Die zweite Edition der neuen Freitagslieblinge ist da und ich habe schon die ganze Woche dafür „gesammelt“. Dank Ostern und viel liebem Besuch hier in Berlin fand sonst ja nicht viel statt auf dem Blog, dafür freue ich mich umso mehr, heute mit euch die Fundstücke und Lieblinge der Woche teilen zu können.

Das Lieblingsbuch der Woche für die Freitagslieblinge ist heute mal wieder ein Gedichtband. Ich besitze Die Blüten der Sonne schon eine ganze Weile, habe aber gerade in den letzten Wochen wieder vermehrt darin gelesen. Wer auf der Suche nach moderner Lyrik ist, dem lege ich dieses Buch von Rupi Kaur (aus dem Englischen übersetzt von Anna Julia Strüh) ans Herz. Die indisch-kanadische Schriftstellerin gilt als „Instagram-Poetin“, weil sie ihr sehr erfolgreiches Instagramprofil mit ihrer Lyrik füllt und damit das Lesen von Gedichten und Poetry einer gigantisch breiten Masse verfügbar macht. Ich finde, diese Charakterisierung wird ihr nicht gerecht, denn sie greift viel zu kurz. Ich bin verliebt in diesen Gedichtband und kann ihn, genau wie Milk&Honey von Herzen empfehlen.

Freitagslieblinge: Rupi Kaur | berlinmittemom.com

Mein Lieblingsrezept der Woche war fast unmöglich festzulegen, weil wir zu Ostern so viele Köstlichkeiten ausprobiert und gemacht haben: es gab den Rhabarber-Streuselkuchen vom Berlinmittedad, es gab diverse Grillgemüse und ein Rinderfilet vom Grill, es gab einen Lachsseite mit köstlicher Kräuter-Nuss-Kruste aus dem Ofen (soll ich das mal verbloggen?) und montags schließlich noch ein Grill-Event mit lieben Freunden. Und weil wir da so viele waren, haben wir diverse Salate gezaubert, wovon ich euch einen heute hier schnell verblitzblogge: hier kommt ein Rezept für Spaghettisalat mit Rucola und selbstgemachtem Bärlauchpesto:

Spaghettisalat mit Bärlauchpesto und Rucola | berlinmittemom.com

  • 500g Spaghetti in Salzwasser bissfest kochen, abgießen und abschrecken
  • für das Dressing Bärlauchpesto mit ein bisschen Olivenöl, Zitronensaft, schwarzem Pfeffer und grobem Meersalz mischen
  • zwei Handvoll Rucola waschen und putzen
  • eine Handvoll Kirschtomaten waschen und halbieren
  • 50g Pinienkerne rösten
  • 80g Grana Padano grob hobeln
  • 80g schwarze Oliven (entsteint) halbieren
  • die abgekühlten Spaghetti mit dem Bärlauchpesto-Dressing vermischen und die Tomaten und Oliven untermischen, ein bisschen ziehen lassen
  • mit Meersalz abschmecken und kurz vor dem Servieren den Rucola untermischen
  • mit Parmesan und Pinienkernen bestreuen – fertig

Schmeckt auch vorzüglich mit Mozzarella oder Feta in kleinen Würfeln. Den Kindern ist das Bärlauchpesto manchmal zu heftig, der Salat lässt sich aber auch ganz prima mit klassischem Basilikumpesto machen, das ist wesentlich milder.

Mein Lerneffekt der Woche ist diese Woche kein Lerneffekt im Sinne von Aha-Effekt, sondern ein tief empfundenes Gefühl der Dankbarkeit. Ich hatte über Ostern meine Schwiegereltern hier und ich weiß, ich habe es schon oft geschrieben, aber sie sind einfach die Besten. Tatsächlich habe ich aber in diesen Ostertagen mal wieder erleben dürfen, wie gesegnet wir tatsächlich sind, dass wir diese beiden unsere Schwieger-, Groß- und Eltern zu nennen. Ich erinnere mich an den Moment, als ich Mutter ihrer Enkelkinder wurde und ich schreibe das ganz bewusst so hin, denn die Gewissheit, dass da zwei Menschen sind, mit denen ich nicht verwandt bin und die „meine“ Kinder so vorbehaltlos lieben, gibt mir einfach täglich immer wieder so viel Sicherheit und Vertrauen ins Leben, das ist einfach wunderbar. Ich bin dankbar und glücklich, dass diese beiden Menschen im Leben meiner Kinder und in meinem Leben sind und hoffe, ich werde mich an dieses Gefühl erinnern, wenn ich irgendwann vielleicht selbst einmal Großmutter sein werde.

