Schon wieder ist das Ende der Arbeitswoche heran gerauscht, die Freitagslieblinge sind dran und die Zeit verfliegt gefühlt wie durch Zauberhand. In Berlin gibt es schon im Juni Ferien und diese ganzen Vorferientermine der Kinder fangen an, sich zu stapeln.

Mein Lieblingsessen der Woche für die Freitagslieblinge habe ich ja am Dienstag schon verbloggt: die mega erfolgreiche Blumenkohl-Pasta mit crunchy Topping. Aber für alle Pastalovers, die gerade n i c h t versuchen, sich fleischlos zu ernähren, empfehle ich außerdem das nagelneue Rezept von meiner Freundin Lou auf ihrem Blog Happy Serendipity. Sie hat ein Rezept für Sugo con Salsiccia verbloggt und schon beim Lesen tropft mir persönlich der Zahn. Und ich kann berichten, dass Lou eine erstklassige Köchin ist: wer einmal ihre Küche genossen hat, ist für immer für  alle anderen verdorben!

Und auch mein Lieblingsbuch der Woche dreht sich um Essen! Mir hat nämlich eine liebe Leserin ein vegetarisches Kochbuch empfohlen, das ich mir sofort angeschafft und in das ich mich gleich bei seiner Ankunft vertieft habe. Es heißt Indisch Vegetarisch, ist von Meera Sodha und bei Dorling Kindersley erschienen. Und allein schon das Inhaltsverzeichnis macht mir den Mund wässrig!

Indisch vegetarisch | berlinmittemom.com

Das Buch ist aber außerdem voller Stories aus der traditionellen indischen Küche und erzählt neben den Rezepten auch Geschichten aus dem indischen Königshaus oder der Familie der Verfasserin. Sehr schön aufgemacht, ich freu mich aufs Kochen.

Mein Lerneffekt der Woche hat (natürlich) ganz viel mit den Kindern zu tun. Die Klassenfahrtsaison hat nämlich begonnen und mit dem Goldkind, der ersten in der Geschwisterreihe, die mit der Klasse am Montag auf Abenteuer ging, kamen auch die ganzen Aspekte des Elternseins zu mir zurück, die nicht unbedingt zu meinen Lieblingsthemen gehören: Ängste besprechen und Strategien entwickeln (sie ihre, ich meine, wir eine gemeinsame), sich auf Neues einlassen, obwohl sich das alte Vertraute so schön komfortabel anfühlt, sich positiv einstellen und… das Ganze wieder von vorne. Dabei habe ich eine Menge gelernt und weil das letzte Woche für die Freitagslieblinge so gut funktioniert hat, hier das Ganze als Liste:

  • Entwicklung geht nicht immer geradeaus in eine Richtung: sie nimmt Kurven, Umwege und macht sogar Rückschritte, bevor sie wieder vorwärts geht. Es ist immer noch – Entwicklung.
  • Jedes Kind hat eigene Ängste und Themen, es gibt kein Schema F, das für alle funktioniert. Nicht mal unter Geschwistern.
  • Deshalb braucht auch jedes Kind andere Strategien für den Umgang mit Ängsten und Themen. Schlaue Tipps von anderen helfen noch lange nicht, nur weil sie einmal für eine Person funktioniert haben.
  • Es ist wichtig und richtig, allen ihren Platz und ihre Geschichte(n) zu lassen. Nebeneinander. Ohne Hierarchie.
  • Ich bin die Mutter  von wunderbaren Kindern, nicht ihre Dompteurin oder ihr Coach. Wir sind gemeinsam in diesen Situationen, wir müssen sie gemeinsam meistern.
  • Meine Kinder brauchen nicht irgendwelche von mir vorgebeteten Ideen zur Bewältigung von Themen, sie brauchen nur mich. Zum Dasein. Zuhören. Arme offen halten.
  • Ich bin immer noch die Gut-genug-Mama, auch wenn ich nicht immer die Patentlösung für meine Kinder parat habe.

Klassenfahrt | berlinmittemom.com

Mein Ziel der Woche wird allmählich zum Ziel des Monats oder gar Jahres, denn diese Wäschenummer ist zum Verzweifeln. Aber gut, dafür klappt das mit der aufgeteilten Kocherei ganz gut. Das Herzensmädchen hat tatsächlich für alle gekocht (übrigens auch aus dem Kinderkochbuch An den Herd und losgekocht*, das ist echt super). Es gab gebratenen Reis mit Gemüse und Ei und es war nur ein ganz kleines bisschen zu trocken. Aber das wird, ich will nicht meckern. Heute hat sie schon wieder gebacken, allerdings nicht für uns sondern als Geburtstagsüberraschung für eine Freundin, wo sie heute Abend zu einer Party eingeladen ist. Schade, sahen sehr lecker aus, die Himbeerbrownies. Sollen wir mal das Rezept…?

