Die Zeit verrinnt wie nichts und die Freitagslieblinge genau wie das Wochenende in Bildern und der Buchpost, den ich letzte Woche online stellen wollte, konnten nicht erscheinen, weil der Blog gemuckt hat. Die ganze letzte Woche war ich lahmgelegt und es ging technisch hier gar nichts. An dieser Stelle tausend Dank für eure Nachfragen und Hinweise auf all die Fehlermeldungen, die die Seite ausgespuckt hat – es war toll, dass ihr so aufmerksam wart und mir Nachrichten geschickt habt. Ein gutes Gefühl, im Chaos nicht allein zu sein.

Aber jetzt geht wieder alles und läuft (hoffentlich weiterhin) stabil. Daher kann ich wieder einsteigen. Und die Freitagslieblinge machen den Anfang.

Die Küche blieb aus diversen Gründen diese Woche kalt, daher gibt es hier heute kein neues Rezept. Dafür erzähle ich euch aber, was es tatsächlich gab. Einen Abend war es Stulle mit Rohkost, einen Abend haben wir Sushi bestellt und am Mittwoch gab es den sommerlichen Nudelsalat ohne Mayo. Und natürlich war der einzige Post, der es letzte Woche auf den Blog geschafft hat, das Rezept für Pasta mit Grillgemüse!

Unser Lieblingsessen der Woche war aber FroYo in rauen Mengen!

Gelesen habe ich tatsächlich einiges, aber darüber gibt es morgen in einem neuen Post ausführlich noch so einiges für euch – ich habe nämlich einen Artikel mit Buchtipps für die Sommerferien vorbereitet!

Mein Lieblingsbuch der Woche ist aber ein Klassiker in meinem Regal, eins meiner Lieblingsbücher of all times, geschrieben von einer meiner liebsten Autorinnen der Gegenwart, das ich immer schon mal vorstellen wollte. Es ist „Was ich liebte(Amazon-Partnerlink) von Siri Hustvedt. Als ich das Buch zum ersten Mal las, hatte ich gerade erst eine eigene Familie. Ich bin nicht sicher, wie alt meine große Tochter da war, aber sie muss noch ein Baby gewesen sein. Ein Baby, das in meinen Armen schlief, während ich dieses Buch verschlang und die Geschichte, die darin erzählt wird.

Siri Hustvedt, Was ich liebte | berlinmittemom.com

„Was ich liebte“ erzählt von zwei befreundeten Paaren in SoHo im Manhattan Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Leo, der Erzähler und Bill, ein Künstler, treffen aufeinander, als Leo eins von Bills Gemälden kauft. Sie freunden sich an und bald erstreckt sich die Freundschaft auch auf die jeweiligen Ehefrauen und später auf die genau gleich alten Söhne, Matt und Mark. Aber das Leben nimmt seinen Lauf, Bill und seine Frau trennen sich und einige Zeit später verunglückt der jetzt 11jährige Sohn des Ich-Erzählers Leo tödlich – alles wird anders.

Erzählt aus der Perspektive des Intellektuellen, dem Kunsthistoriker Leo, der seinen Freund, den aufstrebenden Künstler Bill unterstützt, geht es in diesem Roman um alles. Um Familiengeschichte, um die Kunst und das Leben als Künstler, aber es ist auch ein Thriller und ein psychologisches Portrait komplexer Figuren, die in dieser Geschichte aufeinandertreffen. Mich fesselt immer wieder die Entwicklung der Figuren, das so Menschliche in ihnen, ihre Fehler und die Versuche, mit ihnen zu leben und die Schicksalsschläge, mit denen sie umgehen müssen. Die Zeitspanne des Romans umfasst 25 Jahre und ich fühle mich beim Lesen immer wieder, als würde ich in den Erinnerungen alter Freunde blättern. Ein Buch, das einen mit voller Wucht trifft. Eindringlich und elementar.

Mein Lerneffekt der Woche ist eigentlich kein reiner Wocheneffekt. Tatsächlich bin ich im Denkprozess darüber, was ich hier mache und wie das aussehen soll ein paar Schritte weitergekommen.

