Insgesamt scheint es ein wichtiges und großes Thema zu sein…

    • Effie sagt

      „Ich kann JEDE Mutter verstehen, die den Wunsch hat über ihre Geburt zu sprechen und wie sie den Schmerz über Interventionen verarbeitet hat.“

      Ich lese hier eher sehr viel Schmerz darüber heraus, wie diese Interventionen von Dritten (auch Hebammen) bewertet wurden – nicht Schmerz über die Intervention an sich. Also Schmerz darüber, dass diese Frauen sich abgewertet gefühlt haben, weil sie eben keine Geburt ohne Interventionen hatten…

  21. Also mir geht echt der Hut hoch, wenn ich sowas lesen muss. Wie kann man eine Geburt oder die Mutter mit richtig oder falsch, gut oder schlecht bewerten?!?! Wäre es diesen Frauen denn lieber, die werdenden Mütter hätten sich und das Baby durch eine „normale“ Geburt gequält und hätten Risiken auf sich genommen nur um hinterher sagen zu können „ich habe mein Kind aber so bekommen, wie sich das gehört“??? Da bin ich echt fassungslos…
    Ich habe selber zwei tolle Mädchen und ich selbst hatte das Glück, dass beide Entbindungen ohne Komplikationen und „normal“ verliefen. Ich hatte auch keinerlei Hilfsmittel (von einem Glucose-Tropf mal abgesehen bei der ersten Entbindung nach 12 Stunden Wehen und ohne Nahrungsaufnahme zwischendurch) und hatte auch beide Male eine super Betreuung und tolle Hebammen (keine solchen Dragoner wie du, Anna, die hätte ich wahrscheinlich in den Boden gestampft…).
    Aber ich habe viele Freundinnen, die ihre Kinder nicht „normal“ zur Welt bringen konnten oder wollten (bei einer war der Kaiserschnitt eine medizinische Notwendigkeit, da die Gefahr eines Lungenpneus während der Geburt zu groß war und dann sie oder ihr Baby hätten sterben können!) und wenn ich dann eine so unglaublich arrogante Aussage oder Definition lesen muss, stellen sich mir eben echt die Haare auf.
    So, das musste jetzt raus, mir gehts jetzt besser! 🙂
    An alle Frauen da draußen, die bereits eine (oder mehrere) Geburten hinter sich haben, lasst euch sagen: IHR SEID TOLL! Ihr alleine habt es geschafft, das war EUER Werk, das kann euch keiner nehmen!
    An alle, die die Geburt noch vor sich haben: bitte (für mich der einzig wichtige Rat) hört NUR auf euren Instinkt und euer Bauchgefühl! Niemand (auch nicht die eigene Mutter, Tante, Freundin oder sonst jemand) kann euer Kind zur Welt bringen und besser erziehen als IHR! Lasst euch nur nichts dreinreden!
    Grüße an euch alle aus Niederösterreich! <3

  22. Hallo in die Runde,
    danke für deinen Bericht. Das Gefühl der Fremdbestimmen sitzt bei mir ganz tief. Ich brauchte lange mich als Mama gut zu fühlen trotz einer Schnittgeburt.
    Mein Bauch, das so lang ersehnte Baby in meinem Bauch und ich wollte alles entscheiden.
    Ich wollte ein Hausgeburt, aber alle nahmen mir das gute Gefühl für diese Entscheidung. Es wurde das Krankenhaus. Ich entschied gleich nach der Geburt nach Hause zu gehen. Ich kämpfte bis zum letzten Tag dafür. Ich befasste mich nicht mit dem Thema Schnittgeburt. Alles sollte ganz „natürlich“ passieren. Leider blieb alles eine Wunschvorstellung.
    Der 28. 5. 2010 – zwei Wochen vor Geburtstermin fuhr ich ins Krankenhaus. Meine Frauenärztin hatte einen Tag vorher festgestellt das der kleiner Mann, nicht mehr gewachsen ist.
    Es sollte im Krankenhaus alles durch gecheckt werden. Die Frauenärztin dort stellte fest das der Muttermund schon 2 cm geöffnet war. Ohne das ich etwas merkte. Ich sollte ans Ctg. Alles war ok. Keine Wehen, super Herztöne. Für mich stand fest ich gehe wieder nach Hause und schlug vor jeden Tag zur Kontrolle zu kommen. Die Ärztin wollte mich noch einmal untersuchen. Sie löste Blutungen aus. Ich durfte nicht mehr gehen! Dem Chefarzt erzählte sie das ich schon mit Blutungen gekommen war. Ich war entsetzt. Ich konnte nicht sprechen. Ich war geschockt. Wie konnte sie so lügen. Aus Angst um mein Baby ließ ich alles über mich ergehen. Ich war total fremdbestimmt.

    Ich kam in den Geburtsraum. Die Geburt wurde eingeleitet. Ich lag 8 Stunden am Tropf. Ich durfte nicht aufstehen. Ich lag alleine. Seine Herztöne gingen rauf und runter. Die Hebamme kam immer total genervt weil das Gerät Alarm schlug. Ich konnte in dem Moment nicht entscheiden. Sie hatten mir solche Angst gemacht das ich auf mein Bauchgefühl nicht mehr gehört habe. Es nicht mehr hören konnte.

    Die Hebamme fragte mich ob ich mir auch einen Kaiserschnitt vorstellen könnte. Ich meinte wenn es gar nicht anders geht und es dem kleinen Mann schlecht geht bin ich damit einverstanden. Dann ging alles ganz schnell. Kaum hatte ich unterschrieben stand das Op Team im Raum. Auf diesen Moment hatten sie nur gewartet.
    Ich bekam eine Rückenmarks Narkose. Ich lang in eine Op voll mit Leuten. Ich fühlte mich so allein. Keiner sprach mit mir. Mein Blutdruck fiel immer wieder ab. Heute weiß ich weil keiner an meiner Seite stand. Keine aufbauenden Worte. Ich war eine Nummer die keinen weiter interessiert hat. Der Assistenzarzt sprach mit der operierenden Ärztin über seinen letzten Urlaub. Stützte sich auf mir ab als ob ich ein Tisch wäre. Kein Gefühl mir gegenüber.

    Dann hörte ich meinen kleinen Mann schreien. Die Tränen liefen über mein Gesicht. Er wurde mir gleich gezeigt. Ich wusste nicht wie. Mir fehlte das Gefühl. Das ist mein Kind. Warum fühle ich nichts? Er war so klein, so winzig klein. Für die Hebamme war klar das es deshalb nie geklappt hätte „natürlich“ zu entbinden. Das war es für sie. Abgehakt.
    Ich dachte mein Baby wartet auf mich damit wir zusammen zu seinem Papa fahren können.Aber er war schon weg. Er kam in einen Brutkasten. Keiner redete mit mir. “ Ihr Kind wartet oben“ Mehr sagten sie mir nicht.
    Ich kam in mein Zimmer. Dort stand ein Foto. Das war mein Kind? Ein ganz schlechtes Foto er sah so anderes aus, anders wie in meinen Vorstellungen. Mein Mann kämpfte dafür das er kurz zu mir kommen konnte. 10 Minuten. Dann war er weg. Da war das Muttergefühl. Aber ich war schon alleine. Alle gingen und wollte mich schlafen lassen. Die Schwestern machten den Fernseher an und ließe mich alleine. Ich konnte nicht schlafen es war alles so unwirklich.
    Der Bauch war leer und was hatte ich. Ein Foto auf meinem Nachttisch. 10 Monate waren wir eins und nun war er weg. So weit weg.
    Erst am nächsten Tag sah ich ihn Im Brutkasten. Er war verkabelt. Nur seine Hand durfte ich streicheln. 2 Wochen waren wir da. Es wurde alles entschieden. Ich war so Fremdbestimmt. Nichts durfte ich machen wie ich wollte. Stillen, ihn bei mir haben. Nachts wollten andere ihn füttern. Ich wollte es nicht. Ich ging jedes Mal zu ihm auf die Frühchen Station. Sie wollten auch da noch über mein Kind bestimmen. Keiner hat mich aufgefangen. Keiner verstand das Gefühl. Mich nicht als ganze Mutter zu fühlen. Ich sollte doch froh sein das alles gut ist. Erst als Wir zu Hause waren kam das Gefühl. Kam das Muttergefühl. Ich konnte lange Zeit nicht hören wenn andere von ihren Geburten erzählten. Ich weinte oft. Erst nach der Geburt meiner Tochter 2012 fühlte ich mich gut. Auch sie kam per Schnittgeburt aber sie blieb gleich bei mir und ich ließ sie nicht mehr los. Wickelte sie paar stunden nach der Op und war zu 100% Selbstbestimmt. Erst da habe ich den Frieden mit der ersten Geburt gemacht. Und denke heute sogar über Kind 3. nach. Wir sind Mama wenn sie in uns wachsen, wenn wir sie Gebären – egal wie. Und wir sind Mamas ein Leben lang. Keiner hat das Recht über uns zu entscheiden, zu urteilen oder unsere Entscheidung in frage zu stellen. Unser Recht auf Selbstbestimmung über das Mama sein in unserem Leben!

