Vorletzte Woche war hier große Aufregung. Ich schrieb in meinem Corona-Alltagscheck darüber, habe aber auch auf meinen Social Media-Kanälen berichtet, dass das Goldkind als Erstkontakt einer infizierten Lehrerin vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt wurde, ebenso wie der Rest ihrer Klasse und eine Parallelklasse. Ein Riesenschreck für uns alle. Mein Kind in Quarantäne? Müssen wir jetzt auch alle zu Hause bleiben? Was sind die Empfehlungen für eine häusliche Quarantäne bei Covid19? Und was ist der Unterschied zwischen Isolation und Quarantäne?

Kind in Quarantäne: Reaktionen und Grundsätzliches

Wer nur die Posts auf Insta und FB gelesen hat, erhielt eher ein verkürztes Bild dessen, was wir hier wie gemacht haben, aber die Reaktionen fielen sehr unterschiedlich aus. Von Zuspruch über sachliche Nachfragen bis hin zu entsetzten Aufschreien über „Kindeswohlgefährdung“ und „Unverhältnismäßigkeit“ war alles dabei. Ich musste zwischendurch erstmal ein bisschen durchatmen und auch meine eigenen Gefühle diesbezüglich überprüfen, aber jetzt will ich doch noch mal etwas dazu schreiben. Nicht, weil ich das Gefühl habe, mich rechtfertigen zu müssen, sondern weil mir Folgendes wichtig ist: die Pandemie, in der wir uns befinden, wird noch andauern.

Covid19, das neuartige Coronavirus, ist gekommen, um zu bleiben und ist gerade dabei, sich durch alle Altersgruppen und gesellschaftlichen Schichten durchzufressen. Wir alle sind auf die ein oder andere Art mit dem Virus konfrontiert und müssen damit umgehen, wie es unser tägliches Leben verändert und viele unserer alltäglichen Selbstverständlichkeiten aushebelt. Das betrifft unser Arbeitsleben, das öffentliche Leben, vor allem aber unser Sozialleben. Und das tut am meisten weh. Aber gerade, weil das für uns alle so neu ist und wir das alle zum ersten Mal machen und durchleben, halte ich persönlich es für so wichtig, darüber zu schreiben, wie es uns im Alltag betreffe kann. Wie wir als Familie eine Situation erstmalig erlebt haben, die garantiert noch auf viele von uns alle zukommen wird, die wir Kinder in Schulen und Kitas haben.

Quarantänemädchen | berlinmittemom.com

Corona ist voll da, auch wenn wir das alle den Sommer über gerne verdrängt haben. Corona liebt die Ansammlungen von Menschen und fragt nicht nach Alter, Gesundheitsstatus oder Krankenversicherung. Corona wird bleiben und wird sich weiter ausbreiten und wir müssen alle wissen, womit wir es zu tun haben und wie wir damit umgehen können.

An der Stelle eine klare Ansage von meiner Seite: wer das Virus leugnet oder verharmlost, ist hier nicht richtig. Wer das Virus mit Grippe oder HIV oder einer Krebserkrankung oder was  auch immer vergleicht, um die Maßnahmen, die zur Zeit gegen die Ausbreitung ergriffen werden, als unverhältnismäßig darzustellen oder sie gar als Teil eines großen Plans versteht, das „Grundgesetzt auszuhebeln“ und eine „Diktatur zu errichten“, ist hier falsch. Wer befürchtet, zwangsgeimpft zu werden oder Bill Gates als Strippenzieher einer Weltverschwörung sieht, ist hier falsch.

Ich will und werde weder hier noch auf einer anderen Plattform über diese Dinge oder andere „alternative Fakten“ diskutieren. Worum es hier einzig und allein gehen kann und soll, ist die Frage, wie wir als Eltern mit unseren Kindern durch diese Zeit kommen. Wie wir damit umgehen können, wenn wir aufgrund von Erstkontakt mit Infizierten in Quarantäne geschickt werden. Was die Möglichkeiten und Grenzen dessen sind, was das bedeutet: es muss ein Kind in Quarantäne. Und weil das alles überall gerade erst anfängt und wir alle zum ersten Mal in dieser Situation sind, berichte ich jetzt hier einfach noch mal genauer, wie wir als Familie damit umgegangen sind.

