Ich kann nicht aufhören mit diesem Sommer, genau wie letztes Jahr und im Jahr davor. Mein Julikindherz schlägt für lange Tage und laue Nächte, für Mahlzeiten im Freien und helle Abendstunden, die sich bis in die Nacht ausdehen. Aber es ist tatsächlich schon der 30. August, dies sind die ersten Freitagslieblinge seit Prerow und die Sonne geht inzwischen blitzschnell unter, weil sich trotz der hohen Temperaturen am Tag alles schon auf „Herbst“ ausrichtet.

Ich habe das Gefühl, mich zu wiederholen, aber der Abschied vom Sommer bricht mir wie jedes Jahr das Herz, auch wenn ich weiß, dass ich mich über den September und den Oktober mit all seinem Gold freuen werde. Zuerst muss der Sommer losgelassen werden und – ich bin noch nicht soweit.

Mein Lieblingsbuch der Woche habe ich mir direkt nach unserer Rückkehr aus dem Ostseesommer gekauft, wo ich den ersten Band gelesen habe. Ich bin einfach sehr begeistert von den Charakteren und gerade tief in den Abgründen norwegischer Kriminalfälle. Und ich weiß, ich schrieb hier schon, dass ich nicht so auf die düsteren skandinavischen Szenarien stehe, in denen die Ermittler*innen gramgebeugt durch die Fjorde und Schneelandschaften schleichen und sich neben der Aufklärung von Mordfällen auch noch mit ihren Hirntumoren, schizophrenen Partner*innen, drogenabhängigen Kindern oder der eigenen Alkoholsucht befassen müssen. Aber das Ermittlerduo bestehend aus Holger Munch und Mia Krüger hat es mir wirklich angetan. Trotz ihrer mannigfaltigen persönlichen Themen haben mich die Charaktere gepackt und ich bin voll eingestiegen in den zweiten Band.

Freitagslieblinge: Federgrab | berlinmittemom.com

Zuerst las ich also Engelskalt*, einen Krimi, über den ich unter anderem hier schon berichtet habe. Und diese Woche habe ich mit Federgrab* angefangen, dem zweiten Krimi, in dem Munch & Krüger ermitteln. Während es im ersten Band um eine Serie von Kindermorden ging (tatsächlich harter Tobak, das mal als Triggerwarnung vorweg), geht es in „Federgrab“ um den Mord an einem 17jährigen Mädchen und die Hintergründe bzw Lebensumstände. Ich bin noch nicht allzu weit gekommen, finde es aber wieder sehr spannend und bin wie gesagt gepackt von den Charakteren. Ich könnte mir das Ganze auch gut als Krimiserie vorstellen…

Das bringt mich schon zu meinem nächsten Punkt, einer neuen Kategorie, die ich unregelmäßig in die Freitagslieblinge aufnehmen möchte

Meine Lieblingsserie/-film der Woche. Hättet ihr Lust, dazu regelmäßig was zu lesen? Ich bin ja erklärte Bingewatcherin und habe auch hier schon öfter vor allem über Lieblingsserien gebloggt. Da ich wirklich recht regelmäßig und viel schaue, könnte ich zumindest in jeder zweiten Ausgabe der Freitagslieblinge die Kategorie bedienen. Wäre das was? Versuchsweise berichte ich euch heute mal von meiner zuletzt gesehenen Serie.

Ich bin auch hier ein Krimitier. Tihihi. Nein, ich liebe auch andere Serien sehr, aber oft mag ich es, wenn solche Krimiplots mich fesseln und so richtig in die Handlung reinziehen, dass ich gar nicht abschalten möchte. Der klassische Bingewatcher-Effekt eben. Gerade habe ich die 7teilige Serie Monster auf dem Amazon-Channel Starzplay geschaut. Starzplay kostet eigentlich Geld, im Moment gibt es aber einen kostenlosen 14tägigen Testzugang, den man rechtzeitig kündigen muss, bevor er kostenpflichtig wird. Das habe ich natürlich ausgenutzt.

