Wir sprechen oft darüber, was für eine Welt wir unseren Kindern hinterlassen wollen. Wir möchten als Elterngeneration am liebsten alles richtig machen, nicht nur, wenn es um die Erziehung unserer konkreten Kinder geht, sondern auch wenn es darum geht, wie die Gesellschaft, die Umwelt, das Wertesystem sein soll, an dem wir mitwirken und das wir mit gestalten – für die Generation nach uns. Wir reden darüber, dass wir den CO2-Ausstoß verringern müssen und die Massentierhaltung abschaffen, wir suchen Lösungen für die kleinen und großen gesellschaftlichen Probleme und jeden Tag sehen wir, wie wir an vielen Dingen scheitern. Als Gesellschaft, als Menschen und damit auch als Eltern.

Es gibt viele Dinge, auf die wir im Kleinen keinen direkten Einfluss haben. Bei vielen Dingen haben wir keine Wahl oder wir haben zumindest das Gefühl, keine zu haben. Tatsächlich aber machen wir uns vor allem dann schuldig, wenn wir nichts tun. Wenn wir die Dinge geschehen lassen, die die Welt zu einem schlechteren Ort machen. Für unsere Kinder und für alle, die nach uns kommen.

Es gibt viele Dinge, die mich persönlich bewegen und wo ich das Gefühl habe, dringend etwas TUN zu müssen. Mehr als nur darüber zu reden, nachzudenken, Geld zu spenden, mich im Kleinen einzusetzen. Das fängt bei Flüchtlingshilfe an, geht über Nachhaltigkeitsthemen und hört beim Bildungssystem nicht auf. Heute geht es mir aber um etwas anderes. Etwas, auf das ich den Finger legen kann. Etwas, das ich selbst erfahren habe und das jede, JEDE andere Mutter die ich kenne ebenfalls erfahren hat – im Guten oder im Schlechten.

Tage der Geburt, Hebammenprotest, freiberufliche Hebammen, Kampagne, Geburtshaus

Wir sind dabei, etwas gehen zu lassen, das bisher zu uns gehört hat. Wir sind dabei, etwas los zu lassen, einfach so, das ein Teil unserer Kultur ist. Wir sind dabei, weg zu sehen und es uns bequem zu machen in falschen Schlussfolgerungen und lassen dabei zu, dass etwas verschwindet, das uns als Familien alle betrifft: wir lassen die Hebammen sterben.

Der Hebammenprotest existiert nicht erst seit heute, aber die Situation hat sich dramatisch zugespitzt. Und es reicht nicht mehr, wenn nur wir als Mütter, wir als Familien uns damit befassen. Wir wissen worum es geht, aber auch die anderen müssen es begreifen. Sie müssen uns hören und sehen, sie müssen spüren, wie existentiell es ist, dass wir als Gesellschaft uns diesen Berufsstand leisten – einen Beruf, so alt wie die Menschheit. Ein Wissen über Geburt, Nachsorge und Stillen, das sonst niemand hat. Eine Gruppe von Spezialistinnen in Fragen der Geburt, wie es sonst keine andere gibt.

Aber es wird mit jedem Tag dringender und der Hebammenprotest ist nicht laut genug: die Hebammenpraxen schließen, die freien Hebammen geben auf, die Klinikhebammen werden überbelastet und schon jetzt gibt es in vielen Städten (von ländlichen Gegenden ganz zu schweigen) keine Hebammenbetreuung mehr, weil die Nachfrage gar nicht mehr abgedeckt werden kann. Auch in den Kreißsälen fehlen die Hebammen und immer häufiger werden Frauen in den Wehen in Kliniken weggeschickt oder stundenlang sich selbst überlassen – weil einfach die Betreuung nicht gewährleistet ist. Und es wird schlimmer werden. Noch viel, viel schlimmer.

Wir können das einfach alles so geschehen lassen. Wir können uns darauf berufen, dass wir Kliniken haben, Ärzt*innen und planbare Geburten. Geplante Kaiserschnitte. Wir können das Wissen, diesen Berufsstand, die Wahlfreiheit der Mütter einfach los lassen, gehen lassen und uns darauf verlassen, dass wir weiterhin irgendwie Kinder zur Welt bringen werden – auf eine entmenschlichte, durchchoreographierte, traumatische Art und Weise.