Freitagslieblinge: Gartenstillleben mit Opa | berlinmittemom.com

Mein Ziel der letzten Woche habe ich nur so mittelgut erreicht. Es ging ja um die Pflichten der Kinder im Haushalt und wahrscheinlich habe ich mir das viel zu leicht vorgestellt, da beim Thema Wäsche einfach umzuschalten auf „jetzt macht das mal jeder mehr für sich“.  Ich habe immerhin angefangen und die kleineren Aufgaben wie Dreckwäsche nach hell und dunkel sortieren und die getrocknete Wäsche abnehmen. Sehr konsequent war ich nicht, ich war viel zu ungeduldig mit den noch nicht routinierten Tätigkeiten der Kindern. Da muss ich definitiv noch mal ran. Neues Ziel der Woche also: mehr Geduld, Mutter! Viel mehr Geduld.

Wäscheberge | berlinmittemoml.com

Meine Inspiration der Woche habe ich für die Freitagslieblinge bei ze.tt gefunden. Kinder sind so lustig!

Fragt mich was: die Antworten aus der letzten Woche

Diese neue Kategorie für die Freitagslieblinge soll euch die Möglichkeit geben, mir Fragen zu stellen, die ich beantworte. Ich habe ein bisschen gesammelt.

Bei Facebook fragt Béa: „Warum heißt du auch Luz? Also Licht? Woher kommt dieser Name?“ Luz, gesprochen mit scharfem „s“ am Ende, ist mein zweiter Vorname, im spanischsprachigen Raum nicht sehr selten. Ich heiße nach meiner väterlichen Großmutter aus El Salvador so, Luz Maria. Und die Bedeutung ist tatsächlich „Licht“. Das mag ich neben der Namensgeberin besonders!

In den Kommentaren fragt Steffi: „Wie schaffe ich es, meine doch schon größeren Kinder einzubeziehen und das dann auch langfristig beizubehalten?“ Tja, Steffi, watt soll ick sagn? Ich weiß es nicht. Ich bin immer noch dabei, herauszufinden, was geht und was nicht. Denn leider haben sich die Strategien für die kleineren Kinder (immer einbeziehen, sie die richtigen Sachen machen lassen, sie von vorne herein einbinden, die Freude am Tun nutzen undsoweiter…) allesamt irgendwann totgelaufen. Was für die Kleinen ein Selbstläufer war, funktioniert mit den großen Kindern kaum noch. Der Weg des geringsten Widerstandes ist hier der am meisten genutzte Pfad und auch das Ausredenverzeichnis wird immer  länger. Ich arbeite dran!

Eine weitere Frage befasst sich mit den eigenen Bedürfnissen im Familienalltag mit Kindern: „Was tut man zur Selbstheilung, wenn das Herz nach etwas verlangt, das in den Alltag gerade überhaupt nicht reinpasst?“ Ich denke, das ist eine Herausforderung, die sich im Leben immer wieder stellt. Und zum Glück verändern sich ja Menschen mit den Umständen und Aufgaben, die sich so stellen. Daher glaube ich, dass man als Eltern die eigenen Bedürfnisse unbedingt hören und ihnen nachgehen soll, ja, sogar muss, um nicht das Gefühl zu bekommen, man hab alles aufgegeben für die Familie/die Kinder. Und ich glaube auch, dass Kinder viel schneller lernen und sich anpassen, als wir Erwachsenen das immer denken. Wir müssen ihnen die Dinge erklären (je nach Alter), müssen sie heranführen und begleiten, aber wir dürfen und sollen ihnen auch Anpassungsvorgänge zumuten. Vielleicht wird es nicht immer leicht und lustig, aber es geht ganz bestimmt. Wir müssen das ICH in diesem FamilienWIR im Blick behalten und es beachten. Ansonsten klappt das WIR nämlich auch irgendwann nicht mehr. #my2cents

Suomitany fragt mit Blick auf meine Rezepte und den gedeckten Tisch: „Ist dir das nicht manchmal zu viel Arbeit oder bereitet es dir einfach wahnsinnig viel Freude?“ Tatsächlich ist Kochen am Wochenende mein Yoga, jedenfalls, was den Entschleunigungsfaktor angeht. So sehr mich das Alltagsgekoche oft nervt  (da hab ich oft das Gefühl ich koche im Kreis immer wieder dasselbe), so sehr liebe ich es, am Wochenende etwas zu machen, das eben nicht 0815 ist, sondern mehr Zeit und Mühe und eben auch mal Kreativität erfordert. Das gilt fürs Backen genauso. Manchmal übernehme ich mich auch da oder es gibt diese Wochenenden, wo die Woche kochtechnisch so doof war, dass selbst ich keinen Bock mehr habe, samstags oder sonntags in der Küche rumzuhängen. Aber meistens liebe ich es, für meine Familie und mich oder für liebe Freunde und Freundinnen, etwas aufwändiger zu kochen und alles schön herzurichten. Dann ist die Mahlzeit selbst für mich noch ein größerer Genuss.