    Lieben Gruß

    Nancy und ihre Rasselbande.

    P.S. sorry das es so lang geworden ist, hoffe es ist ok. Aber es tat sehr gut das alles raus zu lassen.

  23. Tara sagt

    “Die Kraft sich der Urgewalt des Gebärens hinzugeben ist Bestandteil jedes Frau-Seins.”

    –> Aha. Und die Frauen, die aus welchen Gründen auch immer das nicht können oder wollen? Die diese Kraft nicht verspüren? Deren Körper das aus welchen Gründen auch immer nicht schafft, psychisch oder physisch bedingt? Gehören die dann nicht zu der eingeweihten „Frau-Sein“-Gruppe und sind mangelhafte Frauen? Diese Kraft ist eben nicht Bestandteil jedes Frauseins, es ist eine unverschämte Normierung und Bewertung von verschiedenen weiblichen Seinsformen, die du hier vornimmst.

      • Tara sagt

        Ok, welcher Absatz deines Artikels bezieht sich jetzt genau auf diese Aussage? Du schreibst da, dass du das nicht böse und ausgrenzend gemeint hast, tust aber genau das, indem du diesen Satz wiederholst.

        Es gibt Frauen, die können sich NICHT der „Urgewalt des Gebärens“ hingeben. Es steckt eben NICHT in jedem Frau-Sein. Es gibt Frauen, die haben nie geboren und werden die gebären und sind Frau. Das ist dann wohl ein anderes Frau-sein als das, von dem du sprichst.
        Es ist schön, dass du dich einem Dialog stellen möchtest. Es wäre allerdings schön, wenn du dich mal konkret zu Aussagen äußern könntest und nicht einfach einen Link hinklatschtst, aus dem frau sich dan rätselnderweise überlegen kann, was genau aus dem Text jetzt mit ihrer Aussage was zu tun hat.

  24. Petra Mayer sagt

    Eigentlich dachte ich, dass ich meine Sectio weit hinter mit gelassen hätte, doch die Tränen die mir grad über die Wangen kullern zeigen mir, dass hier noch ganz vieles weh tut. Vor neun Jahren kam meine Tochter per Kaiserschnitt zur Welt. Ich hatte eine problemlose Schwangerschaft, war jung und fit und der Meinung, dass auch die Geburt natürlich sein von statten geht. Doch das Prinzesschien lies sich Zeit. Bei 40+5 kam ich mit leichten Wehen ins Spital. Und dann ging’s los, Einlauf, Treppensteigen, warme Bäder, … Nach 24 Stunden ging es dann richtig los. Jeder Zentimeter am Muttermund war ein Kampf. Wieder 12 Stunden, mein Töchterchen rutschte bei jeder Wehe Richtung Ausgang, doch nach der Wehe immer wieder zurück. Mit meiner eigenen Kraft drehte ich mich von einer Seite auf die andere. Ich kämpfte… Ich war aber zu dem Zeitpunkt noch gut begleitet. Jedoch kam dann am Morgen Hebamme Nummer 3 … Hildegard …

    Herabwürdigend, weil ich den Schmerzen und der Verzweiflung mit einem Schrei Luft machte: „Nanana… Was schrein’s denn so?“ Ich gab auf. Ich konnte nicht mehr, und so wurde ein Kaiserschnitt in die Wege geleitet.

    Die Hebamme verweigerte dann auch noch meinen Mann, bei der Geburt dabei zu sein. Wir waren noch so jung, und ließen es geschehen. Ich war froh endlich mein Kind in den Armen zu halten. Und dann kam der Moment, der sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat.
    Während ich müde, überwältigt von diesem Erlebnis auf der Geburtenstation lag, konnte ich beobachten wie eine andere werdende Mutter in den Kreißsaal spazierte und in sehr kurzer Zeit ihr Kind natürlich zur Welt brachte. Als wäre das nicht schon schmerzhaft genug, sagte die Hebamme in Hörweite diesen einen Satz zu der anderen Frau: „Dass ich sowas schönes heut auch noch erleben darf …“

    Das riss mir den Boden unter den Füßen weg. War die Geburt meiner Tochter nichts schönes?!?

    Im Nachhinein gesehen … Hätte ich Lob und Anerkennung bekommen sollen. Eine Tapferkeitsmedaille, weil ich den ganzen Schei* ausgehalten hab und ich eine gesunde, kräftige Tochter im Arm hatte, die ich unter Schmerzen im
    Liegen stillte. Mich um sie kümmerte so gut es ging, auch wenn ich nicht aufstehen konnte.
    Nein im Gegenteil. Ich wurde hingestellt als Versagerin. Und ich glaubte es auch.

    Danke für deinen tollen Blogartikel. Er gibt Kraft und Mut und bringt auch einiges wieder hoch, das ich mir nochmal anschauen sollte. 🙂 ich habe eine tolle Tochter geboren. Bin eine gute Mutter. Und ja, auch ich habe #selbstgeboren! Basta!

    Und diese Hebamme tut mir leid, auch wenn es mich immer noch wütend macht. Was muss das für ein verbitterter Mensch sein. Warum kann sie nicht über ihren Tellerrand blicken,… Und andere damit so verletzen.

    Sorry für den Roman. Hat aber gut getan ihn zu schreiben. Und hier noch eine Tapferkeitsmedaille für ALLE liebenden Mamis (egal ob Sectio, vaginal, assistiert, … oder wie auch immer ihr geboren habt!)

    Alles liebe, Petra

  25. Kati sagt

    Danke für diesen offenen und ehrlichen Text!
    Ich hab gerade das erste mal von #selbstgeboren gelesen und es ist genau das Thema, was mir schon länger immer wieder den Magen verkrampfen lässt. Frauen, die darüber bestimmen welche Art der Geburt die richtige ist. Dass zur perfekten Bindung Stillen gehört und alles andere schlecht ist.
    Ich als Mutter, die Einleiten lassen musste, was schon die bessere Alternative zum eigentlichen geratenen Kaiserschnitt war, fühlte mich Langezeit mangelhaft und schlecht. Sobald mich wer auf die Geburt oder das Thema Stillen angesprochen hat, hätte ich am liebsten los geweint.
    Ein Jahr lang habe ich die Fehler nur bei mir gesucht. Dachte ich wäre unfähig mein Kind natürlich und schön zu Gebären und ernähren. Malte mir ständig Horrorszenarien aus, in denen ich im Aufzug stecken blieb und mein Baby nicht füttern konnte, weil ich zu dumm zum stillen war.

    Nachdem ich von der tollen Geburt meiner Freundin und den perfekten Stillerlebnissen hörte habe ich einen Tag lang nur geweint. Da war mein Sohn 11 Monate alt. Ich beschloss, dass es so nicht weiter gehen konnte. Also vereinbarte ich einen Termin mit meiner Hebamme. Einer der wundervollsten Frauen, die ich kenne und die mir so viel gegeben hat, das ich nicht weiß, wie ich es ihr danken soll.
    Wir traffen uns auf einen Kaffee und redeten mehrere Stunden lang. Ich erzählte ihr, wie ich mich fühlte. Von meiner Verzweiflung, meinem Schmerz, dem Gefühl unfähig und eine schlechte Mutter zu sein.
    Nach diesem Gespräch in dem sie mich aufbaute und mir zeigte wie wundervoll wir alles gemeistert hatten. Die schwere Schwangerschaft, die über 3 Tage andauernde Einleitung, die 6 Monate Dauerschreien. Sie zeigte mir endlich, dass ich keine mangelhafte Mutter bin. Wir sind wunderbare Eltern. Ganz unabhängig davon, wie unser Kind auf die Welt gekommen ist und wie es ernährt wurde.
    Seit diesem Tag an habe ich ein gutes Gefühl. Ich kann über Geburten und Stillen sprechen, auch wenn es manchmal noch zwickt. Ich kann guten Gewissens sagen, dass wir unser bestes geben und gegeben haben um diesem kleinen Menschen den besten Start ins Leben zu geben und ihn versuchen so gut wie nur irgendmöglich zu begleiten.

    Doch dann kommen die Frauen und manchmal sogar Männer, die mir sagen wollen, was besser gewesen wäre und das unser Start mangelhaft war, weil er nicht irgendeinem Ideal entspricht was gerade total im Trend ist. Diese Menschen wollen einem vielleicht kein schlechtes gewissen machen, aber profilieren sich dennoch durch irgendwas. Das macht mich traurig und ärgerlich.
    Sind nicht gerade wir, die Mütter, die keinen perfekten Start hatten, die hart kämpfen mussten, die mit viel wiederstand umgehen mussten, nicht die jenigen, die eine starke Geburt hatten. Ich will niemandem irgendetwas absprechen und genau deshalb möchte ich auch nicht, dass das jemand bei mir oder irgendwem anders tut, der nicht das Glück hatte vollkommen natürlich zu Gebären und danach zu stillen.
    WIR sind STARK, JEDE MUTTER ist STARK, ganz egal wie sie ihr Kind auf die Welt gebracht hat, denn wie du schon sagst, WIR sind diejenigen, die unsere Kinder geboren haben!