Aber dann werden wir unseren Kindern eines Tages sagen müssen, dass wir das mitgemacht haben. Wir werden unseren schwangeren Töchtern sagen müssen, dass wir nicht aufgestanden sind und dass sie sich deshalb leider am besten gleich ihr Kind aus dem Leib schneiden lassen, weil es die Wahlfreiheit durch unsere Schuld nicht mehr gibt. Wir werden zugeben müssen, dass wir uns nicht laut genug empört haben und dass es deshalb keine interventionsfreien, natürlichen Entbindungen mehr gibt. Wir werden ihnen sagen müssen, dass wir den Hebammenprotest nicht vehement genug unterstützt haben und dass es deshalb keine mehr gibt. Keine freien mehr, keine mehr die den Beruf lehren können, keine, die das Wissen noch hat und keine mehr in den Kliniken, die diesen Beruf so ausüben könnte, wie er mal gedacht war. Vor Generationen.

Unsere Töchter werden nicht mehr stillen können, weil keiner mehr ihnen wird sagen können, was sie tun sollen bei Milchstau, Problemen beim Anlegen, wunden Brustwarzen und Brustentzündungen. Es wird keine mehr geben, die weiß, wie eine Beckenendlage vaginal entbunden werden kann oder wie eine äußere Wendung geht. Die Kaiserschnittraten werden steigen und damit auch die Mütter- und die Kindersterblichkeit, und die Geburtstraumata werden sich sammeln wie Perlen an einer langen Schnur. Unendlich lang. Wir werden unseren Töchtern dann vielleicht raten, zur Entbindung nach England zu gehen oder in ein noch viel weiter entferntes Land, wo nämlich erstaunlicherweise möglich ist, woran hier offenbar der GKV Spitzenverband und die Politik scheitert: Hebammenarbeit. Und unsere Töchter werden uns fragen: "Warum habt ihr denn nichts dagegen getan? Warum habt ihr zugelassen, dass das passiert?" Was antworten wir ihnen dann?

Ich habe vor einigen Wochen hier ein Interview mit Christine Bruhn vom Geburtshaus Charlottenburg veröffentlicht, die sich unter anderem mit der Kampagne für die Normale Geburt für einen Wandel stark macht: sie möchte Menschen erreichen, die dieses Thema noch nicht auf der Uhr haben und organisiert dafür im September in Berlin die "Tage der Geburt". Auch ich gehöre zu ihren Unterstützerinnen und mache mich für die Kampagne stark, die im Rahmen der Veranstaltungen im September unter anderem mit den Erzählcafés eine andere Zielgruppe erreichen möchte.

Für die "Tage der Geburt" planen wir gerade noch einige andere Formate, zusätzlich zu den Erzählcafés und Diskussionsrunden. Ich möchte euch an dieser Stelle um eure Unterstützung bitten: wenn ihr könnt und wollt, unterstützt den Hebammenprotest und unterzeichnet die Petition. Spendet für die Kampagne "Normale Geburt" bei Startnext.

Aber wenn ihr darüber hinaus Teil davon sein wollt, könnt ihr mir helfen, meinen Plan in die Tat umzusetzen: ich möchte für die "Tage der Geburt" eine Lesung organisieren, bei der es um persönliche Geburtserfahrungen geht. Ich möchte den Besucher*innen der Veranstaltung nahe bringen, wie Geburt sein kann – mit und ohne Hebamme. Und dafür brauche ich mehr als nur meine eigene Geburtserfahrung: mailt mir eure Erfahrungen, erzählt mir eure persönlichen Geburtsgeschichten und seid auf diese Weise Teil meiner Lesung und Teil der Kampagne. Es geht hier weder um das Sammeln von sogenannten "Traumgeburten" noch um das Aufspüren von Traumata unter der Geburt, denn alle Geburten sind gleich relevant für diese Idee. Wir möchten echte Erfahrungen teilen und zeigen, was da eigentlich passiert, wenn ein Mensch geboren wird und eine Familie entsteht: mit dem Kind, der Mutter, den Eltern. Wie waren die Geburten eurer Kinder? Was sind die 5 zentralen Dinge, an die ihr euch genau erinnert, wenn ihr an eure Gefühle während der Geburt denkt? Hattet ihr eine Hebamme? Welche Rolle hat sie für euch gespielt? Eure Emails dürfen ganz kurz sein oder so lang wie ihr möchtet – ihr seid da völlig frei.

Selbstverständlich bleibt eure Identität dabei geschützt: bei der Lesung werden eure Namen nicht erwähnt, sofern ihr das nicht ausdrücklich gestattet und auch sonst wird an keiner Stelle eure Identität enthüllt.