Covid19 in der Schule: Zuständigkeiten und Maßnahmen

Die Quarantäne für das Goldkind endete offiziell letzten Dienstag. Sie wurde für sie sowie für alle ihre Mitschüler*innen vom Gesundheitsamt angeordnet, weil ihre Klassenlehrerin positiv auf Corona getestet wurde und betrug 14 Tage ab letztem Kontakt mit der infizierten Lehrerin. Außerdem betroffen: eine komplette Parallelklasse samt ebenfalls erkranktem Klassenlehrer, eine positiv getestete Fachlehrerin derselben Klassenstufe und einzelne Kinder aus einem anderen Jahrgang, zu denen diese Lehrerin vereinzelt Kontakt hatte. Insgesamt sind wir an der Schule glimpflich davongekommen, da die Infektionen durch regelmäßige Tests der Lehrer*innen aufgefallen sind und relativ schnell Maßnahmen ergriffen werden konnten.

Wie lief das ab?

Anfang der Woche vom 07. September erreichte uns die Nachricht, dass der Klassenlehrer der Parallelklasse positiv getestet und seine ganze Klasse in Quarantäne geschickt wurde. Außerdem wurden alle Kolleg*innen, die direkten Kontakt mit ihm hatten, unter Quarantäne gestellt und getestet. Da war das Goldkind zwar bereits seit zwei Tagen mit Halsschmerzen und Schnupfen zu Hause, war aber im kritischen Zeitfenster für eine potentielle Ansteckung noch in der Schule gewesen. Da unsere Schule in Kooperation mit einem Labor ein Testkontingent für alle Angehörigen der Schulgemeinschaft zur Verfügung stellt, ließen wir uns alle testen und waren zunächst erleichtert, als die Tests alle negativ ausfielen. Wir wähnten uns in Sicherheit, das Goldkind gab sich relativ fröhlich ans Homeschooling, das für beide Quarantäne-Klassen mit Vertretungslehrer*innen bereits ab Mitte der Woche startete. Irgendwie waren wir einigermaßen naiv, wie wir dann begriffen, als wir samstags einen Anruf vom Gesundheitsamt bekamen.

Distance Learning in der Corona Quarantäne | berlinmittemom.com

Meldung beim Gesundheitsamt – Wer ist zuständig?

Der sehr nette Mann vom Gesundheitsamt, der uns am Telefon alles ausführlich erklärte, setzte uns dann ins Bild: die Schule hat laut Berliner Senat die Weisung, alle nach Hause zu schicken, die Erstkontakte mit einer infizierten/erkrankten Person sind. Eine Quarantäne aber kann die Schule nicht verhängen, denn ab der offiziellen Meldung eines Falles übernimmt das Gesundheitsamt. Das ist die einzige offizielle Stelle, die auch die Quarantäne anordnet, und zwar individuell gemessen am Tag des letzten direkten Kontaktes mit der infizierten Person. Es werden also alle Erstkontakte erfasst und abtelefoniert. In unserem Fall kam der Anruf drei Tage nach der Meldung, dass die Klassenlehrerin positiv getestet wurde, vier Tage nach unserem negativen Test und fünf Tage nach dem letzten direkten Kontakt, den das Goldkind mit der Klassenlehrerin hatte. Wir lernten dann auch, dass der schon vorliegende negative Test für das aktuelle Infektionsgeschehen nicht aussagekräftig war, weil die Tests immer erst anschlagen, wenn die getestete Person selbst ansteckend ist und das ist sie erst frühestens zwei Tage nach der eigenen Ansteckung. Zwischen dem letzten Kontakt und dem Test lagen aber nur 24 Stunden. Uff.

Was passiert als Nächstes?

