Der 16. Dezember. In acht Tagen ist Heiligabend. Mir wird ganz schwindelig! Was ich alles noch nicht erledigt habe! Wie viele Weihnachtskarten noch nicht geschrieben, wie viele Plätzchen noch nicht verziert, wie viele Geschenke noch nicht besorgt geschweige denn verpackt sind…! Und zur Post muss ich auch noch! Wenn ich darüber nachdenke, würde ich mich am liebsten ins Bett legen, mir die Decke über den Kopf ziehen und gar nichts mehr machen. Weihnachten boykottieren. Mit allem, was dazugehört. Das Essen, die Päckchen, die Weihnachtslieder, die ganze Kack Besinnlichkeit!

Und gleichzeitig macht mich das traurig. Denn ich l i e b e all das. Ich backe so gerne Plätzchen mit den Kindern und auch alleine. Ich bin die leidenschaftlichste Schenkerin und mache nichts lieber, als persönliche Geschenke zu finden und freue mich wie ein Keks, wenn ich genau das Richtige für die richtige Person finde. Ich bin die Hüterin diverser Weihnachtsplaylists, die hier spätestens ab dem 01. Dezember ständig laufen. Ich zünde den Kamin und tausend Kerzen an und bekoche Freundinnen und Freunde in der Adventszeit mit dem frohesten Herzen. Nichts schöner, als wenn wir uns adventlich um meinen Tisch versammeln,  das Zusammensein genießen und gemeinsam essen und trinken. Wieso also dieser pre-Christmas-Blues? Was ist das und wo kommt das jetzt her?

It's Christmas | berlinmittemom.com

Weihnachtsstress vs Weihnachtsvorfreude

Wenn ich ehrlich bin, weiß ich allerdings genau: ich kenne das schon. Seit ich Kinder habe, laufe ich mit einem Bild im Kopf herum, wie Familienweihnachten sein soll. Dabei spielen natürlich die Erinnerungen an meine eigene Kindheit eine große Rolle und die Lieblingsrituale aus dieser Zeit sind von Anfang an mein Maßstab dafür gewesen, wie ich Weihnachten mit meinen Kindern gestalten und erleben möchte. Es fängt an mit den 3x 24 Säckchen oder Päckchen, die ich jedes Jahr an den Adventskranz hänge. Dann kommen die Nikolausstiefel, die schon mit selbstgebackenen Plätzchen befüllt werden, die natürlich vorher hergestellt werden müssen. Überhaupt… Plätzchen! Es gibt bestimmte Sorten, die m ü s s e n sein. Und eigentlich habe ich auch immer den Ehrgeiz, noch eine neue Sorte auszuprobieren pro Saison – dieses Jahr waren es die Cranberry-Schoko-Cookies.

Aber manchmal reicht es von der Zeit nicht. Oder meine Energie reicht einfach nicht mehr. Dann lasse ich einen Plan nach dem anderen fallen und werde immer saurer dabei. Schon wieder schaffe ich es wohl dieses Jahr nicht, meine geliebten Schoko-Orangensterne zu backen und das ärgert mich, denn es sind echt meine liebsten Weihnachtsplätzchen – andererseits… wer soll die ganzen Plätzchen auch essen? Schließlich fahren wir am 25.12. schon zur Familie ins Rheinland. Und all die Post. Die selbstgemachten Kalender, die rechtzeitig verschickt werden müssen. Die Weihnachtskarten. Die kleinen Geschenke für die Freundinnen in der Ferne. Was ist mit all dem? Das kann ich doch nicht einfach alles ausfallen lassen? So groß der Druck auch ist, so groß ist auch mein innerer Trotz, der von all dem nicht lassen will.