Schreibt mir eure persönliche Geschichte an berlinmittemom at gmail.com oder hinterlasst sie mir hier in den Kommentaren, wenn ihr möchtet. Ich würde mich wahnsinnig über diese Unterstützung freuen.

Und wenn wir das zusammen machen, hätten wir mehr getan, als nur irgendwo auf Facebook unser Profilbild geändert, ein Like vergeben oder einen Status geteilt. Wir könnten unseren Töchtern sagen: "Wir haben es versucht. Wir waren Teil eines Aufstands und wir haben es versucht."

Ich möchte es versuchen. Und ich danke euch an dieser Stelle, dass ihr bei mir seid. Ihr seid hier und ihr lest das. Und ich weiß, dass es euch nicht gleichgültig ist.

signatur

21 Kommentare

  1. Eine wunderbare Idee, liebe Anna! Ich möchte dich gerne unterstützen und werde mich in den nächsten Tagen dran setzen!

  2. Liebe Anna,
    Du hast vollkommen recht und das treibt mich schon lange um, dieses passiv sein.
    Ich habe in einem Brief an meinen Sohn einen Geburtsbericht verfasst. Ich werde einmal drüber schauen ob er sich für deine Zwecke eignet.
    Liebe Grüße,
    Deine bisher Stille Leserin Sandra

  3. Liebe Anna, ich möchte mich ebenfalls anschließen. Ich bin unendlich dankbar, zwei tolle Hebammen gehabt zu haben. Ich wünsche meiner Tochter, dass sie dieselbe Erfahrung machen darf und deswegen schreibe ich gerne mit. Merci für Deine Courage und das Vorneweggehen und liebe Grüße aus dem Süden der Republik, Nicole von http://www.dailydress.de

  4. Liebe Anna,
    eine großartige Idee und tolle Maßnahme, die ich nur zu gerne unterstützen möchte! Es ist mir ein Bedürfnis in die Welt zu schreien, dass wir Hebammen brauchen! Diese Frauen, die unterstützend, motivierend an der Seite der Mütter und werdenden Mütter stehen. Die ihr Wissen teilen und für mich, durch ihre bloße Anwesenheit, eine Ruhe und Zuversicht ausstrahlen!
    Ich habe 2 Töchter und 2 natürliche, ambulante Geburten erlebt.
    Beide Kinder mit ein und der selben Beleghebamme, die mich 2 mal von Beginn der SSW und darüber hinaus betreut hat! Alleine, dass ich 2 mal mit dem selben Menschen dieses Wunder erleben durfte, erachte ich als Privileg!
    Durch meine Geburtsgeschichte habe ich allerdings eine noch höhere Hochachtung vor dem Beruf der Hebamme und meiner im Speziellen!

    Unsere erste Tochter war schon schwer – 4.360 g – und eher groß – 56 cm. Die Geburt war schmerzhaft (logisch), aber ging recht flott (5 Stunden). Ein Umstand, den ich auch meiner Hebamme zuschreibe. Ich fühlte mich durch ihre Anwesenheit in der Klinik geborgen und vertraute ihr blind. Nur deshalb konnte ich mich auf die Geburt einlassen!

    Bei Kind 2 war alles etwas schwieriger. Ich war kugelrund und bekam kurz vor dem Geburtstermin einen Nierenstau und musste deshalb zur Kontrolle in die Klinik. Dort wurde via Ultraschall festgestellt, dass unsere Maus über 5 kg wiegt. Man riet mir zum KS und machte mir keine Hoffnung, dass es einen anderen Weg geben würde. Wir verabredeten uns zu einem weiteren Ultraschalltermin im KH für den nächsten Tag – mit Ärzten UND meiner Hebamme!
    Das Ergebnis war zunächst das gleiche, aber Nele (meine Hebamme) setzte sich dafür ein, dass wir es auf dem normalen Weg probieren wollen! Man muss dazu sagen, ich habe riesen Angst vor OPs und damals ebenfalls vor der PDA. Ich musste Nele jedoch versprechen, dass ich unter der Geburt sofort einem KS einwillige, wenn sie der Meinung ist, es geht eben doch nicht anders. Am Folgetag bearbeitete sie noch ein wenig meinen Muttermund, damit ich nicht all zu sehr übertrage und prompt ging es los.
    Lange Rede, kurzer Sinn: 4 Stunden Wehen, 100.000 Mal Stellungswechsel, keine Erholung, hektische Ärztin die anwesend sein musste, ruhige und entspannte Hebamme, die mir Zuversicht gab und unsere Maus war auf der Welt: 5.080g schwer und 58 cm groß.

