Meine Adventsschreibzeit ist vorbei. Ich habe nicht ganz 24 Texte oder Schnipsel geschafft, so wie ich es mir vorgenommen hatte, aber ich bin trotzdem happy damit. Und wie schon bei den Morgenseiten bin ich über den heutigen letzten Post innerhalb dieses Schreibprojekts froh und traurig zugleich. Froh, dass das Schreibprojekt ungefähr so gelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe, traurig darüber, dass es vorbei ist.

Genau wie nach dem beendeten Morgenseitenprojekt denke ich darüber nach, wie ich diesen Flow retten kann, damit ich von dieser Energie beim Schreiben (nicht nur auf dem Blog) profitieren könnte. Im Augenblick denke ich verschiedene Ideen durch, alle nicht super originell, aber auf die ein oder andere Art dennoch alle geeignet.

  • ich führe einen festen Schreibtag in der Woche ein. Vorteil: die Regelmäßigkeit. Nachteil: ein Artikel in der Woche bringt mich auf keinen Fall so in den Schreibfluss, wie wenn ich mehrere Tage hintereinander schreibe.
  • ich führe eine feste Schreibwoche im Monat ein. Vorteile: ich könnte das thematisch eingrenzen, dann hätte ich nicht nur eine zeitliche Klammer, sondern könnte gezielt zu einem bestimmten Thema konzentriert etwas zusammenstellen. Außerdem machen mehrere Tage schreiben schreibtechnisch mehr Sinn. Nachteil: ich komme innerhalb einer Woche nicht unbedingt so gut rein, wie mit mehr eingeplanter Laufzeit für ein Schreibprojekt.
  • ich überlege mir mehrere Zeitpunkte im Kalender, zu denen ich mir Schreibprojekte vornehme, ganz unabhängig von solchen festgelegten Zeiteinheiten wie Monaten oder bestimmten Terminen. Vorteile: siehe oben. Nachteil: die Pausen dazwischen könnten wieder länger werden und mir den Schreibvibe killen.
  • oder ich versuche mich im neuen Jahr an einem Mammutprojekt wie 365 Tage bloggen. Vorteil: wenns läuft, kommt der Megaflow. Nachteil: ich nehme mir damit möglicherweise zu viel vor, kriege es sehr schnell nicht mehr umgesetzt und lasse das Schreiben dann vor lauter Frust gleich ganz.

Meine Tendenz geht im Moment zu einer Mischung aus Idee zwei und drei, plus vielleicht einen festen Tag in der Woche. Ich habe nämlich wieder mal gemerkt, wie sehr ich es genieße, regelmäßig diesen Blog zu befüllen, mit Gedanken, mit Textschnipseln, mit dem Unperfekten, so wie ich es getan habe, als ich hiermit anfing. Als Berlinmittemom noch ganz am Anfang stand und ich nicht mal ahnte, wohin es gehen könnte oder sollte.

Es tut gut, nicht über Kooperationen nachdenken zu müssen (ja, Privilegien, I know), nicht fremdbestimmt zu sein, nicht auf Themen aufspringen zu müssen, um Trends und entsprechenden Traffic mitzunehmen. Keine “fear of missing out” mehr, kein Druck innerhalb irgendwelcher Netzwerke, kein ständiges Hinterfragen meiner Themen und meiner Nische bezüglich SEO oder Zielgruppenmarketing etc. Nichts davon. Nur dieser Ort, der wieder ganz mir gehört, seit ich aufgehört habe, Kooperationen einzugehen oder bezahlten Content zu erstellen. Obwohl es so viele Jahre sehr viel Spaß gemacht hat und ich auch wirklich gut darin war, bin ich unendlich froh, dass diese Phase vorbei ist. Früher war es richtig, so, wie es heute läuft (Stichwort Influencermarketing zB auf Insta und TikTok) bin ich jeden Tag froh, nicht mehr Teil davon zu sein,

Das Adventsschreiben war auf jeden Fall für mich wieder ein kleines Bausteinchen in dem Gebilde, das ich gerade neu zusammensetze und das mir Stück für Stück die Freiheit zurückgibt, hier einfach frei zu sein, Nur ich, sonst nichts.

Ich freue mich, das hier so viel mitgelesen und kommentiert wurde. Das bedeutet mir nach wie vor so viel, vielleicht mehr denn je: denn wer jetzt hier ist, wer jetzt hier liest, wo es nichts zu gewinnen gibt, keine Rabattcodes, keine Verlosungen – der ist hier wegen meiner Texte und dem, was ich zu sagen habe. Manchmal ist das ganz wenig, nur eine Miniatur eines Gedanken und manchmal ist es mehr. Aber wer jetzt hier ist und weiter hier liest, bringt auch diesen Miniatur Interesse und Wertschätzung entgegen. Und dafür könnte ich nicht dankbarer sein.

Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten und hoffe, ihr verbringt diese Tage in Ruhe und in Frieden, auch und vor allem mit euch selbst. Einige von uns packen heute ihre Täschchen und brechen morgen zur Weihnachtstour ins Haus am Meer auf, andere bleiben hier. Und für den Jahreswechsel werden wir uns hier wieder treffen und das alte Jahr gemeinsam gehen lassen. Bevor es soweit ist, kommt hier definitiv noch ein ausführlicher Buchpost mit Leserückblick aufs alte Jahr. Ist schon in Arbeit.

Bis dahin – passt auf euch auf.

7 Kommentare

  1. Liebe Anna,
    ich würde mich wirklich sehrsehrsehr freuen, auch in Zukunft wieder öfter von dir zu lesen.
    Wegen des Schnickschnacks wie Gewinnspielen oder sowas war ich übrigens nie hier, sondern aus reinem Interesse: um in einen anderen Lebensstil reinschnuppern zu dürfen, in dem ich mich innerlich zu Hause fühle.
    Ich finde toll, wie ihr das macht, gönne euch von Herzen all das Schöne und genieße, durch deine Texte ein bisschen dabei sein zu können.
    Und in Anlehnung an die Debatte darüber, ob du euren Wohlstand hier thematisieren solltest: auf jeden Fall! Mir macht das ein schönes Gefühl, gibt mir Hoffnung und ermöglicht mir z. B. auf Reisen zu gehen, die ich so momentan gar nicht machen könnte.
    Ich liebe deine Buchtipps und Rezepte, deine Gedanken zum Leben mit drei (+) Kindern und deine Reiseberichte. Ich bewundere eure gelassene Gastfreundschaft und und und.
    Wenn du es schaffst, hier weiter zu machen, freue ich mich und lese gerne mit. Danke für deine Mühe!
    Ich wünsche Dir und deinen Lieben ein frohes Weihnachtsfest!

    • Liebe Anna, vielen Dank für Dein Dezember-Schreibprojekt, ich habe jeden Artikel mit Freude gelesen und meist irgendeinen Gedanken für mich mitnehmen können. Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein glückliches neues Jahr und hoffe, hier weiterhin Deine Texte Lesen zu können!

  2. Anna, das wäre wirklich wunderbar, wenn du deine Gedanken wieder öfter hier fließen lassen würdest!
    Ich folge dir auch schon ewig (+- 10 Jahre) und das nicht, weil es hier so megatolle Gewinnspiele gibt ;o) Ich bin so gerne Mäuschen bei euch und habe hier schon sooo viel mitgenommen an Buchtipps, Rezepten (deine Husarenknöpfe gehören bei uns zu den Must-Haves zur Weihnachtszeit) und Denkanstößen (die “Überlebenstipps” für Mamas hingen eine zeitlang an meinem Kühlschrank!). Ich würde mich sooo freuen, wenn du uns weiter mitnimmst.

    Alles Liebe <3
    Nadine

  3. Danke für das Adventsbloggen…, die warmen Worte , die inspirierenden Ideen und ich freue mich auf was neues.Kerstin

    • Liebe Anna
      Ich lese seit Jahren still bei dir mit. Ich liebe deinen Schreibstil und es interessiert mich sehr, wie du mit manchen Themen umgehst. Sehr toll finde ich auch, dass du übers Zusammenleben mit Teenagern schreibst. Bei mir geht es gerade so los und ich finde du hast eine wunderbare Art, den Fokus aufs Positive zu richten, ohne das Negative auszuschweigen. Ich würde mich sehr freuen, wenn du die Muse findest weiter zu schreiben. Wenn du manchmal eine längere Pause machst, fühlt es sich manchmal so an, als ob eine Freundin sich nicht mehr meldet.
      Ich wünsche dir und deinen Liebsten nur das Allerbeste im kommenden Jahr.
      Liebe Grüsse aus der Schweiz!
      ⭐️

  4. Liebe Anna,
    danke für die Begleitung durch die Weihnachtszeit, du bist einer der wenigen Bloggs, die ich lese und das immer wieder sehr gerne. Vor allem bist du nur einer von zwei Bloggs, die ich gelegentlich kommentiere, weil ich das absolute Bedürfnis habe, dir für deine (im wahrsten Sinne des Wortes) guten Worte und Gedanken etwas zurückgeben zu wollen.
    Alles Liebe Andrea

  5. Liebe Anna, danke fur deinen wunderbaren, authentischen Blog. Hier geht es um Alltag, Gefühle und Gedanken, Erinnerungen und ganz berührende Momente aus deinem Leben. Dein Blog spart auch Unperfektheiten und Probleme nicht aus. Und was ich besonders gut finde: Du hast eine Meinung und vertrittst diese. Siehe aktuell die Beiträge, die du zur Situation der Frauen im Iran teilst. Deshalb lese ich hier so gern. Und in allem und über allem steht ein tiefes Mitgefühl von dir für deine Mitmenschen. Mach doch gleich ein Januar-Schreibprojekt – Weihnachten dauert ja bis Anfang Februar und nach dem Jahreswechsel finde ich es immer so schade, dass der wunderbare Advent schon wieder vorbei ist.

    Mach weiter so liebe Anna.

    Almut
    .

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