Kochen für Kinder | berlinmittemom.com

 Meine Inspiration der Woche für die Freitagslieblinge ist heute ein ganz kleiner, ganz und gar zauberhafter Moment, den ich bei der lieben Rike von Nieselpriem gefunden habe. Er erinnert mich an die kleinen Tage und daran, die Augenblicke zu spüren, ganz da zu sein – und wenn es nur für einen kleinen Händchenhaltemoment lang ist. Danke, Rike.  Und ja, Gott hat ein blaues T-Shirt an und einen Bart.

FRAGT MICH WAS! DIE ANTWORTEN AUS DER LETZTEN RUNDE FREITAGSLIEBLINGE-FRAGESTUNDE

Erstmal: DANKE! Euer Feedback zu den neuen Lieblingen ist so toll und ermutigend! Und ich bin froh, dass diese Art der neuen Annäherung, die für mich wieder viel mehr mit Schreiben zu tun hat, als die „alte“ Version, euch gefällt. Danke. <3

Dennoch gibt es diese Woche nur eine Frage aus den Kommentaren: Steffi will wissen, wie mein Mann und ich das mit der Erwerbsarbeit geregelt haben und ob ich auch einer bezahlten Arbeit nachgehe. Tatsächlich ist es so: seit wir in Berlin leben (also seit 2003) war ich nirgends mehr angestellt. In den ersten Jahren nach dem Umzug und dem ersten Kind (auch 2003 geboren) hat er allein verdient. Als die Kleinste da war und zwei Jahre später meine Mutter starb, fing ich an, mich auf das zu besinnen, was schon immer meine Art war, mich auszudrücken: das Schreiben. Ich startete den Blog und hatte das Glück, relativ schnell damit Geld verdienen zu können. Außerdem ergaben sich daraus auch andere Jobs für Corporate Blogs sowie Speaker Jobs.

Work | berlinmittemom.com

(Tastaturschutz: kwmobile* / Thermogläser: bodum / Kochbuch: Auf die Hand. Fingerfood und Abendbrot*)

Seitdem bin ich als Bloggerin und Auftragsschreiberin sowie gelegentlich als Speakerin selbständig. Ich verdiene allerdings signifikant weniger als mein Mann, insofern ist das Modell hier auch eher „klassisch“ mit dem Schwerpunkt aller Familien- und Carearbeit bei mir und dem Geldverdienen beim Mann. Das finden wir mal besser mal schlechter, aber so ist es. Wie macht ihr das so?

Ich bin gespannt, ob ihr wieder mehr Fragen für mich habt für die nächste Woche. Genießt das Wochenende, ich wünsch euch  Sonne!

 

5 Kommentare

  1. Hallo liebe Anna,
    meine Frage: Wie geht es Dir mit Deiner Migräne? Nimmst Du Medikamente dagegen? Oder hast Du andere Strategien entwickelt, die Dir helfen (Sport, Entspannung…)?
    Ich habe selbst auch hin und wieder Migräne (momentan ist es wieder schlimmer geworden) und es nimmt einem doch ein Stück Lebensqualität. Gestern konnte ich aufgrund eines Anfalls z.B. nicht am Chorauftritt meiner Tochter teilnehmen
    Danke und einen schönen Sonntag!

  2. Liebe Anna, ich lese so gerne Deinen Blog und bin immer sehr beeindruckt von Deinem klugen, bedachten Einsatz von Sprache. Und gerade musste ich an Dich denken, weil mich der WhatsApp Gruppen Wahnsinn derartig frustriert und mich total interessieren würde, ob Du Tipps für den Umgang damit hast.
    Hier ist die Aufteilung auch klassisch- mein Mann ist selbstständig und verdient den Großteil des Geldes und ich habe eine halbe Stelle und Vollzeitmamastelle. Manchmal finde ich das toll und manchmal ärgere ich mich, aber am Ende des Tages ist es perfekt für unsere kleine Familie mit 2 Kleinen Kindern.
    Liebe Grüße und ein sonniges Wochenende

    • Liebe Anne, das kann ich genau nachvollziehen – diese Ambivalenz! Und dann noch tausend Stimmen von außen, die dir sagen, was du alles falsch machst: als Frau, als Mutter und überhaupt… Hilft auch nicht wirklich. Was WhatsApp angeht: darüber kommt bald ein Artikel. Aber ich werde in den nächsten Freitagslieblingen dazu schon was schreiben. Liebe Grüße!

    • Keine Frage, aber ich lese immer sehr gerne bei dir. Danke für deine viele, klugen Worte welche mir schon oft geholfen haben im Umgang mit unseren Kindern.

  3. Hallo Anna! Die Freitagslieblinge gefallen mir sehr! Ich habe zuerst Freitag geschrieben .
    Mich würde interessieren, wie es Dir mit einer Klassenfahrt deiner Kinder geht. Bei uns steht nächstes Jahr im dritten Schuljahr eine 5-tägige Fahrt an. Ganz schön lang und ich habe da schon gemischte Gefühle

    Grüße aus dem Rheinland

    Simone

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