Monster ist also eine norwegische Krimiserie, bisher gibt es eine Staffel mit 7 Folgen. Eine junge Ermittlerin kehrt in ihren kleinen Heimatord im Norden zurück, um sich um ihren kranken Vater zu kümmern, als ein Mord geschieht. Eine Teenagerin, die zu einer christlichen Sekte gehört, wird ermordet aufgefunden. Alles sieht nach Ritualmord aus und die Ermittlungen werden aufgenommen. Schließlich fördern die Ermittlungen am Fundort der Leiche ein Massengrab zu Tage und es ist klar, dass die Untersuchungen viel weitreichender sein werden, als angenommen. Auch zwei Kollegen aus der Stadt werden hinzugezogen. Und bald tauchen allerhand Themen aus der Vergangenheit auf, die die Ermittler*innen persönlich betreffen. Jede*r hat sein/ihr Geheimnis, das es zu bewahren gilt und währenddessen gibt es weitere Todes- und Vermisstenfälle. Alles scheint zusammenzuhängen.

Monster | berlinmittemom.com

Sehr cool erzählt, teilweise auch drastisch dargestellt, dabei aber nicht amerikanisch-effekthascherisch (wobei ich das auch ab und zu sehr mag), sondern skandinavisch düster und mit Tiefgang, was die handelnden Figuren angeht. Keine Abziehbilder von Gut und Böse und keine Held*innen, die immer alles richtig machen. Ein bisschen spröde wenn auch schauspielerisch gut fand ich die Darstellerin der quasi Hauptfigur, aber ich habe mich schnell an sie gewöhnt. Und es ist wirklich spannend, gut erzählt, ein toller Plot.

Mein Lieblingsessen der Woche waren die Balkondinner mit meinen Kindern. Wir kosten jeden Moment im Freien aus und nehmen jede Mahlzeit mit mehr Freude ein, wenn sie draußen stattfindet. Diese Woche hatten wir also den schnellen Couscous Salat mit Gemüse, mit dem wir allerdings nach drinnen flüchten mussten, weil plötzlich ein Gewitter kam. Außerdem gab es Käse und frisches Brot, Oliven und Rohkost, Hummus und TomMozz – wir haben es uns also so richtig gutgehen lassen.

Balkondinner | berlinmittemom.com Freitagslieblinge: Abendbrot auf dem Balkon | berlinmittemom.com

Mein Lerneffekt der Woche ist eine weitere Zuspitzung all der Dinge, mit denen ich mich seit Wochen befasse. Was will ich hier eigentlich weiterhin machen? Worum geht es mir dabei wirklich? Auf welche Art und Weise möchte ich Geld verdienen? Und wie weit bin ich weiterhin bereit, mich zu „verbieten“, um ins Bild zu passen?

Ich habe heute nicht die Antworten auf all diese Fragen, aber sie gehen mir beständig im Kopf herum und für diese Woche kann ich zumindest diesen Aspekt als Teilergebnis festhalten:

Ich möchte nicht mehr Anfang September Adventskalender vorausdenken und „rechtzeitig“ posten, damit ich einen positiven SEO-Effekt davon habe. Ich möchte nicht mehr über Dinge schreiben, die ich nicht wirklich wichtig finde oder die mir nicht wirklich etwas bedeuten, nur weil sie gerade „dran“ sind oder ich damit Geld verdienen kann. Ich möchte mich nicht zwangsweise mit einer Horde Elternblogger zu einem Café einladen lassen, wo dann Windeltorten gebastelt oder Fertigbrei aus Alu-Quetschtüten vermarktet werden. Lieber bin ich mit einer Handvoll Kolleg*innen gut vernetzt, mit denen ich mehr teile, als den puren Zufall, dass wir Kinder haben und darüber schreiben. Ich möchte nicht Themen n i c h t ansprechen, weil sie nicht in meine thematische „Nische“ als Familienbloggerin passen. Ich möchte das alles so nicht mehr.

Sommer Ich | berlinmittemom.com

Und zu wissen, was ich nicht mehr tun werde, hilft mir sehr dabei, auch hier mein Profil weiter zu schärfen und weiter daran zu arbeiten, was ich denn eigentlich hier will. Fest steht: es wird hier zukünftig noch mehr um die echten Dinge gehen. Wenn das bedeutet, dass es weniger häufig Artikel hier geben wird, dann ist das so. Ich setze mich nicht mehr unter Druck für Klickzahlen, Statistiken, das perfekte Pinterestbild oder die Followerzahlen in Social Media.