    (Eigentlich wollte ich nur ganz kurz kommentieren, aber da wollte wohl doch mehr runtergeschrieben werden)

  26. Sonja sagt

    ich habe mir den angesprochenen post durchgelesen – auch wenn er gut gemeint ist, ist er dennoch nicht gut gemacht!

    ich habe auch „selbstgeboren“, auch wenn beide kinder mit kaiserschnitt auf die welt gekommen sind.

    das habe ich mir nicht gewünscht, das hatte ich mir anders vorgestellt, das würde ich mir nicht freiwillig aussuchen; und dennoch bin ich heilfroh, dass es diese möglichkeit gab, sonst würde ich jetzt nicht lebend und gesund mit zwei lebenden und gesunden kindern und dem besten mann der welt (natürlich, was sonst 🙂 ) ein Familienleben haben.

    selbstbestimmte geburten im kerzenschein mit leiser musik im hintergrund hört sich nett an, ist aber manchmal einfach unrealistisch.

    ich war bei beiden geburten bei bewusstsein, durfte beide kinder direkt nach der entbindung auf den arm nehmen und habe sie seitdem auch nicht wieder hergegeben.

    ich würde sagen, jede so wie sie kann und möchte – ohne ideologischen Wettstreit!

  27. Danke für diese ehrlichen Worte, die kann jede Mutter und jede werdende Mutter gebrauchen!

    Ich hatte bei meiner ersten Schwangerschaft lange darüber nachgedacht, wo und wie ich denn entbinden wollte und mir war immer klar, dass ich keinen geplanten Kaiserschnitt möchte. Darüber musste ich nie nachdenken. Schwieriger war die Frage ob schnöde im Krankenhaus, im Geburtshaus, zuhause…. Irgendwann las ich dann über Beleghebammen und dachte so bei mir, dass das genau das richtige wäre. Jemand, den ich schon vorher kenne und dem ich vertraue, mich ernstzunehmen und auf mich und meine Wünsche zu achten, und dazu die Sicherheit des Krankenhauses. Ich entschied mich also für eine Beleghebamme. Perfekt. Wir liegen genau auf der selben Wellenlänge, was alles an Kindern angeht, sie war die beste Begleiterin. Im Nachhinein hätte ich vielleicht den ein oder anderen Moment der ersten Geburt anders gestaltet (den Anästhesistenstümperheini früher rausgeschickt, die Geburtsposition geändert, um im Nachhinein die Nackenprobleme nicht zu haben), aber in dem Strudel „Geburt“ vertraute ich einfach voll und ganz und hatte sowieso nur das Gefühl, hinterherzurennen hinter dem Geschehen. Selbstbestimmt, aber an die Hand genommen sozusagen.

    Die Geschichte einer Geburt

    Jetzt, wo die zweite Geburt ins Haus steht, könnte ich mir auch gut eine Hausgeburt vorstellen, da mir die erste sehr positiv im Gedächtnis geblieben ist. Dann würde sich auch die Betreuung des ersten Kindes als nicht so schwierig erweisen, das könnte dann Handlangertätigkeiten ausführen ;-)… Aber vielleicht doch lieber nicht. Bleibe ich also beim für mich altbewährten Konzept Beleghebamme im normalen Krankenhaus.

    Ich kann nicht sagen, wie es ist ein Kind per Kaiserschnitt auf die Welt zu bringen, aber die Worte „Eine Geburt ist es immer, egal, wie das Kind auf die Welt kommt: ein Kind wird geboren, eine Frau wird Mutter. DAS ist Geburt.“ schreib ich mir auf und gebe sie gerne weiter. Genau so wie die Gedanken und Worte zum Thema #selbstgeboren. Denn das ist ein wichtiger Gedanke: auch wenn die Geburt nicht selbstbestimmt ist, kann keiner nehmen, was da passiert ist. Und somit kann auch keiner werten, was da passiert ist.

    Und ich danke an dieser Stelle allen Hebammen für ihre Arbeit, egal ob in einer Klinik, einem Geburtshaus oder bei mir zuhause. Ich danke für den wundervollen Job, den Ihr macht, und die Unterstützung, die Ihr uns Familien bietet.

    Alles Liebe,
    Cati

  28. Stefanie sagt

    Sehr schön geschrieben, jeder Mutter ist wichtig für ihr Kind und am Ende ist keine gut oder schlecht, nur weil die Geburt auf eine bestimmte Weise verlief- oder eben nicht. Aber ich teile die Erfahrung, beim zweiten Kind wird man selbstbewusster im Umgang mit Hebamme und Arzt, aber ich hatte trotz Klinikhebamme das Glück bei beiden Geburten die gleiche wunderbare Hebamme als Begleitung zu haben und ich finde, ich hatte zwei sehr schöne, wenn auch schmerzhafte Geburten.
    LG

  29. Pingback: #selbstgeboren – Jetzt gehen Mütter schon wieder aufeinander los! | Ich lebe! Jetzt!

  30. Liebe Anna,
    danke, daß Du Deine Geburtserlebnisse mit uns geteilt hast.
    Mich erstaunt und erschreckt es zugleich, daß ein einziges Wort so einen Sturm der Entrüstung auslöst.
    Es zeigt auch, daß das Thema Geburt und Entbindung ein sehr persönliches und sensibles Thema ist. Deswegen plädiere ich für mehr Rücksicht bei allen, die sich an der Diskussion beteiligen. Vor allem denke ich, daß gegenseitige Wertung vermieden werden soll.
    Am Ende kommt es nur darauf an, daß es Mutter und Kind gutgeht.
    Jede Mutter gibt alles für ihr Kind. Doch manchmal hat sie eben keine Wahl mehr.

    Liebe Grüße
    Suse

    Meine Gedanken zum Thema: http://ichlebejetzt.com/selbstgeboren-jetzt-gehen-muetter-schon-wieder-aufeinander-los/

  31. Es MUSS sich etwas ändern in der Geburtskultur und wie mit Frauen umgegangen wird, die Mutter werden… der nächste 25. November kommt bestimmt!! Und wir werden wieder rosafarbene Rosen für euch alle niederlegen, die Geburten hatten, in denen ihr NICHT respektiert wurdet ….

    „Alle Menschen, auch gebärende Frauen, haben ein grundlegendes Recht auf körperliche Unversehrtheit. Dieses Recht beinhaltet das Recht auf Einverständniserklärung einerseits und Behandlungsverweigerung andererseits. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat das 2010 in seinem Urteil „Ternovszky gegen Ungarn“ (s. Film Freedom for Birth) bestätigt: Gebärende haben ein grundlegendes Menschenrecht, die Umstände, in denen sie ihr Kind zur Welt bringen, frei zu wählen.
    Das beinhaltet zwei Dinge:
    1) Die Gebärende ist die letztendliche Entscheiderin über den Geburtsprozess. Ärzte, Hebammen und andere können sie informieren, aufklären, beraten und unterstützen, aber sie müssen die abschließende Entscheidung über das Vorgehen der gebärenden Frau überlassen.
    2) Gebärende müssen tatsächliche Alternativen haben, zwischen denen sie wählen können. Es ist zwecklos, der anerkannte Entscheider zu sein, wenn man keine Wahl hat. Die Frauen haben ein Anrecht auf Unterstützung: es muss ihnen zur Verfügung gestellt werden, was sie, persönlich und als Individuum, benötigen um ihr Kind zur Welt zu bringen.“

    https://www.facebook.com/pages/Roses-Revolution-Deutschland/570332356372331

  32. Pingback: zu #selbstgeboren | Word up!

  33. Sabine sagt

    Liebe Anna! Ich kann Dein Unverständnis über das Buchprojekt nur bedingt verstehen. Sicher geht es keinesfalls um eine Klassifizierung von guten und schlechten Müttern. Selbstverständlich hat der Weg der Geburt nichts damit zu tun, wie ich mein Mutterdasein lebe. Tatsache ist aber doch, dass Geburten zunehmend die Natürlichkeit genommen wird und die Kaiserschnittraten alarmierend steigen. Und hier geht es nicht um die Kaiserschnitte, die definitiv unvermeidlich und somit ein Segen für Mutter und Kind sind. Ich finde es sehr wichtig, dass Frauen darin bestärkt werden, einen anderen Weg anzustreben und selbstbestimmt unter der Geburt aufzutreten – welchen Ausgang sie auch immer finden wird. Wenn ein Buch über schöne Geburtserlebnisse geschrieben wird, warum sollten dann traumatische Erlebnisse ebenfalls erzählt werden? Warum? Um allen, die es nicht so schön erlebt haben, Kummer zu ersparen? Sorry, aber das macht für mich keinen Sinn… Dann dürfte es doch überhaupt keine Bücher mehr mit positiven Inhalten geben, schliesslcih gibt es leider immer Menschen, die Dinge nicht so schön erlebt haben. In allen Lebensbereichen.