Weihnachtsgeschenke | berlinmittemom.com

Und dabei wollte ich doch noch… zum Frisör, meine Nägel schön machen vor Heiligabend, selbstgebackene Plätzchen verpacken und verschicken, einen Weihnachtsbummel mit dem Mann ganz alleine unternehmen, mit dem großen Mädchen eine Runde durch ihre favorisierten Läden ziehen und mir heimlich alles merken, was sie schön findet, Love actually sehen, dabei Rotwein trinken und Weihnachtskarten schreiben… Stattdessen wird die kommende Woche schon wieder zum Terminbingo ausarten und ich sehe mich am 24. abgehetzt in die Kirche eilen, natürlich mit ungemachten Fingernägeln und ohne vorherigen Friseurbesuch. Und ich werden wehmütig an letztes Weihnachten denken, das wir in Neuseeland verbracht haben. Damals sehnte ich mich nach meinen Ritualen und dem Berliner Weihnachtsgefühl und es fühlte sich seltsam an, in Flipflops den Grill anzuwerfen an Heiligabend. Aber rückblickend hatte ich noch nie zuvor so ein entspanntes Weihnachtsfest, seit ich Kinder habe.

Kein Stress mit dem heimlich aufgestellten Weihnachtsbaum und der von mir immer sehr akribisch aufgebauten Krippe mit Wurzeln und Zapfen und Moos, das ich extra bei der Floristin meines Vertrauens bestelle. Keine Essensvorbereiterei als gäb es kein Morgen und kein Koffergepacke, weil es danach zur Familie ins Rheinland gehen muss. Keine Weihnachtskarten, sondern eine schöne Email an alle. Nur den Kirchgang, die festlichen Momente in der mit Kerzen beleuchteten Kirche, die alten Lieder und die alte, heilige Geschichte – die habe ich wirklich von Herzen vermisst.

Mein Weihnachten, dein Weihnachten: Zwischen Trotz und Frust

Dann, jeden Tag, öffne ich Instagram und sehe Menschen, die mit ihren Kindern schon zig mal auf dem Weihnachtsmarkt waren (ich habe das dieses Jahr noch nicht geschafft) und Menschen, die mit ihren Kindern selbstgemachte Bienenwachskerzen wunderbar verpacken und zum Verschenken bereitlegen (der Teufel soll mich holen, wenn ich dafür auch noch Zeit finden würde? Wann??) und Menschen, die mit glücklichen Gesichtern ihre Tannenbäume schlagen und auf ein Fahrrad oder einen Schlitten laden, um sie nach Hause zu bringen, wo sie sie mit denselben glücklichen Gesichtern schmücken und illuminieren werden. Ich weiß noch nicht mal, wann ich wo einen Baum ergattern soll, denn soweit bin ich mit meiner Weihnachtsorga einfach noch nicht.

Und wieder packt mich der Weihnachtstrotz, denn ich will das alles auch! Ich möchte, dass der Baum hier schon gut verschnürt im Garten läge und dass ich sorgfältig ausgesuchte Geschenke für die Lieblingslehrerinnen meiner Kinder bereits verpackt und mit Karte versehen bereitgelegt hätte. Dass ich die lieben Gaben an die lieben Freundinnen bereits zur Post gebracht oder wenigstens die Karten schon geschrieben hätte. Dass ich nicht vor lauter Weihnachtsgedöns keine Zeit hätte, am Geburtstag meiner Mama mal in Ruhe traurig zu sein, wenigstens für ein kleines Stündchen. Dass ich alle Rezepte, die ich noch machen wollte, bereits fotografiert und verbloggt hätte, um sie mit euch zu teilen, denn auch das ist Weihnachten für mich: hier unsere Rituale und Rezepte, Lieblingsbücher und Geschenketipps zu hinterlegen, damit ihr auch etwas davon habt. Und dass ich noch Zeit hätte für die echten Texte, wenn sie in mir aufsteigen. Zeit, mich hinzusetzen und sie aufzuschreiben. Ganz für mich und in Ruhe.