Jetzt wurde uns mitgeteilt, dass die Quarantäne für das Goldkind 14 Tage beträgt, gerechnet ab dem letzten Tag des direkten Kontaktes. Eigentlich hatten wir also schon 6 Tage rum, ohne dass wir echtes Quarantäneverhalten gezeigt hätten, abgesehen davon, dass sie zu Hause war, weil ihre ganze Klasse zu Hause bleiben musste. Aber durch den negativen Test hatten wir uns in Sicherheit gewogen und sie hatte zumindest engen Kontakt zu uns und ihren Geschwistern gehabt, sowie auch zu zwei ihrer besten Freundinnen. Da wir jetzt wussten, dass der Test eigentlich nicht aussagekräftig war für den Kontakt mit der erkrankten Lehrerin, ging uns noch mal ordentlich der Arsch auf Grundeis. Was, wenn sie es doch gekriegt hatte? Und wir alle nicht vorsichtig genug damit umgegangen waren, weil wir dachten, sie sei negativ?

Kind in Quarantäne zu Hause

Der Mann vom Gesundheitsamt gab uns ausführlich Auskunft darüber, wie wir mit der Quarantäne weiter umgehen sollten. Einige seiner Aussagen waren krass, auch wenn sie alle Sinn ergaben. Er sagte uns…

  • dass das Goldkind auf keinen Fall das Haus verlassen und keinen Besuch bekommen dürfe.
  • dass sie sich hauptsächlich in ihrem Zimmer aufhalten solle.
  • dass sie, wenn möglich, eine Toilette/ein Bad allein nutzen solle und falls das nicht ginge, wir das Bad und die Toilette ständig (mehrfach täglich) reinigen sollten.
  • dass sie die Mahlzeiten nicht am Familientisch einnehmen solle, es sei denn, man könne dabei genügend Abstand zu ihr halten.
  • dass sie Maske tragen solle, wenn sie sich in den Gemeinschaftsräumen aufhalte, aber dass es besser sei, das zu vermeiden, wenn möglich.
  • dass sie, sofern es möglich sei, nicht das Schlafzimmer mit einem anderen Familienmitglied teilen solle.
  • dass wir täglich ihre Temperatur messen und notieren sollten, weil eine auch schon geringfügig steigende Körpertemperatur auf das Entwickeln von Symptomen hinweisen könne.
  • dass wir auf folgende Symptome achten sollten: Fieber, Husten, Bauchschmerzen, Durchfall, Schnupfen, aber vor allem Geruchs- und Geschmacksverlust.

Quarantänebestimmung in der Familie | berlinmittemom.com

Weiterhin sagte er, dass der Rest der Familie ausdrücklich nicht unter Quarantäne stehe und das lediglich das Kind in Quarantäne müsste, aber wir so gut es ginge Abstand zum Goldkind halten sollten. Außerdem wurde sie zum Test ins zuständige Gesundheitsamt bestellt. Dazu wurde uns gesagt, dass nur ein Elternteil sie begleiten dürfe und wir uns anderen Eltern/Kindern aus der Klasse, die wir dort möglicherweise sehen würden, nicht nähern dürften. Er sagte uns dann noch, dass sie sich telefonisch wieder melden würden, um zu überprüfen, wie es ihr ginge, ob sie Symptome entwickeln würde und wie es mit der Quarantäne klappen würde. Tatsächlich rief er innerhalb der folgenden Woche noch zweimal an.

Abstand von der Familie? Geht das überhaupt?

Ist ein Kind in Quarantäne und der Rest der Familie nicht, ist die große Herausforderung natürlich, dass man nicht nur irgendwelche Abläufe, Regeln und Umgang festlegen muss, um sich möglichst an die Vorgaben des Gesundheitsamtes zu halten und niemanden zusätzlich zu gefährden, sondern man muss vor allen Dingen ausbalancieren, wie diese Vorgaben mit dem normalen Familienleben und allen Impulsen, die man als Eltern oder Geschwister natürlicherweise hat, kompatibel sind.