  34. Seren sagt

    Ich habe ohnehin das Gefühl, dass bei dem Thema alles etwas übertrieben wird. Ich hatte eine ziemlich fremdbestimmte 1. Klinikgeburt und eine ziemlich selbstbestimmte 2. Hausgeburt und habe den Vergleich 😉 Beides waren einfach nur völlig verschiedene Erlebnisse, ich schaffe es kaum, sie einander gegenüberzustellen und zu sagen, die 2. sei in allem besser gewesen und dass ich es immer wieder so machen würde… sie war sehr schmerzhaft, aber schnell und kurz. Nach jeder Geburt war ich erstmal nur froh, dass es überstanden war. Sagen wir also einfach so: Ich bin froh, dass ich das nicht jeden Tag machen muss 😉 Und dass ich den ganzen Rest meines Lebens habe, die Beziehung zu meinen Kindern zu gestalten.

  35. Seren sagt

    Sabine, ich glaube, eine steigende Kaiserschnittrate an sich wäre kein Problem, wenn die Kaiserschnitte aufgrund der Wünsche der Gebärenden durchgeführt würden. Die von Ärzten gegen den Wollen der Frauen durchgesetzten sind das Problem. Darauf will Anna auch hinaus, glaube ich. Bei ihrer 2. Geburt hatte sie ein positives Erlebnis, inkl. Kaiserschnittentscheidung. Es geht ihr nicht darum, dass auch über negative Erlebnisse geschrieben wird, sondern über selbstbestimmte, auch, wenn diese medizinische Maßnahmen wie Kaiserschnitt, PDA, Saugglocke… beinhalten.

  36. Pingback: #selbstgeboren? | juna im netz

  37. Wow, was ein schwieriges Thema. Soviel Emotionen, soviel Unmut und Ärger… beim ersten Kind dachte ich auch, dass ich eine Traumgeburt „hinlegen“ würde. Ich ging völlig selbstverständlich davon aus, dass alles nach Plan laufen würde – ebenso, wie es sein soll. Natürlich war mir klar, dass eine Geburt schmerzhaft ist und auch anstrengend, aber ich ging davon aus, dass alles gut werden würde. Leider stimmte ich einem Einlauf zu, der einen Rattenschwanz von Problemen nach sich zog. In Kürze: Wehen unter zwei Minuten, seltsame Herztöne, Blasensprengung, Kopfsonde, noch schmerzhaftere Wehen, Muttermund ging nicht auf, PDA und plötzlich, schwups war das Baby da, oder auf dem besten Weg, dann aber noch schnell ein Dammschnitt (unangekündigt, den ich trotz PDA spürte und der mich immer noch quält u.a. gerade heute). Wenn ich daran zurückdenke, kommt es mir vor wie ein schlechter Film – vorallem aber waren der Stress, die Angst udn das Chaos unnötig. In den 6 Stunden, die diese Geburt gedauert hat, wurden jede Menge Entscheidungen über meinen Kopf hinweg getroffen. Ich wurde nicht gefragt, nicht aufgeklärt, was wann gemacht wurde. Die Blasensprengung war überraschend und schockierend. Der Gedanke an eine Nadel im Köpfchen meines Babys furchtbar, hätte man mich doch nur gefragt, oder sich einen Moment Zeit genommen. Es waren meine Herztöne, die die meines Kindes überlagerten. Vielleicht hätte man seine gefunden, und ich wusste ja auch, dass es ihm gut ging. Aber was zählt die innere Stimme, die Intuition einer Mutter schon in einer Klinik? Ich habe immer gesagt, dass die Geburt nicht schlimm war, dazu stehe ich auch heute noch. Schlimm ist anders, aber schön war sie auch nicht… schön war die zweite Geburt.

    Doch vor der hatte ich Angst. Angst erneut ausgeliefert zu sein, Entscheidungen schlucken zu müssen, die nicht meine eigenen sind/waren. Meine Hebamme empfahl mir folgendes Buch „Die selbstbestimmte Geburt“ von Ina May Gaskin. Ich stehe „Selbstgeboren“ u.a. nicht derart kritisch gegenüber, weil dieses (scheinbar sehr ähnliche) Buch mir wirklich sehr geholfen hat. Es hat mich aufgerichtet zu sehen, dass es auch alleine geht. Noch einmal zu lesen, was ich schon erfahren hatte, nämlich das jede Form der Manipulation unüberschaubare Folgen haben kann. Und daraufin habe ich Entscheidungen getroffen: Keine Ärzte, kein Einlauf, kein Schnitt udn alles so natürlich wie möglich. Und ja, es war ganz, ganz wunderbar, ohne Ärzte (yeah!) im Hebammenkreissaal in Frankfurt. Ich hatte nur diese sensationelle Hebamme an meiner Seite, die mir Raum und Zeit gelassen hat, so das alles ganz von alleine passieren konnte. Alles verlief so, wie es die Natur vorgesehen hat. Alles geschah, wann es geschehen sollte – kein schneller, stärker etc., keine Manipulationen, kein Rumgepfusche. Es war großartig. Es dauerte eineinhalb Stunden länger, von denen ich jede Minute genoss. Zeit, die ich bei der ersten Geburt nicht hatte, Zeit ganz bewusst zu erleben, was da passiert, wie sich mein Kind auf den Weg macht, und später zu spüren, wie der Kopf austritt, zu verharren noch einmal Kraft zu sammeln und das Baby dann mit einer letzten Wehe ins Leben zu schieben.

    Wir waren die Sensation auf der Station… ständig kamen Ärzte, Hebammen, Schwestern zu uns um uns zu gratulieren (bestimmt 20 Leute), alle ganz begeistert und immer wieder: „Sie haben das so toll gemacht!“ Damals dachte ich „Was habe ich denn gemacht?“. Ich hatte nicht das Gefühl irgendetwas gemacht zu haben, doch im Nachhinein muss ich sagen, das stimmt nicht. Erst später wurde mir bewusst, dass ich sehr wohl „etwas“ getan habe. Wir können zuversichtlich sein, wir können uns eine tolle, entspannte, spontane Geburt wünschen (positiv Denken), wir können die besten Voraussetzungen schaffen (uns für eine bestimmte Klink, einen bestimmten Geburtsort entscheiden, eine bestimmte Person), aber letztendlich müssen wir nehmen, was kommt und versuchen das Beste drauß zu machen – ganz wie im Leben. Das habe ich getan, bei beiden Geburten, ich habe mein Bestes in diesen Ausnahmesituationen gegeben und ich denke, dass genau das auf jede andere Mama auch zutrifft.

  38. Pingback: Gedanken zu #selbstgeboren : Mama notes

  39. Pingback: Trotz Kaiserschnitt #selbstgeboren | Görls Queen

  40. Der Beginn deiner Geschichte könnte meine sein. Ich wurde 2006 schwanger und nach dem zweiten Ultraschall (beim ersten hatte die Große sich versteckt) war dann auch klar, dass scheinbar alles dort war, wo es sein sollte.
    Ich habe gelesen, eingekauft, mir über die Geburt an sich nie wirklich Gedanken gemacht, denn es erschien mir als komplett natürlich, dass alles seinen Gang gehen würde.
    In der 30. Woche schickte mein FA mich dann zum großen US mit Kontrolle über die Versorgung ins Krankenhaus und da bekamen wir dann auch das heiß ersehnte Outing: Ein Mädel.
    12 Tage vor dem Termin ging es Nachts ins Krankenhaus, weil ich Wehen hatte. Als Erstlingsmama belächelt wurden wir spazieren geschickt, immer wieder CTG (das bei mir nie etwas anzeigte, aber das hatte das bei meinem FA auch nicht) und schließlich hatten wir die Wahl zwischen Wehentropf oder heim fahren. Wir entschieden uns also für den Wehentropf (Ungeduld ahoi). Der lief ziemlich lange, aber trotzdem kamen die Wehen nicht dort an, wo sie ankommen sollten. Also hieß es, wir machen eine Pause. Ich setzte mich im Kreissaal auf und in genau dem Moment platzte die Fruchtblase und setzte den halben Fußboden unter Wasser. Also blieben wir wo wir waren. Lange, ewig lange Stunden. Die Geburt dauerte (ab Ankunft im KKH) zweieinhalb Tage, dann entschied der Chefarzt auf Kaiserschnitt, denn mit offener Fruchtblase wollte mich natürlich keiner mehr gehen lassen. Ich habe das ganze wie im Traum erlebt, mich im OP übergeben, meine Tochter nur kurz gesehen. Aus der PDA wurde eine Vollnarkose, meinen Mann haben sie mit Baby in den Kreissaal gesetzt und mich noch immer schlafend dort drin abgestellt. Wirklich wahrgenommen habe ich meine Tochter erst einen Tag später.