Stattdessen sehe ich diese Weihnachtsperfektion auf Instagram und Pinterest und fühle etwas in mir erschlaffen. Irgendetwas in mir rollt sich zusammen, zieht sich die Decke über den Kopf, sprengt noch kurz Social Media in die Luft und hält sich dann fest die Ohren zu. Ich will das alles nicht. Ich will da nicht mitmachen, bei diesem Gehetze nach dem schönsten, stimmungsvollsten, originellsten Advents- oder Weihnachtsfoto auf Instagram. Ich will nicht mehr anderen Menschen in ihre  (vermeintlich) perfekten Leben schielen und mich dabei als Weihnachtsversagerin fühlen. Bastelversagerin. Plätzchen- und Weihnachtsfeierversagerin, Kerzenzieh- und Schneespaziergangs- und Weihnachtskartenletter-Versagerin. Will ich nicht! Und dabei möchte wirklich, ganz ehrlich, NICHTS in mir Kerzenziehen oder Weihnachtskarten lettern. Ich will nur auch nicht sehen, dass andere das so perfekt tun. Und deshalb bleibe ich bei Insta so ein bisschen viel weg in den letzten Tagen. Auch wegen des Norovirus und des Besuchs und wegen viel Arbeit, aber eben auch aus Weihnachtsfrust.

Versteht mich nicht falsch, ich gönne jedem seine Weihnachtsrituale und ich bewundere Menschen, die all diese Dinge können und auch wirklich tun, weil es ihnen Freude macht. Aber wenn ich gerade selbst das Gefühl habe, diesbezüglich nichts auf die Reihe zu kriegen, kann ich es mir schlecht anschauen, ohne mich noch schlechter zu fühlen.

Echtes Weihnachten ist die Zeit mit Menschen, die mich sehen, wie ich bin

Aber dann, wenn mein frustriertes Weihnachtsversagerinnen-Ich noch unter der Decke hockt und sich nicht bereit fühlt, der geschmückten Welt da draußen ins Auge zu sehen, kommen Menschen in mein Haus und sagen Dinge wie: „Wenn man sich weihnachtlich fühlen will, muss man nur zu dir kommen. Darauf habe ich mich schon gefreut, als ich mich auf den Weg zu dir gemacht habe“, und zeigen auf den Adventskranz, an dem die Päckchen für die Kinder hängen, denn ja, es sind nicht 24 für jedes Kind, weil ich es nicht geschafft habe, aber sie sind da. Das sind die Menschen, die das Adventsessen verlegen, weil du selbst und deine Brut norogeplagt auf der Couch dämmern und dann, wenn der Ersatztermin da ist, sagen sie: „Was soll sein, wir kochen gar nix, wir bestellen uns was und machen ein Fläschchen auf und sind einfach zusammen!“ Und so ist das dann.

Weihnachtssushi | berlinmittemom.com

Menschen, die mir vor dem geplanten Weihnachtsessen eine Kiste Wein auf den Balkon stellen, damit ich ihn nicht besorgen muss. Menschen, die mir Lieblingsblumen mitbringen und den Kindern ein kleines Spiel weil sie einfach wissen, wer ich bin und wer meine Kinder sind. Menschen, die meinen Kindern Adventspost schicken und sie damit zu glücklichen Strahleaugenvorweihnachtskindern machen, weil sie jeden Tag ein Papiertürchen aufmachen können. Menschen, die mir kitschigen Christbaumschmuck schenken und sagen: „Ich weiß doch, du magst immer was Ausgefallenes an deinem Baum und dabei habe ich gleich an dich gedacht!“ Menschen, die mir schreiben. Menschen, die mir sagen, wer ich für sie bin und was ich im letzten Jahr für sie war. Menschen, die ihre Weihnachtsrituale mit mir teilen. Das sind die Menschen, die mir dann doch die allerschönste, allerhellste, allerbeste Weihnachtsstimmung bescheren, auch wenn meine To Do-Liste immer noch nicht schrumpfen will und ich noch immer am Anfang einer Chaoswoche stehe, an deren Ende ich nach wie vor irgendwo eine kleine Ohnmacht vermute, die nur auf mich wartet.

Ich weiß, es liegt bei mir. Ich muss das alles nicht so machen, nicht das mit der Krippe oder das mit dem Last-Minute-Heimlichkeits- und-Überraschungsbaum. Nicht das mit den Geschenken für die Lehrerinnen und auch nicht das mit dem Weihnachtsmarktbesuch oder den zig verschiedenen Plätzchensorten. Das alles sind meine Entscheidungen. Aber vielleicht muss ich noch ein Jährchen älter werden, um einige dieser lieben Rituale und Gewohnheiten loszulassen oder anzupassen. Und bis dahin… übe ich mich mich in Geduld und Güte mir selbst gegenüber. Ganz ohne Sprengung des Internets oder dem kleinen Weihnachtstrotz unter der Decke.

