Die Ferien sind zu Ende. Ich hebe den Kopf, schaue mich verwundert um und stelle fest: es ist wahr. Die Schule hat wieder angefangen, mein Schulmädchen ist eine Viertklässlerin, der Bub ist stolzer Vorschüler, und ich verbringe erneut meine Vormittage stundenweise in der Kita und gewöhne die Kleinste ein. Es kommt mir bereits wieder vor, als würde sich mein Alltag aus Morgenkreisen und Obstfrühstücken zusammensetzen, aus dem morgendlichen Befüllen von Snackboxen und Trinkflaschen, Soundtrack dazu: the wheels on the bus go round and round…

Ich schaue meine Kinder an und sehe drei gebräunte Ferienkinder, die Gesichter noch voller Sonne, sich eifrig in ihre Schulroutine stürzend und es kommt mir vor, als wären sie in den sechs Wochen mehr gewachsen, hätten sich mehr entwickelt, als in den Monaten davor. Natürlich stimmt das nicht, kann ja gar nicht sein, aber jedes auf seine Weise ist verändert. Die Große, hochgeschossen und in Miniaturshorts sieht aus, als stelze sie auf langen Beinen geradewegs in die Vorpubertät, das kleine Mädchen ist plötzlich wahnsinnig selbständig und dem Bub dringt das Testosteron aus allen Poren (dazu später).

Und ich? Werfe einen letzten sehnsüchtigen Blick auf meinen noch in den Ferientagen angefangenen Krimi, von dem ich weiß, ich werde nun ewig brauchen, ihn zu Ende zu lesen und tröste mich mit der Aussicht auf ungestörtere Schreibtischtage, wenn ich die Eingewöhnung der Kleinsten hinter mich gebracht haben werde. Denn das ist eigentlich ein unerhörter Augenblick – mein letztes Kind verlässt erstmalig das Haus. Es wird stundenlang die Tage woanders verbringen und ich werde… allein sein! Dann werde ich arbeiten, ich werde schreiben, dass die Tastatur glüht, ich werde endlich mein Arbeitszimmer fertigstellen, ich werde jeden Tag meinen verwaisten Crosstrainer heimsuchen. In wunderbarer Abgeschiedenheit werde ich sein und werde zu DINGEN kommen, von denen ich in den letzten Jahren nur träumen konnte! Hach.

Aber bis es so weit ist, verbringe ich die Tage zwischen Fingermalfarben und Kita-Spielplatz, bis mein Töchterlein sich „richtig gut auskennt, Mama, dann darfst du gehen“. Auf den Tag warte ich. Und wenn er gekommen sein wird, schlägt meine Stunde.

Einstweilen zweige ich mir wieder häppchenweise meine Schreibzeit ab. Und die Zeit für berlinmittemom. Back to school, back to every day’s business, back to blogging.

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