In unserem Fall hatten wir mehrfach „Glück“:

  • wir haben mehr als ein Bad zur Verfügung, dieser Punkt war also leicht umzusetzen
  • das Kind hat ein eigenes Zimmer und kann alleine schlafen, das war also auch kein Problem
  • sie war nicht krank, hatte keinerlei Symptome, fühlte sich gesund und fit. Es gab also auch nicht das Problem, dass es ihr schlecht ging und sie Pflege und rein körperlich besondere Zuwendung gebraucht hätte – was die seelischen Bedürfnisse angeht, das steht auf einem anderen Blatt.
  • Unser Wohnbereich ist groß und luftig, wir haben einen fast drei Meter langen Esstisch und einen direkt daran angrenzenden Garten und – das Wetter war gut. Wir konnten also das Goldkind an das eine Ende des Tisches setzen und wir alle rückten am anderen Ende zusammen, wenn wir gemeinsam aßen. Wir konnten die Türen zum Garten öffnen und für Durchzug und gute Belüftung sorgen, wenn wir zusammen im Wohnzimmer waren. Sie musste also nicht alle Mahlzeiten alleine in ihrem Zimmer essen, obwohl sie die meisten tatsächlich oben einnahm.
  • Ich bin zu Hause, mein Mann ist im Homeoffice, der Bub war als Geschwisterkind auch zu Hause (eine reine Vorsichtsmaßnahme der Schule, keine Anordnung des Gesundheitsamtes), so dass sie tatsächlich nie allein war. Wir konnten immer reagieren, wenn sie etwas brauchte, wir konnten ständig miteinander sprechen und Zeit zusammen verbringen. Es ging ihr gut. Und wenn es mal nicht so war, war immer jemand für sie da.
  • Das Testergebnis kam innerhalb von 24h, das hat uns alle sehr erleichtert. Dadurch konnten wir innerhalb der Familie die Vorsichtsmaßnahmen sinken lassen, auch wenn ihre Quarantäne noch nicht vorbei war.
  • Die Schule war super hilfreich. Dadurch, dass die ganze Klasse in Quarantäne war, lief ab Tag 1 der Distanzunterricht via Microsoft Teams wie am Schnürchen. Das Goldkind hatte einen durchgetakteten Schultag ab 8:30h, so kam keine Langeweile auf.

Hybridschule in der Quarantäne | berlinmittemom.com

Ich muss sagen, dass das alles dennoch eine herausfordernde Erfahrung für uns alle war, natürlich besonders für das Goldkind. Dabei hatten wir ja in jeder Hinsicht Glück, am meisten wohl bezüglich der Infektion: wir sind alle gesund geblieben. Aber auch sonst liefen diese Tage für uns glimpflich ab und wir hatten alle Möglichkeiten, die Vorgaben einzuhalten, ohne zu viele Einschränkungen und ohne das Kind in Quarantäne zu sehr zu belasten.

Kind in Quarantäne, der Rückblick: Gedanken und Gefühle

Es war eine turbulente Woche für uns als Familie und ich fürchte, es warten noch mehr solche Zeiten auf uns im gerade begonnenen Herbst und bevorstehenden Winter. Denn dieses ekelhafte Virus hält gerade einen Siegeszug durch alle Länder und Kontinente ab. Es breitet sich immer weiter aus. Und solange wir keine geeigneten Medikamente zur Behandlung von Covid19 haben, solange wir immer noch nicht wissen, wie und warum das Post Covid19-Syndrom entsteht und richtig behandelt werden kann, solange wir keine anderen Möglichkeiten haben, als Abstand zu halten, Menschenansammlungen zu meiden, bekannte Hygienemaßnahmen zu ergreifen und uns und andere mit Atemschutzmasken zu schützen – solange ist das Befolgen der Anordnungen zuständiger Gesundheitsämter das Einzige, was wir tun können, um zur Eindämmung beizutragen.  Daran gibt es für uns als Familie keine Zweifel.

