Die Idee: wir fahren los, mit dem (E-)Auto. Alle fünf und der Hund. Ständig zusammen, 24/7, für gute vier Wochen. Von Berlin an die französische Atlantikküste, in fünf Etappen, jeweils mit unterschiedlich langem Aufenthalt. Dann vierzehn Tage Meer und dann innerhalb einer Woche zurück, wieder in fünf Etappen. Unsere Etappenziele: neue Orte, die wir alle noch nicht kennen, Wiedersehen mit Lieblingsorten aus meiner Kindheit oder früheren Aufenthalten des Mannes, die wir den Kindern unbedingt zeigen möchten. Und hoffentlich einige gemeinsame neue Erfahrungen, Erinnerungen, Erlebnisse… die dann unsere gemeinsame Reise gestalten und uns etwas schenken, das uns als Familie für immer bleiben wird. Die gemeinsam verbrachte, intensive Zeit.

Als die Idee erstmalig aufkam, war ich gleichermaßen fasziniert wie ungläubig. Das k a n n doch nicht friedlich ablaufen?! Drei Teenies und der jungspundige Hund mit noch so viel Knete im Kopf? Dazu der Mann und ich, beide immer gern mal auf der Palme aus zum Glück nie denselben Gründen, aber eben – durchaus leicht reizbar mitunter. Zumindest ich. Aber die Idee setzte sich in unseren Köpfen fest und wir feilten an ihr, legten die Etappenziele fest und fingen an, genauer zu planen.

Wenige Wochen später sitze ich hier in Weimar im Hotelbett, neben mir schnauft der schlafende Hund und schreibe den ersten Text zu dieser Reiseidee: Roadtrippin’ France in 33 Tagen.

Etappe 1: Berlin –> Weimar

Wir haben uns vorgenommen, nicht mehr als 400km am Tag zu fahren. Manche Etappe sind deutlich kürzer, so unsere erste von Berlin nach Weimar, denn natürlich wollten wir an den Etappenzielen auch etwas Schönes oder Bedeutsames erleben können und nicht einfach nur die Kilometerzahl X fahren. Seit gestern sind wir also in Weimar und haben einiges erlaufen, was man als Tourist*in in dieser zauberhaften Stadt so sehen sollte.

Da wir uns wegen unseres Hundekindes immer aufteilen müssen, haben nicht alle von uns alles gesehen, aber von unserer Weimarliste abgehakt haben wir:

  • das Bauhausmuseum
  • Goethes Garten und Gartenhaus
  • den Park an der Ilm
  • Haus am Horn
  • das Bauhausmuseum
  • den Marktplatz
  • die Bastille
  • das Theater im Gewölbe
  • die Herzogin Anna Amalia-Bibliothek
  • Schillers Wohnhaus und Schillermuseum
  • Sternbrücke
  • Goethe-Schiller-Denkmal

Zum Glück ist Weimar bei aller sensationellen Geschichtsträchtigkeit (Goethe! Schiller! Liszt! Nietzsche! Bach! usw) recht klein und alle diese besonderen Orte liegen so ziemlich fußläufig zueinander. Wir konnten also trotz nicht gerade spazierfreudiger Teenies die meisten unserer Ziele ohne viel Gemaule erreichen. Vorteilhaft waren bei der Planung übrigens die Zeitfenstertickets, die man über die Stiftung Klassik im Vorfeld erwerben kann.

Weimar mit Teenagern | berlinmittemom.com

Tipp: mit der App Weimar+ gibt es Audioguides für einige der von der Stiftung Klassik verwalteten Sehenswürdigkeiten direkt aufs Handy  und man spart sich die Audioguides an den jeweiligen Orten. Wir haben das zB in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek genutzt. Sehr praktisch.

Zuviel Planung ist übrigens mit den Teenies im Schlepptau nicht immer von Vorteil, denn die besten Dinge erleben wir, wie fast immer, spontan: Eis und Waffeln essen bei Regen unterm Schirm bei Giancarlo, den Hund bei der Sternbrücke im Wasser spielen lassen und uns dabei über ihn freuen. Abends Pizza ins Hotel bestellen und ein Picknick auf dem Fußboden im Hotelzimmer machen. Wo wir  am ersten Abend übrigens auch spontan und sehr teeniekompatibel gegessen haben: El Burrito, ein Restaurant mit Texmex, leckeren Cocktails und dem wahrscheinliche freundlichsten Personal seit langem.

Unser Hotel ist so mittelprächtig, daher hier auch keine Empfehlung, dafür ist es hundefreundlich und liegt direkt am Park, so dass wir auch schon früh am Morgen und für die letzte Runde dem Hundi was bieten können. Unterm Strich war das erste Etappenziel also ein echter Erfolg. Morgen geht es weiter nach Frankfurt zu Freunden für eine Nacht, bevor wir dann das dritte Etappenziel ansteuern: Reims! Damit sind wir dann auch endlich in Frankreich und es wird dann das echte “Roadtrippin’ France“.

Übrigens: wie im letzten Sommer beim “Projekt Morgenseiten” werde ich wieder versuchen, täglich zu bloggen. Ungefiltert, ungeplant, immer über das, was gerade vor mir steht und beschrieben werden will. Parallel dazu gibt es auch tägliche Einträge ins Insta-Tagebuch. Seid ihr dabei?

4 Kommentare

  1. Liebe es jetzt schon. Ich möchte auch schon ewig mit der Familie einen Roadtrip machen und bin gespannt was du erzählen wirst
    Geht’s denn danach noch nach Prerow?
    Habt eine wunderschöne und ergiebige Zeit.
    Liebe Grüße Carola

    • Liebe Carola, wir sind jetzt mittendrin und finden es wie erwartet anstrengend und wie erhofft wundervoll! Schreibe gleich die Einträge ins Roadtriptagebuch der letzten zwei Tage, dann kannst du weiter mitlesen. Und ja, wir fahren danach noch nach Prerow, die Kids und ich. Liebe Grüße!

  2. Total spannend, habe zwei Kinder im Alter von 12 und 14, wir sind stets auf der Suche nach Urlaubsideen, die allen gefallen. Gar nicht so einfach.. freue mich auf neue Impulse!

  3. Pingback: Reisen mit Teenagern | Konflikte, Kompromisse, Klanliebe | berlinmittemom

schreibe einen Kommentar