Ich hatte eine richtige Ferienwoche, habt ihr es gemerkt? Es gab nur das Stockbrotrezept und ansonsten nicht einen Blogbeitrag, dabei habe ich noch einiges in der Warteschleife, aber diese Woche war einfach mal Pause dran. Dafür bin ich heute zurück mit der ersten Ausgabe der Freitagslieblinge im August.

Mein Lieblingsessen der Woche war unser Taco-Tuesday für viele Freund*innen mit meinen erprobten Rezepten für Chicken Fajitas, Guacamole, Nacho Bake und Tacos mit Hackfleischfüllung, die ich in meinem Artikel über Latino Slow Food schon mal verbloggt habe. Dort findet ihr alle Rezepte, die es hier gestern auch gab.

Außerdem haben wir aber hier in einem kleinen Café ganz hervorragend gegessen, das wir vorher noch nicht kannten. Im Café Ulenhoef hatten wir mit meinen Schwiegereltern nebst Neffe und Nichte ein hervorragendes kleines Abendessen.

Burger im Café Ulenhoef Prerow | berlinmittemom.com

Mein Lieblingsbuch der Woche war wieder ein Krimi und er ist wieder von Sharon Bolton. Ich glaube, ich habe da eine schöne Entdeckung für mich gemacht und ein paar Charaktere gefunden, die mir gut gefallen. Diese Woche lese ich „Dunkle Gebete“, einen Krimi, in dem eine junge Ermittlerin eine Mordserie aufdecken will, der erschreckend viele Bezüge zu ihrer eigenen Person hat. Ich stecke noch mittendrin, finde es aber spannend und mag wie gesagt die Figuren. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Freitagslieblinge: Buch der Woche

Aus meinem Lerneffekt der Woche ist eigentlich sowas wie ein kleines Sommergebet entstanden, das ich heute morgen schon auf Instagram geteilt habe. Es geht um meine Sicht auf die guten Dinge im Leben oder eben speziell in diesem Sommer, um das Sammeln von leuchtenden Augenblicken, um sie auch später noch zu würdigen und von ihnen zu zehren. Es geht um Dankbarkeit für die geschenkte Zeit und das Gefühl des Verbundenseins.

Sommergebet | berlinmittemom.com

Ich lasse den Text einfach mal hier.

Lasst uns innehalten. Lasst uns schätzen, was wir haben. Lasst uns tief einatmen und die Sommerluft in den Lungen halten, bis unser Herz lauter schlägt. Lasst uns die Gesichter derer sehen, die wir in unser Leben gelassen haben und begreifen, welch ein Geschenk sie sind. Lasst uns einander halten. Lasst uns uns die Zeit nehmen, die Verbundenheit zu spüren, die wir teilen. Lasst uns einander wirklich sehen und erkennen und lieben, mit all unseren Schwächen. Lasst uns da sein, gemeinsam. Lasst uns all die geschenkte Zeit Minute für Minute schätzen und würdigen und feiern. Lasst uns teilen, unsere Zeit, unsere Feste, das Helle und das Dunkle. Lasst uns wirklich beieinander sein und die Momente der Liebe und der Freiheit in unseren Herzen bewahren. Lasst sie uns hüten wie die kostbaren Schätze, die sie sind und davon zehren, wenn der Winter kommt. Das Salz, der Wind, das Licht, die See – die Bewegung, die Freude, die Verbundenheit, die Liebe. Lasst uns das nie vergessen, egal, wieviele Sommer wir noch haben. Lasst uns dankbar sein und voller Demut. Lasst uns innehalten.

Meine Inspiration der Woche habe ich gar nicht irgendwo gelesen, sondern in einem Gespräch gefunden, das ich am Mittwochmorgen hatte. Eigentlich war es mehr als ein Gespräch, ich habe mit meiner lieben Imke telefoniert und wir haben zum ersten Mal aus der Ferne für KaffeeStulleGin gepodcastet, sie in Berlin und ich hier auf dem Darß. Und wir sprachen über den Druck, den wir empfinden, den Druck, alles richtig zu machen, die Rollen zu erfüllen und nicht zuzugeben, wenn man fürchtet, etwas nicht zu schaffen. Wir redeten darüber, wie schwer es uns fällt, mal „nein“ zu sagen oder „das wird mir zuviel“. Wie dieser nicht nur selbstgemachte Druck in Stress ausartet und was das für Folgen für uns hat.

Ich habe dabei mal wieder festgestellt, wie gut es tut, diese Gedanken zu teilen, sich selbst und die Strukuturen, in denen wir leben, mal zu hinterfragen und sich darüber auszutauschen, wie es sich anfühlt – ist das Mental Load? Egal, wie wir es nennen, es produziert Stress und kann krank machen. Darüber zu sprechen ist wichtig und richtig und es hat mir unglaublich gutgetan, das zu tun.