    Beim zweiten Kind sollte natürlich alles anders laufen, die Geburt sollte ambulant werden, denn ich wollte nicht erneut der KKH-Mechanik ausgeliefert werden. Einen Tag vor dem eET platzte zuhause mitten in der Nacht die Fruchtblase (das Geräusch werde ich nie vergessen ;)) und da die Wehen, die ich bereits den ganzen Tag gehabt hatte, richtig schmerzhaft wurden, fuhren wir ins Krankenhaus. Da war der Muttermund auf 4cm. Die Hebamme wollte mir zuerst nicht glauben, dass die Fruchtblase geplatzt war und ich musste drauf bestehen, dass sie es testet, bis sie mir zugestand, mich nicht geirrt zu haben.
    Wir liefen also herum, veratmeten die Wehen und zwischendurch das immer wieder unvermeidliche CTG. Leider wurden die Herztöne vom Sohnemann am Nachmittag schlechter und ohne Vorwarnung war der Raum voll mit 2 Ärzten, 2 Schwestern und einer Hebamme, die uns den Kaiserschnitt antrugen, denn das Kindswohl sei gefährdet.
    Diesmal klappte ich bereits während der Vorbereitungen noch im Kreissaal weg und mein Kreislauf stabilisierte sich (dank einer fantastischen Hebamme!) bis zum OP wieder einigermaßen. Als die Ärzte erfuhren, dass wir das Geschlecht nicht wussten, wurde aus dem stummen Hand-in-Hand-arbeiten ein recht gesprächiges Miteinander und als der erste Schrei kam und der Arzt uns bestätigte, dass mein Bauchgefühl Junge stimmte, setzte bei mir die Erleichterung ein.
    Wieder wurde mir übel, aber die Hebamme schnappte sich einfach meinen Sohn, legte ihn mir auf die Brust und der kleine Racker begann direkt zu trinken. Es hat mich mit dem Thema Kaiserschnitt versöhnt, auch wenn es mir auf andere Art und Weise lieber gewesen wäre. Ich habe dieser Hebamme so viel zu verdanken, dass es einfach nicht sein kann, dass so eine junge und engagierte Frau irgendwann ihren Beruf nicht mehr ausüben darf oder kann!

  41. Pingback: Was zum Teufel heisst hier nicht #selbstgeboren ? | Mama hat jetzt keine Zeit…

  42. Ich muss grade echt heftig Schlucken – ich lese die Kommentare und denke mir, ich war doch nicht die Einzige, die so eine sch… Hebamme im KKH serviert bekommen hat. Ich habs gelassen angegangen und wurde teils echt überrumpelt. Von muttermundöffnenden Pillen zu Hebammen, die mir meine Wehen abgesprochen haben und mir nicht glaubten, weil die Wellen nicht oben auf dem Bauch zu sehen waren, sondern nur unten am Unterbauch. Und diese eine Hebamme, eine Russin, die es nicht anders kannte und ihren Hochmut zur Schau gestellt hat. Weil ich vor Schmerz geschrien habe… und sie bei der Geburt ihrer Kinder keinen Ton von sich gegeben hat. Inzwischen weiß ich, dass Jede ihre Wehen anders wahr nimmt und jede werdende Mutter das Recht hat, nein zu sagen. Ich fühlte mich unsicher damals – beim nächsten Mal wirds anders laufen. Beim nächsten Mal gibts keine einleitenden Medikamente, die meinen Körper überfordern – und ganz zur Not mache ich auch den KS mit. Aber es ist mein Körper, ich bestimme! Nicht die schmerzresistente Russin – oder die Ärztin, der das nicht schnell genug geht!

  43. Nicole sagt

    Es macht mich sooooo wütend, wenn dauernd gewertet wird !
    Jede Mutter hat ihr(e) Kind(er) selbstgeboren !!! Und was für eine Mutter sie ist, das hat doch einfach gaaaar nichts damit zu tun, wie sie geboren hat !!! Ob spontan oder mit Kaiserschnitt, ob geplant oder ungeplant – das ist doch egal !!!
    Ich hatte zwei problemlose Spontangeburten, aber ich habe mich aufgrund der Tatsache, dass beide Kinder sehr lange in BEL waren, auch intensiv mit der Möglichkeit eines Kaiserschnittes auseinandergesetzt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich als Mutter weniger „wertig“ gefühlt hätte, wenn es ein KS gewesen wäre.
    Schön wäre es natürlich, wenn zuerst immer die Gesundheit des Kindes im Vordergrund stehen und gleich dahinter die Wünsche der Mutter. Leider ist dem nicht immer so. Und leider massen sich Ärzte, Hebammen, andere „Fachleute“ und eben vor allem andere Mütter dauernd an, zu werten, was denn „gut“ und was „schlecht“ ist.

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  45. Ganz toller Beitrag,

    laut Definition von #selbstgeboren habe ich auch eine manipulierte Geburt hinter mir. Ich wurde eingeleitet, hatte eine PDA um am Ende eine Saugglockengeburt. DIese Geburt war für mich auch sehr traumatisch, aus den gleichen Gründen wie bei dir. Ich wurde nicht gehört, auf mich wurde nicht gehört, ich wurde belächelt und von dem Klinikhebammen ausgelacht.
    Ich habe schon einmal einen kurzen Geburtsbericht auf meinem Blog (www.raupenkind.de) veröffentlicht und möchte das nicht noch einmal schreiben müssen.

    Ich komme übrigens auch aus Berlin Mitte 🙂

    Viele liebe Grüße

    Caro

  46. rubey sagt

    Danke für diesen Text-er hat mich sehr berührt und mir Tränen in die Augen getrieben. Und Erinnerungen wachgerufen….an die Geburt meines Sohnes vor 18. Monaten.
    Ich hatte eine wunderschöne,unkomplizierte Schwangerschaft und war sicher ich würde die Geburt ohne PDA schaffen…und schon gar nicht wollte ich einen Kaiserschnitt! Nach den ersten 5 Stunden Wehen hab ich um die PDA gebettelt 🙂 Nach weiteren 7 Stunden wurden die Herztöne meines Kindes schlecht und der Arzt entschied ihn zu holen, weil er immer noch nicht tiefer gerutscht war. Ich hätte gerne noch gewartet und es versucht-andererseits wollten wir auf keinen Fall ein Risiko eingehen und die Gesundheit unseres Kindes riskieren. Wir vertrauten unserem Arzt in dieser Entscheidung. Der Kaiserschnitt war völlig problemlos, ich bekam sofort danach mein Kind auf die Brust und stillte eine Stunde später das erste Mal.
    Ich war schon ein bisschen enttäuscht, aber irgendwie war es für mich auch ok, wie es gekommen war. Bis ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Das erste,was ich hörte war: Na, nur weil mal die Herztöne schlechter werden muss man ja nicht gleich schneiden! (von einer Hebamme,die dummerweise meine Schwägerin ist 🙂 Irgendwann kam auch noch von einer anderen Seite ein: Wahrscheinlich wollte er nicht raus,weil er sich nicht willkommen fühlte!
    Heute denke ich mir: Na,gehts noch? Welche Frechheit und Grenzüberschreitung und Boshaftigkeit ist denn das! Wie kann sich ein anderer Mensch anmaßen, die Geburt einer Frau zu bewerten? Warum sollte man überhaupt werten WIE ein Kind auf die Welt kommt? Ist nicht wirklich das einzige was zählt,dass es Mutter und Kind gut geht? Dass sie ein gutes Gefühl dabei haben?
    In dieser ersten, sensiblen Wochenbettphase hat mich das zerstört-ich hatte plötzlich unglaubliche Schuldgefühle. Ich hatte das Gefühl völlig versagt zu haben, es nicht einmal geschafft zu haben mein Kind selbst auf die Welt zu bringen, ihm und mir was genommen zu haben, seinen Start ins Leben und damit alles weitere vermasselt zu haben. Mir ging es gar nicht gut am Anfang und ich hab lange gebraucht um das Erlebte anzunehmen. Anzunehmen,dass es mich nicht zu einer besseren oder schlechteren Mama macht. Dass meine Liebe zum Kind davon nicht mehr oder weniger wird. Dass mein Sohn gesund,glücklich und bestens entwickelt ist und ich alles richtig gemacht habe!
    Ich bin weiterhin eine Befürworterin einer spontanen Geburt-aber das gilt für MICH. Jede Frau soll selbst wählen können wie und wo sie entbinden möchte. Ob mit oder ohne Schmerzmittel. Ob sie danach stillen will oder nicht. Ob sie selbstgekochten Brei füttert oder Gläschen etc etc etc. Das eine ist nie besser oder wertvoller als das andere….es ist NUR anders!

