Ich habe es euch ja in meinem Wochenende in Bildern schon angekündigt und heute ist es so weit: das neue Format auf Berlinmittemom geht online – die Fitness Kolumne mit Katarina! Schwitzen und schwätzen sind die zwei Dinge, die wir zusammen mehrmals in der Woche tun, denn Katarina ist nicht nur meine Trainerin, hält mich auf Trab und bringt mich ins Schwitzen, wir sind auch Freundinnen und haben uns immer jede Menge zu erzählen. Wir besprechen so viel rund um Sport, Fitness, unsere Leben als Mütter vieler Kinder und unseren Familienalltag, dass wir ein bisschen was davon gerne hier auf den Blog bringen würden.

Plus Size Fitness, Mamasport & Sport-BHs

Als ich Katarina kennenlernte, traute ich meinem Körper gar nichts (mehr) zu. Ich hatte über die Jahre jegliches Vertrauen in die Stärke meines Körpers verloren, ich wusste nicht mehr, was ich konnte und deutete alles, auf was ich mit Schwitzen und Keuchen reagierte, als Zeichen meiner absoluten Unfitness oder gar Krankheitssymptome. Dabei habe ich mich früher immer gerne bewegt! Das wollte ich zurück und fand – Katarina. Mit ihr habe ich nicht nur gelernt, was ich alles kann und mir das Vertrauen in meinen Körper und seine Leistungsfähigkeit zurückerobert, ich habe auch eine Liebe zur Bewegung gefunden und meine Trainingseinheiten mit ihr als Me-Time schätzen gelernt. Sport ist nicht länger nur Plage und lästige Pflicht, ich weiß heute, dass es etwas ist, das ich nur für mich tue und bei dem ich mich gut und stark fühle.

Dass ich dieses gesunde Gefühl für mich und das Vertrauen in meinen Körper verloren hatte, liegt unter anderem an meinem Übergewicht. Ich habe das lange nicht thematisiert, erst allmählich blitzte das Thema auch hier auf dem Blog immer mal durch, aber erst heute bin ich wirklich in der Lage zu sagen: so ist es. Ich bin eine Plussize Frau und ich bin okay so wie ich bin.

Yoga im Park | berlinmittemom.com

Mit Katarina habe ich schon oft und viel über das Thema Plussize-Fitness gesprochen, aber auch alle anderen Themen kommen bei uns während des Trainings (und danach beim Kaffee!) auf den Tisch: wieso gibt es so wenige gute Sport-BHs in großen Größen? Wieso gibt es keine Yoga-Kurse für Plussize-Frauen? Und was ist die perfekte Fitnesseinheit für eine Mama von vielen Kindern mit engem Zeitplan? All das und noch mehr werdet ihr hier in Zukunft regelmäßig in der Fitness-Kolumne finden, mal als Gespräch zwischen uns beiden, mal als Artikel von Katarina, vielleicht auch mal als Video – wir sind da offen für alles, was uns noch einfällt und wir hoffen, ihr freut euch drauf. Heute starten wir mit einer kleinen Fitness-Einheit, die Katarina so auch mit mir durchführt, wenn wir im Park unterwegs sind. Aber erstmal stellt sie sich mal vor…

Bühne frei für die Fitness-Kolumne mit Katarina!

Es geht los, es geht los! Ihr seid hoffentlich genauso gespannt auf meine Fitness Kolumne wie ich?!

Ich bin Katarina!
 Einige wissen sicher, dass ich Annas Personal Trainerin bin, darüber hat sie ja schon des Öfteren geschrieben. Aber mittlerweile bin ich auch eine Freundin und wie Anna schon sagte, trainieren wir nicht nur gemeinsam, wir reden auch über sehr vieles miteinander und freuen uns auf jedes Treffen.

Katarina Boritzki-Greiner von Personaltrining Pankow | Berlinmittemom.com

Ich bin 37 Jahre jung, sportlich, lebensfroh, positiv, verheiratet und Mutter von vier Söhnen zwischen 17 und 7 Jahren. Ich rede gerne und viel, kann aber auch sehr gut zuhören. Sportlich gesehen leite ich mein eigenes Boot Camp und unterrichte Pilates, aber mein hauptsächliches Steckenpferd ist das Personaltraining.