Passt auf euch auf und seid gut zu euch, auch wenn der Weihnachtsstress und der Besinnlichkeitszwang euch in die Zange nehmen.

24 Kommentare

  1. Liebste Anna, ich bin so ein großer Fan von deinen Worten, du Weihnachts-Zauber-Fee! Was ist, ist und der Rest passiert in diesem Jahr in unseren Herzen, da wo die Liebe wohnt! Ich drück dich und wünsche dir von Herzen viele schöne Momente in der Vorweihnachtszeit. Jule

    • Meine liebste Jule, danke dir für deine liebevollen Worte. Wie recht du hast! Das neue Jahr steht schon vor der Tür und die Herzen warten schon darauf, es aufzunehmen, mit Liebe zu füllen und zu feiern. Hab friedliche und fröhliche Weihnachten mit deinen Liebsten!

  2. Liebe Anna,

    ich verfolge nun schon einige Zeit Deinen Blog, kommentiere allerdings selten. Deine Texte wirken immer in mir nach, weil Du Worte für meine Gefühle findest und ich froh und erleichtert bin, dass man mit seinen Empfindungen nicht allein ist.
    Ich drücke Dich mal aus der Ferne ganz herzlich und kann Dir nur sagen, dass das Loslassen von Ritualen zwar schwer ist, es aber besser wird. Dafür kommen vielleicht Rituale hinzu, die es „einfacher“ machen.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie eine Weihnachtszeit, die Euch einfach angenehm ist, Euch froh und glücklich macht.
    Alles wird gut.
    Herzliche Grüße
    Michaela

    • Liebe Michaela, das Loslassen ist wirklich eine schwere Aufgabe, nicht nur, wenn es um liebgewonnene Rituale und Gewohnheiten geht. Aber es muss wohl sein, damit es weitergehen kann. Danke dir fürs Lesen, fürs Mitfühlen und für deine lieben Worte. Ich wünsche dir auch wunderschöne Weihnachtstage mit deinen Liebsten und alles Liebe fürs neue Jahr!

  3. Liebe Anna,

    Du schreibst mir aus der Seele. Und es es ist so wahr, dass Vergleich (bei mir die perfekten Bilder bei Instagram oder Statusmeldungen meiner WhatsApp Kontakte) meist Unzufriedenheit mit sich bringt. Ich fühle mich genauso. Und dann fühl ich mich auch noch bescheuert, weil ich mir, zumindest was den Konsum von SocialMedia angeht, das selbt antue. Es ist ein Zwiespalt und ich hoffe auch, dass die Jahre und wachsende Erfahrung mir da helfen wird :-) Und zumindest Deine Texte und Deine Bilder inspirieren mich sehr und tun einfach gut! Danke!
    Liebste Grüße,
    Anne

    • Danke dir, liebe Anne. Ja, ich hoffe auch, dass das alles leichter wird und man mit dem Älterwerden auch besser lernt, sich selbst wichtig zu nehmen, die richtigen Schwerpunkte zu setzen und sich frei zu machen von unsinnigen Ansprüchen und Erwartungen an sich selbst. Schön, dass ich damit nicht alleine bin! Liebe Grüße & frohe Weihnachten!

  4. Liebe Anna,

    ersetze Norovirus durch zu korrigieren Vorabiklausuren und es ist ein nahezu exaktes Abbild meiner Situation.
    Das Schwierigste ist es wohl, sich von Erwartungen zu verabschieden und das anzunehmen, was ist. Und das Wichtigste ist, sich immer wieder vor Augen zu führen, wie unendlich viel das ist.