    Und dass das alles so gut laufen konnte, habe ich ihr zu verdanken! Ich vertraute meiner Hebamme blind und wusste, dass wir diese Geburt gemeinsam schaffen können!
    Die Ärzte machten damals ihren Job! Diesen machten sie auch gut, das will ich gar nicht in Abrede stellen! Aber das Wissen kam von meiner Hebamme!
    Und das Vertrauen zu ihr, kam über die Zeit der SSW – kein Arzt dieser Welt kann das leisten!

  5. Pingback: Wochenende in Bildern 11./12. Juli 2015 | Geborgen Wachsen

  6. Andrea Steinbecher Antworten

    Hallo Anna, ich habe meine Tochter 2012 in einem wunderschönen Geburtshaus in Weiterstadt geäfenhausen zur Welt gebracht und es war eine tolle schnelle und unkomplizierte Geburt!! Die Betreuung vorher und nachher war sehr persönlich und liebevoll. Ich bin eine ehemalige Leistungssportlerin und kenne meinen Körper sehr genau. Ich wollte unbedingt eine Geburt , die so natürlich wie möglich abläuft! Im Geburtshaus hatte ich die Möglichkeit sehr viel mitzubestimmen! Auch fand ich es wahnsinnig schön, dass ich meine Tochter nach der Geburt nicht mehr hergeben müsste! Die paar Untersuchungen wurden direkt bei uns gemacht und danach sind wir sofort nach Hause gefahren/ ich wünschte sehr, dass die werdenden Mütter mehr auf ihren Körper hören würden und keine Angst vor einer natürlichen Geburt hätten. Leider wurde das Geburtshaus Anfang 2015 aus Kostengründen geschlossen!! Wirklich traurig!! Ich würde immer wieder in ein Geburtshaus gehen und hoffe dass es viele Unterstützer für die Hebammen geben wird!!!! Alles gute 

  7. Pingback: Was sag ich meiner Tochter? #Hebammenprotest | dailydress

  8. Liebe Anna, wie versprochen – meine Geschichte.

    „Nur nicht die Luft anhalten, immer schön weiteratmen“, hatte mir meine Hebamme gesagt und trotzdem tat diese verflixte Nadel im kleinen Zeh jedesmal wieder weh. Ich war die letzte aus meinem Geburtsvorbereitungskurs, die noch immer eine riesige Kugel vor sich herschob, während mir meine Hebamme zwischen zwei Pieksern von den geschlüpften Babys meiner Mitstreiterinnen erzählte. Sie ahnte, dass mich mein geburtsunwilliges Mädchen langsam ein bisschen zu nerven begann. Acht Tage über Termin. Ohne Wehen. „Sie macht’s echt spannend“, meinte sie mit einem Grinsen. Als dann am Tag danach in der Klinik bei der Kontrolle…“

    Hier geht’s weiter (du darfst sie dir für deine Zwecke kopieren)

    http://dailydress.de/002989_was-sag-ich-meiner-tochter-hebammenprotest/

    Ganz liebe Grüße und nochmal danke für die Aktion! Nicole

  9. Liebe Anna,

    auch ich möchte nichts unversucht lassen und Dich bei Deinem tollen Vorhaben unterstützen.
    Ich habe bisher zwei wunderschöne und unkomplizierte Geburten erleben dürfen.
    Dass ich in jede Geburt so voller Stärke und Selbstvertrauen gehen konnte habe ich meiner wunderbaren Hebamme zu verdanken. Sie War es auch, die mir die ersten Tage zur Seite stand und mehrmals täglich vorbeikam um mir Quarkwickel gegen meinen Milchstraße zu machen. Sie kochte mir Tee und massierte die Füßchen von meinem Sohn, damit er nicht immer beim trinken einschlief. Sie gab so eine Sicherheit und Vertrauen in mich und mein Kind, das War ganz groß. Ich bin absolut sicher, dass ich ohne sie nicht beide Kinder drei Jahre gestillt hätte.

    Hebammen dürfen nicht aussterben!