  47. JuLi sagt

    Liebe Mütter und Frauen,
    im Zuge der Hebammenunterstützung lese ich zum 1. Mal in vielen Blogs – in Schwangerschaft, Wochenbett, Stillzeit und dem 1. Lebensjahr habe ich mich noch davon ferngehalten. Ich lese viel berührendes, ermutigendes, neues, faszinierendes, inspirierendes und dachte schon so manches Mal: warum habe ich das nicht schon früher getan? Doch dieses Mal habe ich hier sehr viel irritierendes gelesen und ich frage mich zum Einen, warum diese „Einteilung der Mütter in die verschiedenen Geburten“ für so viele ein Thema ist und die Enttäuschung, die Wut und der Schmerz nicht dahin gerichtet werden, etwas zu verändern und laut zu werden, um sich mit dieser Kraft, mit der hier geschrieben wird, dafür einzusetzen, dass es zukünftig Frauen und Müttern besser geht, auf die Missstände aufmerksam zu machen und dafür zu sorgen, dass Frauen eine bessere Nachorge und Betreuung erhalten und bessere Möglichkeiten erhalten, über ihre (traumatischen) Erlebnisse zu sprechen und diese verarbeiten zu dürfen und zu können. Und zum Anderen, warum in nur wenigen Beiträgen eine kritische Reflexion der „äußeren Situation“ (das Hören schwieriger Geburtserlebnisse im Vorfeld, Angst machen im Vorfeld, Schichtwechsel, Ärztewechsel, Hebammenwechsel, zu frühe Intervention, …) enthalten ist, die alle gaz gravierenden Einfluss auf die Geburt nehmen. Und in diesem Zusammenhang auch wieder meine Irritation, warum sich die hier versammelte Kraft, die aus allen Beiträgen hervorgeht, nicht auch dagegen wendet? Meine persönliche Meinung ist, dass Frauen und Mütter sich gemeinsam für eine Verbesserung der Situation für alle gebärenden Frauen einsetzen müssten, so dass die Frauen selbstbestimmt entscheiden dürfen, wie sie entbinden wollen/müssen/können. Und somit auch bei einem Kaiserschnitt das Gefühl bekommen: sie haben sich dafür entschieden, weil sie es wollten, weil es für das Wohl ihres Kindes gut war, weil es für ihr Wohl gut war. Aber nicht, weil ihnen Angst gemacht wurde, nicht, weil sie von außen Stehenden immer wieder davon abgehalten worden sind, in ihre Kraft zu finden, nicht, weil ihnen jemand gesagt hat, dass sie es nicht schaffen würden. Uns allen sollte es darum gehen, sich für die Würde der Frau während und nach der Geburt (gleich welcher Art) einzusetzen, unsere Kraft dafür aufzuwenden und damit in die Welt hinauszugehen. Denn nur wenn Außenstehende erfahren, welche Missstände durch Kosteneinsparungen und Personaleinsparungen auf Geburtsstationen herrschen (! und das leider teilweise wortwörtlich), kann es zu Veränderungen kommen! Ich wünsche uns allen, dass es weder Einteilungen in Tragetuch-/Kinderwagenmütter, Windel-/Windelfrei-Mütter, Latte-Macchiato-/Teetrinkerinnen-Mütter, Kaiserschnitt-/Vaginal-Geburtsmütter gibt, sondern dass wir unsere Kraft und unsere Ziele gemeinsam vertreten (jede auf ihre individuelle Weise) und nicht gegeneinander hetzen. Auch bei unterschiedlichen Meinungen, Auffassunge, Einstellungen und Lebensentwürfen wünsche ich mir in dieser Diskussion Respekt für alle daran Beteiligten.

  48. Pingback: #selbstgeboren – harter Tobak für Frauen wie mich | Schmetterlingsfamilie <3

  49. Ich bin selbst noch keine Mutter (möchte aber unbedingt mal eine werden!), deshalb habe ich hier keine Erfahrungen aus erster Hand zu berichten. Nur eine Erzählung meiner eigenen Mutter kommt mir da in den Sinn: Als ich geboren wurde (meine Mutter galt damals, vor fast 30 Jahren, mit 28 übrigens als „Spätgebärende“) lag sie im Krankenhaus mit einer Frau im selben Zimmer, die einen Kaiserschnitt gehabt hatte. Der Arzt, der sich routinemäßig nach dem Befinden meiner Mutter erkundigte, offensichtlich einer der „alten Schule“, hatte für die andere Frau, der es nach dieser ja wohl kaum als harmlos zu bezeichnenden OP nicht sonderlich gut ging, nur Geringschätzung übrig. Ihre offensichtlich wahrheitsgemäßen Antworten auf seine Nachfrage wurden von ihm abgewatscht. Wer es nicht mal schafft, „richtig“ zu gebären, hat keinen Grund sich zu beschweren, so seine Meinung. Meiner Mutter dagegen war sein Wohlwollen sicher. Dabei ist es ja wohl pures Glück, dass sie bei ihrem ersten und einzigen Kind nur ein paar Stunden in den Wehen gelegen hat und auch ansonsten alles gut gelaufen ist.

    Ich denke, die meisten Mütter wünschen sich eine natürliche Geburt, dass alles problemlos funktioniert etc.pp. Wenn es nun aus welchen Gründen auch immer nicht geht, warum ist das die Schuld der Mutter? Braucht man etwa schon einen Kaiserschnitt, nur weil man im 2. Trimester mal ne etwas zu schwere Einkaufstasche getragen oder mal ein Scheibchen Salami gegessen hat? Warum verstärkt man das suggerierte Gefühl des „Versagens“ noch, indem man die Babys nicht bei ihren Müttern schlafen lässt, nur weil sie einen Kaiserschnitt hatten? Warum kann der Papa der Mama nicht helfen, das Baby zu halten, wenn sie noch etwas benebelt von der Narkose ist?

    Gerade diese Passagen deines Berichts fand ich erschreckend. Vor 30 Jahren oder noch früher hätte ich so etwas (leider) erwartet, aber nicht im 21. Jahrhundert. Danke, dass du deine Erfahrungen geteilt hast!!

  50. Pingback: Was kann aus #selbstgeboren jetzt erwachsen? | Drop the thought

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  52. Maike sagt

    Danke für diesen Post. Ich habe im November 2013 per Kaiserschnitt entbunden und war durch und durch unglücklich. Seitdem wurde es Tag für Tag besser, vor allem, da ich mich viel mit Geschichten wie Deiner beschäftigt habe.

    Es gibt bei uns in München (wie sicherlich in vielen anderen Städten auch) Gruppen für Kaiserschnittmütter. Diese hat mir sehr geholfen. Genauso wie das Buch von Brigitte Meissner „Kaiserschnitt und Kaiserschnittmütter“, das ich von tiefstem Herzen allen anderen Müttern empfehlen möchte (siehe hier: http://www.amazon.de/Kaiserschnitt-Kaiserschnittmütter-verarbeitet-seelischen-Versöhnung/dp/3952224626)

    Herzliche Grüße an alle

    Maike

  53. Maren sagt

    Unglaublich viele Kommentare, leider geht es allen nur darum, dass eine Bewertung und Einteilung der ganz persönlichen Geburten verwerflich ist. Das ist es auch, zweifelsfrei. Und der Buchtitel ist auch ganz unglücklich.
    Aber dennoch frage ich mich, warum niemand, nicht hier, nicht an anderen Orten mal irgendjemand auf die Idee kommt, zu fragen, WIE man es anstellt, einfach nur zu gebären, ohne Eingriffe durch andere Menschen. So zu gebären ist doch nicht verwerflich, sondern „einfach“, sofern man bei einer Geburt davon sprechen kann, undramatisch, schlicht, schön, günstig und -so die Voraussetzungen stimmen- auch das Beste für Mutter und Kind, und oft auch noch für den Mann, der nicht mit“leiden“ muss, sondern in ein schönes Ereignis einfach eingebunden ist. Anschließend trägt man nicht jahrelang Trauer mit sich herum, sondern erzählt seinen Kindern gerne, wie sie das Licht der Welt erblickt haben. Will das keine, oder warum fragt keine? Eine verletzungsarme, oder sogar -freie Geburt IST kein Zufall, das kann ich nur nochmal wiederholen. Dafür kann man etwas tun, man muss nur wissen, WAS.

    • Da schreiben diverse Mütter, wie sie sich auf Hausgeburten, entspannte Geburten, undramatische Geburten vorbereitet haben. Kurse besuchten, Wasserbecken aufstellten und mit der Hebamme alles 10x durchsprachen. Um dann doch nach 3 Tagen Wehen aber ohne Schlaf völlig erschöpt zu sein. Wo der Kaiserschnitt das Baby rettete, weil es die Nabelschnur um den Hals hatte. Bei denen die Vorbereitung nichts nutzte, weil alles anders kam. Haben die jetzt alles falsch gemacht? Willst Du das hier ernsthaft sagen?

      Was hätten die anders machen sollen? Sich noch besser vorbereiten? Auch noch einen vierten Tag ohne Schlaf zubringen (tagelange Wehen sind für Babies sicher auch nicht easy peasy)?

      Das ist doch genau die Bewertung, gegen die sich soviele Mütter wären, weil sie ihnen unterstellt, versagt zu haben.

      • Was haiwen sagt.

        Außerdem: ohne Interventionen heißt nicht verletzungsarm oder-frei. Sagt hallo zu meinem Interventionslosen Klitoris-Riss.

    • Stella sagt

      Hahaha, da hat sich aber mal eine_r so gar nicht mit der Geschichte der Geburtshilfe beschäftigt. Bis vor wenigen Jahrzehnten war der Geburtstag einer der gefährlichsten Tage im Leben einer jeden Person. Von der Gefahr für die Gebährenden mal abgesehen. Mal ein bisschen weniger Gaskin und Stadelmann lesen, würde ich vorschlagen.