    Frohe Weihnachten!
    Alex

    • Ja, du hast recht. Natürlich ist es viel, was wir haben. Wie wir leben. Gesund. Zusammen. Alles ist gut. Ich weiß es und doch ist es mir manchmal nicht so gegenwärtig wie es vielleicht sein sollte. Danke für den Reminder und dir auch frohe Weihnachten!

  5. Genau so fühle ich auch. Danke für diesen schönen Text! Liebe Grüße,
    Andrea

  6. Die erste akute Maßnahme ist da sicher, mal ein paar Tage nicht auf instagram unterwegs zu sein. Denn auf instagram ist eigentlich immer ALLES PERFEKT. Bei Dir übrigens auch. Da reiht sich ein glückliche Familie-schöne Wohnung-tolles Essen- super Urlaub-Bild ans andere. Und wenn man selber gerade völlig am Ende durch die Gegend robbt, ist das meistens nicht wirklich aufbauend.

    Die zweite Maßnahme wäre vielleicht, die Karten einfach nach Weihnachten zu schreiben und zu verschicken. Menschen freuen sich nicht nur bis zum 24. 12. über persönliche Post. Danach haben auch alle mehr Zeit, sie zu lesen.

    Die dritte Maßnahme sollte eigentlich die erste sein: immer und auf jeden Fall auch an sich selbst denken. Du hattest einen ähnlichen, wenn auch am Schluss noch versöhnlicheren Text vor einer Woche. Worauf es eigentlich ankommt. Zuhause und zusammen sein. Euch freuen, dass ihr das könnt und dass es euch so gut geht. In diesem Internet sieht euer Leben aus, als sei es eigentlich durchgängig traumhaft schön, von einzelnen kleinen Krankheitsepisoden mal abgesehen. Vielleicht hilft Dir ein Blick auf Dein eigenes instagram account, um zu sehen, wie schön ihr es sowieso schon habt. Dann gibt es halt mal keine weitere Plätzchensorte, kein spezielles Moos für die Krippe und vielleicht geht es dieses Jahr auch ohne Geschenke für die Lehrer.

    Ich kenne das alles gut, aber man muss sehr darauf achten, dass man selber nicht unter die Räder kommt. Dann ist Weihnachten nämlich auch nicht mehr schön. Und das wäre blöde.

    • Danke liebe Gaby. Für deine wahren Worte, dein Verständnis und die Erinnerung daran, was ich eigentlich ja selber weiß, wozu ich aber oft keinen Zugang habe, wenn alles drunter und drüber geht. Ich werde deine drei Maßnahmen beherzigen und mir merken. Und ich bin gerade furchtbar dankbar für die besten Leserinnen der Welt! Alles Liebe für dich und ein frohes, friedliches Weihnachtsfest!

  7. Hi Anna,

    tief in den Bauch atmen und kurz mal inne halten und einen Tee trinken. Und dann streichst Du alles aus Deinem letzten Absatz. Und schon wird es leichter. Und auch die Foto-Kalender und den Adventskalender fürs Patenkind.

    Nächstes Jahr steht der Baum am 3. Advent und alle freuen sich viel länger daran. meinetanne.de zB. liefert am Wunschtag einen wunderbaren superfrischen Baum bis an die Haustür. zweimal getestet und nur zu empfehlen!

    Und als erstes werden nächstes Jahr die Schoko-Orangen-Plätzchen gebacken. Vielleicht sogar nur die?

    Und über Weihnachten am besten garnicht mehr durch die Gegend fahren sondern mal zur Ruhe kommen und das Jahr Revue passieren lassen.

    Ich war auch noch nicht auf dem Markt, hab noch nicht gebacken und die kleinen Sachen fehlen auch noch. Aber es muss auch nicht immer alles perfekt sein, damit alle glücklich sind. Beim Bäcker bekommt man auch ganz herrliche Plätzchen.

