Endlich wieder Freitagslieblinge! Vor lauter Corona und Covid 19-Alltag (und wegen therapeutischen Plätzchenbackens!) bin ich in den letzten zwei Wochen nicht dazu gekommen. Dafür heute.

Ich lese viel zur Zeit und immer noch am liebsten Mord und Totschlag. Allerdings habe ich angefangen, Lieblingstitel bei meiner Lieblingsbuchhandlung zu bestellen. Unsere Kiezbuchhandlung, die Buchbox, hat nämlich weiterhin eingeschränkt geöffnet und liefert die Bücher kontaktlos aus und da das Goldkind auch noch am Montag Geburtstag hat und ich für den Geburtstag noch Buchgeschenke brauchte, habe ich mir gleich was mit geordert.

Schon lange steht Elizabeth Strout auf meiner Leseliste, jetzt endlich habe ich mir Alles ist möglich gekauft und von den freundlichen Buchboxlieferengeln an die Haustür bringen lassen.

Mein Lieblingsbuch der Woche ist also Alles ist möglich von Elizabeth Strout. Hier geht es um das Leben verschiedener Menschen in einer Kleinstadt im Mittleren Westen der USA, um ihre Liebes- und Familiengeschichten, die Versuche, ihr Leben zu ändern und die Schwierigkeiten, Dinge zu akzeptieren, wie sie sind. Der Titel ist hochgelobt und fehlte hier schon lange, ich werde berichten, wie ich es finde, aber ich erwarte nur Gutes.

Elizabeth Strout | berlinmittemom.com

Zum Serienschauen komme ich tatsächlich viel weniger als sonst, weil immer jemand um mich ist. Aber für eine wirklich außergewöhnliche neue Miniserie auf Netflix hat es gereicht und ich muss sagen – ich bin absolut hingerissen.

Meine Lieblingsserie der Woche ist Unorthodox, die Geschichte der jungen Esther Shapiro, Mitglied einer Gemeinde von Satmarer Chassiden ein Williamsburg, Brooklyn. Als Angehörige der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde ist sie eingebunden in strenge Regeln und Riten, denen sie sich ihre ganze Kindheit und Jugend hindurch unterwirft. Nach der arrangierten Hochzeit mit einem jungen Mann aus der Gemeinde wird der Druck, der auf ihr als junger Ehefrau lastet, unerträglich für sie und sie nimmt allen Mut zusammen und verlässt die Gemeinde. Sie flieht nach Berlin, wo sie versucht, an einer Musikhochschule mit einem Stipendium angenommen zu werden und sich ein neues unabhängiges Leben aufzubauen. Ihr verlassener Ehemann reist ihr allerdings hinterher, und so sehen wir nicht nur den Versuch ihres Neustarts in Berlin, sondern auch die Wirkung ihrer Flucht auf die zurückgelassene Familie und die Gemeinde.

In Rückblenden wird ihr Leben als Teil der chassidischen Gemeinde gezeigt, gleichzeitig begleiten wir sie auf ihrem Weg der Emanzipation von diesem bisherigen Leben. Viel wird auf Deutsch erzählt, einiges ist in Englisch und sehr viel auf Jiddisch, was dann jeweils untertitelt wird. Auch dadurch ist die Serie sehr authentisch und berührend.

Ich war von Anfang an sehr interessiert an dem Erzählstoff ansich, aber schon nach wenigen  Minuten war ich gefesselt vom Spiel der Hauptdarstellerin, den Bildern und der behutsamen, intensiven Erzählweise der Serie. Ich habe wirklich selten eine Netflixshow gesehen, die mich so in Bann gezogen hat, wie diese und kann sie von Herzen empfehlen. Bewegend, spannend, wunderschöne Bilder und sehr viel Zeit und Liebe für die Geschichte.

Freitagslieblinge: Serientipp der Woche | berlinmittemom.com

Das Lieblingsessen der Woche waren hier eindeutig die Orangen-Schoko Cookies, die ich diese Woche gebacken hatte. Das Rezept habe ich ebenfalls diese Woche schon hier verbloggt und kann berichten, dass hier alles sehr schnell weggeatmet wurde. Ich muss Nachschub backen!