  54. Pingback: #selbstgeboren – Kommentar einer Kinderlosen › Digital Diary - Vom Sinn des Lebens zum Buchstabenglück

  55. Rehauge sagt

    Hallo liebe Anna , ich bin begeisterte Leserin Deiner Seite , dies vorweg …..allerdings kann ich Deine und auch die Meinung vieler Mütter hier nicht teilen .
    Ich finde es sehr schade , daß Ihr , mit medizinisch notwendigem Ks , so wenig Selbstbewußtsein habt .
    Warum konnte Euch dieses Wort „selbstgeboren“ so verletzen ?
    Und warum interpretiert ihr da Dinge hinein , die überhaupt nicht in der Absicht der Autorin liegen .
    Seit nun mehr 100000 Jahren existiert der heutige Mensch und noch nie gab es Zeiten , wo eine Frau und Mutter so im Mittelpunkt , selbstbestimmend ihren Lebensweg gehen konnte .
    Dazu zählt auch die Wahl Mutter zu werden und wie oft …. außerdem Beruf , Partner usw .
    Wir können uns glücklich schätzen als Frau in der heutigen Zeit in Europa zu leben ….ich wünschte mir ein bißchen mehr Demut .
    Ich persönlich habe noch nie einen Unterschied gemacht zwischen einer Kaiserschnittmutter oder Spontangebärenden ….wichtig ist , das Kind und Mutter alles gut überstehen . denn das war in den vielen Jahrhunderten davor leider so .
    Das Buch finde ich sehr positiv , denn es soll werdenen Müttern aufzeigen , daß es nicht nur schlimme fremdbestimmte Geburten gibt .
    Es soll Mut machen nicht einen Weg aus Angst zu gehen …denn der Trend zu Kaiserschnittgeburten ist definitiv sehr hoch und damit meine ich den selbstbestimmten Kaiserschnitt und nicht den medizinisch Notwendigen .
    http://www.morgenpost.de/familie/article1932931/Trendgeburt-Kaiserschnitt.html

    Ich selbst bin Mutter von drei Kindern und jede Geburt war anders und bei der letzten wäre meine
    Tochter und ich vor noch ca 80 Jahren wahrscheinlich gestorben , da sich der Muttermund nicht öffnen wollte , sie viel zu groß war usw und trotzdem ist meine letzte Tochter mit Hilfe einer wunderbaren Hebamme und lieben Ärzten in einem Krankenhaus mit 16 Tagen Verspätung 4 Tagen Einleitung gesund und letzendlich doch noch spontan zur Welt gekommen .
    Ich war auch frembestimmt , denn aus heutiger Sicht würde ich nie wieder einleiten lassen …aber beim Kaiserschnitt konnte ich zum Glück mein Veto einlegen .
    Außerdem war mein Mann die ganze Zeit an meiner Seite und für die Hebammen eine große Hilfe …auch das war früher nicht immer sebstverständlich !

  56. Draga sagt

    Danke für den Bericht. Und die Kommentare. Mir laufen die Tränen runter. Deswegen schreibe ich nun auch nichts weiter. Und gehe jetzt meine beiden KS-Kinder umarmen, die ich einfach liebe.

  57. Pingback: Stell dir vor, es sind Mommy Wars … | Gemischtwahnlädchen

  58. Liebe Anna,

    nachdem ich am Freitag einen sehr langen Text hier schrieb, ihn leider nicht sicherte ,bevor ich auf „Kommentar absenden“ drückte und etwas schief ging,
    denke ich nun: Vielleicht war es ein Zeichen.
    Ein Zeichen dafür einfach nur einmal das aufzuschreiben,was mich seit 17 Monaten beschäftigt.Zu verarbeiten, etwas heilen zu lassen und Zuversicht zu finden,dass es wegen eines traumatischen KS-Erlebnisses nicht sein muss, dass mein Sohn ein Einzelkind bleibt.
    Ich danke Dir sehr für Deine aufrichtigen, ehrlichen Worte, die wirkten,als hätte Jemand tief in meine Seele geblickt und aufgeschrieben,was er dort sah.
    Und weil sovieles hier schon gesagt wurde und ich „Zeichen“ ernst nehme, bleibt mir nur zu sagen, dass ich mir wünsche, dass all Jene hier ihre Traumata verarbeiten können und wir Muttis, alle Muttis, uns darüber bewusst werden, dass es letzlich das Mama sein an sich ist,was uns eint und doch so verschieden ist.
    Genau wie eine Geburt eben…
    Ganz liebe Grüße aus Kreuzberg

  59. Lisa sagt

    Hallo,

    Geburtsberichte gibt´s hier ja schon genug, wie ich sehe. Ich verstehe auch genau, was die Hebamme meint und warum sie dieses Projekt initieren möchte.

    Allerdings habe ich Zweifel am Nutzen.

    Selbst habe ich nach zwei Kaiserschnitten das dritte Kind auf natürlichem Weg geboren. Die beiden Kaiserschnitte waren unfreiwillig und fanden deshalb statt, weil ich mir über alles Gedanken gemacht hatte und trotzdem nichts wusste.

    Leider!

    Ich hatte beim ersten Kind eine Hausgeburt geplant, ich habe wunderbare kraftvolle Geburtsberichte gelesen.

    Aber was ich nicht wusste, war so einiges. Z.B. dass eine Geburt bei großem Kind viel, viel länger dauern kann.

    Dass eine Geburt von mir ganz allein durchgestanden werden muss und niemand auf der Welt das abnehmen kann. Dass bestimmte Wehenschmerzen dafür sprechen, dass das Kind ungünstig liegt und was man dann machen kann(muss).

    Ich hätte wissen müssen, was Klinikroutinen sind und wie eine PDA wirkt. Ach ich hätte so viel wissen müssen….Und beim zweiten Kind hätte ich so viel über Geburt im Zustand nach Kaiserschnitt wissen können und müssen…..

    Erst beim dritten Kind war es soweit. Es gab das Buch „Meine Wunschgeburt – selbstbestimmt gebären nach Kaiserschnitt“.

    Endlich konnte ich nachlesen, endlich verstehen…..Endlich kannte ich Daten und Fakten…Endlich konnte ich mit Ärzten und Heabmmen auf Augenhöhe sprechen und meine eigene, selbstbestimmte Geburt planen und auch umsetzen.

    Das müssen Frauen wissen!!!

    Kraftvolle Geburtsgeschichten sind schön und gut. Aber wenn Frau nunmal an die falschen Leute gerät, muss sie auch wissen, was sie tun kann, bzw wie sie das möglichst im Vorfeld verhindern kann.

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  62. Pingback: Der Kraftakt Geburt

  63. Doro sagt

    Also, um es vorweg zu nehmen: Ich bin auf der Seite der #selbstgeboren-Hebamme. Zumindest zu 90%. Ich war nach dem Lesen des Blogposts und all der Kommentare ganz hin- und hergerissen. Was ist mein Dilemma? Auf der einen Seite: All diese nervigen Geburtsgeschichten! Auf der anderen Seite: All diese traurigen Geburtsgeschichten! Also, ich finde es zunächst einmal meist lächerlich, wenn einem andere Mütter im allerkleinsten Dateil ihre langwierige Geburt beschreiben wollen, inklusive schwachsinniger Krankenschwester, verknoteter Nabelschnur, unbedarftem Anästhestisten, 826 Minuten Wehen, stumpfer Nadel, hässlichem Nachthemd und gefühlskalter Hebamme. Meine Güte. Und dann schreibt jemand hier anscheinend ganz im Ernst, dass sie findet, dass sie einen Verdienstorden für die Geburt verdient. Einen Verdienstorden? Für eine Geburt? Im Krankenhaus? Wo jeden Tag reihenweise Frauen Kinder kriegen?? Also, da setzt immer erst mal mein Mitleid aus. Aber andererseits zeigen die ganzen Kommentare: Die Frauen sind anscheinend eben einfach oft sehr traumatisiert von der Geburt und der Drang, darüber zu reden, ist einfach unstillbar stark! Denn viele Frauen erleben dieses Ereignis offensichtlich als etwas sehr Schlimmes: Etwas, auf das sie sich so gefreut haben und was dann am Schluss in eine Fremdbestimmung mündet, die man gerade in dieser so wichtigen und intimen Situation nicht möchte. Und was eben ganz anders in den Vorbereitungsbüchern beschrieben wurde! Dass die Frauen das alles als so schlimm empfinden, zeigt ja, dass irgendetwas grundlegend schief läuft. Und meiner Meinung entsteht die Schieflage nicht alleine durch die Propaganda der „Naturgeburt“-Seite. Das ist zwar auch ein ganz wichtiger Grund für das schlechte Gefühl vieler Gebärenden. Und ich finde es ganz falsch, alle Geburten mit einer irgendwie gearteten medizinischen Intervention als nicht ganz normal hinzustellen. Aber der Hauptgrund für die Schieflage ist meiner Meinung nach einfach, dass es überhaupt so viel Intervention gibt – die oftmals gar nicht nötig wäre! Davon bin ich fest überzeugt. In Ländern wie Großbritannien ist das ganze Geburtswesen von Hebammen dominiert und die Kaiserschnittrate ist dort deutlich niedriger. Ich bin keinesfalls jemand, der total auf Naturheilverfahren und Bachblüten und so’n Kram schwört, aber ich meine: Je mehr Schulmediziner sich in Schwangerschaft und Geburt einmischen, um so komplizierter wird alles. Und natürlich herrscht auch die Angst vor Schadensersatzansprüchen – also daher lieber schnell mal die Intervention in Form von Einleitung, Kaiserschnitt etc. Ich finde, es muss mehr Mut dazu gemacht werden, es auf interventionsfreie Art zu probieren. Aber diesen Mut muss man nicht den Müttern machen – die wollen das ja eh. Diesen Mut muss man dem ganzen System machen! Ich weiß auch nicht, wie das gehen kann. Aber ich halte es für wichtig. Damit die Frauen nicht immer diese ganzen traumatischen Geschichten mit sich rumtragen und sie nicht verarbeiten können. Und natürlich kann auch im Kleinen schon was passieren. Ein Verdienstorden ist vielleicht etwas übertrieben, aber es wäre doch schön, wenn die ganzen Menschen, deren Beruf die Geburtsbegleitung ist, mal öfter über ihren Schatten springen könnten und jede einzelne frischgebackene Mutter ganz besonders zurvorkommend behandeln würden. Das meine ich ganz im Ernst. Es kostet nicht viel Mühe und macht so einen Riesen-Unterschied! Wiederum verweise ich auf England: Jede einzelne Hebamme, die mich und meine Kinder gesehen hat, hat geradzu gequiekt vor (angeblicher) Begeisterung! Obwohl ich wusste, dass diese Reaktion für die Hebammen eine mehr oder weniger einstudierte Routine ist, habe ich mich trotzdem immer gefreut wie ein Schnitzel! Aber diese Herzlichkeit liegt nun mal meist nicht im deutschen Wesen.