    Hab Dich gestern gesehen, wir waren spazieren in Eurem Kiez. Ich glaube ihr seid gerade nach hause gekommen. Du warst irgendwie unter Strom, sonst hätte ich Dich evtl. angesprochen. :)

    Liebe Grüße
    Andrea

    • Liebe Andrea, du malst mir da ein wunderbares Vorweihnachtszeit aus, wie ich sie mir besser nicht vorstellen könnte! Ich glaube, ich drucke mir deinen Kommentar mal aus und klebe ihn mir in meinen neuen Planer für 2019. Irgendwo mitten in den November, damit ich es nicht vergesse und mich nicht wieder so in den Weihnachtsstrudel hineinziehen lasse. Danke dafür!
      Gestern Nachmittag? Da kamen wir gerade aus der Tanzschule mit der Kleinen, die ja ihr Weihnachts“battle“ hatte. Wahrscheinlich war ich innerlich schon wieder bei den Weihnachts-To-Dos… Hättest du doch hallo gesagt, dann hätten wir uns mal gedrückt und vielleicht einen Keks zusammen gegessen! Bitte unbedingt beim nächsten Mal, ja? Liebste Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit für dich und deine Familie!

      • Liebe Anna,
        das mach ich! Irgendwie hab ich mich nicht getraut, aber das nächste Mal sicher!

        Euch eine schöne Zeit! Es wird anstrengend, es wird turbulent, aber Ihr werdet auch in Ruhe dasitzen, zurückgelehnt mit einem Gläschen in der Hand, und es wird wunderbar sein!

        Ein Hoch auf diese schöne Familienzeit!

  8. Ein schöner Text, der zum Nachdenken anregt. Aber ich lese auch Verbitterung heraus… Du bist doch selbst recht aktiv auf Instagram und postest fast ausschließlich happy-perfect-family Bilder. Das es hinter den Kulissen nicht immer perfekt ist, weißt du also sicher aus erster Hand. Wieso ziehen dich dann die Bilder der anderen so runter? Vielleicht waren andere Familien schon 3x auf dem Weihnachtsmarkt, aber dafür haben sie eben keine 12 Plätzchensorten gebacken. Und andere backen wie die Weltmeister, schreiben aber vielleicht keine Weihnachtspost. Wenn man 10 Instagram Profile betrachtet und in einen Pott schmeißt, dann ist das eine MENGE an Vorweihnachtsstress. Aber wir müssen ja nicht alles das machen, was 10 Familien zusammengenommen machen ;-) Den Druck und Stress machen wir uns selbst. Traditionen sind schön und wichtig, weil sie bestimmte Gefühle wiederbeleben. Aber mann muss nicht 20 davon haben. 3 oder 4 reichen auch. Und bei den anderen Dingen macht man es sich leicht. Davon geht Weihnachten auch nicht unter. Und wenn man die Instagram Profile etwas nüchterner und mit einer Prise Realität betrachtet, dann sieht man, dass die anderen es auch genau so machen. Niemand macht alles. Jeder macht etwas.

    • Da hast du vollkommen recht. Aber verbittert bin ich nicht, es ist mehr so, dass ich mich über mich selber ärgere, weil mich meine eigenen Ansprüche an mich so unter Druck setzen. Dass das Quatsch ist weiß ich zwar, aber das hilft mir dennoch oft nicht, mich auch anders zu verhalten. Ich arbeite daran! Und ich hoffe, dass in meinem Text klar wurde, dass ich keineswegs anderen ihre Aktivitäten neide oder das Zeigen von schönen Familienmomenten kritisiere. Es hat vor allem mit mir zu tun, nicht mit den anderen. Ganz liebe Grüße und danke für die Erinnerung daran, wie es hinter allen Kulissen nun mal aussieht.

  9. Liebe Anna!
    So schön hast Du wieder geschrieben und sprichst mir und bestimmt so vielen Anderen aus dem Herzen. Und eigentlich hast Du ja schon geschrieben, was Du tun musst,damit es Dir besser geht. Einfach mal reduzieren. Auf das Wichtige! Wer brauch schon zig Plätzchen? Nach Weihnachten mag die bei uns eigentlich niemand mehr haben. Wir backen welche in der Vorweihnachtszeit und die dürfen dann auch gegessen werden….Das mit den Briefen und Päckchen an Weihnachten kann man auch reduzieren- am 22,23 und auch 24 rufe ich meine liebsten Freunde und Familienmitglieder immer nochmal an und spreche wenigstens kurz mit ihnen persönlich. Geschenke für die Kinder sind soweit fertig. Einkaufslisten erstellt. Wenn ich mit meinen Kindern spreche, dann sagen sie mir auch, das Schönste an Weihnachten ist das zur Ruhe kommen(meine großen Mädels mit 15 und 12 zumindest), die Kleinste mit fast 6 Jahren freut sich natürlich total auf den Weihnachtsmann….Ich wünsche Dir und Deiner Familie Ruhe und Frieden für die festliche Zeit. LG Nicole