Alle an einem Tisch | berlinmittemom.com

Theresa fragt nach Freizeit und Hobbys der Kids: „Du hast mal geschrieben, deine Kinder gehen auf eine fremdsprachige Ganztagesschule / wo bleibt da Zeit für Freunde und Hobbies und gibt es auch Freundschaften außerhalb dieser Schulform bzw. welche Hobbies haben deine Kinder?“ Es stimmt, die Schultage der Kinder sind knallvoll und das hat nicht immer nur Vorteile. Da zumindest die Kleinen aber wegen des Ganztagsmodells so gut wie nie Hausaufgaben haben, gehört der Nachmittag dann ganz ihnen. Sie pflegen alle drei enge Freundschaften außerhalb der Schule, vielleicht sind diese ihnen sogar besonders wichtig, weil sie ein so wichtiges Gegengewicht bilden zu den immer gleichen Kids, mit denen sie ihre langen Schultage verbringen. Das Goldkind hat beispielsweise ihre engsten Freundinnen in der Nachbarschaft, die „fabulous 4“ oder „furchtbaren 4“ wie ich sie manchmal auch gerne nenne. Sie besuchen alle unterschiedliche Schulen und haben dort Freundschaften, aber das Vierertrüppchen hält dennoch eng zusammen. Wir hoffen alle, dass das so bleibt! Was die Hobbys angeht: alle drei reiten, das Goldkind tanzt noch 2x die Woche, einmal davon in der Schule und der Bub spielt Fußball in der Schulmannschaft und macht außerdem Parkour. Die Große hat inzwischen sehr viel für die Schule zu tun und hat fast  alle Hobbys gerade „losgelassen“, jedenfalls für eine Weile. Sie reitet noch und singt im Chor, ansonsten hat gerade das Lernen Vorrang.

Q&A Wie arbeitest du | berlinmittemom.com

Christine will etwas zu meinem Schreibprozess wissen: „Wie gehst Du beim Schreiben eines Artikels vor? Überlegst Du Dir erst das Thema und baust den Artikel dann strukturiert auf oder bist Du eher so unterwegs, dass Du einfach und immer los schreibst?“ Ich bin ehrlich gesagt ein furchtbarer Chaot. Obwohl ich Listen mit Themenideen führe und auch immer sonntags einen Redaktionsplan für die Woche mache (jedenfalls theoretisch), kommen immer noch viele Themen ungeplant und ich gehe ihnen spontan nach, wenn sie auftauchen und meine Aufmerksamkeit fordern. Die meisten meiner Lieblingsartikel sind so entstanden. Aber es kommt natürlich auch aufs Thema an: für solche Artikel wie den über Tellonym oder auch meine Book Love-Reihe recherchiere ich natürlich mehr und brauche mehr Struktur und Planung im Vorfeld, als für einen, den ich so aus dem Herzen heraus schreibe. Und dann sind da noch die Fleißartikel: Rezepte und Reiseposts brauchen auch immer eine feste Struktur, damit sie lesbar und nicht zu lang werden.

Das waren alle eure Fragen aus der letzten Woche! Alle beantwortet! Dann könnt ihr ja loslegen und neue Fragen stellen. Immer her damit! Was möchtet ihr noch wissen?

Die Freitagslieblinge sind damit komplett für heute und wir gehen ins Wochenende. Dieses Mal ohne Pläne, ohne Besuch und ohne viel Tamtam – so ist es zumindest die Idee. Ich wünsch euch ein wundervolles Wochenende!

1 Kommentar

  1. Liebe Anna, als Mutter dreier kleiner Söhne würde mich interessieren, wie du rückblickend die Kleinkindphase siehst. Warst du damals gestresster als heute, als die Kinder noch sehr klein waren? Sehnst du dich manchmal nach der Zeit zurück als du noch eine Kleinkindmutter warst oder bist du eher froh, diese Altersphase hinter dir gelessen zu haben? Und zuletzt: Würdest du rückblickend etwas anders machen in Bezug auf das Großziehen deiner Kinder?
    Vielen lieben Dank im voraus für deine Antwort! Deine Blogbeiträge sind wirklich immer so lesenswert!
    Viele Grüße, Karolin

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