  64. Ich habe mich auch an der Blogparade beteiligt, allerdings wohl etwas anders als gewünscht. Ich hoffe es kriegt keiner in den falschen Hals, denn so ist es nicht gemeint. Ich bin FÜR Müttersolidarität und GEGEN vergleichen!

    Hört endlich auf eure Geburten zu vergleichen! Die Diskussion um #selbstgeboren kotzt mich wirklich an…

    http://www.herzmutter.de/mama/127-hoert-endlich-auf-eure-geburten-zu-vergleichen-die-diskussion-um-selbstgeboren-kotzt-mich-wirklich-an

  65. Pingback: selbstvertrauen vs. #selbstgeboren : ehrlichgesagt

  66. Pingback: Ernetztes und Vernetztes im März 2014 | Mama hat jetzt keine Zeit…

  67. Liiine sagt

    Wenn ich die ganzen Kommentare und auch den Blogpost dazu lese, finde ich es extrem erschreckend wie viele traumatische Geburten es gegeben hat und immer wieder gibt. Es sollte nicht darum gehen Geburtserlebnisse zu vergleichen und in ihrer Wertigkeit gegenüber- beziehungsweise übereinander zu stellen, sondern die Kraft der Mütter sollte sich darauf konzentrieren die Ursachen all dieser traumatischen Geburten zu bekämpfen. Und die liegen im System. Und ja, in sehr vielen Fällen haben diese mit Interventionen im Geburtsprozess zu tun. Ich will nicht wissen wie viele Kaiserschnitte als „Rettung in letzter Sekunde“ für Mutter und Kind hingestellt werden, nachdem es durch Interventionen erst zu einer Situation kam, die einen (Not-)Kaiserschnitt überhaupt erst notwendig gemacht hat! Das sind mit Sicherheit keine Einzelfälle. Ich wünsche jeder Mutter eine selbstbestimmte, unterstützte, ruhige, kraftvolle Geburt, begleitet von einer Hebamme, die an sie glaubt und sie leitet, in einer Umgebung in der die Mutter sich entspannen kann (im Krankenhaus, im Wechsel zwischen allein gelassen sein, rein- und rausgehenden Leuten und Schichtwechsel, nachdem gerade etwas Vertrauen aufgebaut wurde, ist das denkbar schwer) und kein System der Verängstigung, wo man die höchstmöglichen Sicherheitsvorkehrungen trifft, um jegliches Risiko auszuschließen, wo Ärzte schnelle, gut planbare Geburtsvorgänge, bei denen sie sämtliche Interventionen bei der Krankenkasse abrechnen können, den Müttern aufdrängen und sie damit der Fremdbestimmung ausliefern. Denn das ist der Kern des Übels und nicht ob jemand positive Geburtserlebnisse sammelt, um Frauen Mut zu machen und zu zeigen, dass es auch anders geht als auf dem Rücken auf einem Bett ausgeliefert, panisch schreiend, so wie es Film und Fernsehen gerne allzu dramatisch darstellt. Niemand soll sich abgewertet fühlen, egal wie das Kind auf die Welt kam. Ob sie nun geboren hat oder entbunden wurde. Aber wir sollten uns dafür einsetzen so vielen Müttern wie möglich ein möglichst schönes Geburtserlebnis zu ermöglichen. Und dafür müssen wir die Möglichkeiten schaffen!

  68. Pingback: Selbstgeboren-Gedanken-Dump | Teilzeit-Meechen

  69. Eva sagt

    Ich gehoere auch zu denen, die sich vom Projekt Selbstgeboren ausgeschlossen fuehlen, aber sowas von! Vielen Dank fuer Deinen Blogeintrag dazu, Du hast viele meiner Gefuehle SO gut in Worte gefasst!

    Meine beiden Kinder waren beide ungeplante „Kaisergeburten“ (Erklaerung kommt gleich). Die erste fand ich trotzdem schoen. Mein Partner und eine Freundin durften mit in den OP, das Baby wurde mir sofort auf die Brust gelegt, auf der Brust mit in den Aufwachraum gefahren und dann sofort angelegt. Bei der zweiten Geburt fragte mich der Anaesthaesist, ob mein Mann selbst Fotos von der Geburt machen will oder ob er das uebernehmen solle 😉 Ich lebe in den USA und hatte das Glueck, in einem sehr muetter- und babyfreundlichen Krankenhaus meine Babys zu bekommen.

    In der amerikanischen alternativeren Literatur gibt es den Trend, Kaiserschnitte (Cesarean sections oder c-sections) als Kaisergeburten (Cesarean births) zu bezeichnen, was ich fuer mich troestlich fand. Damit will man weg vom (passiven) „Aufgeschnitten werden“ und dem mehr oder weniger starken Ausgeliefertsein. Vielmehr soll verdeutlicht werden, dass auch solche Kaiser-Geburten Geburten sind, dass Frauen gebaeren, dass Babys geboren werden, nur eben auf andere Weise.

    P.S. Mein Kommentar auf der Selbstgeboren.de Seite wurde uebrigens nie veroeffentlicht, was fuer mich auch Baende spricht.

  70. Pingback: Frauen, geht auf die Straße – Geburt ist ein Thema für ALLE Frauen | Geborgen Wachsen

  71. Ihr LIebe, ich glaube, ihr seid nicht darüber informiert, worum es in dem buch gehen soll. Ich selbst habe eine höchst traumatische Geburt mit PDA etc erlebt und werde für das Buch einen Geburtsbericht schreiben.
    Liebe Grüße,
    Claudia

  72. Auch die Geburten meiner beiden Kinder waren assistiert. Von zwei wunderbaren, fantastischen Hebammen, die die beiden Hausgeburten sehr gut und professionell-warmherzig begleitet haben.

    Ich danke dir sehr für deinen Text, liebe Ana, denn auch ich habe manchmal Vorurteile gegen Kaiserschnittgeburten gehabt und gar nicht bedacht, welche Geschichten von Ohnmacht und Verzweiflung sich dahinter verbergen. Gutes Zurechtrütteln.
    Ich bin allerdings sehr dankbar für meine beiden Geburtserlebnisse zuhause, die natürlich nichts mit Kerzenschein und Harfenklängen gemein hatten. Eine Geburt ist immer ein sehr kraftvolles Ereignis und schmerzhaftes Erlebnis, bei dem ich extrem froh war, dass ich das so machen konnte, wie ICH das wollte, nämlich rastlos durch die Wohnung tigern (nix mit Badewanne, nix mit entspannten Klängen…), sämtliche Räume nutzend, um am Ende das große Familienbett zu belegen und das Baby zu bekommen. Das war nichts gemütlich und schmerzlos, ich hatte aber immer das Gefühl, selbst verantwortlich zu sein und auf meinen Körper hören zu können.

    Die Hebammen waren aber immer sehr, sehr wichtig! Und die Stunden nach der Geburt gehören zu den schönsten meines Lebens: in meinem Bett liegen mit meinem Baby, Papa direkt dabei, geholfen von einem uns bekannten, sehr geschätzten Menschen, kein Fort-sein von zuhause, die nächsten Tage genießen, das war wunderschön. Das war großes Glück!

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  79. Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel. Ich finde es sehr schön wie ehrlich Du uns an deinen Gefühlen teilhaben lässt! Danke dafür!

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