Ich habe das große Glück, einen Beruf zu haben, der nie langweilig wird, denn ich lerne immer wieder neue Orte und ganz tolle Persönlichkeiten kennen. Wie eben auch Anna!
 Da wir doch viel Zeit miteinander verbringen und uns immer sehr intensiv über alles austauschen, was uns bewegt, kam uns die Idee, dass ich ab und zu einen Gastbeitrag für Berlinmittemom schreiben und hier Themen behandeln könnte, die Anna alleine nicht abdecken würde, die euch aber vielleicht interessieren könnten. Es soll natürlich um Sport gehen, als Inspiration und Motivation für alle, die es gerne lesen möchten. Je länger wir darüber redeten, umso besser gefiel uns die Idee. Und als unser gemeinsames Bootcamp zum Bloggeburtstag  von Berlinmittemom im letzten Jahr so ein toller Erfolg war und uns beiden so viel Spaß gemacht hat, haben wir der Idee eeeendlich Leben eingehaucht: ab jetzt lest ihr also öfter hier von mir bzw. uns beiden gemeinsam in meiner kleinen Fitness Kolumne. Und heute ist es endlich soweit.

Für den Anfang zeige ich euch hier einfach das, was ich ohnehin täglich selber mache und was ich im Job immer wieder neu „erfinde“. Wie jeder, der das ein bisschen verfolgt aus eigener Erfahrung weiß, ist die Fitnessindustrie ist ständig in Bewegung: alte Trainingsmethoden kommen wieder, neue Technologien kommen dazu, es ist ein ständiges Hin und Her. Dieses Jahr wird es so gemacht, nächstes wieder anders rum. Nichts bewegt sich so sehr wie die Fitnessbranche, das heißt für mich: am Ball bleiben und immer auf dem neuesten Stand sein, an Workshops teilnehmen und mich weiterbilden.

Dass ich die ganze Bandbreite der Trainingsmöglichkeiten so gut kenne, liegt aber auch an den unterschiedlichen Zielen meiner Kunden: die einen möchten Kraft aufbauen, die anderen im Alltag besser beweglicher werden und sich sicherer in der Bewegung fühlen, außerdem sind Gewichtsreduktion und die Verbesserung der Ausdauer immer ein großes Thema. Das erfordert, dass ich mich immer auf die persönlichen Ziele der Kunden einstelle und die ganze Bandbreite zur Verfügung stelle, damit sie ihre Ziele besser erreichen.

Aber auch die äußeren Gegebenheiten, wie z.B. Training draußen oder drinnen, spielen eine große Rolle bei der Zusammenstellung meiner Trainingseinheiten. Mein Training ist funktionell, abwechslungsreich und in mehreren Circuits aufgebaut. Das mal so grob.

Mamasport für drinnen und draußen: Kleines Circuittraining

Ich habe mir also genau überlegt, womit ich euch hier einen kleinen Motivationsschubser geben könnte, denn gerade für Mütter mit Kindern ist es ja oft nicht so leicht, die Zeit für ein ausführliches Training aufzubringen. Das wissen Anna und ich ganz genau! Daher dachte ich an ein feines Circuittraining, das ihr draußen beim Joggen oder Walken mit einbauen könnt, das aber auch für zu Hause geeignet ist.

Also gehen wir heute mal zusammen laufen! Circuittraining ist einfach eine Reihenfolge von Übungen, die wiederholt werden, das sich anbietet, um das Training spannender oder effektiver zu gestalten.

Ein Beispiel für ein Training mit Circuittraining könnte so aussehen: 10 min einlaufen / 5min joggen / Circuittraining 4x (jede Übung 1min) / 10min joggen / Circuittraining 4x (jede Übung 1min) / 10min auslaufen / 10min Dehnung oder Black Roll.

Ich werde euch vier unterschiedliche Übungen zeigen und erklären worauf ihr achten solltet, so verständlich wie möglich aber auch nicht zu detailliert. Ihr sollt es ja verstehen und unterwegs einfach anwenden können und nicht alle Begriffe googeln müssen.

Bei Annas Bloggeburtstag haben wir mehrere Kleingeräte von Tchibo bekommen. In meinem Boot Camp habe ich dies gleich mal aufgegriffen und ins Training integriert. Das konnten sich die Teilnehmerinnen natürlich nicht alles merken, also lag es nah, dass doch mal aufzugreifen und Beispiele zu zeigen.

