Die ersten Freitagslieblinge im Dezember und das Wetter ist schlagartig so kalt geworden, dass wir buchstäblich dauernd in den Himmel schauen, ob nicht schon der erste Schnee kommen will. Die Adventssaison ist bei uns voll gestartet, das Haus ist voller Kerzen und Lichter, die ersten Plätzchen sind gebacken und meine Weihnachtsplaylist läuft hier täglich. Wer mir schon länger folgt weiß es: mein Weihnachtsmojo kickt voll rein, so wie jedes Jahr.

Mein Lieblingsbuch der Woche für die Freitagslieblinge ist demnach auch ein Weihnachtsbuch, das ich erst vorletzte Woche gekauft und noch gar nicht in Ruhe genossen habe – Die Heilige Nacht von Selma Lagerlöf.

Erzählt wird die klassische Geschichte der Heiligen Nacht, in der das Wunder der Geburt des Menschensohnes alle, die es miterleben berührt und ihre Handlungen beeinflusst. Ich besitze tatsächlich noch eine andere Ausgabe dieser Geschichte, habe aber dieses hier neu angeschafft wegen der zauberhaftesten Illustrationen. Wer das Buch von Selma Lagerlöf noch nicht kennt und nach einer Weihnachtsgeschichte zum Vorlesen und Bilderschauen sucht, dem lege ich dieses zauberhafte Weihnachtsbuch ans Herz.

Selma Lagerlöf: Die heilige Nacht | berlinmittemom.com

Mein Lieblingsessen der Woche war unser Frühstück am ersten Advent. Wir waren übers Wochenende ins Haus am Meer gefahren und haben im Garten gewerkelt, während die Kinder beim Reiten waren, konnten die Sauna genießen und haben abends einen Film zusammen geschaut. Das Sonntagsfrühstück mit der ersten weihnachtlichen Musik im Hintergrund und mit dem Blick auf unseren Lieblingsbaum, war das Tüpfelchen auf dem i, bevor wir zurück in die Stadt mussten.

Frühstück im Advent | berlinmittemom.com

Meine Lieblingsserie der Woche ist eigentlich ein Tipp vom Goldkind. Wir haben zusammen die ersten beiden Folgen dieser neuen Weihnachtsserie gesehen, ein Netflix-Original: Dash & Lily spielt im (vor)weihnachtlichen New York und ist die Liebesgeschichte zweier Teenager, einer davon Weihnachtshasser, die andere Weihnachtsfan, die zufällig aufeinander treffen. Die Episoden werden im Wechsel aus den jeweiligen Perspektiven erzählt und ja, es ist kitschig, amerikanisch, klischeehaft, vorhersehbar und – einfach wunderbar! Die Serie ist übrigens eine Romanverfilmung. Wer den Weihnachtskitsch lieber lesen als anschauen mag, das ist das Buch: Dash&Lily. Ein Winterwunder (Amazon Affililatelink).

Mein Lieblingsmoment der Woche war der Samstagabend in Prerow, als wir im Garten fertig waren und auf die Kinder warteten, die noch nicht vom Reiten zurückgekommen waren. Wir haben die Sauna angeworfen und Kerzen angezündet. Und dann habe ich zugeschaut, wie der Himmel sich für den frühen Sonnenuntergang verfärbt und ein irres Farbenspiel gezeigt hat, während drinnen die Kerzen um mich her ihr eigenes Licht verbreiteten.

Advent im Haus am Meer | berlinmittemom.com

Mein Lerneffekt der Woche… egal, wie dunkel es draußen ist, Weihnachten macht mich froh. Und: draußen sein macht mich froh. Vorfreude macht mich froh. Und da kann auch das Kackorona nix dran ändern. So.

Die Inspiration der Woche besteht heute mal wieder aus ein paar Tipps. Nachdem Spotify diese Woche überall die Jahresrückblicke rausgehauen hat und mein Feed auf Instagram voll war mit Top 5 – Lieblingssongs und -künstler*innen, den meistgehörten Genres und Kategorien, habe ich mir natürlich meinen Jahresrückblick auch angeschaut und festgestellt – ich habe einiges an Podcasts gehört. Meine liebsten fünf stelle ich euch heute hier mal kurz und kommentarlos ein. Vielleicht mögt ihr ja mal reinhören.