Soviel für heute dazu.

Meine Inspiration der Woche für die Freitagslieblinge habe ich bei meiner Freundin Rebecca gefunden. Sie schreibt Elfenkindberlin schon genauso lange wie ich Berlinmittemom und inmitten dieser ganzen teilweise sehr flüchtigen Bloggerszene, haben wir uns gefunden. Wenn ich bei ihr lese, auch wenn ich nicht alle Themen oder Ideen teile, ist es immer ein bisschen so, als würde ich in ihr Herz schauen, das Herz einer echten Freundin, loyal und integer und nicht korrumpierbar. Das ist wirklich etwas Besonderes.

Nachhaltige Geschenke zur Einschulung bei Elfenkindberlin | elfenkindberlin.de

Jetzt, wo überall die Schule wieder begonnen hat, hat sie das DIY für eine zauberschöne Schultüte veröffentlicht, vor allem aber hat sie aufgeschrieben, was nachhaltige Geschenke zum Schulanfang sein könnten. Ich lege euch diesen Artikel ans Herz, wenn ihr selbst auch ein wenig bewusster mit Geschenken generell und zur Einschulung im Besonderen umgehen möchtet. Auch passend zur Einschulung und ebenfalls wunderschön: die Freebies für Stundenpläne zum Download bei meiner lieben Freundin Renate von Titatoni.

Mein Ziel der Woche ist ehrlich gesagt mal wieder das Vorhaben, mehr Zeit und Pausen für mich einzuplanen. Sie einzufordern, auch und gerade bei meinen Kindern. Diese Woche hatten sie verkürzten Unterricht wegen der Hitze und die Nachmittage mit all ihren Bedürfnissen und dieser krassen Präsenz machen mich manchmal echt alle. Ich möchte das unbedingt besser ausdrücken können und ihnen auch sagen: Stop! Hier ist meine Grenze. Respektiert das.

Oft fällt mir das tatsächlich schwer, aber ich werde besser.

Freitagslieblinge: Limelimo | berlinmittemom.com

FRAGT MICH WAS! DIE ANTWORTEN AUS DER LETZTEN RUNDE FREITAGSLIEBLINGE-FRAGESTUNDE

Bei der letzten Episode der Freitagslieblinge habt ihr wieder ein paar schöne Fragen in den Kommentaren für mich dagelassen, die ich euch gerne beantworte.

Ina hat nach unserer kleinen afghanischen Familie gefragt, die im November 2015 bei uns gewohnt hat. Sie wollte wissen, wie es ihnen geht und ob wir noch Kontakt haben.

Tatsächlich gab es eine lange Kontaktpause, als die Familie aus der Privatunterkunft zurück in eine Flüchtlingsunterkunft hier in Berlin gezogen ist, aber inzwischen haben wir wieder Kontakt. Der Familie geht es gut, sie haben noch ein weiteres Kind bekommen und mit dem Baby, das damals noch im Bauch der Mama war, sind es jetzt drei Mädchen. Sie wohnen im Norden Berlins in einer Containersiedlung für Geflüchtete, die Große geht zur Schule, alle sind gesund. Und wir werden uns wahrscheinlich sehr bald wiedersehen. Darauf freuen wir uns sehr.

Paula wollte gerne wissen, wie die großen Kinder hier so einschlafen. Also, die Große natürlich schon ewig alleine in ihrem Zimmer bzw. Bett, und auch die beiden Kleineren haben mit dem Einschlafen im eigenen Bett seit Jahren keine Probleme mehr. Das hat sich übrigens einfach so entwickelt. Manche meiner Kinder brauchten  länger, bis sie alleine einschlafen konnten, andere konnten es schon sehr früh und verlässlich. Wir haben immer versucht, individuell darauf zu reagieren und die Bedürfnisse abzudecken, ohne uns selbst dabei zu opfern. Heute ist das jahrelang schon kein Thema mehr. Was nicht heißt, dass nicht ab und zu alle Matratzen zusammengewürfelt werden und es Familienübernachtungsparty gibt oder dass sich nachts das ein oder andere Kind noch mal bei mir einnistet, vor allem, wenn der Berlinmittedad nicht da ist.

