Ich glaube, ich nerve meine Kids seit wir hier in Reims angekommen sind, mit meinen ständigen Ausrufen wie: “Als ich früher als Kind hier/in Frankreich/in xx (irgendeine Region oder Stadt Frankreichs einfügen) war, habe ich immer…!” Aber es ist wirklich so: ich wandele hier so krass auf den Pfaden meiner Erinnerung, ich nerv mich schon selbst mit diesen ganzen Flashbacks!

Reims mit Teenagern | berlinmittemom.com

Tatsächlich habe ich in den Jahren meiner (frühen) Kindheit die Sommer meist mit meinen Eltern in Spanien verbracht. Portugal war auch mal dabei, aber bis ich ca. 9 war, war es Spanien. Und dann kamen die Urlaube in Frankreich. Die Sommer an der Atlantikküste und die Herbstferien mit Papa in der Provence oder an der Côte d’Azur, wenn dort schon die Nachsaison vorbei war und viele Geschäfte für den Winter geschlossen hatten. Ganz viel meiner Frankreichprägung passierte zwischen 10 und 16. Dann waren meine Eltern getrennt, aber wir fuhren immer noch nach Frankreich, jetzt hauptsächlich in die Bretagne: mit meiner Mutter und ihren Schwestern/Cousinen, mit und zu Freunden, die in der westlichen Bretagne ein Haus gekauft und selbst umgebaut/modernisiert hatten, immer wieder. Dann noch ein Schüleraustausch in Rennes und ein Sommer in der Sprachschule in Cannes, als ich siebzehn wurde – ich bin hier sowas von geprägt, das zieht sich durch alle Bereiche.

Auch mit dem Mann war ich zweimal in Frankreich im Urlaub, bevor wir Kinder hatten und mit der Großen erlebten wir einen unfassbar heißen Sommer 2003, als sie ein Baby war. Dann… fingen unsere langen Sommer auf dem Darß an. Mit einem, mit zwei, mit drei Kindern. Dazwischen Portugal. Und wieder der Darß. Meine Kinder haben definitiv keine Frankreichprägung. Bisher!

Seit wir also gestern in Reims angekommen sind, schwelge ich. Und nerve meine Kinder damit. Es ist die Sprache, das Essen, der Wein (und hier in Reims natürlich: der Champagner) die Kultur, die Architektur, das Wiedererkennen all der Dinge, in die ich mich zuerst schon vor 30 oder 35 oder fast 40 Jahren verliebt habe. Ich bin ziemlich glücklich, dass wir diesen Plan, durch Frankreich zu fahren, so umsetzen. Und ich freue mich, meine Kinder mit meinen eigenen Frankreicherinnerungen zu “nerven” und ihnen davon erzählen, wie ich mich hier in dieses Land und all seine Vielfalt verliebt habe, als ich in ihrem Alter war. Mit 12, mit 13, mit 14 und wieder mit 16, mit 17, mit 18… es hat nie aufgehört. Und heute ist erst unser erster voller Tag hier in Frankreich!

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Was wir heute sonst noch so gemacht haben: die Kathedrale besucht, Champagnerkeller getourt, mit dem Hund in Springbrunnen gespielt, durch Parks und Straßen gewandert, die Porte Mars bestaunt, Salade au Chèvre chaud gegessen, Café au Lait getrunken, im Garten des Hotels mit dem Kellner französisch gesprochen, flaniert, ausgeruht… und gleich gehen wir zum Abendessen in eine Brasserie.

Morgen geht es weiter an die Loire, wo wir für vier Tage ein Airbnb in einem kleinen Dörfchen gemietet haben. Dann werden wir auch selber einkaufen und kochen. Ich freu mich schon auf den typischen französischen Supermarkt – und weiß schon genau, was mir dazu alles für Geschichten einfallen werden.

1 Kommentar

  1. Ich finde das schön, würde es genauso machen und die Kinder nerven :-)

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