Heute mache ich, was ich in knapp acht Jahren Bloggen noch nie getan habe: ich kündige hiermit eine Blogpause an. Urlaub. Nicht „ich hab es nicht geschafft, obwohl ich wollte“, sondern eine ganz absichtliche und hiermit kundgetane Pause. Warum?

Die Herbstferien beginnen für uns bereits morgen (wegen beweglichem Ferientag am Freitag) und wir machen uns morgen auf den Weg nach Mittelamerika, zuerst nach Costa Rica und dann nach El Salvador. Für mich ist es eine Reise zu meinen Wurzeln, denn wir besuchen dort meine Familie – viele Cousins und Cousinen zweiten Grades und ihre Partner*innen und Kinder, Onkel und Tanten zweiten Grades und die Schwester meines Vaters. Einige kenne ich bereits, weil sie schon in Europa waren oder wir uns in den USA gesehen haben, aber den meisten bin ich nie zuvor begegnet.

Aus der Großelterngeneration, die uns alle verbindet, lebt niemand mehr, aber wie der lateinamerikanische Familienbegriff nun mal ist: wir sind verwandt, das heißt, wir sind Familie, egal, ob wir uns je zuvor gesehen haben oder nicht. Das heißt auch, dass wir emotional intensiven Zeiten entgegensehen, vor allem ich. Schon jetzt quellen die Nachrichten auf  den verschiedenen Kommunikationskanälen über von Liebesbekundungen und Herzchenemojis und meine Neffen und Nichten zweiten Grades plappern auf englisch und spanisch hier herüber zu uns.

Für mich ist es noch unvorstellbar, dass ich das Land meines Vaters wirklich besuchen werde, obwohl nur noch wenige Tage mich von dem Moment trennen, da ich dort ankommen werde. Ich werde sehen, wo mein Vater geboren und zur Schule gegangen ist, werde die Menschen sehen,  mit denen er aufgewachsen ist und viel mehr noch, deren Kinder und Enkel. Und mein Bild von dem Land, in dem meine Wurzeln ebenso liegen, wie hier am Rhein und der Ahr, wird vielleicht runder werden. Die Puzzlestückchen werden sich fügen und aus dem rudimentären Bild, bestehend aus Sprachfetzen, Kinderliedern, Ritualen und den Rezepten meiner Abuelita wird vielleicht etwas Differenzierteres werden.

Ich werde das weiche, singende lateinamerikanische Spanisch wieder hören,  das ich meine Abuelita mit ihrer Schwester oder meiner Tante und meinem Vater habe sprechen hören – das Spanisch, das ich so liebe und das wenig mit dem harten kastilischen Spanisch zu tun hat, das ich aus Europa kenne.

Ich habe Herzklopfen, wenn ich daran denke. Morgen fahre ich voller Vorfreude und Aufregung los. Und wenn ich zurück bin, werde ich berichten. Bis dahin – habt schöne Herbstferien und passt auf euch auf!

Und wer ein bisschen mitfahren will, der kann mich auf Instagram verfolgen. Mit ein bisschen Glück und Wlan melde ich mich von unterwegs.

2 Kommentare

  1. Genießt die Zeit…und noch viel mehr: Fange jeden einzelnen Eindruck mit Deinem Herzen auf. Es wartet sicher eine spannende Zeit auf Euch…

  2. Liebe Anna, das ist ja wahnsinnig aufregend!! Ich werde mich eines Tages auch auf die Spuren meiner Ahnen machen..meiner donauschwäbischen Großeltern
    aus dem ehemaligen Jugoslawien mütterlicherseitss und den französisch und dänischen Großeltern der väterlichen Seite! Ich wünsche dir, dass du dich selbst erkennst in deinen Verwandten und sich die Frage :wer bin ich und woher komme ich für dich wieder ein Stück weiter klärt! Und ich bin sehr gespannt was du berichtest!! Alles Liebe und eine großartige Zeit in El Salvador!

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