Wochenende in Bildern: Wochenende in Bildern

Über die Schlafsituationen und -gewohneheiten habe ich übrigens hier auch schon mehrfach geschrieben. Beim Brief über das Einschlafen geht es um die Schwierigkeiten, die auch schon größere Schulkinder dabei noch haben können, hier habe ich mal über unser flexibles Familienbett geschrieben, hier geht es um den Mythos vom Elternschlaf und wie kleine Nachtgespenster und Schlafwandlerchen diesen nachhaltig (zer)stören und hier geht es um das erfolgreiche Bekämpfen von Monstern unterm Bett.

Das waren die beiden Fragen der letzten Ausgabe der Freitagslieblinge, jetzt könnt ihr neue stellen, wenn ihr möchtet!

Damit sind die Freitagslieblinge für heute komplett und ich kann mich aufs Wochenende freuen. Es wird noch mal heiß sagt der Wetterfrosch – habt ihr was Schönes vor?

9 Kommentare

  1. Du hast so einen wunderschönen Schreibstil liebe Anna!
    Du hast in deinen Bericht aus Prerow erwähnt , dass die Große einen Freund hat. Was gibt es bei euch da für Regeln? Und generell, was habt ihr für Regeln rund ums Thema Jungsbesuch, Freund und co? Bei uns wird das wohl bald aktuell, hab ich das Gefühl.

  2. Silke Heinritz Antworten

    Liebe Anna,
    sehr schön geschrieben. Ich persönlich würde mich ja freuen, wenn du mal etwas zum Thema Mode schreibst. Ich finde, dass du immer toll angezogen bist – besonders das Kleid/Oberteil im Schlangenprint bei der Veranstaltung gestern ist super. Wo kaufst du ein?
    Schönes Wochenende!
    Silke

  3. Liebe Anna, ich lese so gerne von dir, deine Schreibe ist ganz besonders. Hast du mal mit dem Gedanken gespielt, ein Roman zu schreiben? Vielleicht magst du mal was dazu schreiben? Ganz sonnige Grüße aus Köln, Melanie

  4. Liebe Anna,
    hast du denn Lust weiterhin “Familienbloggerin“ zu sein, wie du es nennst? Es klingt für mich ein bisschen so als ob nicht, aber vielleicht täusche ich mich da ja. Ich bin nun seit 3 Jahren Mutter und sehr dankbar für dich und deine Arbeit hier! Schönen Wochenstart.

  5. Ich würde mich sehr freuen, wenn du über Serien berichten würdest ;-)
    Grenzen setzen und Stop sagen….das muss ich auch dringend üben.
    LG und eine gute Woche, Tanja

  6. Liebe Anna, das Thema „Präsente Kinder“ habe ich hier auch, 6 Wochen mit allen Vieren. Tagsüber hängen die drei Kindergartenkinder an mir, abends das Teeniemädchen..wie schaffst du es, Grenzen zu setzen? Wie hast du es bei den Kleinkindern gemacht und wie schaffst du es jetzt bei den großen? Immer ist was, immer wollen sie was..reden, kuscheln, Streit schlichten, diskutieren…ich schnapp manchmal über! Fernseher an ist ja auch keine Lösung..ins Klo einsperren?? Also mich selbst:))

  7. Liebe Anna, ich finde deine klare Einstellung zum Blogger-Business und zur Authentizität toll! Ich lese und stöbere sehr gern auf deinem Blog und finde auch deinen gemeinsamen Podcast „Kaffee, Stulle, Gin“ einfach nur großartig. In einem der Podcasts hast du erwähnt, dass deine Kinder zweisprachig aufwachsen – falls du die Frage beantworten möchtest, würde ich gern wissen, ob ihr sie bilingual aufgezogen habt oder ob dein Mann z. B. englischer Muttersprachler ist. Herzliche Grüße!

  8. Liebe Anna,

    ich würde mich freuen, wenn du einmal zum Leben in der Großstadt berichten würdest. Was ist toll in der großen Stadt, was nicht. Dürfen die Kinder sich frei bewegen, ist es laut oder angenehm, …

    Auch das Thema Mode würde mich nach wie vor interessieren.

    Herzliche Grüße

    Simone

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