    • Das klingt wunderbar, liebe Nicole. Ich wünsche mir hier auch mehr Ruhe, denn ich merke auch den Kindern an, dass alles superviel ist zur Zeit. Da war das Weihnachtskonzert, eine Theateraufführung, ein Fußballspiel und eine Tanzveranstaltung, dann diverse Klassenweihnachtsfeiern und auch noch einige Kindergeburtstage…. uff. Ich bin froh, wenn die Ferien anfangen und die Kids mal durchatmen können. Danke für den Reminder, es ruhiger angehen zu lassen. Weniger ist mehr, oder? Liebe Grüße und frohe Weihnachten für dich und deine Familie!

  10. Die Stille Leserin Antworten

    Liebe Anna,
    ich erkenne mich in vielen Deiner Beschreibungen wieder. Aber es hat sich in den letzten Jahren auch einiges geändert. Lange hatte ich den Anspruch an mich selbst den Adventskranz immer selbst zu binden, jedem Kind mindstens ein selbstgemachtes Geschenk unter den Baum zu legen (als sie noch kleiner waren war das einfacher), den Lehrern nur selbstgemachtes zu schenken, persönliche und ausgefallene Geschenke für Freunde und Familie finden, das Haus vor Weihnachten auf Hochglanz putzen, mindestens fünf Sorten Plätzchen zu backen und und und…. Tja und dann musste ich unerwartet meine Stunden bei der Arbeit aufstocken, eines unserer Kinder entwickelte eine schwere chronische Krankheit, wir mussten umziehen und ich hatte einfach keine Kraft und Energie mehr das alles zu leisten. Ich habe es über Jahre hin versucht und lief ständig mit einem schlechten Gewissen herum. Nicht nur an Weihnachten. Diese Erwartungen sind ja auch im Alltag da, an Weihnachten spitzt es sich nur zu. Und dann ging mir langsam ein Licht auf. Ich habe angefangen mich zu fragen für wen ich das alles tue und warum. Das sind keine einfachen Fragen. Denn oberflächlich kann man schnell sagen “ja, ich weiß, ich tue mir den Stress ja selber an.” Aber wirklich zu hinterfragen warum es einem so wichtig ist, ist ein langer und schwieriger Prozess. Für mich z.B. hat es mit dem tiefen Bedürfniss nach Anerkennung zu tun. Mit dem Wunsch eine gute Mutter zu sein und meinen Kindern eine wunderschöne Kindheit mit Geborgenheit zu ermöglichen, die ich nicht immer hatte. Damit wie ich mich selbst sehe: “ich mag xyz nicht an mir, aber wenigstens bin ich die, zu der alle gerne nach Hause kommen, weil es immer so gemütlich ist.” Und dann habe ich langsam angefangen auszuprobieren was passiert wenn ich die eine oder andere Erwartung loslasse. Und siehe da, ich habe festgestellt es gibt Rituale, die möchte ich einfach nicht missen so lange die Kinder noch daheim sind. Es ist mir die Mühe wert. Aber es gibt auch Dinge, die ich loslassen kann. Dann kaufe ich z.B. die Plätzchen für das Buffet zur Weihnachtsfeier. Ich werde zwar nicht nach dem tollen, ausgefallenen Rezept gefragt, aber die Kekse werden trotzdem gegessen. Die Kinder haben dieses Jahr den Baum für uns geschmückt. Nachdem sie sich erst gewundert haben, dass ich es nicht heimlich am 24. tue, waren sie nachher richtig stolz darauf die Verantwortung dafür übernehmen zu dürfen. Das ist nun ein neues Ritual für uns. Wir haben die Weihnachtskarten selbst gebastelt, aber Lehrergeschenke werden gekauft und nicht mehr selbst gemacht. Und so springe ich immer öfters über meinen eigenen Schatten und merke: die Kinder haben immer noch tolle Weihnachten, ich bin vielleicht nicht mehr die, die von Anderen bewundert oder beneidet wird weil sie alles so gut im Griff hat (wenn das überhaupt je so wahr), aber ich habe trotzdem gute Freunde und eine tolle Familie. Und ganz besonders hoffe ich, dass ich meinen Kindern vermittle auf was es tatsächlich im Leben ankommt. Mir ist nämlich klar geworden, dass ich bei all diesem Perfektionismus auch das Risiko eingehe, dass meine Kinder sich selbst diesen Druck eines Tages auferlegen werden. Der Gedanke daran, dass meine Tochter eines Tages diesen Stress hat, weil ich es ihr so vorgelebt habe genügt mir um immer wieder die Bremse zu ziehen und mir zu überlegen um was es hier wirklich geht.
    Ich wünsche Euch ein wunderschönes Weihnachtsfest und ganz viel Zeit zum genießen und zur Ruhe zu kommen.