{Unser Hilfsmittel ist heute:  Multifunktionale Fitnessband von Tchibo. Das gibt es leider zur Zeit nicht im Shop. Ein ähnliches Fitnessband findet ihr hier oder hier.}

1. Jump Squats (Po, Oberschenkel)

  • leg das Band um etwas Stabiles (um den Zaun)
  • steig in das Band, Band auf Bauchnabelhöhe
  • leichte Spannung aufbauen
  • Füße etwas weiter als hüftbreit öffnen
  • leicht in die Knie, Schwung holen und so weit wie möglich nach vorne in eine Kniebeuge springen
  • stabil stehen und dem Widerstand trotzen, Position 2 Sekunden halten
  • ein paar Schritte zurück zur Ausgangsposition

Jump Squats | berlinmittemom.comFitness Kolumne: Jump Squats | berlinmittemom.com

2. Rudern (oberer Rücken)

  • leg das Band um etwas Stabiles (um den Zaun)
  • halte jeweils mit einer Hand ein Ende fest
  • Füße sind hüftbreit, Knie leicht gebeugt, Schulterblätter an die Wirbelsäule ziehen
  • Arme lang, leichte Spannung auf das Band
  • nun die Ellenbogen nah am Oberkörper zurückziehen, Schulterblätter an die Wirbelsäule
  • Unterarme bleiben parallel zum Boden
  • Handgelenke bleiben gerade, Schultern bleiben unten

Circuittraining | berlinmittemom.com

3. Rotation (seitliche Bauchmuskeln)

  • leg das Band um etwas Stabiles (um den Zaun)
  • stell dich seitlich in Linie zum Band und halte das Ende des Bandes mit beiden Händen fest
  • strecke die Arme nach vorne aus, das Band ist nun parallel zum Boden
  • Füße etwas weiter als hüftbreit (hüftbreit geht natürlich auch), fester Stand
  • ziehe das Band weg vom Fixpunkt/Zaun (Rotation)
  • wichtig: das Becken bewegt sich nicht mit, die Beckenknochen „schauen“ immer nach vorne
  • führe das Band zurück zur Ausgangsposition
  • nach einer Minute: wiederhole alles mit der anderen Seite

Circuittraining: Rotation, seitliche Bauchmuskeln | berlinmittemom.comCircuittraining: Rotation, seitliche Bauchmuskeln

4.
 Kick back (Trizeps – Armstrecker)

  • leg das Band um etwas Stabiles (z.B. um den Zaun)
  • halte mit einer Hand das Ende des Bandes fest
  • Beine sind hüftbreit, leicht gebeut und stabil
  • Oberkörper leicht nach vorne gebeugt
  • Oberarm fast parallel zum Boden
  • Oberarm bewegt sich nicht mit
  • nun führt der Unterarm das Band nach hinten in die vollständige Armstreckung
  • Handgelenk gerade halten

Kickback: Trizeps, Armstrecker | berlinmittemom.comKickback: Trizeps, Armstrecker | berlinmittemom.com

Das war’s mit unserem ersten gemeinsamen Training. Ich hoffe, ihr könnt ein bisschen was davon mit in euren Alltag und in eure Trainingsroutinen nehmen, sofern ihr welche habt. Und wenn ihr noch keine habt – ist das vielleicht ein guter Start?

Mir hat jedenfalls der Anfang mit der Fitness Kolumne Spaß gemacht und ich freue mich auf weitere Themen hier.

Alles Liebe, eure Katarina

15 Kommentare

  1. Danke für diesen Beitrag. Ich denke so oft, wie unfit und ungelenkig ich bin. Und meine Ausrede Zeit… ich habe einfach keine und die bisschen die ich habe, lese ich lieber. Das liegt einzig und alleine daran, dass ich eine Sporteinheit noch nicht als Me-Time definiert habe. Mein Hirn denkt nur anstrengend dabei sollte es denken.. yeah… Ich muss mich da mal umprogrammieren. Danke für den Stupser… liebe Grüße Emma

  2. Hach, liebe Anna und liebe Katarina, da ist er – der wunde Punkt. Ich weiß, dass Bewegung so gut wäre und trotzdem bekomme ich es nicht regelmäßig auf die Reihe. Aber ihr motiviert mich und ich bin gespannt auf weitere Kolumnen! Alles liebe, fee

