Eine weitere Woche im Lockdown liegt hinter uns seit denn letzten Freitagslieblingen, außerdem hatten wir hier den Goldkindgeburtstag, drei Bleche Schokoladenkekse und einen wunderbar warmen Frühlingsanfang mit lichten Stunden im Garten. Alles in allem – eine ziemlich gute Woche.

Gelesen habe ich diese Woche nicht so viel. Nach den letzten Buchtipps für Kinder in der Quarantäne hat allerdings das Goldkind zum Geburtstag einigen Lesestoff bekommen. Unter anderem hat sie den neusten Band ihrer Lieblingscomicserie bekommen, Yoko Tsuno. Und dieses Comic ist dann auch mein Lieblingsbuch der Woche für die Freitagslieblinge.

Yoko Tsuno | berlinmittemom.com

Tatsächlich habe ich dieReihe hier schon mal empfohlen, vor genau zwei Jahren, als das Goldkind zum Geburtstag einen der Sammelbände bekam. Die starke weibliche Hauptfigur ist das Besondere an dieser Reihe und wie schon ich selbst als Kind, liebt auch das Goldkind die Titelheldin Yoko Tsuno, eine furchtlose japanische Wissenschaftlerin mit Kampfkunstwissen. Anders als in den meisten gängigen Comics ist Yoko stark und unabhängig und eine gute Teamplayerin: sie wird nämlich stets begleitet von ihren Sidekicks, zwei männlichen Kollegen, die ihr aber lediglich zuarbeiten. Sie ist die Heldin, die Abenteurerin und der Kopf jeder Aktion, und ich glaube, das ist das Faszinierende an dieser Serie – damals für mich wie heute für meine Tochter.

Die Lieblingsserie der Woche habe ich gerade angefangen. Nachdem ich „Unorthodox“ zu Ende gesehen hatte, wurde sie mir empfohlen und ich bin gleich voll eingestiegen. Kalifat läuft auf Netflix und erzählt die bedrückende Geschichte von einem bis nach Europa reichenden Netz von Islamisten, die in Schweden Jugendliche aus prekären Verhältnissen radikalisieren. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt: eine junge Frau und Mutter einer Babytochter im vom Krieg zerstörten Rakka, verheiratet mit einem Dschihadisten, eine Ermittlerin in Schweden, mit der sie in telefonischem Kontakt steht, ein teilweise unterwandertes Ermittlernetzwerk, zwei Schwestern, die in Schweden an ihrer Schule von einem Schulhelfer radikalisiert werden… Eine spannende Serie, wenngleich auch teilweise sehr hart und auch düster.

Freitagslieblinge: Serientipp "Kalifat" | berlinmittemom.com

Das Lieblingsessen der Woche ist ziemlich unattraktiv aber saulecker geworden. Ich habe ein veganes Erdnusscurry gemacht, das Rezept stammt von Eat This und ich habe es nur leicht abgewandelt. Im Originalrezept kommen zum Curry noch geröstete Auberginen, das habe ich auch schon gemacht und es ist in der Tat unglaublich köstlich. Da ich gestern aber keine Auberginen mehr hatte (die letzte hatte ich am Wochenende zu Baba Ganoush verarbeitet), habe ich einfach Broccoli gedämpft und kurz in der Pfanne durch heißes Erdnussöl und kleingehackten Knobi gezogen, mit Sojasauce gelöscht und mit Cashews getoppt. War auch sehr gut. Allerdings wie gesagt… ein bisschen unattraktiv, rein optisch.

Veganes Erdnusscurry mit Broccoli | berlinmittemom.com

Die Inspiration der Woche habe ich einem Hinweis meiner Freundin Imke zu verdanken. Wer unseren Podcast verfolgt, kann den Link zu dem Artikel aus dem Harvard Business Review schon in den Shownotes der letzten Episode finden. Es handelt sich um ein Gespräch mitDavid Kessler, einem Trauerspezialisten, der gemeinsam mit der Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross über das fünfstufige Modell der Trauerphasen geschrieben hat. Für HBR spricht er im Interview mit Scott Berinato über die sechste Stufe, die er dem bisherigen Modell hinzufügt und darüber, inwiefern sich die Phasen der Trauer seiner Meinung nach kollektiv auf die jetzige Situation des weltweiten coronabedingten Lockdown übertragen lassen. Sehr interessant und spannend zu lesen, außerdem gibt er im Interview auch konkrete Tipps zum Umgang mit den eigenen Gefühlen.

Freitagslieblinge: Campanula | berlinmittemom.com

Der Lerneffekt der Woche ist nicht so verschieden zu dem der letzten Woche. Ich bin in vielen Aspekten froh darum, dass die Welt um mich her sich ein wenig weniger rasant bewegt, als sonst. Wer hätte das gedacht. Auch wenn mir das Negative, das Schwere, das Bedrohliche der jetzigen Situation sehr bewusst und mit unter schmerzlich klar ist, bin ich dankbar. Ich mag das Kleine in meinem Leben zur Zeit. Ich mag das Nahe mit meinem Mann und den Kindern, auch wenn mir die Außenkontakte schmerzlich fehlen. Aber ich mag das Ruhigere, das Leisere in diesen Zeiten. Die Tage werden getragen von ruhigen Schwingen. Das fühlt sich an wie… Gottvertrauen.

FRAGESTUNDE…

… tja, keine Fragen, keine Antworten. Da ich aber ja ohnehin nur noch im 14tägigen Rhythmus Antworten poste, könnt ihr auch jetzt noch Fragen, Ideen, Input etc. hier in den Kommentaren hinterlassen. Ich freu mich.

3 Kommentare

  1. Oh, ich hatte gerade so einen Kindheitsflashback – wie wunderbar! Vielen Dank für die Erinnerung an Yoko Tsuno, die ich damals jeweils aus der Bibliothek ausgeliehen und heiß geliebt habe. Ich hatte die Heldin total vergessen, aber werde mal sehen, ob ich unseren Sohn dafür erwärmen kann. Es schadet schließlich nicht, wenn auch die Männer von morgen starke Frauen schätzen. LG und weiterhin alles Gute zuhause!

    Maren

    • Liebe Maren, es gibt die Sammelbände seit einigen Jahren, die kann ich sehr empfehlen. Sie sind leider nicht chronologisch sondern grob thematisch geordnet, aber dafür komplett. Liebe Grüße von Yokofan zu Yokofan!

  2. Liebe Anna,

    Ich hab heute zwei/drei sehr private Fragen.
    Du schreibst immer wieder, dass dein Mann im Alltag meistens unter der Woche oder länger beruflich unterwegs ist. Wie schafft ihr es mit so wenig Paarzeit eine funktionierende Beziehung zu führen? Kaum hat man sich aklimatisiert, ist ja schon wieder Montag. Und die Kinder beanspruchen den Papa doch sicher auch.
    Und wie habt ihr es geschafft, als die Kinder noch klein waren? Die Großeltern waren ja auch nicht vor Ort, oder?
    Dein Mann hat ja noch eine Tochter aus einer früheren Beziehung. War sie denn an den Wochenenden bei euch, bevor ihr eigene Kinder hattet? Warst du eine „richtige“ Bonus Mama?
    Wollte ich dich schon lang mal fragen..
    Alles Liebe aus dem schönen Regensburg und bleibt gesund!

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