Schoko Orangen Cookies | berlinmittemom.com

Meine Inspiration der Woche habe ich auf Instagram gefunden, ohnehin mein liebster Social Media-Kanal und zur  Zeit der, den ich noch am regelmäßigsten frequentiere, da FB und erst recht Twitter mich einfach nur noch irre machen. Auf Insta habe ich den Kanal goodnews_movement entdeckt. Dort werden täglich die guten Neuigkeiten gepostet, die es ja neben all den Covid 19-News, den Kriegs- und Klima-Neuigkeiten dennoch gibt. Diese Woche erfreute mich ein über hundertjähriger Holocaustüberlebender, der nicht nur die Spanische Grippe überlebt sondern jetzt auch von Corona wieder genesen ist. Ich kann den Kanal allen empfehlen, die neben den Horrormeldungen aus der Welt ihren Blick auch auf die schönen Nachrichten richten wollen.

Freitagslieblinge: Goodnews Movement | berlinmittemom.com

Mein Lerneffekt der Woche ist einer, der sich hier seit dem Lockdown herauskristallisiert hat, ich kann ihn also nicht auf diese Woche allein eingrenzen. Ich lerne gerade kontinuierlich neue Dinge, wie wir es wohl alle tun. Über mich finde ich gerade eine Menge heraus, auch das ist irgendwie anstrengend aber auch gut.

Was mir gerade wichtig ist: ich versuche, mich konsequent zu schützen. Nicht nur vor Ansteckung mit Covid 19 oder sonst irgend einem Virus, sondern vor Input von außen. Mehr denn je selektiere ich bewusst, was ich an Nachrichten von außen aufnehme, denn das kann nur ein gewisses Maß sein, ansonsten verkrafte ich das nicht. Ich kann hier nicht den Laden am Laufen halten, die Lehrerin, Trösterin, Versorgerin, Therapeutin, Krankenschwester, Köchin und natürlich Mama meiner Kinder geben und dabei auch noch das Elend der Welt in Bild und Ton permanent an mich heranlassen. Das funktioniert einfach nicht.

Daher filtere ich mehr als üblich und fokussiere mich auf die kleinen Dinge, die mir und uns allen hier guttun. Hört sich vielleicht wie ein kleiner Lerneffekt an, aber für mich ist das eine echte Erkenntnis, an die ich mich genau halte.

FRAGESTUNDE…

Ab heute sammele ich hier wieder eure Fragen, Ideen, Anregungen… und gehe heute in 14 Tagen darauf ein. Bis dahin hoffe ich, es geht euch allen gut, ihr haltet euch tapfer in euren Wohnungen und Häusern und niemand nagelt seine Kinder an die Wand im Versuch, sie zu homeschoolen.

Bleibt tapfer!

 

2 Kommentare

  1. Liebe Anna,

    Meine jüngere Tochter und ich haben gerade deine OrangenSchokoCookies im Ofen.
    Hier mit Vollmilchschokolade nicht so hübsch wie eure, aber Tochter mag Vollmilch lieber ;-)

    Vielen Dank auch für die Einblicke hier und auf Insta. Ich mag es, wie sich eure Kinder am Tisch versammeln, während ich hier die Töchter in die Zimmer geschickt habe, weil ich genervt war
    Bist du manchmal genervt?
    Wie habt ihr die Besuche von eurer großen Tochter und ihrem Freund geregelt?

    Hier in Bayern sind nur Kontakte zum eigenen Hausstand erlaubt. Aber auch Lebenspartner.
    Das führt hier zur Diskussion.
    Sind eine 20j und ein 22j Lebenspartner?

    Nächste Woche sind die 14 Tage striktes Kontaktverbot nach der Rückkehr vorbei und dann?

    Schönen Sonntag!
    LG Tanja

  2. Das Buch hab ich mir die Tage auch gekauft-bin gespannt ❤️
    Liebe Anna danke für den tollen Text und den Austausch
    Lg

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