  10. Liebe Anna,
    Ich helfe gerne! Eine Geburt zu meistern ohne (m)eine Hebamme ist mir unvorstellbar! Ihre einfühlsame, direkte und ehrliche Art hat im vornherein ein großes Vertrauen aufgebaut, ohne welche ich mich während der Geburt nicht auf die Geburt hätte einlassen können. Zu wissen sie ist da mit ihrem Wissen und ihrer Einschätzung, wer welche Grenzen hat, hat es mir ermöglicht meinen Sohn auf natürliche Art und Weise im Geburtshaus zu gebären.. Eine wirklich tolle Sache!
    Danke, dass du dabei hilfst, dies aufrecht erhalten :-*

  11. Liebe Anna,

    ich sorge mich so das meine Tochter ohne Hebamme sein soll. Es macht mich ganz betroffen. Ich hatte eine schnelle Geburt. 1Std in der Klinik beim ersten Kind. Da kann Frau sich nicht beschweren. Das ging aber nur weil ich 5 Tage nach Termin zu Hause Wehen bekommen habe. 3 Tage habe ich mich zu Hause gequält weil ich auf keinen Fall lange in eine Klinik wollte. Meine Hebamme War an meiner Seite. Hat nach meiner Tochter ‚geschaut‘. Hat mich gestützt, getröstet und mir Mut gemacht als ich sagte ‚ich kann nicht mehr‘. Und sie War jederzeit telefonisch für mich erreichbar, obwohl sie keine Beleghebamme war. Nach drei Tagen Wehen und einer Blitzgeburt in der Klinik War sie es die zu Hause mit Mann und Eltern über das Wochenbett sprach und mir so das WochenBETT ermöglicht hat. Durch sie mussten wir nicht ständig zu Ärzten zum wiegen oder Kontrolle des Nabelschnur und hatten eine wunderbar entspannte Wochenbettzeit.
    Für eine entspannte Geburt und eine ungestörte Kennenlernzeit: WIR BRAUCHEN HEBAMMEN!!!

  12. Hallo,

    ich kann ebenfalls einen Geburtsbericht, noch ganz frisch, beitragen, bei dem tatsächlich ganz anschaulich wird, dass die Hebammen in den Kliniken völlig überlastet sind:

    http://www.sie-ist-schwanger.de/die-geburt-oder-der-unangenehme-teil-einer-schwangerschaft/

    Alternativ gibt es das Ganze auch aus Sicht meines Mannes zu lesen, auch hier würde man sich wünschen, er hätte nicht teilweise die Hebamme ersetzen müssen:

    http://www.er-ist-schwanger.de/kein-spass-die-geburt-meine-geburtserfahrung-aus-papa-sicht-713/

    Halte uns auf dem Laufenden, wie dein Projekt läuft!

    Liebe Grüße,
    Hanna

  13. Liebe Anna,

    hier also mein Bericht:

