So, jetzt habe ich mir seit Tagen Listen gemacht und alles gesammelt, was ich meinen Kindern in den letzten Jahren so vorgelesen habe: Bilderbücher und Vorlesebücher, Märchensammlungen und Balladen. Außerdem die Bücher meiner Großen, die sie in den letzten Jahren selbst gelesen hat. Wir haben wirklich viele Lieblingsbücher! Es ist kaum möglich, eine Hitliste zu erstellen, zumal auch so viele dabei sind, die quasi zur Allgemeinbildung gehören, wie Lindgren und diverse Märchensammlungen. Ich habe also beschlossen, heute mit einem Buch anzufangen, das (noch) kein Klassiker ist, sondern mit einem, das ich selbst erst vor kurzem entdeckt und noch nicht an allzu vielen Kindern ausprobiert habe.

Das erste Lieblingsbuch in meiner Liste gehört in die Kategorie Bilderbücher und ist für Kinder ab ca. 4-5 Jahren geeignet. Ich denke aber, gut vermittelt und wenn nötig abgekürzt oder nachbrereitet, kann man es auch schon interessierten Dreijährigen anbieten. An meiner teste ich als nächstes!

Jojoba ist ein Bilderbuch im Lappan Verlag von Anne Wilsdorf, das sich eigentlich mit der Thematik der Adoption beschäftigt. Das hat mir vor allem deshalb gefallen, weil es zu dieser Thematik gar nicht so viel gibt für Kinder, obwohl es doch so viele betrifft. Mit detailreichen und liebevollen Illustrationen wird die Geschichte von Farafina erzählt, die ihrer Mutter zum Geburtstag ein Baby schenkt. Sie hat das Baby im Urwald gefunden und bringt es mit nach Hause. Die Besonderheit hier: Farafina und ihre Familie sind schwarz, das Baby ist weiß. Und obwohl die Mutter immer sagt, ihre Kinder seien ihr größter Schatz, will sie das Baby nicht behalten. Aber Farafina und ihre Geschwister geben sich damit nicht zufrieden und kämpfen für ihr Baby, das sie als Geschwister adoptieren wollen. Witzig aber nicht blödelig, schön illustriert, gut präsentiert bei Lappan – ein ganz gelungenes Bilderbuch, das es sowohl im Hardcover bei Lappan für 12,95€ als auch bei Beltz für angenehme 5,95€.

Jojoba und Farafina sind jedenfalls bei meinem Sohn ziemlich hoch im Kurs und neben den unvermeidlichen Olchis, die es sicherlich NIE auf eine meiner Lieblingslisten schaffen werden (bei meinem Sohn aber ganz oben stehen!) im Moment eins der abendlichen Musts.

Ach, die ollen Olchis. Ich verstehe ja, dass er die Idee lustig findet: sie rülpsen und furzen und fluchen, das ist natürlich der Hit. Aber ich finde es so langweilig beim Vorlesen, keine schöne Sprache, öde Stories. Aber wie gesagt, im Augenblick unvermeidlich. Da werde ich heute abend wieder ran müssen:  Fliegenfurz und Olchischleim!

5 Kommentare

  1. Bitter mehr Tipps, genau sowas brauche ich jetzt. Sohn lässt sich *endlich* mit Ausdauer Geschichten vorlesen, und wir ham nix Passendes (was seinem Horizont entspricht). Ich werde weiterlesen.

      • Tja. Gute Frage. Komplizierte menschliche Interaktionen versteht er noch nicht. Tiere sind gut, freche Kinder, Dinge aus seiner Lebenswelt (Kita, Klo-Gehen, Familie, Krankheit, …). Er hat schon auch Fantasie, aber seine Fabulierereien sind so random, dass ich seine Lieblingsthemen echt nicht antizipieren kann.
        Hmmm. Etwas konkreter: Er mag zum Beispiel den Grüffelo.

      • Dazu fällt mir spontan was ein. Als Erstes: wenn er Grüffelo mag, mag er sicher nicht nur die Bilder oder die Geschichte sondern auch die Reime. Alle Kinder stehen auf diese rhythmische und melodische Sprache. Hab ich noch nie anders erlebt. Und da gibt es einiges, was richtig schön ist. Um bei Scheffler zu bleiben „He, Duda“. Gabs beim Bub zum zweiten Geburtstag von der Buchhändlerin meines Vertrauens und ist ein Dauerbrenner, quasi durch mehrere Kinder hindurch. Aber schöne gereimte Sachen gibts auch im Kleinformat von James Krüss (z.B. Henriette Bimmelbahn) oder Nadia Budde. Die liebe ich persönlich sehr und die wird auch noch Gegenstand der Buchempfehlungen sein…

      • Danke! H. Bimmelbahn haben wir, aber das andere schau ich mir mal an! Bin gespannt auf weitere Tipps, auch für andere Altersgruppen.

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