  • Ich bin nur leidenschaftlich und mit vollem Herzen bei der Sache mit den Dingen, die mir wirklich etwas bedeuten. Alles andere ist nur das abgespulte Schema F.
  • Ich möchte nichts mehr machen, das mir nichts bedeutet. Es macht keine Freude und es transportiert damit dann auch keine Freude.
  • Nur weil ich in etwas gut bin, heißt das nicht, dass das der einzig mögliche Weg für mich ist.
  • Ich möchte wieder kreativer schreiben. In einer „Schublade“, in die ich in den letzten Jahren lange nicht geschaut habe, liegen Dinge, die auf mich warten…
  • Ich muss nichts „abliefern“ oder anderen hinterher hecheln, nur weil deren Konzept vordergründig erfolgreich ist.
  • Stattdessen nehme ich mir Zeit. Für die Denk- und Entwicklungsprozesse und die „(Rück-) Besinnung darauf, was ich wirklich will und gut kann.
  • Ich bin und bleibe Bloggerin und Schreibende – keine Influencerin (im Marketingkontext). Und das will ich auch nicht sein.

Soviel zum Stand der Dinge. Ich hoffe, das ist nicht zu kryptisch und gleichzeitig uninteressant, was ich so in meinem Kopf bewege und in kleinen Häppchen hier teile. Tatsächlich geht es aber (auch) um diesen Ort und die Frage, wie ich Berlinmittemom in Zukunft gestalten will und werde. Sofern das hier also nicht die absolute Langeweile auslöst, teile ich weiterhin solche Gedankenschnipsel hier.

Q&A Wie arbeitest du | berlinmittemom.com

Meine Inspiration der Woche habe ich bei Okka Rohd gefunden, während ich meinen eigenen Buchpost vorbereitete. Denn auch sie hat über ihre Ferienlektüre geschrieben und empfiehlt ganz wunderbare Titel, die ich (fast) alle auch sofort lesen möchte. Ich folge Okka schon ewig und liebe ihre Mischung aus Büchern, Lifestyle und Elternthemen. Es ist alles immer schön und gut und richtig und tatsächlich für mein Empfinden niemals oberflächlich. Ein guter Ort in diesem Blogger-Universum, in dem die meisten sich plötzlich als Influencer verstehen. Ich schicke euch also zu Okkas Blog und ihren Ferienbüchern, und ich hoffe, ihr findet ein bisschen was, was euch gefällt. Ansonsten wie gesagt: morgen gibt es hier auch meine handverlesenen Buchtipps für die Sommerferien.

Freitagslieblinge: Inspiration der Woche, Okka Rohd | berlinmittemom.com

 

FRAGT MICH WAS! Die Antworten aus der letzten Runde Freitagslieblinge-Fragestunde

Die letzten Freitagslieblinge sind ja leider schon eine kleine Weile her, daher haben sich seitdem keine neuen Fragen gesammelt. Lediglich Alice wollte wissen, wie ich den Prozess des Neu-Überdenkens angehe bzw wie ich zu meinen Erkenntnissen komme, sprich, ob ich dazu Bücher lese, mit Freund*innen und der Familie spreche oder irgendwelche anderen Tools nutze.

Tatsächlich lese ich gerade dazu gar nichts. Ich habe festgestellt, dass mir die Denk- und Erkenntnisprozesse anderer wenig nützen, solange ich nicht selbst an diesem Punkt bin. Wenn ich den Weg vom Problem zur Lösung nicht im Geiste selbst gehe, nützt mir die Lösung in der Regel nicht viel. Das ist manchmal ein Handicap, weil ich für bestimmte Prozesse dann relativ lange brauche, andererseits weiß ich inzwischen, dass es nur so funktioniert bei mir. Ich muss selbst nachdenken und auf die Lösung kommen, sonst wird das nix.

Aber ich spreche tatsächlich über diese Gedanken, die ich mir mache. Mit meinem Mann, aber auch mit engen Freundinnen und Vertrauten, die beispielsweise selbst durch solche Prozesse gehen oder gegangen sind. Gerade hat mich zum Beispiel eine Freundin in einem solchen Gespräch auf mindmeister.com aufmerksam gemacht, einem intuitiven Mindmapping Tool, mit dem man Ideen visualisieren, ausarbeiten und auch mit anderen teilen kann. Ich fange gerade an, damit zu arbeiten.

Was sind eure Fragen für die nächste Woche? Was möchtet ihr gerne wissen? Ich freu mich auf neue Fragen!

Damit sind endlich mal wieder die Freitagslieblinge pünktlich am Freitag fertig und gehen als letzte Berlin-Edition des Sommers raus – die nächsten Freitagslieblinge werden schon ganz viel Darß-Content haben.

Habt ein tolles Wochenende!

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