  3. Oh Anna, das ist so motivierend. Ich habe mir auch vorgenommen, wieder mehr Sport zu machen. Genau wie du schreibst, mehr Me-Zeit! Ich danke dir für diesen schönen Beitrag und freue mich auf MEHR!!!! Liebste Grüße, Jule

  4. Oh! Danke, für den Post!

    Aber in einer Sache muss ich wiedersprechen- zumindestens in Hamburg gibt es Dörte Kuhn (Kurvenreich Yoga u.a.) eine sehr kluge, witzige Frau, die ganz wundervolle, empathische, herzliche und zugewande Kurse für Dicke Deerns gibt (und sich rund um das Thema bestens auskennt!) Ich kann mir vorstellen, das sie auch mal nach Berlin kommen wird, wenn du sie einlädst :).

    Ich bin gespannt wie es bei Dir weitergeht!

    • Liebe Nicole,

      vielen Dank für dein Lob und deine Empfehlung! Das freut mich sehr. Tatsächlich war ich schon in Berlin und werde auch wieder kommen – versprochen!
      Herzliche Grüße, Dörte

  5. Darüber hab ich noch nie nachgedacht, das es für Plus-Size Mädels gar nicht so viel angeboten wird. Das ist wirklich schade, denn es heißt ja nicht gleich, nur weil man etwas übergewichtig ist, man nicht trotzdem was für sich tun und gesund bleiben will. Auch ohne die Intention sich auf Size 0 runterzusporteln.
    Ich finde es toll, das du hiermit den Frauen Mut machst, sich zu bewegen. Man kann nämlich IMMER, egal wie man gebaut ist!

    • Genau so ist es, liebe Lou. Und ich versuche das jetzt mal verstärkt. Für irgendwas muss das ja auch gut sein, dass ich so viel Anna bin! ;-) Die Resonanz ist echt toll und ich hoffe, ich kann ein paar andere Plussize-Mamas motivieren und ermutigen. Es tut nämlich so gut, sich zu bewegen, wenn man das Richtige gefunden hat!

  6. Das Problem mit Sport bei Übergewicht – so ging es mir – waren weniger die Blicke anderer (dünnerer. jüngerer), das habe ich relativ wenig bis gar nicht erlebt. Mich hat viel mehr genervt, dass halt vieles nicht ging. Vom Joggen z.B. habe ich immer sofort totale Knieschmerzen bekommen. Das hohe Gewicht war sicher ein Mit-Grund für einen Fersensporn, der mir jahrelang das Gehen erschwert hat. So wird man immer unbeweglicher und immer mehr plus-size. Das ist wie so ein Teufelskreis.
    Erst, als ich mich gezwungen habe, täglich Rad zu fahren, regelmäßig schwimmen zu gehen und mit Pilates anzufangen, wurden die Schmerzen besser. Und ich sportlicher. Und beweglicher. Und irgenwann auch dünner.
    Darum finde ich diese Aktion hier als Mutmacher so richtig gut. Denn Sport tut wahnsinnig gut, wenn man erst mal dabei ist. Ich könnte nicht mehr ohne. Aber ich bin auch erst drei Monate morgens um 6 laufen gegangen, weil es mir so peinlich war, dass ich nicht mehr als 20 Meter schaffe (und dabei aussah wie ein Elefant). Mittlerweile schaffe ich 5 km und mach das auch bei Tageslicht :-)

  7. Liebe Anna,

    sehr schön, weiter so! Wie Nicole oben schrieb, gibt es durchaus speielle Angebote für dicke Frauen. Leider noch viel zu wenig. Auch kommt das Thema weder beim Sportstudium noch in den diversen Ausbildungen vor. Dort wird es reduziert auf Intensitäten und Abnehmen. Ganz schön traurig. Umso schöner, dass du nun dazu beiträgst, zu zeigen, dass dick und sportlich sein sich natürlich nicht ausschließt. Im Übrigen verdiene ich mein Geld mit Bewegung und bin selbst dick.

    Zum Thema Sport-BH in großen Größen kann ich dir sehr z.B. Doppel-D in Berlin empfehlen. Dort hatte ich nach meinem letzten Berlin-Workshop ein Brafitting für dicke Frauen. Es war großartig!

    Herzliche Grüße aus Hamburg,
    Dörte

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