Kind in Corona Quarantäne | berlinmittemom.com

Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen. Ich glaube, wenn das Goldkind krank geworden wäre, hätten wir andere Entscheidungen getroffen. Dann hätten wir uns möglicherweise alle freiwillig in Quarantäne begeben, um den Abstand innerhalb der Familie zu ihr nicht einhalten zu müssen. Oder wir hätten uns aufgeteilt, ein Elternteil wäre mit ihr in Quarantäne gegangen, der andere hätte die anderen beiden Kinder betreut und den Abstand eingehalten. Ich denke, es ist wichtig, in der jeweiligen Situation die einzelnen Aspekte genau anzuschauen und dann eine gute Entscheidung für die Familie zu treffen. Nicht alle Maßnahmen können zB mit kleineren oder kranken Kindern so eingehalten werden, das weiß auch das Gesundheitsamt. Und nicht alle Familien können in ihrem häuslichen Umfeld alle Vorgaben so befolgen, es ist schlicht räumlich und organisatorisch nicht möglich. Dennoch: wir müssen versuchen, uns so gut wie möglich an die Vorgaben des Gesundheitsamtes zu halten und sie ernst zu nehmen, denn das ist das einzig Verantwortungsvolle inmitten einer Pandemie.

Wir sind nicht allein auf der Welt. Wir sind Teil eines großen Ganzen und sind darauf angewiesen, dass unsere gesellschaftlichen Systeme weiterhin funktionieren. Dabei kommt es auf uns alle an. Wir tragen auch als Einzelne eine Verantwortung gegenüber anderen, gegenüber unseren Mitmenschen, egal welchen Alters, egal, ob mit oder ohne Vorerkrankung, unabhängig von ihrem sozialen Status, ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts, ihrer Religion, ihrer Herkunft und sexuellen Orientierung. Niemand von uns hat das Recht, andere an  Leib und Leben zu gefährden, weil er irgendwelche Maßnahmen für unverhältnismäßig hält. Und wir sprechen hier von oben beschriebenen Verordnungen zur Quarantäne innerhalb der Familie, im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes, wir sprechen nicht von „Einzelhaft“ und Corona-Lager, nicht von Isolation oder Entzug irgendwelcher Grundrechte. Aber diese Diskussion möchte ich hier wie gesagt gar nicht erneut aufmachen.

Setz deine Maske auf, schütze andere | berlinmittemom.com

Ich denke, als Familie in Quarantäne zu müssen, das steht vielen von uns in den kommenden Wochen und Monaten (erneut) bevor. Angesichts der weiterhin ansteigenden Corona Infektionszahlen in Deutschland steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass hier erneut ein Kind in Quarantäne muss, denn die Schulen sind nicht ausreichend ausgestattet und aufgestellt, was die Infektionsgefahr für Lehrer*innen und Schüler*innen betrifft. Wir werden meiner Meinung nach sehen, dass Schulen die neuen Hotspots werden. Daher rechne ich damit, dass häusliche Quarantänen sich mit steigenden Fallzahlen häufen und wir wieder in diese Situation kommen werden. Und mit uns viele von euch, daher dieser Artikel, der hoffentlich informiert, aufklärt und vielleicht ein bisschen die Angst minimiert, die alle Eltern um ihre Kinder haben.

Wart ihr durch Corona schon von einer Quarantänesituation betroffen oder habt Erfahrungen mit einem Kind in Quarantäne? Wie sind eure Erfahrungen? Ich würde mich über mehr Erfahrungsberichte freuen und beantworte natürlich auch gerne noch alle offenen Fragen, die ihr möglicherweise habt. Ich bitte allerdings um einen respektvollen Umgangston und weise nochmal daraufhin, dass ich mich auf keinerlei Diskussionen zur Existenz und Gefährlichkeit des Corona Virus einlassen werden, ebenso wenig werde ich auf Verschwörungstheorien o.ä. eingehen. Links zu entsprechenden Seiten, die Fake News verbreiten oder zu unseriösen Quellen werde ich löschen. Für so etwas biete ich keinen  Plattform.

Passt auf euch und aufeinander auf.

24 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen ausführlichen und ehrlichen Bericht. Mein Kind ist Quarantäne, das ist tatsächlich das, wovor ich am meisten Angst habe *drop*. Aber auch hier stehen im Zweifelsfall zwei Bäder zur Verfügung und auch ein eigenes Zimmer, viele Möglichkeiten zum Lüften…das macht mir etwas Mut.