Freitagslieblinge: Podcast | berlinmittemom.com

Am Sonntag wird die Folge schon zu hören sein, für die Freitagslieblinge zu spät, aber im Wochenende in Bildern werde ich die Folge hier mal verlinken.

Mein Ziel der Woche ist eine Rubrik, die hier in den letzten Wochen ein bisschen untergegangen bzw unter den Tisch gefallen ist, und ich frage mich heute selbstkritisch, woran das liegt. Fällt es mir so schwer, ein Ziel zu fassen? Oder tue ich mich schwer mit der Umsetzung? Oder sind die Ziele eher Langzeitziele und eine wöchentliche Statusüberprüfung macht nicht so wirklich viel Sinn? Vielleicht ist es von allem etwas, aber ich wollte die Kategorie dennoch wieder hervorholen und mir mal wieder genau anschauen. Ich hatte nämlich durchaus auch für diese Ostseeferien Ziele und stelle fest, dass ich sie nicht verfolgt geschweige denn erreicht habe. Weil das ganz akute Leben und seine Anforderungen immer viel dringlicher und lauter vor mir steht und mich einnimmt. Ich habe das schon letzten Sommer mit den Morgenseiten erlebt: ich hatte begonnen, sie täglich morgens zu schreiben,  aber schon bald kam morgens ein Kind mit Bauchweh oder eins mit Kuschelbedürfnis oder meine Sehnsucht danach, in den Pool zu tauchen, bevor die anderen wach wurden… und schon waren die Morgenseiten nur noch an Platz 2 der Prioritätenliste.

Morgenseiten |  berlinmittemom.com

Ich glaube, ich bin eher so ein „Leben ist jetzt“-Typ. Ich finde einfach, etwas nur zum Selbstzweck zu tun, ergibt keinen Sinn. Morgenseiten zu schreiben, nur weil ich mir vorgenommen habe, Morgenseiten zu schreiben, selbst wenn ich in einer bestimmten Situation finde, sie wären eigentlich gerade nachrangig, erscheint mir sehr sinnlos. Und so geht es mir mit einigen der kleinen „Ziele“ oder Dingen, die ich mir so vornehme.

Daher werde ich das Ziel der Woche nicht wieder als feste Kategorie in die Freitagslieblinge aufnehmen, sofern es keine konkreten und sinnvollen Ziele gibt, über die zu berichten ich sinnvoll fände. Wenn der Alltag wieder losgeht und ich bestimmte Dinge verfolgen möchte, die in unserem Alltag die Abläufe und Rituale betreffen, wird sich das sicher wieder ändern.

FRAGT MICH WAS! DIE ANTWORTEN AUS DER LETZTEN RUNDE FREITAGSLIEBLINGE-FRAGESTUNDE

Vorletzte Woche kamen tatsächlich wieder einige Fragen, was mich sehr freut, vor allem deshalb, weil eure Fragen mir ganz oft wichtigen Input geben. Das betrifft nicht nur die besser Einsicht in das, was euch interessieren könnte, sondern ist wirklich inspirierend und gibt mir gute Impulse.

Anne wollte wissen, ob ich Tagebuch schreibe oder etwas ähnliches. Außerdem fragte sie danach, ob ich mir vorstellen könnte, ein Buch zu schreiben.

Tagebuch schreiben. Ich habe das früher immer getan, immer, immer, immer. Und aufgehört habe ich damit, als die Kinder kamen. Eine Zeitlang habe ich noch Kindertagebücher geführt und alles mögliche über die jeweiligen Kinder aufgeschrieben, dann hörte auch das auf. Heutzutage notiere ich manchmal noch Gedanken in kleinen Portionen, aber nicht mehr mit diesem Charakter des Tagebuchschreibens. Ich bedaure das oft, aber ich kriege das in der Regel im Alltag nicht untergebracht.

Morgenseiten schreiben | berlinmittemom.com

Ein Buch zu schreiben kann ich mir allerdings sehr gut vorstellen. Tatsächlich mache ich mir dazu gerade gezielter Gedanken. Wenn da was kommt: ihr werdet es hier erfahren.

Paula hatte einige Fragen: sie wollte gerne wissen, warum ich den Lerneffekt der letzten Edition der Freitagslieblinge klein fand. Liebe Paula, du hast recht. Der Lerneffekt ist nicht klein. Danke für deine Worte.

