Eine Woche ohne Blogpost und schon fühle ich mich schlecht. Zum Glück habe ich die Freitagslieblinge, die ich zusammenstellen kann. Wenigstens gehe ich dabei einmal durch meine Woche kann die guten Eindrücke sammeln und teilen. Das macht immerhin Sinn.

Mein Lieblingsessen der Woche für die Freitagslieblinge habe ich Anfang der Woche gekocht. Es gab Tagliatelle mit selbst gemachtem Petersilienpesto und Erbsen, dazu Garnelen aus der Pfanne und es war sehr, sehr köstlich.

Tagliatelle mit Pesto, Erbsen und Garnelen | berlinmittemom.com

Mein Lieblingsbuch der Woche ist – schon wieder- ein Krimi von Sharon Bolton. Ich hoffe, man verzeiht mir die Berechenbarkeit, aber ich habe drei verschiedene andere Bücher angelesen (heißt bei mir immer, dass ich mindestens 80-100 Seiten lese, bevor ich mir ein Urteil bilde) und sie alle auf die ein oder andere Art für nicht lesenswert befunden. Der Vollständigkeit halber berichte ich hier mal davon. Angefangen habe ich mit dem erste Band der Reihe um Madame Le Commissaire, in der Hoffnung, eine neue Reihe zu finden, die ich dann wegfräsen kann. Es fing auch sehr schön an mit provenzalischem Ambiente und Personal, ist aber entweder unfassbar schlecht übersetzt oder einfach so langweilig geschrieben, dass ich nicht weiterlesen konnte. Nicht mal der Mord ist interessant und die inneren Monologe der Titelheldin sind… gähn… wo war ich gleich? Das zweite Buch war dann der vielgelobte Thriller DNA von Yrsa Sigurdardottír (Amazon Partnerlink), der ganz  vielversprechend anfing, mir dann aber auch zu langatmig und kleinteilig wurde. Vielleicht wäre das noch was geworden, aber dann habe ich das Buch im Haus am Meer liegenlassen und das war’s dann für’s Erste. Als letztes hatte ich mich an Ragnar Jonassons Dunkel (Amazon Partnerlink) versucht, dem ersten Band der sogenannten Hulda-Trilogie rund um eine kurz vor der Pensionierung stehende Kommissarin, die sich zum Abschluss ihrer Berufstätigkeit einen Cold Case aussucht, um ihn schnell noch vor dem Ruhestand zu bearbeiten. Hulda ist aber wahrscheinlich die deprimierendste Figur, die ich seit langem zwischen zwei Buchdeckeln getroffen habe: Mann tot, Kind tot, alle Kollegen gegen sich, die einzige Freundin ist doch keine Freundin und alle anderen menschlichen Kontakte drehen sich um die russische Zwangsprostituierte, deren Tod sie aufklären will. Und all das ist leider neben aller Tragik ebenfalls entsetzlich langweilig beschrieben. Das, was vielleicht Mitgefühl und Sympathie erwecken soll bei der geneigten Leserin, hat bei mir nur zu einem hohen Level an Genervtheit geführt und schließlich dazu, das Buch wegzulegen.

Sharon Bolton: Er liebt sie nicht | berlinmittemom.com

Also Sharon Bolton. Ihr Roman Er liebt sie nicht (Amazon Partnerlink) ist nicht Teil einer Serie um eine Kommissarin wie die Lacey Flint-Reihe oder die beiden verbundenen Bände um Florence Lovelady, Der Schatten des Bösen (Band 1, Amazon Partnerlink) und Das Gift des Bösen (Band 2, Amazon Partnerlink). Aber in bewährter Sharon Bolton-Weise setzt auch hier die Handlung sofort hochspannend ein, und man will gleich mehr wissen und taucht in die Geschichte ein. Im Mittelpunkt steht auf der einen Seite ein verurteilter Frauenmörder, der auf seiner Unschuld besteht und eine junge Strafverteidigerin und Autorin von True Crime Stories, die von ihm immer wieder Briefe erhält mit der Bitte, seinen Fall zu übernehmen. Beide Figuren sind vielschichtig angelegt und interessant, die Dialoge sitzen und der Sog packt mich sofort. Das ist also mal wieder eine echte Empfehlung für einen spannenden Krimi für meine Freitagslieblinge.

Mein Lieblingsmoment der Woche hat im Haus am Meer stattgefunden, wo wir am Wochenende einen Tag mit meiner Schwester, ihrem Mann und den Neffchen verbracht haben. Da wir uns routinemäßig und auf eigene Kosten gerade alle hatten auf Corona testen lassen und alle Ergebnisse negativ zurückkamen, haben wir ein Wiedersehen gewagt. Wir haben uns tatsächlich seit Anfang Dezember nicht gesehen!  Was für eine absurd lange Zeit im Leben eines gerade 5- und eines gerade 2jährigen. Und auch für uns andere – viel zu lang. Wir haben uns sehr gefreut und uns schwer wieder getrennt, aber es war immerhin ein Lichtblick.