    • Liebe stille Leserin,
      Danke für deinen Kommentar, er hat mir gut getan. Ich fühle mich aktuell auch total unter Druck wegen Weihnachtsvorbereitungen, eigentlich total absurd und genau das Gegenteil von dem, wie ich mir diese Zeit wünschen würde! Es tut gut, mal tiefer zu bohren, woher dieser Stress kommen könnte, also tiefer als der Gedanke, dass es “selbstgemachter Stress” ist – soweit war ich ja selber schon! Ich wünsche dir und auch Familie Berlinmittemom noch eine ruhige, stressfreie Vorweihnachtszeit und anschliessend ein herrliches Fest.

  11. … ❤️ …
    Anna, ich liebe deine Texte, DEIN Weihnachtsmojo und liebe unser selbstbestelltes Sushi!

    Knutscher, Ines!

    P.S. Ich habe noch nicht ein Geschenk, noch keinen Baum, keinen Einkauf gemacht und arbeite bis Freitag Abend … aber ich lass mich einfach nicht stressen! Was ich schaffe ist super, was nicht, ist auch o.k.! Das muss dann wohl so!

  12. Das ist doch ein genereller Trend. Ich lese einige Mama/Familienblogs sehr gerne. Deiner ist auch dabei :-) Es wird ja immer betont, dass der Blog nur einen kleinen Ausschnitt zeigt. Aber es gibt wirklich nur sehr wenige Blogs, die ich als einigermassen real einschätze. Ansonsten geht es um mehrfache, teure (Übersee)urlaubsreisen im Jahr, perfekte Weihnachts- und Geburtstagsfeiern, gut und teuer gekleidete Kinder und Personal Trainer für Mutti. Das ist nicht die Realität der Familien wie sie mehrheitlich in Deutschland leben. Die meisten haben auch kein Eigenheim mit Garten. Ich schaue mir das trotzdem gerne an. Ich bin in der Lage mir überall das Beste und Brauchbare für mich mitzunehmen. Und so werde ich doch irgendwie inspiriert und bekomme Input, ohne dass es mich unter Druck setzen würde. Daher bin ich wohl auch noch hier :-) Und ich finde hier neben dem doch sehr präsenten „Luxus“ (ja ist Definitionssache) auch sehr viel guten Inhalt und Anregungeb und Sichtweisen. Ich kenne sonst keine Familie, die 6 Wochen Sommerurlaub außer Haus machen kann. Bei uns sind schon 2 Wochen prima. Und ich sammel mich hin und wieder und schau auf mich und uns und weiß, dass es gut so ist, wie es ist! Perfekter gehts immer. Aber schlimmer halt auch.
    Liebe Grüße und noch eine schöne Adventszeit.

  13. Pingback: Nur noch schnell die Welt retten - Wie ich Weihnachten leben lernte - Unterm Dreck ist's sauber

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