FRAGESTUNDE…

In den letzten zwei Wochen sind tatsächlich viele Fragen zusammengekommen, außerdem einiges an Diskussionsstoff bezüglich meines Lerneffekts von letzter Woche, in dem es um mein Selbstverständnis in Social Media ging. Oder immer noch geht. Die Gedanken dazu habe ich bei weitem noch nicht zu Ende gedacht. Aber jetzt zu euren Fragen:

Maren nimmt direkt Bezug auf den Lerneffekt von letzter Woche und fragt mich, wie ich das sehe: aus ihrer Sicht wird einerseits der Status als „nur“ Mutter und Hausfrau auf Instagram daran gemessen, wieviel Follower man hat und ob man alles instatauglich präsentiert. Außerdem findet sie, dass diese Modelle Gender Gap und Altersarmut bei Frauen zementieren. Ihr fehlen da viele Aspekte und sie findet, dass an der Mental Load-Verteilung nicht gerüttelt, sondern festgehalten wird.

Ich finde, das ist nicht so einfach. Ich sehe natürlich das Thema Mental Load und ich sehe auch, dass viele (längst nicht alle) der aktiven Mütter auf Instagram Klischees bedienen. Aber es gibt tatsächlich sehr viele, die über diese Kanäle Reichweite aufbauen und ihre Themen nach vorn bringen. Es gibt Nischen, in denen über wichtige Themen gesprochen wird, die ansonsten niemals diese Verbreitung erfahren würden. Es findet Austausch statt. Ich finde die Verallgemeinerung á la „Mütter auf Instagram“ an der Stelle nicht ganz gerecht, denn auch auf Instagram gibt es da eine große Diversität. Alleinerziehende Mütter, behinderte Mütter, verwaiste Mütter, sehr junge und sehr alte Mütter, homosexuelle Mütter, Mütter aller Religionen und Ethnien, Mütter mit Karrieren, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Lehrerinnen… ich glaube schon, dass dieses Social Media auch eine riesige Chance ist. Nicht, dass nicht alle die oben genannten Kritikpunkte einen wahren Kern hätten. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit.

Paula fragt, wie es den Kindern mit Corona geht und ob ich schon eine „Prägung“ merke. Danke der Nachfrage, es geht ihnen ganz gut. Es ist wichtig, dass sie zur Schule gehen können, ich merke, das tut ihnen gut. Die Unsicherheit von Woche zu Woche, wie und ob der Unterricht stattfindet, wenn Lehrer*innen und Mitschüler*innen krank werden oder in Quarantäne sind, ist nach wie vor nicht leicht auszuhalten. Den Umgang mit Maske und Abstand hingegen meistern sie sehr gut und routiniert inzwischen. Sie haben keine Angst, sie haben sich ganz gut an diesen Teil der neuen Normalität gewöhnt.

Advent bei Berlinmittemom | berlinmittemom.com

Tanja möchte wissen, wie es uns momentan mit den Einschränkungen geht. Außerdem fragt sie, ob ich für härtere Maßnahmen wäre, um die Zahlen zu senken und ob wir Weihnachtspläne haben. Wir haben tatsächlich keine Pläne bzw. wir werden keine Familie treffen, so weh das auch tut. Es ist uns einfach zu riskant, durch die halbe Republik zu düsen und uns dann mit den anderen zusammen zu finden, um gegebenenfalls Viren auszutauschen. Was die Maßnahmen angeht, finde ich sehr viel davon richtig und wünschte mir tatsächlich, es würden sich alle konsequent daran halten. Manche Maßnahmen ergeben für mich nicht so viel Sinn – ich würde auch gut finden, wenn es bundesweit ein paar einheitliche Regelungen gäbe.