    • Schön war das wahrlich nicht, das stimmt. Aber nach dem ersten Schreck war es eben durchaus auch ganz ok zu managen. Natürlich habe ich denn Riesenvorteil, zu Hause zu sein, d.h. ein Switch zu Distance Learning ist nicht so ein großes Problem hier. Das Schwerste war der Abstand zum Kind, aber auch dafür haben wir einen guten Umgang gefunden. Falls es uns wieder trifft, sind wir vorbereitet. Liebste Grüße!

  2. Vielen Dank für diesen Post! Ich finde das sehr interessant zu lesen, da ich auch glaube, dass es diesen Herbst/Winter viele betreffen wird, die schulpflichtige Kinder haben. Schön dass ihr alles gut überstanden habt! Und danke für deine klaren Ansagen gegenüber allen „Corona-Leugnern“ und allen die meinen, es besser zu wissen.

    Liebe Grüße
    Julia

  3. Hallo,
    wir hatten das in den letzten 2 Wochen auch, die Info kam hier am Abend ihrer Konfirmationsfeier. Eine Mitschülerin war erkrankt, die ganze Klasse in Quarantäne. Hier mussten die beiden Geschwisterkinder auch zu Hause bleiben, das entschied das Gesundheitsamt. Und das war das was ich wirklich schwierig fand. Während die große Tochter Homeschooling via Teams hat, durfte der Mittlere ja nicht in die Schule, bei ihm lief der Unterricht normal weiter, es wurden Arbeiten ohne ihn geschrieben etc. . Eben so als wäre er 2 Wochen „krank“.
    Hier hieß es nur, die darf Haus/ Grundstück nicht verlassen, andere Mitschüler, die von anderen Sachbearbeitern informiert wurden, mussten es so wie eure Tochter handhaben.
    Das Testergebnis wurde uns leider gar nicht mitgeteilt, da so viel ist zur Zeit, würden nur die personifizierte positivem Befund informiert. Auf Nachfrage wurde pauschal die Auskunft gegeben, wohlgemerkt 5 Tage nach Testung, daß sich kein weiterer Mitschüler angesteckt habe. Das lief alles nicht wirklich rund.
    Viele Grüße, Kathrin

    • Ohje, das klingt chaotisch. Ich verstehe ja durchaus, dass die Ämter überlastet sind, aber für die einzelnen Betroffenen macht diese Erkenntnis natürlich nichts besser. Was ein Krimi! Zum Glück seid ihr gesund geblieben!

  4. Danke für deinen Einblick. Hier war ein Kind nun eine volle Woche auf Rat des Kinderarztes zuhause um ggf. andere zu schützen. Und das Geschwisterkind blieb auch daheim. Sonderregel der Kita. Ich fand es machbar, freue mich aber auf ein wenig scheinbaren Alltag. Wer weiß, wie lange…

    • Ja, das Gefühl kenne ich… Man will es auskosten, weil man ahnt, dass es so eine zerbrechliche Normalität ist, die jederzeit enden kann. Ich wünsch euch alles Liebe!

  5. Liebe Anna…
    Einfach nur mal danke. Für deine Haltung! Dein Sichtbarmachen, deine Worte auf dem Blog, auf Insta und mit Immi im Podcast.
    Danke für deine Klarheit und Beständigkeit, gerade in diesen teilweise hoffnungslosen Zeiten!
    Liebe Grüße

