Irgendwie hat sich unabsichtlich ein Zwei-Wochen-Rhythmus für die Freitagslieblinge eingestellt und vielleicht lass ich das jetzt so. Tatsächlich sammele ich in vierzehn Tagen mehr an Ideen, Gedanken und einfach Lieblingen als in einer Woche, insofern werde ich das jetzt mal ausprobieren.

Mein Lieblingsbuch der Woche ist mal wieder ein Krimi. Ich stelle fest, dass ich es bei vielen Dingen gerne habe, wenn ich zu etwas zurückkehren kann, das ich verlässlich mag. Ich bin eine Haarspießerin, ich mag immer dieselben Drinks und freue mich, jedes Jahr die klassischen Weihnachtsplätzchen zu backen. Und ich liebe eben auch Krimis, in denen ich zu einem verlässlichen Stammpersonal zurückkehren kann, die sich entwickeln (oder auch nicht) und deren Lebensgeschichten ich weiter verfolgen kann.  (Ich glaube, das ist auch der Grund, warum ich Serien so mag, aber dazu gleich mehr.) Also bin ich nach meiner Freude an den Bolton-Krimis im Sommer beim zweiten Band der Lacy Flint-Reihe angekommen, Dead End*.

Lieblingsbuch der Woche | berlinmittemom.com

Diesmal geht es um eine Reihe Selbstmorde im Universitätsmilieu von Camebridge. Lacey Flint gerät selbst mitten in die rätselhafte Selbstmordserie, der zumeist junge Frauen zum Opfer gefallen sind, als sie sich als Lockvogel selbst als Studentin ausgibt, um vor Ort zu ermitteln.

Ich bin noch nicht sehr weit gekommen, aber es ist schon sehr spannend (und ein bisschen düster) und ich bin gespannt auf die Auflösung.

Mein Lieblingsessen der Woche habe ich am Mittwochabend für ein krankes und ein gesundes Kind gekocht. Da ich nicht einkaufen gewesen war, habe ich diese Woche erstmal alles an Resten verwertet, was der Kühlschrank noch hergab. Und so gab es seit Jahren mal wieder roh gebratene Rosmarinkartoffeln mit Zwiebeln, dazu Rohkost und meinen Alleskönner-Kräuterdip. Alle liebten es und so wird es diese Kartoffelwürfelchen, die so aromatisch nach gerösteten Zwiebeln und Rosmarin duften, wohl wieder öfter  geben.

Rohe Bratkartoffeln mit Rosmarin | berlinmittemom.com

Für alle, die das vielleicht noch nie so gemacht haben und sich fragen wie:

  • beliebige Menge Kartoffeln schälen, in Würfel schneiden und in Wasser legen
  • Kartoffeln abgießen und waschen
  • in einer schweren Pfanne reichlich geschmacksneutrales Öl heiß werden lassen und die Kartoffelwürfelchen hineingeben
  • Kartoffeln salzen
  • zwei Zweige frischen Rosmarin waschen und trocken schütteln, grob zerpflücken und zu den Kartoffeln geben
  • Hitze reduzieren
  • Jetzt braucht es Geduld. Die Kartoffelwürfel werden bei mittlerer Hitze (es muss aber noch ordentlich Bums haben) gebraten. Damit sie nicht matschig werden sondern schön knusprig, muss man sie immer für zwei bis drei Minuten von einer Seite braten lassen und dann mit einem großen Pfannenwender portionsweise wenden. Insgesamt brauchen die rohen Bratkartoffeln ca. 20-25 Minuten, je nach dem, wie knusprig man die Kartoffeln möchte
  • Kurz vor Ende der Garzeit gebe ich eine gewürfelte Zwiebel dazu und brate dann alles noch mal genauso lange, bis die Zwiebel schön gebräunt ist, ohne zu dunkel zu werden
  • Dazu passt Salat, gegrilltes Gemüse, Eier, Rohkost jeder Art.

Die Lieblingsserie der Woche ist wieder mal ein Fundstück auf Amazon Prime Video. „Vida“ ist eine Serie in zwei Staffeln (die dritte Staffel ist schon bestätigt‘), die in East L.A. in einem latino-hispanisch geprägten Viertel spielt. Zwei ungleiche Schwestern kehren nach dem Tod ihrer Mutter aus ihren einigermaßen geordneten Leben zurück dorthin und müssen sich nicht nur mit dem unverhofften Nachlass der Mutter (bestehend aus  einer Lesbenbar, einer trauernden Lebensgefährtin und einem Haufen unbezahlter Rechnungen) sondern auch mit ihrer eigenen Herkunft und miteinander auseinandersetzen.

