Die ersten Freitagslieblinge im neuen Jahr. Und was gerade so unschuldig und hoffnungsvoll begonnen hat (hee, hee 2021!), ist schon gleich zu Beginn in krassen News über einen Sturm auf das Capitol in Washington und die Verlängerung des Lockdowns bis Ende des Monats… förmlich explodiert. Wäre ja schön, wenn das der Anfang vom Ende des Chaos wäre, aber – wie soll ich es sagen? I doubt it.

Wie auch immer, die Freitagslieblinge sind da und es sind, mal wieder, Isolations-Lieblinge. Denn wir sind alle seit vor den Weihnachtsferien zu Hause und immer unter uns. Weihnachten zu fünft, Silvester zu fünft, jeden Ferientag zu fünft und jetzt – Alltag zu fünft. Und so geht das jetzt weiter. Wie es uns mit Homeschooling, Homeoffice und Homekantine hier so geht, schreibe ich noch mal detaillierter auf.

Mein Lieblingsessen der Woche für die Freitagslieblinge ist das gute alte Fußbodenpicknick, das hier nie aus der Mode kommt, seit ich es 20. Wir haben das jetzt schon zweimal diese Woche gemacht, es gab Käse und Rohkost, warmes Brot aus dem Ofen, Avocados und Salat, einen Rest vom selbst gemachtem Hummus, Baba Ghanoush und Olivenpaste und Obst. Und es war wie immer herrlich entspannt, vielleicht die schönsten Momente des Tages.

Fußbodenpicknick | berlinmittemom.com

Mein Lieblingsbuch der Woche lese ich gerade mit vollem Herzen. Es ist Joan Didion, Das Jahr magischen Denkens (Amazon Partnerlink). Ich kann, ehrlich gesagt, kaum in Worte fassen, wie mich dieses Buch berührt. Abgesehen von der literarischen Qualität, ist es ein Buch über die großen Themen des Lebens. Es ist eine Geschichte über die Liebe, die Ehe vielmehr und über Verlust, Tod und Trauer. Ich habe einen Hang zu Büchern mit den großen Themen, das ist schon viele Jahre so. Ähnlich bewegt war ich von I.M – Ischa Meijer – In Memoriam (Amazon Partnerlink) von Connie Palmen oder Paula (Amazon Partnerlink) von Isabel Allende. Im Grunde lege ich euch alle diese Bücher ans Herz. Sie sind wunderbar, wahrhaftig, schmerzhaft. Und sie berühren genau das in uns, worauf es ankommt.

Meine Lieblingsserie der Woche habe ich mit den Kindern geschaut. Schon seit Erscheinen wollten wir das sehen, jetzt hatten wir in den Ferientagen endlich die Zeit und die Ruhe dafür, das gemeinsam zu sehen. Die Rede ist von „Der Brief für den König“ auf Netflix. Die Verfilmung des Buches als Serie gibt es seit März 2020 auf Netflix und ich bin gleich drauf angesprungen, weil das Buch „Der Brief für denn König“ von Tonke Dragt in meiner Kindheit eines meiner Lieblingsbücher war. Auf Deutsch zuerst erschienene 1977, las ich es ungefähr mit elf oder zwölf Jahren und war hingerissen von dem Fantasy Setup. Die Verfilmung auf Netflix ist sehr gelungen, allein schon die Drehorte (in Neuseeland!) sind unglaublich schön, und die Geschichte wird wunderbar erzählt. Die Jugendlichen Held*innen haben uns allen gut gefallen und wir haben es genossen, die Miniserie zusammen zu schauen. Jetzt hoffen wir auf eine zweite Staffel!

Freitagslieblinge: Brief für den König | berlinmittemom.com

Mein Lieblingsmoment der Woche war mein winterliches Outdoor-Fitnessprogramm am Donnerstag. Eiskalt, ein zugefrorener Teich, einige Schneeflocken in der Luft, so gut wie keine Leute unterwegs. Das war wunderbar.

Eis auf dem Teich, Volkspark Friedrichshain | berlinmittemom.com

Elisabeth Kobiltz | berlinmittemom.comMeine Inspiration der Woche ist die Journalistin Elisabeth Koblitz, der ich schon lange auf Instagram folge. Sie informiert sachlich und kompetent zu verschiedenen Themen und hat, weil sie bis vor kurzem mit ihrer Familie in Washington D.C. gelebt hat, gerade zum politischen System in den USA und der aktuellen Situation viel zu sagen. Unaufgeregt, professionell und immer mit einer klaren und klugen Haltung. Große Folgeempfehlung für ihrInstagram-Profil!

Mein Lerneffekt der Woche betrifft meine Harmoniesucht. Ich kann es unheimlich schlecht aushalten, wenn um mich herum Dissens ist. Wenn sich meine Liebsten streiten. Wenn ich mit jemandem eine Auseinandersetzung habe. Aber ich stelle in meinem Erwachsenenleben mit meinen großen und durchaus streitlustigen Kindern immer wieder fest: es passiert nichts Schlimmes, wenn wir uns streiten. Ich w e i ß das ja sowieso, aber manchmal stresst mich das dennoch so unfassbar, allein, weil ich dieses Gewüte so schlecht aushalte. Und wenn ich dann wieder feststellen darf, dass nichts Schlimmes passiert ist und unser Leben nicht erschüttert wurde – bin ich froh.