  6. Hallo Anna,
    ich bin froh das du so offen darüber schreibst, ich arbeite in einer Apotheke und habe ständig Kontakt mit kranken auch während des ganzen Lockdowns habe ich gearbeitet. Auch ich habe eine 8 Jährige Tochter und bin teilweise an meine Grenzen gestoßen. Wir mussten auch schon 14 Tage zu Haus bleiben weil meine Tochter schlimmen Husten und Fieber hatte und ich immer mit der Angst im Nacken lebe das Virus mit nach Hause zu bringen. Wir sind gut geschützt mit Mundschutz, Kittel etc. aber ständig kommen Menschen ohne Mundschutz in die Apotheke oder nicht richtig über Mund und Nase gezogen und man diskutiert jeden Tag. Mir macht genau das furchtbare Angst dieses rücksichtslose Verhalten der Menschen. Ich bin PTA geworden um Menschen zu helfen und ich kann nicht verstehen warum man nicht 5 Minuten eine Maske tragen kann um andere zu schützen. Ich bekomme ständig zu hören das ich eine schlechte Mutter bin weil ich arbeiten gehe und mein Kind gefährde, das macht mich traurig und auch hoffnungslos, voller Existenzangst denn mein Mann arbeitet in der Veranstaltungsbranche. Deine Worte machen mir aber etwas Mut, vielen Dank dafür.

    Liebe Grüße

    • Liebe Britta, das klingt furchtbar anstrengend und ich kann dich gut verstehen: auf diese Weise immer wieder in Konfrontation gehen zu müssen mit anderen Menschen, ist schrecklich. Und das in einem Beruf, der, wie du schon sagst, eigentlich anderen helfen soll. Neben der Ignoranz und der Verantwortungslosigkeit vieler Menschen ist das die nächste Eigenschaft, die mich wirklich an meine Grenzen bringt: Undankbarkeit und gnadenloser Egoismus. Ich bin froh und dankbar, dass Menschen wie du ihre Jobs gut und gewissenhaft machen, was würden wir als Gesellschaft ohne euch tun? Das wird viel zu wenig geschätzt (auch finanziell) und es gibt zu wenig Respekt für diesen Berufsstand. Ich finde, du bist eine tapfere und eine gute Mutter, denn du lebst deinem Kind Werte vor, die weit über den puren Egoismus hinausgehen. Du zeigst deiner Tochter, dass man für andere da sein kann, auch wenn man Angst hat. Du zeigst ihr, dass du als Mama für sie sorgen kannst und dass du und dein Mann ein gutes Team seid, weil ihr gemeinsam die besten Entscheidungen für eure Familie trefft. Du lebst ihr vor, wie man Verantwortung übernimmt und etwas wirklich Wichtiges tut, für andere, nicht nur für sich selbst. Das ist so wichtig und wunderbar, lass dir da nichts anderes einreden! Ich schick dir liebe Grüße und wünsch dir und deiner Familie alles Liebe!

  7. Tausend Dank für diesen Bericht, für deine Unaufgeregtheit (und Aufgeregtheit an den wichtigen Stellen!), fürs Dasein, ich habe das Bloglesen leider ein wenig verlernt, aber bei dir bin ich immer wieder so gern. Hoffen wir, dass die Unverständigen innehalten und wir im Frühjahr alle sagen können, dass wir gut durch den Winter gekommen sind. Lieben Gruß!

    • Vielen Dank für deinen Einblick.
      Wir hätten zumindest auch den Luxus eines Hauses mit zwei Toiletten und eigenen Zimmern.
      Da ich eine geplante OP habe, bin ich immer angespannter. was wäre, wenn Quarantäne droht (an Ansteckung mag ich gar nicht denken)…dein Artikel kam da gerade recht.
      Ihr habt das alle richtig gut gemeistert.
      Bleibt gesund! LG Tanja

      • Liebe Tanja, ich wünsche dir für die OP alles alles Gute, pass auf dich auf und erhol dich schnell. Ganz liebe Grüße!

    • Liebe Corinne, wie schön, dich hier zu lesen. Ich teile deine Hoffnung, dass die Zahl der Vernünftigen überwiegt und wir mit unserem verantwortungsvollen Verhalten die anderen mittragen und mit schützen. So geht „Herdenimmunität“ auch irgendwie, oder? Liebe Grüße an dich!