Wir hatten einen wunderschönen gemeinsamen Tag mit abendlichem Baden in der Ostsee – was wahrscheinlich zugleich das Abbaden für dieses Jahr war. Magische Momente.

Haus am Meer |  berlinmittemom.com

Über meinen Lerneffekt der Woche muss ich ein bisschen nachdenken. Ich fühle mich nicht wirklich so, als hätte ich etwas gelernt. Eher so, als würde ich mal wieder diese aktuelle Welt nicht verstehen. Coronaleugner und ihre Demos, Faschisten und Rassisten, die Schüsse auf Jacob Blake, der Mord an zwei unschuldigen Menschen während der Proteste im Anschluss… mir scheint es mal wieder so, als sei die Welt verrückt geworden – nein, als seien die Menschen verrückt geworden und ich kann nichts dagegen tun. Ich kann nur hier in meinem kleinen Universum versuchen, alles zusammenzuhalten und dafür zu sorgen, dass wir zusammenhalten, uns umeinander und um unsere Nächsten kümmern und aufeinander achten. Und vielleicht ist das der Lerneffekt der Woche – ich weiß es nicht.

Sonnenuntergang Nordstrand Prerow | berlinmittemom.com

Meine Inspiration der Woche ist LaSaskia, die ich auf Facebook entdeckt habe und der ich zu ihrem ungehemmten Rant gratuliere – und die ich ein bisschen beneide darum, dass sie sich nicht zensiert, sondern sich von der Seele schreibt, was mir im Hals stecken bleibt. Danke, Saskia, dass ich an deiner Wut andocken und damit meine eigene zulassen kann.

FRAGESTUNDE…

Keine Fragen, keinen Antworten. Ich sammele noch einen Woche weiter.

Ihr Lieben, passt auf euch auf, egal, was ihr da draußen macht. Wir haben alle nur ein Leben – passen wir nicht nur auf unser eigenes auf.

4 Kommentare

  1. Liebe Anna,

    danke für deine Freitagslieblinge.
    Genau so wie du diese verrückte Welt beschreibst, erlebe ich sie auch.
    Und ist es dann nicht auch ein Lerneffekt zu sagen, ich kümmere mich im Kleinen?
    Und wie schön, dass es immer noch Kreative Wut&Sprache gegen die Döspaddels&Dummköpfe unserer schönen Welt gibt! Das ist eine gute Nachricht!
    Wir erstarren nicht immerzu und alle in Sprachlosigkeit. Zum Glück.

    Nur ob es notwendig ist, auch Kinderhefte&rätsel mit Maskenbildern zu versorgen, ist für mich fragwürdig. Hast du das auch schon festgestellt?

    Ganz andere Banalitäten:
    Kannst du das Rezept verbloggen?

    Magst du auch deutsche Krimis?(z.B.Neuhaus, Löhnig,von Schirach…)

    Liebe Grüße

  2. Ich freue mich sehr, dass du deine Schwester endlich wieder sehen konntest!
    Das Rezept hätte ich bitte auch gerne. Da meine große Tochter gerade vegetarisch leben möchte, würde ich mich darüber freuen.

    Angelehnt an den Facebook Post: wie fühlt es sich an, wenn man in der Stadt lebt, in der dann all die Corona- Ignoranten einspazieren?
    Habt ihr im Häuschen schon Gäste?
    Schade, dass ich zu weit weg wohne. Es sieht so herrlich gemütlich aus.

    Liebe Grüße, Tanja

  3. Almut Elsässer Antworten

    Liebe Anna,

    Danke für deine guten Artikel. Wegen der Berlin- Demo. Was tut man, wenn ein Riss durch den Freundeskreis geht wegen Corona? Zwei Freundinnen von mir waren gestern in Berlin. Eine ist Impfgegnerin
    und hat ein Bild gekostet, auf dem eine Frau in einer Trage eine Puppe hat, über und über gespickt mit Spritzen…. Sie findet es toll, mir fehlen die Worte.

    Die andere erzählt mir von Bill Gates… Es sind zwei kluge Frauen, denen ich mich trotzdem noch verbunden fühle. Aber sie sind mir fremd, ich kann es nicht nachvollziehen.

    Nur ganz kurz. Vielleicht wäre das mal einen Austausch wert. Wem es noch so geht.

    Liebe Grüße von Almut

  4. Darf ich fragen, was „routinemäßig“ bedeutet? Lassen Sie sich und Ihre Familie regelmäßig testen? Auch ohne Krankheitsanzeichen? Ich fahre beruflich oft Zug und bin deshalb besorgt. Danke und liebe Grüße nach Berlin. Katja

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