FRAGESTUNDE…

Tanja möchte wissen, ob unser Lieblingskater Archie im Haus am Meer nach draußen darf. Die Antwort ist Jein. Er ist in Berlin Freigänger und sowieso ein großer Abenteurer, er möchte also natürlich dort auch ins Freie. Aber da er die Umgebung nicht kennt, machen wir das in Minischritten. Er hat eine Art Geschirr aus weichem Mesh, an dem wir eine Leine befestigen können. Damit üben wir jetzt das Rausgehen. Er bleibt mit einem von uns zusammen, die Leine machen wir ab und zu ab und locken/belohnen ihn mit Leckerchen, wenn er zum Haus zurückkommt. So haben wir es hier auch gemacht, als er anfing, rauszugehen.

Archie the cat | berlinmittemom.com

Julia fragt, wie ich mir Notizen mache, ob digital oder handschriftlich. Die Antwort lautet: beides! Ich benutze Evernote auf dem Handy für Einkaufs-, To Do- und sonstige Listen, weil ich das da so schön auschecken und löschen kann. Ansonsten habe ich zig Notizbücher, Hefte und Kram, wo ich Dinge notiere. Oft notiere ich die Dinge doppelt. Ich habe zum Beispiel einen handschriftlichen Mealplan für jede Woche, speichere aber alle Wochenpläne im Handy, damit ich immer mal wieder schauen kann. Ansonsten benutze ich zB für die Ideensammlung unseres Podcast Trello. Aber ich habe noch kein Tool gefunden, dass alle meine Listen- und Notiz-Bedürfnisse digital komplett abdecken würde.

Notizbücher | berlinmittemom.com

Das war es schon wieder für diese Woche mit den Fragen. Ab heute sammele ich wieder eure Anregungen, Fragen und Ideen und beantworte alles heute in vierzehn Tagen. Die Freitagslieblinge für diese Woche sind jedenfalls komplett.

Ich widme mich jetzt dem längst überfälligen Rezept für veganes Curry, damit ich es nächste Woche hier mit euch teilen kann und mache es mir ansonsten mit einem Feuer und den Homeschoolingkids gemütlich. Was auch sonst?

Passt auf euch auf.

 

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für deine Freitagslieblinge im neuen Jahr!

    Mich würde interessieren, wie du reagierst, wenn es bei euch Streit gibt.
    Hier passiert das immer wieder vor allem zwischen dem Mann und der großen Tochter und ich schaffe es nicht, mich zurück zu halten und bin emotional tief getroffen.
    Hältst du dich zurück?
    Wartest du ab oder versuchst du zu vermitteln?

    Lg

  2. Ich habe mich schon auf die Freitagslieblinge gefreut. Vielen Dank.
    Machst Du noch Sport mit einem Personal Trainer oder alleine? Nur draußen oder auch drinnen? Wie oft kommst du aktuell zum Sporteln!
    Ich kann mich einigermaßen gut selbstmotivierten in dieser Zeit um für mich Sport zu machen. Allerdings sind meine Kinder bequem. Sie können ihre Sportarten nur sehr sehr eingeschränkt ausüben. Wenn ich nicht auch darauf achte, dass wir täglich rausgehen, wenigstens eine kleine Runde frische Luft schnappen, sie wären nur zu Hause. Zwar meistens relativ zufrieden. Aber gut ist das nicht. Wenn wir dann draußen sind, sind sie auch total ausgelassen und bewegungsfreudig. So Wohnzimmer/online Sport haben die Kinder da bereits im Frühjahr getestet, Alba Berlin und ähnliche Angebote. Das ist aber nix für sie gewesen. Sie müssen raus.
    Wie setzt du das bei Euch um? Zumindest wenn ihr in Berlin seid? Also dass die Kinder genug Frische Luft abbekommen, Mal von der Stadt in die Natur kommen und sich vor allem auch Mal körperlich betätigen??
    Das stresst mich in der ganzen Situation noch am meisten. Und die ewig gleiche Runde hängt mir langsam auch zum Hals raus.
    VG und hoffentlich bis nächsten Freitag!
    Anni

  3. Das einzige, was hier bei uns zuverlässig gut funktioniert, ist das Draußensein und Sichbewegen. Mein Mann und ich fahren alle, wirklich alle Strecken per Fahrrad. Das sind oft 20 km und mehr pro Tag. Ich gehe joggen. Ab und an schaffe ich ein bisschen Yoga vorm PC, was meistens daran scheitert, dass ich keinen Raum für mich habe und immer jemand reinplatzt. Der Sohn geht Skateboardfahren, trifft sich draußen mit Freunden und ist immer mit dem Rad unterwegs. Mir ist aktuell auch lieber, er ist nachmittags draußen, als dass ich auf strikte Einhaltung aller „Schulaufgaben“ poche. Irgendwie kommt mir das falsch vor: die Kinder sollen so weitermachen, als wäre die Welt noch die gleiche. Sie schreiben Tests, manche müssen dafür sogar in die Schule, bekommen Zeugnisse – obwohl die Bedingungen sich komplett verändert haben.
    Insofern ist mir eine ausgeglichene Familiensituation lieber – und die gibt es in einer Dreizimmer-Wohnung mit Durchgangszimmer nur, wenn nicht alle immer zu Hause sind. Wir machen manchmal schon „Raumbelegungs-Pläne“, damit wir uns nicht dauernd in die Quere kommen. Ich bin immer froh, wenn ich ins Büro darf.

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