  8. Auch von mir vielen Dank für den ausführlichen Bericht und die wirklich klar formulierte Haltung hier. Wir standen gerade so auf der Schwelle zu „Mann muss in Quarantäne“ und da habe ich es mit Gewinn gelesen.
    Wir haben allerdings keine zwei Bäder, das Wohnzimmer ist Durchgangszimmer. Ihm bliebe für 14 Tage unser 12 qm großes Schlafzimmer. Oder die Gartenlaube. Ich muss sagen, es hat mich gegruselt bei dem Gedanken und ich frage mich, wie das erst im Winter werden soll, denn aufgrund seines Jobs wird er noch häufiger in diese Situation kommen. Kein home-office möglich. Mit über 60 ist er auch Risikogruppe. Alles nicht gut.

    • Das klingt wie eine heftige Herausforderung für euch. Das tut mir leid… Man kann nur versuchen, so gut wie möglich auf sich und seine Nächsten zu achten und zu hoffen, dass das auch genügend andere Menschen tun und so dazu beitragen, die Infektionsgefahr zu verringern. Ich drück euch die Daumen und wünsch euch alles Liebe!

  9. Wirklich ein sehr interessanter Bericht, wenn auch der Supergau… Ich hatte bisher noch nicht einmal gewusst, dass die Kinder die Quarantäne alleine machen müssen, sonder wenn die ganze Familie. Tapferes Mädchen

  10. Danke für diese informativen Einblicke. „Wir hatten Glück“ finde ich sehr beschönigend, denn eigentlich heißt es doch: „Wir leben in sehr priviligierten Verhältnissen“. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie das dann für diejenigen aussieht, die in beengten Verhältnissen leben ohne Balkon und Garten …

    • Danke dir für deinen Kommentar. Ja, du hast recht, wir sind privilegiert und das ist mir auch sehr bewusst. Deshalb habe ich das auch genauso aufgeschrieben. Nicht um Standards zu formulieren sondern um klarzumachen, dass die Anforderungen einer Quarantäne nicht für jede*n so erfüllbar sind und dass neben anderen Aspekten auch die Lebensbedingungen eine große Rolle dabei spielen. Natürlich bin ich dankbar, dass das für uns so möglich war. Dass die Gesundheit und das Wohlergehen anderer Menschen in dieser Pandemie aber unter anderem von ihren Lebensbedingungen abhängt, ist schlimm. Und ja, ich empfinde es so, dass wir diesbezüglich Glück haben. Es könnte auch für uns alles ganz anders sein, darüber bin ich mir im Klaren. Liebe Grüße!

  11. Heute noch bei Insta geschrieben und jetzt hat es uns auch getroffen. Eine Lehrkraft beim Mittleren ist positiv getestet. Allerdings ist hier noch große Unwissenheit und wir warten auf Infos. Meinem Mann wurde telefonisch gesagt, 14-tägige Quarantäne gelte ab Aussprache der Quarantäne, nicht ab Kontakt. Wann der Kontakt war, wissen wir nicht, das verwirrt uns auch. Heute waren beide Lehrerinnen in der Schule, die er gestern und heute hatte, die Englischlehrerin trage immer Maske. Bleiben zwei Lehrkräfte, die er Do/Fr hatte. Mein Mann wartet grad auf Rückruf des Gesundheitsamts, denn ich bin Risikopatientin. Laut Mail darf der Mittlere ab jetzt 14 Tage das Haus nicht verlassen. Tests sind offenbar nicht vorgesehen. Er hat ein eigenes Zimmer, aber es gibt nur ein zweites WC; kein zweites Bad. Für mich und Geschwister besteht keine Quarantäne. Meine Nerven liegen blank. Uns wäre ein Test wichtig, damit er wenigstens nicht in der Familie so alleine sitzt, er ist 8. Alles großer Mist. Danke für Deinen ausführlichen Bericht!

  12. Liebe Anna,
    vielen Dank für deinen Bericht und dass du uns so viel Einblick in euer Leben in dieser besonderen Situation gegeben hast. Meine Kinder sind noch kleiner, wahrscheinlich müssten wir uns dann alle in Quarantäne begeben, aber bisher hatten wir die Situation zum Glück noch nicht.
    Toll, dass ihr das alle so toll geschafft habt, besonders das Goldkind.
    Ganz liebe Grüße Janne

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