Außerdem wollte sie wissen, ob es ein Ritual gibt, mit dem ich in den Flow komme: Leider ist das nicht so. Ich stelle immer wieder fest, dass ich meinen kreativen Flow nicht bewusst „triggern“ kann, ich sitze also manchmal da und es passiert – nichts. Selbst wenn ich gerade im perfekten Setup bin oder besonders viel Zeit habe. Umgekehrt kann ich ganz oft leider den kreativen Trigger nicht packen und nutzen, wenn er kommt, weil ich dann oft nicht die Zeit, die Ruhe, den Ort habe, um das zu tun. Das ist in der Tat ein großes Problem, mit dem ich mein Leben lang schon umgehen muss. Was mir tatsächlich hilft ist ein kreatives Umfeld: wenn ich mit meinen liebsten Bloggerfreundinnen zusammen bin und alle arbeiten, schreiben, schrauben am Blog, entwerfen Ideen etc. nebeneinander her, dann springt mein kreativer Motor viel leichter an.

Paula fragte weiterhin danach, ob Geschichten wie die von Melanies Sohn Nils nicht meine Angst um meine Kinder steigern würden: Es mag paradox klingen, aber das tun sie in der Tat nicht. Ich bin generell keine ängstliche Mutter (und wenn ich bestimmte Ängste habe, behalte sie meist für mich oder bespreche sie nur mit dem Mann oder einer engen Freundin), stattdessen habe ich eine sehr optimistische Grundhaltung zum Leben und auch eine große Portion Gottvertrauen. Damit meine ich nicht, dass ich glaube, dass uns im Leben niemals etwas Schlimmes passiert, wenn ich nur fest genug daran glaube. Es bedeutet eher, dass ich überzeugt bin, dass „schlimme Dinge“ zum Leben dazugehören und gemeistert werden müssen. Ohne Dunkel keine Helligkeit, ohne Trauer kein Glück. Und ich glaube fest daran, dass unser Glück nicht davon abhängt, dass immer alles schön und leicht ist. So ist das Leben nicht. Ich glaube an den Augenblick, an die Kraft der Liebe, an die Aufgabe, das Leben zu meistern und die beste Version unserer Selbst zu sein. Ans traurig Glücklichsein glaube ich auch. Ich habe keine Angst vor Trauer und Tod, auch wenn ich weiß, dass ich letztlich keine Ahnung habe, wie sich das anfühlt, wenn es ums eigene Kind geht. Aber Angst davor zu haben, ändert nichts. Es macht nur das Jetzt dunkler.

Simone hatte eine schöne Anregung: sie schlug vor, ich könnte auch Dinge wie Gehörtes (Musik oder Hörbuch) oder Getragenes (Lieblingsoutfit) in die Freitagslieblinge aufnehmen. Wie gefällt euch die Idee?

Damit ist die erst August-Edition der Freitagslieblinge komplett. Und ich – geh an den Strand.

Kommt gut ins Wochenende!

5 Kommentare

  1. Hallo Anna,
    vielen Dank für die Erinnerung an die leckeren Tex-Mex-Rezepte. Die hatte ich ganz aus den Augen verloren.
    Ich hätte auch eine Frage für eine der nächsten Freitags-Lieblinge: Habt ihr noch Kontakt zu der Flüchtlingsfamilie, die ihr mal kurzzeitig bei euch aufgenommen hattet? Was ist aus ihnen geworden? Wie geht es ihnen?

    Viele Liebe Grüße von der Nordsee an die Ostsee,
    Ina

  2. Vielen Dank für die tolle Antwort auf alle meine Fragen von den letzten Freitagslieblinge!
    Und wieder so tolle Lieblinge der Woche mit einem großartigen Gedicht!

    Aus aktuellem Anlass bei uns zuhause, die Frage wie schlafen deine Kinder jetzt ein? Und wie habt ihr das erklärt/ beigebracht: alleine schlafen… Mama/ Papa liegen nicht die ganze Nacht bei dir/euch?

    Liebe Grüße
    Paula

  3. Danke für Deine Antworten und wie schön, dass es zum Thema Buch Gedanken gibt… mit dem Tagebuch schreiben, geht es mir genauso- ich schaffe abundzu ein paar Fetzen in meinen Kalender zu schreiben und frage mich dann immer, warum ich das nicht regelmäßiger schaffe, weil ich mich beim Durchlesen immer so freue aber so spielt das Leben…
    Ich bewundere Deine Stärke, Dir das hier und jetzt nicht mit irrationalen Ängsten zu verdunkeln-davon kannst Du mir gerne eine Portion rüber schicken. Das ist ein schwieriges Feld für mich und ich möchte da ganz stark dran arbeiten, weil ich glaube, dass man das bestimmt üben kann.
    Habt einen weiter einen tollen Sommer und Inspirationen zu Hörbüchern oder Outfits sind bestimmt toll.
    Liebe Grüße, Anne
    P.S. Kennst Du das Buch von Anika Decker „wir von der anderen Seite“? Ich habe es mir gekauft, weil sie hier aus der Gegend stammt und ich habe es fast in einem Rutsch gelesen…nur falls Dir der Lesestoff ausgeht

  4. Pingback: Streit im Familienurlaub | Perfekt unperfekte Sommerferien

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