Serie der Woche: Vida | berlinmittemom.com

Ich mochte die Serie nicht nur wegen der Szenerie (so viele Kleinigkeiten kamen mir selbst mit Latina-Background so vertraut vor! ), sondern mal wieder wegen der menschlichen Beziehungen und der Herausforderungen, die hier sehr differenziert dargestellt werden. „Vida“ (übrigens FSK 18, wahrscheinlich vor allem wegen der regelmäßigen expliziten Sexszenen) zeigt neben den individuellen Schicksalen der Protagonistinnen ein Viertel im Wandel. Es geht um Wurzeln und um Gentrifizierung, um den Kampf der einzelnen um einen Platz, um Traditionen und Frauenrollen in lateinamerikanischen Machismokulturen, es geht um die prekären Situationen halblegaler Einwanderer und ihrer Familien in den heutigen USA und um das Selbstverständnis von LGTBQ und PoC. Sehr viele dieser Themen beschäftigen mich persönlich und sind mir sehr wichtig, aber es sind auch einfach Themen der heutigen Zeit, die ich hier sehr gut aufgegriffen und dargestellt fand.

Außerdem ist die Serie witzig und anrührend und zeigt so viel persönliche Entwicklung, nicht nur bei den beiden Schwestern… ich freu mich auf Staffel  3!

Meine Inspiration der Woche habe ich für diese Edition der Freitagslieblinge wie schon so oft bei meiner lieben Freundin Rebecca gefunden. Ich weiß, für euch, meine Leserinnen ist es vielleicht inzwischen schon ein alter Hut, aber nach einer längeren Blogpause hat Rebecca wieder einiges an Schönem verbloggt, wie zum Beispiel das Mabon-Ritual zu Erntedank.

Mabon Ritual zu Erntedank | elfenkindberlin.de

Was mir außerdem bei ihr immer so gut gefällt, ist ihr ständiges Bestreben, ihr Familienleben nachhaltiger zu gestalten und so viel wie möglich selber zu machen. Das fängt beim Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern an und endet noch lange nicht bei ihren Überlegungen, wie man bestimmte klassische „Quengelware“ für Kinder aus dem Supermarkt selber machen kann. Dazu hat sie diese Woche zum Beispiel ein einfaches süßes Knuspermüsli gemeinsam mit ihrem Vierjährigen selber gemacht, statt das Knuspermüsli-Joghurt in Plastik zu kaufen, was er eigentlich gerne wollte. Danke für die Inspiration, liebe Rebecca!

Mein Lerneffekt der Woche 

Ich liste mal wieder ein bisschen was auf,  weil mir die Gedanken zu meinen Lerneffekten gerade in Stichworten im Kopf rumschwirren und das Listenformat immer mal wieder sehr gut für mich funktioniert.

  • Wege dürfen lang und krumm sein oder zu Umwegen werden – jede Kurve hat ihre Berechtigung und trägt dazu bei, dass wir lernen und uns unterwegs entwickeln. Oder sogar die Richtung ändern und Neues entdecken.
  • Loslassen ist eine Fähigkeit, die mit Liebe und mit Selbstliebe gleichermaßen zusammenhängt. Und mit Großzügigkeit. Für mich heißt das, ich muss immer wieder überprüfen, wo ich da gerade stehe – und dann muss ich gegebenenfalls üben.
  • Ich  muss meine Beziehungen zu anderen jede für sich sehen und nicht im Zusammenhang mit anderen (Familienmitgliedern, Freund*innen, Kolleg*innen…). Nur dem was ich in die konkrete Freundschaft/Verbindung gebe, kann ich Bedeutung beimessen. Und auch nur daran kann ich ablesen, wie es um die jeweilige Verbindung steht.
  • Das Bild, das ich von mir habe, davon, wie ich sein will und was meine Ideale sind, rein menschlich, muss ich immer wieder gegenchecken: bin ich noch so? Kann ich je so sein? Ist eine Adaption vom Ideal auch okay? Kann ich mir selbst die Schwächen verzeihen bzw die Abweichungen vom Original?

Freitagslieblinge: Lerneffekt der Woche | berlinmittemom.com

FRAGEFREITAG…

Da ihr unter dem letzten Post der Freitagslieblinge nichts Konkretes gefragt habt, lasse ich nur mal meinen Dank hier für eure lieben und ermutigenden Worte an dieser Stelle! Ich hüte sie wie Schätze und freue mich über jeden einzelnen Kommentar.

Für die nächste Edition der Freitagslieblinge  könnt ihr aber gerne wieder Fragen hier lassen. Ich bin gespannt und freu mich drauf, euch zu antworten.

 

 

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen wieder schön geschriebenen Wochenrückblick! Ich freue mich immer darauf-jede oder eben jede 2.Woche.! Ich persönlich mache für mich auch mal ein Samstag/Sonntag-Lieblinge daraus. Ist das keine Option für dich?

    Und da ich mich selbst gerade auf einem längeren Weg mit Kurven befinde; welcher unerwartet lange Weg bzw.Umweg hat dich am meisten beschäftigt?

    Viele herzliche Grüße
    Paula

  2. „Umwege erhöhen die Ortskenntnis“
    Mein Lebensmotto :) passt gut zu deinem ersten Lerneffekt. Liebste Grüße aus dem Ruhrgebiet!

  3. Immer wieder schön, von dir zu lesen und die Bilder dazu zu sehen.
    Die Kartoffeln probiere ich doch glatt mal aus. Schönes Wochenende, Tanja

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