Michi fragt, wie es mir damit geht, bald ein erwachsenes Kind zu haben? Sehr gut, ehrlich gesagt. Wenn mich die Jahre mit pubertierenden Kids eins gelehrt haben, dann dass dieser individuelle Weg hinaus aus der „Enge“ des Elternhauses für alle wichtig ist. Es geht Schritt für Schritt und nicht in einem Rutsch, das ist gut und gibt allen Zeit, sich zu gewöhnen. Aber ich habe großes Vertrauen in meine Kinder und in unsere Bindung, die wir zueinander haben. Ich freu mich auf alles, was da noch kommt.

Sie fragt außerdem, was ich so für Listen habe und wie ich sie dokumentiere. Abgesehen von Einkaufslisten, die ich sowohl handschriftlich als auch digital in einer App auf dem Handy pflege, schreibe ich einen Mealplan (der hängt tatsächlich in der Küche), mache mir Stichpunkte für alle möglichen Erledigungen und jetzt in der Weihnachtszeit habe ich Listen mit Plätzchensorten, die ich backen will, für die Geschenkeorganisation in der Großfamilie und eine mit Weihnachtsfilmen, die wir sehen wollen… Und die meisten Listen pflege ich parallel digital (per Evernote auf dem Handy) UND handschriftlich. Ich bin da komisch.

Michi möchte außerdem wissen, wie das mit dem Mann im Homeoffice zur Zeit ist und ob wir jetzt eine andere Aufteilung bei der Hausarbeit und allen Erledigungen haben. Er arbeitet eigentlich genauso viel wie vor Corona, daher hat sich am Grundsetup hier nichts geändert. Was allerdings anders ist: er macht tatsächlich mehr von den tausend Dingen, die hier im Laufe eines Tages so anfallen wie Geschirrspüler mal schnell ein- oder ausräumen, Wäsche anstellen/abnehmen/aufhängen, Müll runterbringen, einen Arzttermin mit einem Kind übernehmen, mal jemanden irgendwohin fahren oder abholen etc…  Vor Corona war er einfach physisch nicht da und bis er nach Hause kam, war alles erledigt. Das macht schon einen großen Unterschied.

Ihre letzte Frage ist: wie geht’s dir damit, dass du hauptsächlich für den Haushalt und Kinder zuständig bist? Hast du es dir immer so vorgestellt? Nein, habe ich ehrlich gesagt nicht. Mir geht es damit mal so, mal so. Einerseits nervt es mich oft, andererseits empfinde ich die Verantwortung dafür, dass es meiner Familie, meinen Kindern gut geht, als eine große und wichtige Aufgabe, die ich auch voll erfüllen möchte. Dazu gehört für mich schon auch, meinen Kindern zu vermitteln, dass ich immer für sie da bin, dass ich Zeit für sie habe und mich ihnen widmen kann, so lange sie es brauchen. Bisher hat sich in knapp 18 Jahren Muttersein noch keine längerfristige Phase ergeben, in denen sie mich nicht gebraucht hätten. Und ich rede hier nicht vom berühmten Mama-Taxi und drei warmen Mahlzeiten am Tag oder ähnlich übertriebenen Begluckungsritualen. Sondern vom Zuhören, Zeit haben, präsent Sein.

So, das waren ausführliche und spätspäte Freitagslieblinge, aber jetzt geht das Wochenende dann auch los. Am Sonntag gibt es pünktlich zum zweiten Advent eine neue Bestenliste mit Weihnachtsbüchern für Kinder. Die Weihnachtsfilme und noch mehr Plätzchencontent kommen dann nächste Woche.

Habt ein schönes Wochenende und passt auf euch auf!

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für deine Gedanken zu meiner Frage. Vielleicht muss ich mal gezielt nach solchen anderen Mütterprofilen auf Insta suchen. Natürlich kenne ich Susanne Mierau, Patricia Cammarata etc. und bin auch sehr davon angetan, wie durch ihre Arbeit (und die vieler anderer) Themen wie Mental Load, Erschöpfung der Mütter und noch viel mehr überhaupt erst auf das Tableau kommen. LG und euch einen wunderschönen zweiten Advent! Maren

  2. Pingback: Die schönsten Weihnachtsbücher für Kinder | 12 Buchtipps zu Weihnachten

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