    Weil wir umgezogen waren musste ich mir bei meiner zweiten Schwangerschaft eine neue Hebamme suchen. Ich wollte wieder einen Geburtsvorbereitungskurs machen. Die Hebamme die ich fand, lag total auf meiner Wellenlänge. Anders, als bei meiner ersten Schwangerschaft, war mir auch etwas übel. Ich bekam von ihr Akupunktur mit zwei Dauernadeln gesetzt und schon am gleichen Tag hatte ich wieder Lust zu kochen. Sie bot außerdem Massagen an etc. Sie brachte in den Vorbereitungskurs auch viel Yoga ein, was ich schon bei meiner ersten Schwangerschaft gerne zur Entspannung genutzt hatte. Ich wollte wieder in der gleichen Klinik wie beim ersten Mal entbinden, allerdings war die Klinik zu dieser Zeit recht voll. Da ich wieder gerne ein Familienzimmer wollte, hätte es sein können, dass dies nicht möglich ist. Und wenn ich meinen Mann nicht die ganze Zeit bei mir haben konnte, wollte ich dann lieber eine ambulante Geburt. Bei meiner ersten Geburt war ich mit Fehlalarm in die Klinik, um dann Stunden später doch wieder hin zu müssen, weil es dann so weit war. Um dies dieses Mal zu vermeiden, bat mir meine Hebamme an, dass ich bei ihr vorbei schauen kann, wenn ich das Gefühl habe, dass es los geht.
    An einem Freitag vor ca. 7 Jahren, telefonierte ich noch gegen 10 Uhr mit meiner Mutter, da war noch alles ganz normal, nichts zu spüren. Ich hatte noch viele Pläne für das Wochenende, der Geburtstermin sollte lt. Berechnung erst 8 Tage später sein. Gegen 12 Uhr, gingen dann aber Wehen los, ich dachte, es sind Übungswehen, kaufte trotzdem zur Sichert zu Fuß mit meiner Tochter noch Snacks für den Kreißsaal ein, zur Stärkung. Eher für meinen Mann, als für mich :-) Es war ein schöner Tag, herrlich frische Luft. Die Wehen beruhigten sich nicht, gegen 13 Uhr legte ich mich zum Test in die Badewanne. Ich merkte aber keinen Unterschied, ich wusste weiterhin nicht, ob es echte oder nur Vorwehen sind. Also rief ich meine Hebamme an. So wie es sich für sie anhörte, konnte es wohl noch etwas gehen. Ich sollte gegen 15 Uhr zu ihr in die Praxis kommen. Nebenbei musste ich mich um meine 20 Monate alte Tochter kümmern, die beschäftigt werden wollte und sehr anhänglich war. Ich versuchte gleichzeitig meine Kliniktasche zu packen. Gegen 14 Uhr merkte ich dann doch, dass es sich um richtige Wehen handeln musste, ich konnte nicht mehr stehen oder richtig laufen. Ich rief dann gleich meine Familie an, damit sie meine Tochter holten. Gegen 14.30 Uhr kam dann meine Cousine vorbei, fast zeitgleich kam auch mein Mann nach Hause, den ich vorher informiert hatte. Er musste für mich dann meine Hebamme anrufen und ihr mitteilen, dass ich es nicht mehr in die Klinik schaffen würde, die Wehen waren schon so heftig. Meine Hebamme wollte mich dann noch sprechen, was mich wunderte. Später erklärte sie mir, dass mein Mann noch so relaxt und ruhig am Telefon war, dass sie sich nicht sicher war, ob es wirklich schon so weit ist ;-)
    Obwohl sie eigentlich keine Hausgeburten mehr machte, weil sie sich die Versicherung nicht mehr leisten konnte, wollte sie kommen. Da es sich um einen Notfall handelte, war das möglich.
    Gegen 15 Uhr, war dann meine Hebamme da und gab meinem Mann Anweisungen, was sie so braucht, wie Handtücher etc.
    Während der Geburt platze die Fruchtblase, mein Mann konnte gerade noch zur Seite springen. Mein Sohn schien die Nabelschnur um den Hals zu haben, deshalb waren die Herztöne etwas schwach, aber wenn ich zu ihm hin atmete, wurden sie wieder besser. Durch die Sicherheit, die mir meine Hebamme gegeben hatte, konnte ich trotzdem ruhig bleiben. Aber aufgrund dessen mussten wir noch mehr „Gas geben“. Zwischen durch wollte ich nicht mehr, aber meine Hebamme, war so super motivierend, das war so super.
    Um 15.31 Uhr war mein Sohn dann auf der Welt und es war so schön ihn im Arm zu halten, er war noch so feucht und klein und leicht. Und ich war so froh es geschafft zu haben:-)
    Ich musste doch noch kurz zum Nähen ins Krankenhaus, meine Hebamme informierte vorab die Klinik. Die konnten nicht glauben, dass ich vor 2h ein Kind zur Welt brachte, weil ich so fit war. Aber ich war bei beiden Kindern noch bist fast zur Geburt im Fitness und hatte dadurch ein besseres Körpergefühl und auch mehr Kraft.
    Meine Hebamme war so toll, ich fühlte mich bei ihr so sicher und gut betreut, hätte ich noch ein Kind gewollte, hätte ich mir auch eine geplante Hausgeburt vorstellen können.
    Und auch nach 7 Jahren, erzähle ich noch immer voll Freude von dieser anstrengenden, aber dank der Hilfe meiner Hebamme, tollen Geburt :-)

  14. Liebe Anna,

    natürliche Geburten sind mir eine Herzensangelegenheit und da ich bisher zwei sehr natürliche und wunderbare Geburten erleben durfte möchte ich gerne alle daran teilhaben lassen. Es gibt viel zu viel Schreckensnachrichten, daher möchte ich gerne mit meiner Geschichte zeigen, wie wunderbar und bereichernd für alle Beteiligten eine Geburt sein kann, wenn die Zeit, Ruhe und die Umstände dafür gegeben sind.

    Ich werde dir gerne eine Email schicken.

    Liebste Grüße 

    Bettina

     

  15. Pingback: Heute ganz Privat – ostseepiratin.de

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